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Über Sokrates mit Rücksicht auf seine Ironie

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 22 Pages
Author: Jasmin Weitzel
Subject: Philosophy - Philosophy of the Ancient World

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 22
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V16828
ISBN (E-book): 978-3-638-21557-2

File size: 263 KB
Notes :
Diese Hausarbeit wurde (obwohl Hauptseminar) im 2. Semester geschrieben. Sicherlich wäre sie anders bewertet worden, wenn ich in einem höheren Semester gewesen wäre. Trotzdem ist sie ausführlich und sehr gut strukturiert (Professor Kommentar). Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.



Excerpt (computer-generated)

Über Sokrates mit Rücksicht auf seine Ironie

 


Jasmin Weitzel

Gliederung

1. Einleitung (S.2)

2. Sokrates Leben – Eine Kurzbiographie (S.3)

3. Der Typ Sokrates (S.4)

3.1. Die Existenz des Sokrates (S.4)

3.1.1. Platons Sokrates (S.4)
3.1.2. Xenophones Sokrates (S.4)
3.1.3. Der wissenschaftliche Sokrates (S.4)
3.1.4. Sokratische Schulen (S.5)

3.1.4.1. Die Cyniker (S.5)
3.1.4.2. Die Cyrenaiker (S.6)
3.1.4.3. Die megarische Schule (S.6)

3.2. Sokrates als ironischer Lehrer (S.6)

3.2.1. Sokratische Dialektik (S.7)

3.2.1.1. Gottlosigkeit (S.7)
3.2.1.2. Erziehung zur Mündigkeit (S.7)
3.2.1.3. Sokrates im Gespräch (S.8)
3.2.1.4. Areté und Agathon (S.8)
3.2.1.5. Begrifflichkeiten (S.9)

3.2.2. Über Ironie (S.10)

3.2.2.1. Einfache Ironie (S.10)
3.2.2.2. Sokratische Ironie (S.10)
3.2.2.3. Erkenne Dich selbst (S.13)

3.2.3. Mäeutik (S.14)

3.2.3.1. Die Hebammenkunst in Athen (S.15)
3.2.3.2. Sokrates Hebammenkunst (S.15)

3.2.4. Sokrates Ende (S.15)
3.2.5. Anmerkungen (S.17)

4. Fazit (S.18)

4.1. Über die Lehrbarkeit von Tugend und Bildung (S.18)
4.2. Ansichten (S.19)

5. Ausblicke auf die Documenta11 (S.20)

Literaturverzeichnis (S.21)

 

 


1. Einleitung

Als ich das Thema meines Protokolls wählte, wusste ich nicht was auf mich zukommen würde. Jetzt bin ich zumindest soweit, dass ich weiß, dass ich über Sokrates nichts weiß und dass man ihn nicht so einfach von der Tischkante stoßen kann. Das Thema ist sehr umfassend und die Verstrickungen in andere Geschichten sehr weitläufig, dennoch musste ich mich mit diesem Protokoll irgendwie beschränken, so dass es am Ende weniger ein Protokoll der Vorlesung über Sokrates vom 02.05.2002 ist, als vielmehr eine Reflexion meiner Gedanken zu Sokrates.

Beginnen möchte ich meine Reflexion mit einem kurzen Abriss einer möglichen Biographie des Sokrates, weil diese meines Erachtens nach wichtig ist um seine Lebensform zu verstehen. Im Anschluss daran werde ich versuchen eine Beschreibung der Lebensform des Sokrates zu finden, indem ich auf Quellen hinweise und Informationen über die aus der sokratischen Schule entstandenen Schulen gebe. Anknüpfend hieran möchte ich zum Thema der eigentlichen Ausarbeitung kommen, die sokratische Ironie. Wenn ich hier die Überschrift „Sokrates als ironischer Lehrer“ gewählt habe, so meine ich keineswegs, dass Sokrates nur ironisch gesehen als Lehrer zu sehen ist, sondern vielmehr seine Methode, welche durch die Ironie geprägt ist. Aus meinem Verständnis heraus werde ich versuchen Begrifflichkeiten um Sokrates zu klären und Sokrates Dialektik unter anderem in Form seiner Mäeutik darzustellen. Nachdem ich einige Worte zu Sokrates Tod geschrieben habe, werde ich im Fazit darauf zu sprechen kommen, was Sokrates Lehre aktualisiert bedeutet. Da eigentlich das Fazit der letzte Punkt einer Ausarbeitung sein sollte, möchte ich dennoch einen weiteren Punkt danach anbringen und auf ein aktuelles Ereignis, die Documenta11, zu sprechen kommen, um den Punkt der Begrifflichkeiten und deren Problemstellungen zu verdeutlichen.

2. Sokrates Leben – Eine Kurzbiographie

Sokrates von Athen wird 470 vor Christus als Sohn des Bildhauers Sophronikos und der Hebamme Phaunarete in Athen geboren. In seiner Jugend finden die Perserkriege statt und an der Schlacht von Potidäa nimmt Sokrates als Soldat teil. Später wird er Ratsherr in Athen und hütet das Gesetz so stark, dass er sich einmal gegen das Volk für neun Feldherren einsetzt, welche widerrechtlich zum Tode verurteilt worden sind, weil sie es während der Seeschlacht bei den Arginusen, unter dem Druck des Krieges, unterlassen haben, für ein ordnungsgemäßes Begräbnis der Gefallenen zu sorgen.

Sokrates wird auf antiken Bildern als dicklicher Mann mit einem massigen Schädel, hoher Stirn, breiter Nase, wulstigen Lippen, welligen mittellangen Haaren und einem Vollbart, welcher bis auf die Brust reicht dargestellt. Sokrates muss wohl einen etwas behäbigen, plumpen Eindruck gemacht haben. Der amerikanische Philosophieprofessor Richard Rorty schreibt über Sokrates: Gewöhnlich stellt man sich Sokrates vor als einen hässlichen kleinen Plebejer1 Sokrates ist mit Xanthippe verheiratet und hat drei Söhne. Er vernachlässigt allerdings seine Familie und den erlernten Beruf des Bildhauers und widmet sein Leben der Philosophie, indem er tagein tagaus Menschen in Gespräche verwickelt, um deren Wissen auf den Prüfstand zu stellen. Da seine Gespräche zu einer Vielzahl von Feindschaften in Athen führen, wird er 399 vor Christus zum Tode durch den Schierlingsbecher verurteilt.

3. Der Typ Sokrates

[...]


1 Rorty, Richard: Kontingenz, Ironie und Solidarität. Frankfurt a.M. 1989, S.211.


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