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Scholary Paper (Seminar), 2001, 23 Pages
Author: Birgit Michels
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Weiblichkeit, Projektionsfläche, Eine, Betrachtung, Funktionen, Weiblichen, Hoffmanns, Sandmann
Year: 2001
Pages: 23
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21974-7
File size: 231 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Weiblichkeit als Projektionsfläche für das männliche Ich -
Eine Betrachtung der Funktionen des Weiblichen
in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann
von Birgit Michels
1 THEMA UND ABGRENZUNG 3
2 UNTERSUCHUNG DER „FUNKTIONEN DES WEIBLICHEN“ AM BEISPIEL VON E.T.A. HOFFMANNS SANDMANN 4
2.1 Darstellung der Frauenfiguren 4
2.1.1 Allgemeines 5
2.1.2 Äußere Erscheinung 7
2.1.3 Charakter / geistige Werte 8
2.2 Darstellung des Geschlechterverhältnisses 11
2.2.1 Allgemeine Bemerkungen 11
2.2.2 Die Disharmonie der Geschlechter 12
2.2.3 Die Frau als Projektionsfläche männlicher Sehnsüchte 15
2.3 Erzählperspektive 16
2.4 Stilmittel und rhetorische Figuren 17
2.4.1 Metaphern und Symbole 17
2.4.1.1 Der Sandmann 17
2.4.1.2 Die Automate 19
2.4.1.3 Die Augenmetaphorik 19
2.4.2 Ironie 21
3 SCHLUSSWORT 21
4 LITERATURVERZEICHNIS 23
4.1 Werke 23
4.2 Forschungsliteratur 23
1 THEMA UND ABGRENZUNG
Die Diskrepanz zwischen der Darstellung der Frau in der Literatur und ihrer tatsächlichen Rolle in der Wirklichkeit ist, besonders in der Literatur der Romantik, ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Während der Frau in der realen Welt ein äußerst begrenztes und marginales Wirkungsfeld zugestanden wurde („Haus und Herd als Aktionsradius“ 1), erhielt die „imaginierte Weiblichkeit“ 2 eine unverhältnismäßig bedeutendere Rolle. Die Frauenfigur ist aus der Literatur nicht wegzudenken; in der Geschichtsschreibung hingegen tauchen Frauen höchstens gelegentlich als kleine Randnotiz auf.
Die Geschichte der Bilder, der Entwürfe, der metaphorischen Ausgestaltung des Weiblichen ist ebenso materialreich, wie die Geschichte der realen Frauen arm an überlieferten Fakten ist.3 Diese Beobachtung könnte zu dem Schluß verleiten, daß der Frau in der Literatur die Ästimation zuteil wurde, die ihr im realen Leben verwehrt blieb. Bei genauerer Betrachtung der Funktionen des Weiblichen in der Literatur kommt man jedoch zu dem Schluß, daß der Frau auch hier oft keine eigene Substantialität zukommt. Sie wird, reduziert auf wenige Eigenschaften, häufig nur im Hinblick auf ihre Funktion, ihren Nutzen für den Mann beschrieben und dargestellt. So fungiert die Frau in der Literatur z.B. als Projektionsfläche für männliche Sehnsüchte und dient somit dem Mann indirekt als Mittel zur Selbstverwirklichung. Die Darstellung des weiblichen Charakters basiert, im Positiven wie im Negativen, auf der Wahrnehmung der männlichen Hauptperson. D.h., die Wirkung der Frau auf den männlichen Helden prägt das Bild der Weiblichkeit entscheidend. Man könnte so-gar sagen, daß sich viele Weiblichkeitsbilder erst in ihrem Bezug auf die Männlichkeit definieren.
Auch im Werke E.T.A. Hoffmanns lassen sich solche Tendenzen erkennen. Insbesondere die Betrachtung des Geschlechterverhältnisses im Nachtstück Der Sandmann läßt Rückschlüsse auf die Funktion der Weiblichkeit in der Literatur der Romantik zu. Die soeben beschriebene Reduzierung der Frau auf ein Objekt zur Ergänzung männlicher Eigenschaften kann in dieser Erzählung sowohl in der formalen als auch in der inhaltlichen Deutung nach-gewiesen werden. Die verschiedensten Motive, Charaktere und Metaphern können in diesem Werk herangezogen werden, um einen für das Verständnis und die Deutung der Frauenfiguren notwendigen Hintergrund zu schaffen.
Im Rahmen dieser Hausarbeit läßt es sich nicht vermeiden, einige Aspekte und Probleme nur oberflächlich zu streifen. Stützpfeiler meiner Interpretation werden daher jene Aspekte sein, die für die Deutung der Weiblichkeitsfunktionen von Bedeutung sind.
2 UNTERSUCHUNG DER „FUNKTIONEN DES WEIBLICHEN“ AM BEISPIEL VON E.T.A. HOFFMANNS SANDMANN
a) Inhaltliche Interpretation
2.1 Darstellung der Frauenfiguren
[...]
1 Vgl. Grob, Hans: „Puppen, Engel, Enthusiasten“, S. 43
2 Dieser Begriff wurde von Bovenschen, Silvia in ihrem Werk „Die imaginierte Weiblichkeit“ geprägt. Er steht hier für die unterschiedlichsten Frauenbilder, die in der Literatur geschaffen wurden.
3 Ebd., S. 11
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