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Erläutern Sie die Funktionsweise von Wertpapierpensionsgeschäften als Instrument der geldpolitischen Steuerung der Europäischen Zentralbank.

Termpaper, 2000, 13 Pages
Author: René Kraft
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Termpaper
Year: 2000
Pages: 13
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V17106
ISBN (E-book): 978-3-638-21759-0

File size: 210 KB


Excerpt (computer-generated)

Erläutern Sie die Funktionsweise von Wertpapierpensionsgeschäften
als Instrument der geldpolitischen Steuerung
der Europäischen Zentralbank

 

 


vvon: René Kraft

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Wertpapierpensionsgeschäfte

2.1. Steuerungsarten

2.1.1. Grobsteuerungsoperationen (Standardtender)

2.1.1.1. Hauptrefinanzierungsinstrument
2.1.1.2. längerfristiges Refinanzierungsgeschäft

2.1.2. Feinsteuerungsoperationen (Schnelltender)

2.2. Verfahrensmöglichkeiten

2.2.1. Der Zinstender
2.2.2. Der Mengentender

3. Zusammenfassung

 


 

1. Einleitung

Zu Beginn der Dritten Stufe der Europäischen Währungsunion übernahm das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) die geldpolitische Verantwortung im „Euroraum“. Das ESZB besteht aus den elf selbständigen Zentralbanken der teilnehmenden Länder1 und der am 1. Juni 1998 gegründeten Europäischen Zentralbank (EZB).2

Das ESZB verfolgt durch seine Geldpolitik verschiedene geldpolitische Ziele. Diese sind unter anderem die Steuerung der Zentralbankgeldmenge im gesamten Bankensystem, sowie die Versorgung der Nichtbanken mit ausreichend Liquidität. Zur Verwirklichung dieser Ziele stehen dem ESZB verschiedene geldpolitische Instrumente zur Verfügung. Die wichtigsten sind die Mindestreservepolitik, die ständigen Fazilitäten, welche sich aus der Spitzenrefinanzierungs- und der Einlagefazilität zusammensetzen, sowie die Offenmarktgeschäfte. Im Rahmen dieser Hausarbeit werden die Wertpapierpensionsgeschäfte, welche heute den wesentlichen Bestandteil der Offenmarktpolitik ausmachen genauer untersucht und dargestellt.

2. Wertpapierpensionsgeschäfte

Im Jahre 1979 setzte die Deutsche Bundesbank erstmals Wertpapierpensionsgeschäfte ein.3 Die EZB übernahm bei ihrer Gründung diesen speziellen Teil der Offenmarktgeschäfte, welche i.d.R. zwischen der Zentralbank und den Kreditinstituten abgeschlossen werden. Nichtbanken-Unternehmen oder gar private Haushalte sind an Offenmarktgeschäften für gewöhnlich nicht beteiligt. Unter Wertpapierpensionsgeschäften versteht man den Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren am offenen Markt mit gleichzeitiger Vereinbarung des Rückkaufs durch die Kreditinstitute. Bei diesen Geschäften tritt die EZB jedoch nicht als Käufer an der Börse auf, wo diese Wertpapiere gehandelt werden. Sie nimmt lediglich die von den Geschäftsbanken erhaltenen Wertpapiere als Sicherheit in Verwahrung. Als Gegenleistung erhalten die Kreditinstitute von der EZB Zentralbankgeld. Dieses benötigen die Kreditinstitute zur Refinanzierung der gewährten Kredite an Nichtbanken-Unternehmen, sowie an private Haushalte. Bei Ablauf des Geschäfts muß das jeweilige Kreditinstitut das Zentralbankgeld an die EZB zurückzahlen und erhält dafür die zur Sicherheit hinterlegten Wertpapiere zurück. Für die Inanspruchnahme des von der EZB gewährten Kredits müssen die Kreditinstitute einen Zins zahlen, den Pensionssatz.4 Häufig wird das auslaufende Wertpapierpensionsgeschäft einfach durch ein neues ersetzt. Dabei ändert sich nur dann die im Umlauf befindlich Zentralbankgeldmenge, wenn die EZB nur einen Teil des auslaufenden Wertpapierpensionsgeschäftes in ein neues übernimmt.5 Durch den Einsatz von Wertpapierpensionsgeschäften kann die EZB dem Geldmarkt jedoch nicht nur Basisgeld zur Verfügung stellen. Sie ist auch in der Lage den Kreditinstituten bei Bedarf kurzfristig Liquidität zu entziehen. Die EZB kann Wertpapierpensionsgeschäfte sowohl zur Zins- als auch zur Geldmengensteuerung am Geldmarkt einsetzen.

2.1. Steuerungsarten

[...]


1 Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien.
2 Vgl. (http://www.bundesbank.de)
3 Vgl. Mussel, Gerhard, Grundlagen des Geldwesens, 2. Auflage, Verlag für Wissenschaft & Praxis, Ludwigsburg 1992, S. 179
4 Vgl. Issing, Otmar, Einführung in die Geldpolitik, 6. Auflage, Verlag Vahlen, München, S. 100
5 Vgl. Görgens, Egon/Ruckriegel, Karl-Heinz/Seitz, Frank, Europäische Geld- politik, Düsseldorf 1999, S. 111 f.


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