Autor: Jürgen Deuerling
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement
Details
Jahr: 2003
Seiten: 34
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 186 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-21698-2
Textauszug (computergeneriert)
Main Akademie Würzburg
Weiterbildung zur Stationsleitung/Wohnbereichsleitung
Abschlussarbeit
Mitarbeiterführung in der Pflege
Fach: Mitarbeiterführung
Abgabetermin: 24.02.2003
Jürgen Deuerling
Inhaltsverzeichnis
A) Einleitung
B) 1. Führung – Was ist das?
1.1 Führungsstile
1.2 Führungsmodelle und Führungskonzepte
1.3 Führungsaufgaben
1.4 Mitarbeiterorientierung
2. Qualitative Einarbeitung
2.1 Erstgespräch
2.2 Anleitung
2.2.1 Einarbeitungskatalog
2.2.2 Learning by Doing
2.2.3 Übungsphase
2.3 Zwischengespräch
2.4 Korrektur- und Vertiefungsphase
2.5 Abschlußgespräch
3. Effiziente Arbeitsstruktur
3.1 Ablauforganisation/Tagesstruktur
3.2 Organisatorische Arbeitshilfen
4. Motivation – Was ist das?
4.1 Motivationstheorien
4.2 Motivierungsmöglichkeiten
5. Konfliktmanagment
5.1 Was sind Konflikte?
5.2 Umgang mit Konflikten
5.3 Konfliktlösungen
6. Mitarbeitergespräch
6.1 Notwendigkeit der Gesprächsführung
6.2 Möglichkeiten von Mitarbeitergesprächen
6.3 Feedback
7. Mitarbeiterbeurteilung
C) Schlusswort
Literaturverzeichnis
Erklärung des Verfassers
Einleitung
Die Personalführung in der Pflege erfordert Professionalität und kompetentes Handeln sowie zielgerechtes Vorgehen, damit die gestellten Aufgaben, die zu erreichenden Ziele und die dazu notwendigen Erfordernisse eingeleitet und erfüllt werden können. Damit diese Ziele erreicht und der Überblick über die Handlungs- und Vorgehensweisen gewahrt werden können, ist es wichtig qualitative Führungsarbeit zu leisten. 1. Führung – Was ist das?
Führung ist die Beaufsichtigung einer oder mehrerer Gruppen oder Bereiche. Die Führungsperson ist ein Teil der Gruppe, also auch ein Gruppenmitglied, und hat somit eine zentrale und hervorhebende Rolle in der Gruppe. Die Führung ist somit auch eine Zusammenfassung von mehreren Dienstleistungen, die mit und durch andere Gruppenmitglieder erbracht werden. „Der Einfluss der Führungsperson auf die Gruppe ist wesentlich stärker geprägt, als der Einfluss der Gruppe auf die Führungsperson“ (vgl. Arline Matthews/Janet Whelan, Stationsleitung, Verlag Hans Huber, S. 184, Abschnitt 10.1 Führung).
Wie sich dieser Einfluß auf die Gruppe und die damit verbundenen auszuübenden Aufgaben und das Erreichen der gesteckten Ziele auswirkt, hängt auch vom sogenannten Führungsstil des Anführers ab.
1.1 Führungsstile
Vom Prinzip unterscheiden sich drei Führungsstile voneinander:
- Autoritärer Führungsstil
- Demokratischer Führungsstil
- Laisser-faire Führungsstil
Diese 3 Führungsstile wurden 1939 durch Lewin, Lepitt & White identifiziert, wobei eine Kombination der einzelnen Führungsstile in manchen Situationen sich als sinnvoll erweist.
Der Autoritärer Führungsstil kennzeichnet sich durch den engen Kontakt mit der Führungsperson, die starken Einfluss auf ihre Mitarbeiter hat und sich nicht von ihren Mitarbeitern beeinflussen lässt. Die Entscheidungs- und Handlungsbefugnis obliegt ausschließlich der Führungsperson. Klare Richtlinien und Handlungsvorgaben durch die Führungsperson, die konsequent und rigoros ist, müssen von Mitarbeitern eingehalten werden. Ungünstige Arbeitseinteilungen, fehlendes Mitspracherecht, mangelndes Interesse und fehlende Eigeninitiative sowie Unzufriedenheit, Unselbständigkeit aber auch unprofessionelles Verhalten der Mitarbeiter sind mögliche Anzeichen für diesen Führungsstil. Patienten bzw. Bewohner, die von diesem Pflegeteam betreut und versorgt werden, fühlen sich in dieser Atmosphäre nicht wohl und sind misstrauisch. Der Demokratische oder auch kooperative Führungsstil, welcher sich auch als der bewährte Führungsstil heraus kristallisiert hat, lässt Mitspracherecht, Kooperationsbereitschaft und Handlungsfreiheit zu. Das Pflegeteam wird in die Entscheidungen mit einbezogen, erhält Anerkennung für die geleistete Arbeit, ist kritikfähig und kompromissbereit. Personenbezogene Kritiken und Probleme werden unter Ausschluss der nicht betroffenen Personen angesprochen und geklärt. Neue Mitarbeiter fühlen sich schnell ins Team aufgenommen, da diese über alle wichtigen Regeln und Gegebenheiten im Team informiert werden. Der reibungslose, qualitative und effiziente Stationsablauf bleibt trotz Abwesenheit der Führungskraft gewährleistet, da die Aufgabenverteilung und die Zuständigkeit aller geregelt ist. Das Für und Miteinander, spiegelt sich im Wohlbefinden, Zufriedenheit und Selbstbewusstsein der Mitarbeiter in einem angenehmen Arbeitsklima. Die Mitarbeiter sind motiviert und engagiert. Die Patienten bzw. die Bewohner auf dieser Station fühlen sich wohl, sind informiert und haben Vertrauen.
Beim laisser-fairen Führungsstil bleibt eine Führung im eigentlichen Sinne aus, denn die Richtungsweisung fehlt, aber auch die koordinierte Aufgabenverteilung bleibt aus. Dies zeigt sich durch mangelnde oder fehlende Aufgabenerfüllung, aber auch durch lückenhafte Dokumentationen und lückenhafte oder gar fehlende Informationen der Mitarbeiter. Der Arbeitsablauf ist völlig unkoordiniert, Personallücken bleiben offen, die damit verbundenen zu erledigenden Aufgaben bleiben unerledigt, niemand fühlt sich für etwas zuständig – da dies nicht geregelt ist. Die Kommunikation innerhalb des Teams bleibt auf der Strecke. Die Mitarbeiter fühlen sich allein gelassen, sind frustriert und habe keine Motivation. Die Folge ist, das die Patienten bzw. die Bewohner auf dieser Station sich nicht wohl fühlen, da sie kein Vertrauen haben, fühlen sich unsicher und allein gelassen, sie fühlen sich ihrem Schicksaal überlassen.
Wir haben nun verschiedene Führungsstile unterschieden und wie sich auf das Personal und die zu versorgenden Patienten bzw. Bewohner auswirken. Damit sich ein Führungsstil als gut erweist, gilt es für die Führungskraft bestimmte Regeln zu beachten. Hier nun einige wichtige Regeln für einen guten Führungsstil:
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