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Wie verstehen moderne Konzepte der Literaturwissenschaft die „Referenzillusion“ der Autobiographie? -Am Beispiel des Konzepts von Jean Starobinski

Essay, 2001, 6 Pages
Author: Anna Kiesbauer
Subject: German Studies - Miscellaneous

Details

Category: Essay
Year: 2001
Pages: 6
Language: German
Archive No.: V17295
ISBN (E-book): 978-3-638-21900-6

File size: 140 KB
Notes :
Essay ohne Sekundärliteratur.



Excerpt (computer-generated)

Universität Rostock
Institut für Germanistik


Wie verstehen moderne Konzepte der Literaturwissenschaft die
„Referenzillusion“ der Autobiographie?

Am Beispiel
des Konzepts von Jean Starobinski


2001

 

Im Folgenden soll die Referenzillusion, die den Autobiographien unterliegt, anhand von Jean Starobinskis Konzept betrachtet werden. „Referenzillusion“ und „Autobiographie“- zwei Begriffe, die zunächst einiger Klärung bedürfen. „Referenzillusion“ - betrachtet man diesen Begriff näher, so ist er zunächst in zwei Teile zerlegbar. Auf der einen Seite verweist er auf „Referenz“, was man umschreiben könnte mit: “Beziehung zwischen einem sprachlichen Ausdruck und dem damit bezeichneten Inhalt, (frz.: référence = Bezugnahme, Empfehlung).1 Auf der anderen Seite umfaßt der Ausdruck „Illusion“, was eine „falsche Vorstellung“ bzw. „Selbsttäuschung“ meint.2 Zum zweiten betrifft die Fragestellung die „Autobiographie“, welche eine Erzählung über das eigene Leben ist, und in einer längeren schriftlichen Form auftritt. Sie bietet einen Überblick über einen bestimmten Lebensabschnitt unter der Perspektive einer zeitlichen Distanz.3

Auch bei einer Autobiographie liegen die drei literarischen Instanzen: Autor, Erzähler und literarisches „Ich“ (selten „Du“/ „Er“) vor. Somit möchte ich im Folgenden die Täuschung der Autobiographie [=im Folgenden: AB] über die scheinbare Beziehung und Einheit zwischen dem Protagonisten der AB, der Erzählerinstanz und dem Autor darlegen, wie sie von modernen Konzepten der Literaturwissenschaft verstanden wird, und zwar unter der näheren Betrachtung der Theorie von Jean Starobinski. Unter den Thesen Starobinskis: -die AB ist Sache des Individuums und -die AB ist „an die Gegenwart des Schreibvorganges gebunden“,4 verstehe ich Folgendes.: Während der sog. „aktuellen Autoreferenz“, d.h. in diesem Moment des Schreibens der AB, stellt der Autor einen Bezug zu seinem „Ich“ dar, aber unter dem Einfluß seiner gegenwärtigen/jetzigen Sichtweise auf seinen Werdegang.

[...]


1 Wahrig-Burfeind (Hg.):Bertelsmann Universal Lexikon. Fremdwörter. S.608. Gütersloh 1992.
2 Ebenda, S.286.
3 Biti, Vladimir: Literatur-und Kulturtheorie.Autobiographie.
4 Starobinski, Jean: Der Stil der Autobiographie. In: Niggl, Günter (Hg.): Die Autobiographie.Darmstadt 1989.


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