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Scholary Paper (Seminar), 2000, 23 Pages
Author: Matthias Mißler
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: University of Tubingen (Mittelalterliche Geschichte)
Tags: Frankfurt, Messe-, Handelsstadt, Mittelalter, Proseminar, Stadt, Vielfalt, Einheit
Year: 2000
Pages: 23
Grade: gut (2)
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21774-3
ISBN (Book): 978-3-640-20280-5
File size: 221 KB
Die Arbeit ist gut gegliedert und auch gleichgewichtig ausgearbeitet. Untersucht wird die Entwicklung Frankfurts zum wohl bedeutendsten Messeort im spätmittelalterlichen Reich in Deutschland. Die einzelnen Kapitel der Arbeit sind auf einer soliden Literaturbasis aufgebaut; Der Fußnotenaparat gibt darüber auch Auskunft. Die Arbeit ist gut gegliedert und auch gleichgewichtig ausgearbeitet. Untersucht wird die Entwicklung Frankfurts zum wohl bedeutendsten Messeort im spätmittelalterlichen Reich in Deutschland. Die einzelnen Kapitel der Arbeit sind auf einer soliden Literaturbasis aufgebaut; Der Fußnotenaparat gibt darüber auch Auskunft.
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Abstract
Im Laufe der Zeit veränderte sich Frankfurt erheblich, seine Messe jedoch trotzte allen Widrigkeiten des Mittelalters bis in unsere heutige Zeit. Frankfurt war königliche Pfalz und wurde freie Reichsstadt, sowie zur Wahl- und Krönungsstadt deutscher Könige. In guten und schlechten Zeiten behauptete sich die Frankfurter Messe und bestimmt seit acht Jahrhunderten das wirtschaftliche und kulturelle Leben Frankfurts. Frankfurt entwickelte sich dadurch von einer provinziellen fürstlich verwalteten mittelalterlichen Stadt zu einer souveränen freien Stadt und schließlich zur heutigen „Wirtschaftsmetropole mit Weltstadtcharakter“1. Die optimale Lage der Stadt im Mittelpunkt von bedeutenden Handelsstraßen und die begünstigte wirtschaftliche und politische Stellung Frankfurts gegenüber den anderen deutschen Messestädten waren die Bedingungen für die Kontinuität des hohen Ansehens der Messestadt Frankfurt. Die damaligen Messen waren auf Grund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch für die europäische wirtschaftliche Ideengeschichte prägend. Der Wandel von der abhängigen kleinen Wirtschaftseinheit (Leibeigenschaft: Bauer – Fürst) zum überregionalen (bis zum globalen) Warenverkehr bis zur boomenden Geldwirtschaft war grundlegend mit der Entwicklung der Messen verbunden. Für die Wirtschaftslehre des freien Spiels von Angebot und Nachfrage waren die Messen jener Zeit die Geburtsorte. „Die mittelalterlichen Messen waren Wareneinkaufs- und –verkaufsmessen, Zahlungstermine, sie übernahmen Banken- und Börsenfunktion und wurden zu den mittelalterlichen Kommunikationszentren“.2 In der folgenden Hausarbeit werde ich auf die Voraussetzungen, Entwicklungsfaktoren und weitere wichtige Einflüsse für die Entwicklung Frankfurts zur Messe- und Handelsstadt eingehen. Dazu werde ich zu Beginn der Arbeit die privilegierte Stellung Frankfurts im Reich skizzieren, um später die wichtigsten Faktoren für die Entwicklung Frankfurts als Messe- und Handelsstadt zu beleuchten. Desweiteren wird die Arbeit nicht verschweigen, welche Fäden im Konkurrenzkampf zwischen den größeren deutschen Handelsstädten des alten Reiches gezogen werden mussten, um den jeweils anderen in der eigenen Entwicklung zu schwächen bzw. seine Messen durch protektionistische Politik zu stärken. Ein Warenbeispiel wird dann noch abschließend die erstaunliche Professionalität des mittelalterlichen Messeablaufes Frankfurts aufzeigen.
Excerpt (computer-generated)
Frankfurt
Messe- und Handelsstadt im Mittelalter
Matthias Mißler
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Entwicklung der Frankfurter Messe 4
1.) Frankfurts privilegierte Stellung im Reich 4
a) Die geographische Lage 4
b) Die Königspfalz 5
c) Die Königswahl 5
d) Internationale Entwicklung 6
2.) Wichtige Faktoren für die Entwicklung Frankfurts zu einem bedeutendem Messeplatz 7
a) Zölle und Abgaben 7
b) Geleit 8
c) Das Privileg einer zweiten Messe (Fastenmesse) 10
III. Die Konkurrenzmessen 12
1. Mainz 12
2. Nürnberg 14
3. Leipzig 15
IV. Warenbeispiel 16
a) Der Weinhandel 16
b) Wein, Zölle und Abgaben 18
V. Schluss 19
VI. Literaturverzeichnis 21
I. Einleitung
Im Laufe der Zeit veränderte sich Frankfurt erheblich, seine Messe jedoch trotzte allen Widrigkeiten des Mittelalters bis in unsere heutige Zeit. Frankfurt war königliche Pfalz und wurde freie Reichsstadt, sowie zur Wahl- und Krönungsstadt deutscher Könige. In guten und schlechten Zeiten behauptete sich die Frankfurter Messe und bestimmt seit acht Jahrhunderten das wirtschaftliche und kulturelle Leben Frankfurts. Frankfurt entwickelte sich dadurch von einer provinziellen fürstlich verwalteten mittelalterlichen Stadt zu einer souveränen freien Stadt und schließlich zur heutigen „Wirtschaftsmetropole mit Weltstadtcharakter“1. Die optimale Lage der Stadt im Mittelpunkt von bedeutenden Handelsstraßen und die begünstigte wirtschaftliche und politische Stellung Frankfurts gegenüber den anderen deutschen Messestädten waren die Bedingungen für die Kontinuität des hohen Ansehens der Messestadt Frankfurt.
Die damaligen Messen waren auf Grund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch für die europäische wirtschaftliche Ideengeschichte prägend. Der Wandel von der abhängigen kleinen Wirtschaftseinheit (Leibeigenschaft: Bauer – Fürst) zum überregionalen (bis zum globalen) Warenverkehr bis zur boomenden Geldwirtschaft war grundlegend mit der Entwicklung der Messen verbunden. Für die Wirtschaftslehre des freien Spiels von Angebot und Nachfrage waren die Messen jener Zeit die Geburtsorte. „Die mittelalterlichen Messen waren Wareneinkaufs- und –verkaufsmessen, Zahlungstermine, sie übernahmen Banken- und Börsenfunktion und wurden zu den mittelalterlichen Kommunikationszentren“.2 In der folgenden Hausarbeit werde ich auf die Voraussetzungen, Entwicklungsfaktoren und weitere wichtige Einflüsse für die Entwicklung Frankfurts zur Messe- und Handelsstadt eingehen. Dazu werde ich zu Beginn der Arbeit die privilegierte Stellung Frankfurts im Reich skizzieren, um später die wichtigsten Faktoren für die Entwicklung Frankfurts als Messe- und Handelsstadt zu beleuchten. Desweiteren wird die Arbeit nicht verschweigen, welche Fäden im Konkurrenzkampf zwischen den größeren deutschen Handelsstädten des alten Reiches gezogen werden mussten, um den jeweils anderen in der eigenen Entwicklung zu schwächen bzw. seine Messen durch protektionistische Politik zu stärken. Ein Warenbeispiel wird dann noch abschließend die erstaunliche Professionalität des mittelalterlichen Messeablaufes Frankfurts aufzeigen.
II. Entwicklung der Messe
Im frühen und im hohen Mittelalter besaß Frankfurt gerade mal einen Markt. Dieser Markt war der Umschlagplatz für die Waren aus der näheren Umgebung, um die Bewohner der Stadt mit den nötigen Lebensmitteln zu versorgen.3 Genau aus diesem Grunde beschränkten sich auch die ansässigen Gewerbetreibenden, wie Bäcker, Metzger usw. auf die lokale Versorgung. Man geht davon aus, dass ca. um das 9. Jhd. in Frankfurt, seit seiner Wahl durch die Franken zur Königspfalz, ein Markt bestanden haben muss. Dies wäre zumindest nötig gewesen, um das Gefolge des Königs zu versorgen.4 Um das erbaute Königsgut instand zu halten, benötigte man auch entsprechende Fachkräfte, was darauf schließen lässt, dass sich auch das Handwerk und ein einfaches Gewerbe in Frankfurt niedergelassen hatte. Die Luxusgüter für die Königsgesellschaft bezog man noch aus dem nahen Mainz. Bis heute ist die Geschichtswissenschaft nicht in der Lage für die beiden Frankfurter Messen ein genaues Datum angeben zu können. Die Frankfurter Herbstmesse, welche die ältere und bis ins 13. Jhd. auch die einzige Messe Fkfts. blieb, „entstand nicht durch einen königlichen und kaiserlichen Verleihungsakt“5. Wir besitzen auch keine Kenntnisse über andere Dokumente, die uns die Umstände um ihre Entstehung erhellen könnten.
1.) Frankfurts privilegierte Stellung im Reich
a) Die geographische Lage
[...]
1 Schembs, Hans-Otto (1985): Weither suchen die Völker sie auf: die Geschichte der Frankfurter Messe, 1. Auflage, Frankfurt a. M.. S. 7
2 Rothmann, Michael (1998): Die Frankfurter Messen im Mittelalter, Stuttgart. S. 23
3 Holtfrerich, Carl-Ludwig: Finanzplatz Frankfurt. Von der mittelalterlichen Messestadt zum europäischen Bankenzentrum. München, 1999. S. 55
4 Ebenda
5 Schembs, Hans-Otto, S. 9
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