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Linkshändigkeit - Ursprung, Bewertung, Umschulung

Scholary Paper (Seminar), 2001, 25 Pages
Author: Sandra Schmidt
Subject: Psychology - Developmental Psychology

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 25
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V16865
ISBN (E-book): 978-3-638-21584-8
ISBN (Book): 978-3-638-64475-4
File size: 549 KB

Abstract

Warum? (Marie Stübner, Mai 1999) Ich kann Dir helfen mit links Ich kann Dich trösten mit links Ich kann Dich streicheln mit links Ich kann Dich pflegen mit links Ich kann Dich heilen mit links Ich kann Dir beistehen mit links Warum ist dann meine Linke schlechter als Deine Rechte? (Quelle: www.linkshaenderseite.de) Linkshändigkeit - Fluch oder Segen? Woher kommt Linkshändigkeit? Wie geht man damit um? Was passiert, wenn Kinder umgeschult werden? Ändert sich die Hirnorganisation bei Linkshändern? Wie erkenne ich, dass mein Kind links schreibt? Mein Kind schreibt mit links, soll ich es umerziehen? Fragen über Fragen zum Thema Linkshändigkeit. In dieser kurzen Abhandlung zum Thema Linkshändigkeit werden sie Informationen zu folgenden Bereichen finden: 1. Bewertung der Händigkeit - gestern und heute 2. Händigkeit und funktionelle Asymmetrie 3. Schwierigkeiten in der Händigkeitsbestimmung 4. Mögliche Theorien zur Händigkeit 5. Umschulung der angeborenen Händigkeit


Excerpt (computer-generated)

Julius-Maximilians Universität Würzburg
Würzburg, 08.01.2001
Philosophische Fakultät III
Lehrstuhl Sonderpädagogik I
Seminar:

Neuropsychologische Aspekte von Lernstörungen
Thema der Seminararbeit:

Linkshändigkeit

Hofmann Sandra

Lernbehind.Pädagogik, LA an Sonderschulen

 

0 VORÜBERLEGUNGEN  2

1 BEWERTUNG DER HÄNDIGKEIT – GESTERN UND HEUTE  2
1.1 ETYMOLOGISCHE BETRACHTUNG VON „RECHTS“ UND „LINKS“  3
1.2 DAS SCHMUTZIGE HANDELN MIT DER LINKEN HAND  3
1.3 DIE ÜBERLIEFERTE SYMBOLIK  3
1.4 DAS GESELLSCHAFTLICHE BILD DES LINKSHÄNDERS  5
1.5 GEFÜHLSWELT EINES LINKSHÄNDERS  5

2. HÄNDIGKEIT UND FUNKTIONELLE ASYMMETRIE  6
2.1 DAS MENSCHLICHE GEHIRN - SEINE LATERALITÄT  6
2.2 HÄNDIGKEIT DESMENSCHEN  7
2.3 FAZIT  8

3 SCHWIERIGKEITEN IN DER HÄNDIGKEITSBESTIMMUNG  8
3.1 ALLTAGSBEOBACHTUNGEN  8
3.2 BESTIMMUNGSMÖGLICHKEITEN ZUR HÄNDIGKEIT 

4 MÖGLICHE THEORIEN ZUR HÄNDIGKEIT  10
4.1 DIE UMWELTTHEORIEN  10
4.1.1 Schwert-und-Schild-Hypothese  10
4.1.2 Theorie nach Robert Collins  10
4.2 FRÜHKINDLICHE HIRNSCHÄDEN  11
4.3 GENETISCHEMODELLE  12
4.4 ZWILLINGE UND HÄNDIGKEIT  13
4.5 HORMONTHEORIE NACH GESCHWIND UND GALABURDA  14
4.6 ZUSAMMENFASSUNG  14

5 UMSCHULUNG DER ANGEBORENEN HÄNDIGKEIT  15
5.1 PRIMÄRFOLGEN  15
5.1.1 Gedächtnisstörungen  16
5.1.2 Konzentrationsstörungen  16
5.1.3 Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten  17
5.1.4 Links-Rechts-Unsicherheit  17
5.1.5 Feinmotorische Störungen  18
5.1.6 Sprachstörungen  18
5.2 SEKUNDÄRFOLGEN  19
5.3 RÜCKSCHULUNG ALS HILFE!?  19

6 SCHLUSSGEDANKEN  20

7 QUELLENVERZEICHNIS  21

8 ANHANG  22
8.1 FRAGEBOGEN ZUR HÄNDIGKEIT VON FRAU DR. SATTLER  22
8.2 HANDDOMINANZTEST VON STEINGRÜBER UND LIENERT  23

 

0 Vorüberlegungen

Dieses Bild, hat es etwas mit dem Thema der Seminararbeit zu tun!? Beim Betrachten ist für die meisten klar, was sie sehen. Einen Vogel bzw. eine Ente. Doch schaut man es genauer an mit veränderter Blickrichtung, so sieht man einen Hasen. Frau Dr. Sattler meint zu diesem Ente-Hase-Test, dass Linkshänder spontan den Hasen wahrnehmen und Rechtshänder die Ente, was auf die unterschiedliche Blickrichtung von Links- und Rechtshändern zurückzuführen ist.2 Natürlich ist dies keine hinreichende Methode für die Bestimmung der Händigkeit, doch dieses Bild gibt einen kleinen Einblick in die Unterschiedlichkeit von Linksund Rechtshändern. Diese Unterschiedlichkeit birgt viele Probleme und Schwierigkeiten in sich und kann zu unvorhersehbaren Komplikationen führen. Ich selbst kenne die Schwierigkeiten die Linkshändigkeit mit sich bringt aus meinem eigenen Umfeld. Meine Schwester (11J.) hat von klein an vieles mit links getan. Dies führte dazu, dass sowohl meine Eltern als auch meine Großeltern versuchten sie umzuschulen. Sie hatten allerdings keinen Erfolg, denn sie schreibt mit ihrer linken Hand. Als ich mich für dieses Thema der Seminararbeit entschloss legte ich besonderen Augenmerk auf ihre Hände. Hierbei zeigte sich, dass sie vieles mit der linken Hand tut. Aber beim Schneiden mit der Schere, bzw. dem Messer oder beim Malen benutzt sie die rechte Hand. In der Schule musste sie im Handarbeitsunterricht das Häkeln und Stricken mit der linken Hand lernen, was ihr verständlicherweise große Probleme bereitete. Hinsichtlich der Linkshändigkeit meiner Schwester und ihrer Schwierigkeiten taten sich viele Fragen auf.

Woher kommt Linkshändigkeit? Wie geht man damit um? Was passiert, wenn Kinder umgeschult werden? Ändert sich die Hirnorganisation bei Linkshändern? Aus diesem Grund habe ich mich mit dieser Thematik auseinandergesetzt und versucht einen kleinen Überblick über das Phänomen der Linkshändigkeit, die Umschulungsfolgen und eine mögliche Rückschulung zu geben.

1 Bewertung der Händigkeit – gestern und heute

Was bedeutet „Händigkeit“ überhaupt? Gemeint ist: Die Bevorzugung einer Hand zu den meisten ausgeführten Tätigkeiten.
Aus Höhlenmalereien und verschiedenen überlieferten Zeichnungen lässt sich schließen, dass von prähistorischer Zeit an ein großer Teil der Menschen tatsächlich Rechtshänder waren. Dies ist auch heute noch der Fall, denn ca. 90% aller Menschen sind Rechtshänder. Die Linkshändigkeit liegt bei ca. 7-8% der Menschen, es liegt also eine starke Präferenz der rechten Hand vor. Beobachtet man Tiere, so zeigt sich zwar auch eine leichte Bevorzugung einer Extremität, jedoch ist das Verhältnis von „Rechts- zu Linkshändern“ ausgeglichen. Weshalb sind dann Menschen überwiegend Rechtshänder? Woher kommt der geringe Anteil von Linkshändern?3

1.1 Etymologische Betrachtung von „Rechts“ und „Links“

Bereits beim Betrachten der Wörter zeigt sich die unterschiedliche Bewertung von „rechts“ und „links“. Mit „rechts“ verbinden wir Worte wie Recht, richtig, stark und gut. Im Gegensatz dazu kommt es bei dem Begriff „links“ zu Assoziationen wie linkisch, unbeholfen und falsch.4 Wirft man einen Blick auf das Lateinische, so finden sich bei dem Wort „sinistra“ (links) Übersetzungsmöglichkeiten wie ungeschickt; unheilvoll; böse und unbeholfen. Das Wort „dextra“ (rechts) wird mit Treue; Mut und Tapferkeit übersetzt.5 Der Begriff „sinistra“ wird den Worten linkisch oder teuflisch gleichgesetzt, obwohl er dem lateinischen Ursprung nach „links“ bedeutet. Auch im Englischen macht sich die positive Behaftung des Wortes rechts (right) ebenso bemerkbar. „Right“ wird mit Gesetzmäßigkeit, Korrektheit und Männlichkeit übersetzt. Die Aufwertung des Wortes „rechts“ und die Abwertung des Wortes „links“ wird also in verschiedenen Sprachen deutlich.

Im Deutschen manifestiert sich die „negative“ Bewertung von „links“ durch folgende Redewendungen: „link sein“; „linkisch“, „jemanden linken“, „das mache ich doch mit links“, „jemanden links liegen lassen“, „zwei linke Hände haben“.6 Dies zeigt sich auch im Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern, denn wenn Erwachsene von „der schönen Hand“ sprechen, möchten sie die rechte Hand des Kindes bekommen.

1.2 Das schmutzige Handeln mit der linken Hand

Die menschliche Sprache unterliegt einer ständigen Veränderung, doch scheint die Abwertung der linken Hand schon länger zu bestehen. Gibt es dafür eine plausible Erklärung? Folgendes schlägt Sagan (1977) als Erklärung vor: „In den vorindustriellen Gesellschaften wurde – und wird noch heute – die bloße Hand für die persönliche Hygiene benützt, auch für die Reinigung nach dem Stuhlgang. Eine derartige Benützung der Hand ist nicht nur unästhetisch, sondern auch gefährlich, da auf diese Weise Krankheiten verbreitet werden können. Diese Nachteile konnten vermindert werden, indem man für das Grüßen und Essen ausschließlich die andere Hand benützte: Rechtshänder benützen also nur die linke Hand für die Toilettenhygiene. Sie wurde aus diesem Grunde bald als nicht <<stubenrein>> angesehen. Die rechte Hand dagegen wurde für die feineren und schwerer zu lernenden Handlungen bzw. Fertigkeiten gebraucht, nach und nach für alles Ehrenwerte, Reine, Edle, Wichtige.“7 Dennoch kann dies nicht erklären, woher die Abwertung der linken Hand auf der ganzen Welt kommt. Denn es gibt keine Kultur, die Linkshändigkeit als Normalität ansieht.

1.3 Die überlieferte Symbolik

[....]


1 Aus: Sattler J.: Das linkshändige Kind in der Grundschule, Donauwörth 19998, S.117.
2 Vgl. ebd.
3 Vgl. Springer S., Deutsch G.: Linkes -rechtes Gehirn: Funktionelle Asymmetrien, Heidelberg-Berlin-NewYork 19932, S.111.
4 Vgl. Olsson B., Rett A.: Linkshändigkeit, Bern-Stuttgart-Toronto 1989, S.14.
5 Vgl. Langenscheidts Schulwörterbuch Latein.
6 Vgl. Sattler, J.: Der umgeschulte Linkshänder oder Der Knoten im Gehirn, Donauwörth 1995, S.124.
7 Olsson B., Rett A.: Linkshändigkeit, Bern-Stuttgart-Toronto 1989, S.15.


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