Vergleich der Utilitarismuskonzeption bei Bentham und Mill close Bitte warten


Details

Veranstaltung: Proseminar John Stuart Mill
Institution/Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Philosophisches Seminar)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 2
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 205 KB
Archivnummer: V17278
ISBN (E-Book): 978-3-638-21887-0

Textauszug (computergeneriert)

VERGLEICH DER UTILITARISMUS-KONZEPTION
BEI BENTHAM UND MILL





vorgelegt von Kristin Ott

GLIEDERUNG

1. EINLEITUNG 3

2. HERLEITUNG DES UTILITARISMUS 5

3. QUALITATIV VS. QUANTITATIV 7

4. BEWEIS DES UTILITARISMUS 10

5. SANKTIONEN 14

6. CONCLUSIO 17

7. BIBLIOGRAPHIE 19








1. EINLEITUNG

Die Utilitarismus-Konzeption bei Bentham und Mill scheint auf den ersten Blick ähnlich zu sein. Doch bei genauerer Betrachtung fallen diverse Unterschiede bzw. Weiterentwicklungen auf Seiten Mills auf.
Jeremy Bentham, geboren 1748, arbeitete 60 Jahre lang darauf hin, der "Newton of legislation" 1 zu werden. Er wurde in London geboren, in einer damals durchaus respektablen Gegend 2, als Sohn von Jeremiah Bentham, einem engagierten und ehrgeizigen Anwalt, dessen Ambitionen sich jedoch eher auf die Karriere seines Sohnes als auf die eigene bezogen. Erziehung war eine einfache Sache für Jeremiah Bentham: das Ziel war Geld oder eine andere angemessene Form von Macht, und als Mittel zum Zweck musste die Ausbildung sowohl technisch als auch sozial sein. Die am besten geeignetste technische Ausbildung war das Jurastudium, da es mit allen Bereichen des Lebens zu tun hatte - also sollte Jeremy Anwalt werden. Doch Jeremiah Bentham wusste, dass Jura allein nicht genug sein würde, also musste sich der Sohn auch sozial weiterbilden, um in der höheren Gesellschaft eines Tages akzeptiert zu werden. Dazu gehörte das Tanzen, Französisch, die Malerei und die Musik, und natürlich der Besuch einer großen Public School und später eines guten Colleges an der Universität. Schon im Kleinkindalter lernte Bentham Latein und Griechisch, und auch in Musik erwies sich Jeremy als sehr lernfähig. Mit fünf konnte er Footes Menuett auf seiner Miniaturgeige spielen, danach folgten Corelli und Händel. Mit sieben Jahren wurde er auf die Westminster School geschickt, eine der renommiertesten Jungenschulen Englands, und dort blieb er jeden Winter bis er 12 war. Mit "twelfe years, three months, and thirteen days" 3 wurde er an der Oxford University eingeschrieben, und auch die mitgenommene Büchersammlung spricht für die Erziehung Benthams: darunter fanden sich unter anderem Werke von Milton, Cicero, Ovid, Horaz, Virgil und Homer. 1763, mit 15 Jahren, bekam Bentham das Bacherlor′s Degree verliehen, und im November desselben Jahres begann er, im Lincoln′s Inn zu essen und Verhandlungen bei Gericht beizuwohnen. Doch auch andere Wissensgebiete wie zum Beispiel die Chemie und die Physik interessierten ihn, und sein naturwissenschaftliches Interesse bewegte ihn dazu, "to do for human society what Newton had done for natural science" 4, indem er überlegte "if one could apply to legislation scientific principles, and discover for social engineering a mathematical calculus" 5, denn "he could look for no less a change in human relations and the structure of society" 6 wie die Physik der Struktur der Welt gebracht hatte.

Bentham, "rather than making money by the practice of the law as it is, turned to a study of what the law might be" 7. Dies wurde zum Mittelpunkt seines langen Lebens, in dem er sich ausgiebig mit Fragen nach der idealen Gesetzgebung auseinandersetzte. Zusammengezählt erreichen seine publizierten Werke über zehn Millionen Wörter, und seine nicht-publizierten Schriften haben in etwa den gleichen Umfang. Die Hauptsammlung der Bentham Manuskripte befindet sich in der Bibliothek des University Colleges, London - 173 Portfolios, die jeweils 300-400 Seiten enthalten. Außerdem besitzt das Britische Museum ungefähr 1600 Briefe Benthams, von denen ca. 250 veröffentlicht worden sind.

[...]


1 Charles W. Everett, Jeremy Bentham, (London: Dell, 1966), S. 6.
2 Cf. Everett S. 13.
3 Ibid, S. 15.
4 Ibid, S. 18.
5 Ibid.
6 Ibid.
7 Ted Honderich (Hg.), The Oxford Companion to Philosophy, (Oxford: OUP, 1995), S. 85.

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