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Fachbuch, 1995, 139 Seiten
Autor: Matthias Leibner
Fach: Wirtschaft - Bank, Börse, Versicherung
Details
Tags: Aktiencrash, Wenn, Börsianer
Jahr: 1995
Seiten: 139
Note: 1
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-21792-7
Dateigröße: 1326 KB
Aus einer Diplomarbeit entstandenes Buch, daß im FinanzBuch-Verlag veröffentlicht wurde.
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Textauszug (computergeneriert)
Aktiencrash - Wenn Börsianer verrückt spielen
Matthias Leibner
Inhaltsverzeichnis:
Abbildungsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die historischen Spekulationskrisen
2.1. Die Tulpenspekulation
2.2. Das Finanzsystem von John Law
2.3. Der Südseeschwindel
2.4. Die Landspekulation in Florida
2.5. Der Aktiencrash von 1929
2.6. Der Aktiencrash von 1987
2.7. Der "Minicrash" von 1989
2.8. Die Kuweitkrise von 1990
2.9. Der "Gorbatschow - Crash" von 1991
3. Analyse der Spekulationskrisen
3.1. Charakteristika der Anlegergruppen
3.2. Phänomen der Massenpsychologie
3.3. Gemeinsamkeiten aller untersuchten Spekulationskrisen
3.4. Vergleich des Aktiencrash von 1929 mit dem Aktiencrash von 1987
4 Schlußbetrachtung und Ausblick
Anhang
Literatur- und Datenbankverzeichnis
Abbildungsverzeichnis:
1 Preisentwicklung von "Switser" - Zwiebeln: Terminmarkt
2 Der Aktienkurs von John Laws Mississippi-Kompagnie
3 Die Aktie der South-Sea-Company an der Londoner Börse
4 Zahlungsdreieck
5 Wall Street auf Höhenflug
6 Deutscher Aktienmarkt 1926-1935
7 DJIA und Dividendenentwicklung
8 Diskont und Marktsätze
9 Brokerdarlehen und der Dow Jones Index
10 Dow Jones Index: Hoch-, Tief- und Schlußkurse sowie Handelsumsätze am NYSE
11 Englischer Aktienmarkt
12 Französischer Aktienmarkt
13 Einkommen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber
14 Inflation und langfr. Zins der USA
15 Fusionen und Übernahmen
16 Nettoemission des Unternehmenssektors
17 Auslandskäufe in deutsche Aktien
18 DAX Index und Aktienkäufe der Ausländer
19 Kurs/Gewinn-Verhältnis USA und Deutschland
20 Dividendenrendite USA und Deutschland
21 Zinsdifferenz zwischen den USA und Deutschland
22 Dow Jones Index (Im Jahr 1987)
23 S&P Index and Futures Contract
24 DAX Index (Im Jahr 1987)
25 US-Dollar (1987-1988)
26 Zinsentwicklung 1989
27 Kurs/Gewinn - Verhältnis am Aktien- und Rentenmarkt
28 US-Aktienindizes: Rekordhoch nicht bestätigt
29 Kurs/Gewinn - Verhältnisse am Aktien- und Rentenmarkt
30 Value - Line - Index: Breiter Markt schon auf Talfahrt
31 Nordseeöl: Preisexplosion im Sommer.
32 Ölpreis: Aufstieg und Fall
33 Deutscher Aktienindex: Jäher Absturz
34 Zinsentwicklung 1990
35 Deutscher Aktienindex: Abgestürzt
36 Börsenzyklus: Gesetzmäßigkeit seit Generationen
37 Amerikanische Börsenentwicklung von 1924-1929 und 1982-1987
38 Preise der US-Börsensitze
Börsenhändlers Freud und Leid
( von Karl - Heinz Schwarzhaupt)
[in Downloaddatei enthalten]
1. Einleitung
Das Auf und Ab der Börsenkurse hatte schon immer eine magische Anziehungskraft auf die Menschen. Der Traum vom schnellen und einfachen Geld erfüllte sich jedoch für die meisten nicht. Häufig beendete ein Crash die Träume vom großen Reichtum und die meisten der Spekulanten verloren einen Großteil ihres Vermögens. Obwohl die Analysemethoden immer weiter verbessert wurden und heute vielfach Computer die Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen, kam es an den Aktien- und Bondmärkte immer wieder zu heftigen Marktbewegungen. Dies signalisiert, daß wir keinen "Vollkommenen Kapitalmarkt" im Sinne der Kapitalmarkttheorie besitzen und ihn sehr wahrscheinlich auch niemals erreichen werden. Denn sehr oft spielt die Psyche der Anleger eine übergeordnete Rolle, welche man nicht mit noch so modernen Analysemethoden vorhersehen kann.
Der aufmerksame Leser wird jedoch feststellen, daß bei allen in diesem Buch analysierten Spekulationskrisen eine immer sehr ähnliche Kursentwicklung und Verhaltensweisen der Marktteilnehmer stattfand. Die Kurse werden erst durch das unbegrenzte Spekulationsfieber in schwindelerregende Höhen getrieben. Schließlich folgt ein Crash, der die Kurse dann wieder in die Nähe ihres wahren Wertes zurückführt. Die Folge des Crashs bleibt oftmals nicht auf das Vermögen der Spekulanten begrenzt, vielmehr wird die gesamte reale Wirtschaft mit in Mitleidenschaft gezogen. Sehr häufig bildet ein Crash auch den Anfang einer wirtschaftlichen Rezession wie dies beispielsweise der Schwarze Freitag im Jahr 1929 war.
Neuberg, im Juni 1996 Matthias Leibner
2. Die historischen Spekulationskrisen
2.1. Die Tulpenspekulation
Im Jahr 1554 entdeckte der Naturforscher Busbeck im türkischen Adrianopel die Tulpe und brachte sie nach Mitteleuropa. Besonders in Holland entstand bald deren große Beliebtheit. Es wurden neue Arten gezüchtet und anfangs interessierten sich nur Garteninhaber für diese Pflanzen. Ein größeres Interesse richtete sich jedoch bald auf den Besitz und die Zurschaustellung der schönsten und ausgefallensten ihrer Art. Mit der Nachfrage nach Tulpenzwiebeln stieg auch deren Preis, jedoch ohne daß die Zucht oder die Einfuhr der Zwiebeln im entsprechenden Maße stieg. Wenig später begannen reiche Kaufleute sich mit ansehnlichen Tulpenbeeten gegenseitig zu übertrumpfen.
Wurden bislang die Tulpenzwiebeln nur unter Gärtnern gehandelt, so gestaltete man den Handel ab dem Jahr 1634 professioneller. Der Handel wurde standardisiert, indem man die billigeren Tulpen nach Gewicht (nach "Assen") handelte. Die teuren und seltenen Zwiebeln wurden weiterhin einzeln gehandelt. Die Tulpenzwiebeln wurden sowohl auf Auktionen als auch in einfachen Dorfgaststätten gehandelt. Anders als bei Aktien, konnte sich jeder Bürger ein konkretes Bild des Spekulationsobjektes machen. Dies motivierte alle Gesellschaftsschichten sich an der Tulpenspekulation zu beteiligen. "Edelleute, Kaufleute, Handwerker, Schiffer, Bauer, Torfträger, Schornsteinfeger, Knechte, Mägde, Trödelweiber...", sie alle wollten an den steigenden Preisen für Tulpen teilhaben. Das Tulpengeschäft expandierte derart, daß man bald Gesetze zum Schutze der Tulpenhändler einführte. Viele Notare, Sekretäre und Schreiber befaßten sich ausschließlich mit dem Tulpengeschäft. Auf entsprechenden Kurszetteln wurden die Preise für die Zwiebeln veröffentlicht. Tulpenzwiebeln wurden sowohl gegen Kasse als auch auf Termin gehandelt. Um möglichst schnell und bequem reich zu werden, nahmen viele Holländer Kredite auf oder verkauften ihr Anwesen um mit noch mehr Geld der Tulpenspekulation nachgehen zu können. Darunter litt zunehmend auch das normale Alltagsleben, da viele anstatt zu arbeiten, lieber aus den Gewinnen der Tulpenspekulation ihren Lebensunterhalt bestritten. Als man erfuhr, daß sich auch das Ausland für Tulpenzwiebeln interessierte, erzielten die Zwiebeln unter hohen Umsätzen neue Höchstkurse. So bekam man für eine einzige Zwiebel zwölf Acker Land oder einen neuen Wagen mit zwei Pferden.
Doch die Zeit, wo alle an dem Handel mit den Zwiebeln verdienten und glaubten daß "die Armut hinfüro zur Sage in Holland werden würde", ging im Februar 1637 zu Ende. Als auf einer Auktion statt der erhofften 1.250 nur 1.000 Gulden für eine Zwiebel zu erzielen waren, verbreitete sich diese Nachricht im ganzen Land. Plötzlich erkannte man, das die Preise auch fallen können und viele Spekulanten begannen zu verkaufen. Vor allem die Spekulanten, die auf Kredit spekulierten, bekamen Angst und verkauften. Für sie war nicht nur ihr Vermögen in Gefahr, sondern es bestand auch das Risiko einen Schuldenberg zu behalten. Da das Angebot stark zunahm und sich die Käufer vom Handel zurückhielten, fielen die Kurse sehr stark.
Abb. 1: Preisentwicklung von "Switser" - Zwiebeln: Terminmarkt
Quelle: Aschinger, Spekulation, S. 59
[Abb. 1 in Downloaddatei enthalten]
Erst jetzt begannen einige darüber nachzudenken, ob die Preise für die Tulpenzwiebeln nicht überteuert waren. Die Preise fielen derart stark, daß man bald darauf ganze Wagenladungen von Zwiebeln für wenige Gulden kaufen konnte. Die professionellen Tulpenhändler, die bei der Hausse und den hohen Umsätzen gut verdient hatten, versuchten durch Reklameveranstaltungen die Bevölkerung zu beruhigen und von dem hohen Wert der Tulpenzwiebeln zu überzeugen. Doch der Versuch schlug fehl und die Preise fielen weiter, bis die Zwiebeln wieder das waren, was sie sind, einfache Gartenblumen. Noch lange litt Holland unter den Folgen des Krachs. Viele hatten ihr gesamtes Vermögen verloren oder mußten noch lange ihre Schulden, die sie durch Spekulation auf Kredit erhalten hatten, zurückzahlen. Jetzt begannen die Geschädigten sich einen Sündenbock zu suchen, ohne zu erkennen, daß sie selbst durch ihre Käufe und durch die damit einhergehenden allgemeine Massenhysterie die Kurse in schwindelerregende und überzogene Höhen gebracht hatten. Die Geschädigten riefen in ihrer Verzweiflung nach dem Staat, das er ihnen Helfen solle, doch auch er konnte ihnen nicht helfen. Die entstandene allgemeine Verarmung wirkte sich negativ auf das Wirtschaftsleben aus, und es kam zu einer großen Depression in Holland. Von der allgemeinen Tulpenmanie blieb in Holland die große Beliebtheit für Blumen bis heute erhalten.
2.2. Das Finanzsystem von John Laws
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19.05.2005 16:14:43
Leider lassen sich einige Grafiken nicht in externe Dokumente kopieren, was ich sehr ärgerlich finde bei einem digitalem Dokument.
24.05.2005 21:23:18
Über einen Screenshot (alt + druck) läßt sich ALLES kopieren und in Grafikprogrammen weiterbearbeiten.