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Platons Kratylos

Termpaper, 1999, 11 Pages
Author: Daniela Dossing
Subject: Philosophy - Philosophy of the Ancient World

Details

Category: Termpaper
Year: 1999
Pages: 11
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V16850
ISBN (E-book): 978-3-638-21573-2

File size: 63 KB
Notes :
Analyse ohne Sekundärliteratur.



Excerpt (computer-generated)

Philosophisches Institut der RWTH Aachen
Proseminar : Einführung in die Sprach- und Argumentationstheorie am Beispiel

Platons „Kratylos“

Daniela Dossing

 

Darstellung der einzelnen Thesen und ihre Bewertung im Dialog

Zu Platons „Kratylos“  1

Die Nomos-These und ihre Prüfung 

Die Etymologien  5

Die Physis-These und ihre Prüfung  7

Ergebnis und Bedeutung  9

Quellen : 11

 

Zu Platons „Kratylos“

Platons Schriften werden allgemein eingeteilt in seine frühen Schriften, die sogenannten „Tugenddialoge“, seine mittleren Schriften und in seine späten Schriften, in denen vor allem Platons Ideenlehre als bekannt vorausgesetzt und später von Aristoteles kritisiert wurde.

Im Dialog „Kratylos“, der nun zu Platons mittleren Schriften gezählt wird, wird allgemein das Problem der Sprachphilosophie, insbesondere die Frage, ob man mit sprachlichen Mitteln zu einer Erkenntnis der Wirklichkeit gelangen kann, behandelt. Dabei geht es im einzelnen um das Problem der Richtigkeit der Onomata, d.h. ob es bereits einen von Natur aus richtigen Namen für jedes einzelne Ding gibt, oder ob die Benennungen lediglich auf gesellschaftlichen Konventionen beruhen, wobei im Dialog Kratylos die Physis-These und Hermogenes die Nomos-These vertritt. Im Verlauf des Dialogs werden nun beide Thesen von Sokrates geprüft.

Dadurch ist der Dialog in drei Teile unterteilt. Zuerst bespricht Sokrates zusammen mit Hermogenes dessen Nomos-These und stellt anschließend in den Etymologien eine mögliche Physis-These vor, die er dann im letzten Teil des Dialogs mit Kratylos diskutiert.

Die Nomos-These und ihre Prüfung

Der Dialog beginnt direkt „in medias res“, indem Kratylos seine These aufstellt, daß jedes Ding eine von Natur aus richtige Benennung habe. Da er seine These jedoch nicht näher erläutert, bittet Hermogenes Sokrates, der seinerseits keine konkrete These vertritt („Ich weiß, daß ich nichts weiß“), mit ihm gemeinsam die Frage nach der Richtigkeit der Onomata zu klären.

Dazu stellt nun zunächst Hermogenes, ein Schüler des Sokrates, seine Nomos-These vor. Diese beinhaltet, daß es keine „andere Richtigkeit der Worte gibt, als die sich auf Vertrag und Übereinkunft gründet“ (Z. 384d). Diese auch oft als Konventionsthese bezeichnete These besagt also, daß die Benennungen lediglich auf gesellschaftlicher Konvention beruhen. Um diese Behauptung zu stützen, führt Hermogenes direkt im Anschluß das Beispiel eines Sklaven an, dem er nach seinem Belieben einen Namen geben kann, denn „kein Name irgendeines Dinges gehört ihm von Natur aus, sondern durch Anordnung und Gewohnheit derer, welche die Wörter zur Gewohnheit machen und gebrauchen“ (Z. 384d). Dadurch präzisiert er seine These und spricht das Recht zu benennen nicht dem einzelnen, sondern der ganzen Staatsgemeinschaft, im Fall des antiken Griechenland der Polis, zu.

Kernaussage dieser Nomos-These ist also, daß die Beziehung zwischen Zeichen und dem Bezeichneten willkürlich ist und nur auf gesellschaftlicher Konvention und Tradition beruht. Damit beinhaltet die Nomos-These den Satz des Protagoras, der besagt, daß der Mensch das Maß aller Dinge sei (homo mensurae). Dieser relativistische Ansatz sieht demzufolge keine Beständigkeit des Wesens vor, da allein der jeweilige Mensch entscheidet, welchen Namen er dem jeweiligen Ding zuordnet. Dabei wird lediglich auf gesellschaftliche Übereinkünfte Rücksicht genommen.

Die Prüfung der Nomos-These durch Sokrates beginnt nun mit einem Konsens, um eine Basis für die weitere Argumentation zu schaffen. Sokrates stellt nun Hermogenes drei Fragen, wobei bereits mit dem Akzeptieren der dritten Frage die Prüfung der Nomos- These entschieden ist. Zunächst bejaht Hermogenes die Frage „Nennst du etwas wahr reden und etwas falsch?“ (Z. 385b). Ausgehend von diesem gemeinsamen Ausgangspunkt stimmt Hermogenes auch der Frage nach wahrer und falscher Rede zu, die folgendermaßen beschaffen ist : „Und nicht wahr, die von den Dingen aussagt, was sie sind, ist wahr, die aber, was sie nicht sind, ist falsch?“ (Z. 385b). Bei dieser entscheidenden Frage kommt Sokrates von der Sprach- zur Sachebene und behauptet genau das Gegenteil zur These des Hermogenes, indem er sagt, es gebe eine Ordnung der Sprache, die keine Beliebigkeit und Willkür zulasse. Damit ist die Nomos-These bereits an dieser Stelle entschieden, denn Hermogenes akzeptiert die Aussage des Sokrates ohne Einwände. Und auch der Satz des Protagoras ist dann aufgrund der Ergebnisse nicht mehr haltbar. Um seine Argumentation zu stützen, führt Sokrates das Beispiel der Unterscheidung von guten und schlechten Menschen an, denn „es wäre ja in Wahrheit nicht einer vernünftiger als der andere, wenn, was jedem schiene, auch für jeden wahr wäre“ (Z. 386d).

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