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Rechnungslegungsvorschriften großer Kapitalgesellschaften im internationalen Vergleich - Untersuchung des Problems unterschiedlicher Gewinnausweise nach HGB und IAS am Beispiel des Jahresabschlusses einer Aktiengesellschaft

Diploma Thesis, 2000, 67 Pages
Author: Thomas Eilers
Subject: Economics / Business: Accounting and Taxes

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2000
Pages: 67
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V17391
ISBN (E-book): 978-3-638-21978-5
ISBN (Book): 978-3-638-69980-8
File size: 337 KB

Abstract

Das externe Rechnungswesen liefert wichtige Informationen. Diese Daten mit den Daten anderer Unternehmen vergleichen zu können, ist eines der wichtigsten Ziele auf dem internationalen Kapitalmarkt. Durch die jeweiligen nationalen Rechnungslegungsvorschriften ist das Ziel der Vergleichbarkeit kaum erreichbar. Deutsche Kapitalgesellschaften haben Jahresabschlüsse auf Grundlage des Handelsgesetzbuches vorzulegen. Die Vorschriften des Handelsgesetzbuches verkörpern vor allem Begriffe, wie Vorsichtsprinzip und Gläubigerschutz, was sich aus den Bewertungs- und Ansatzvorschriften ergibt. Dies bedingt, daß die Ergebnisausweise, je nach Rechnungslegungsmethode, mehr oder weniger stark voneinander abweichen. Daraus resultierend sind Versuche deutscher Unternehmen gescheitert Zugang zur New York Stock Exchange (N.Y.S.E.), einem „der wichtigsten internationalen Börsenplätze“, zu bekommen, während die US-amerikanische Rechnungslegung an deutschen Börsen anerkannt worden ist. Aus diesem Grund gehen immer mehr deutsche Unternehmen dazu über, ihre Jahresabschlüsse auch nach US-amerikanischer oder internationaler Rechnungslegung vorzulegen. Unternehmen, die sich im Handelssegment der Deutschen Börse AG „Neuer Markt“ – ein Handelssegment für kapitalbedürftige Wachstumsunternehmen und risikobereite Investoren – listen lassen, sind mittlerweile sogar verpflichtet, neben dem Abschluss nach HGB, einen Abschluß auf Grundlage der US-amerikanischen „Generally Accepted Accounting Principles“ (US-GAAP) oder den „International Accounting Standards“ (IAS) vorzulegen, wobei eine Überleitungsrechnung akzeptiert wird. Ziel dieser Arbeit ist es, die wesentlichen Unterschiede in der Rechnungslegung nach HGB und IAS und deren Auswirkungen herauszuarbeiten um letztlich die Frage zu klären, welche Rechnungslegungsmethode die realistischeren Ergebnisse liefert. Darüber hinaus sollen die Auswirkungen der Rechnungslegungsunterschiede auf einige betriebswirtschaftliche Kennzahlen untersucht werden.


Excerpt (computer-generated)

Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Oldenburg e.V.
Studiengang: Wirtschaft

Hausarbeit

Titel:
Rechnungslegungsvorschriften großer Kapitalgesellschaften im internationalen Vergleich -
Untersuchung des Problems unterschiedlicher Gewinnausweise
nach HGB und IAS am Beispiel des Jahresabschlusses einer Aktiengesellschaft

vorgelegt von

Thomas Eilers

Oldenburg, 10.11.00

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... 2

Tabellenverzeichnis ... 4

Abkürzungsverzeichnis ... 5

1. Einleitung ... 6
1.1 Thematische Einordnung ... 6
1.2 Problemdarstellung und Ziel dieser Arbeit ... 6
1.3 Vorgehensweise ... 7

2. Grundlagen der Rechnungslegung ... 8
2.1 Deutsche Rechnungslegung ... 8
2.2 Internationale Rechnungslegung ... 9
2.2.1 International Accounting Standards ... 9
2.2.2 Rahmenkonzept - Frameworks ... 12
2.2.3 Funktionen und Prinzipien der IAS ... 13

3. Jahresabschluß 1999 der MobilCom AG ... 15
3.1 Bilanz - Balance Sheet ... 16
3.1.1 HGB ... 16
3.1.2 IAS ... 17
3.2 Gewinn- und Verlustrechnung -Statement of Income ... 18
3.2.1 HGB ... 18
3.2.2 IAS ... 19

4. Unterschiede in den Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisvorschriften zwischen HGB und IAS ... 20
4.1 Bilanz - Balance Sheet ... 21
4.1.1 Vermögensgegenstände - Assets ... 22
4.1.1.1 Anlagevermögen - Non current assets ... 22
4.1.1.1.1 Immaterielle Vermögensgegenstände - Intangible Assets ... 24
4.1.1.1.1.1 Geschäfts- oder Firmenwert - Goodwill ... 25
4.1.1.1.2 Sachanlagen - Tangible fixed assets ... 27
4.1.2 Verbindlichkeiten - Liabilities ... 29
4.1.3 Rückstellungen - Provisions ... 31
4.1.4 Sonderprobleme ... 33
4.1.4.1 Latente Steuern - Deferred Taxes ... 33
4.1.4.2 Leasing - Accounting for leases ... 39
4.1.5 Eigenkapital - Stockholders′ Interest ... 40
4.2 Gewinn- und Verlustrechnung - Income Statement ... 42
4.2.1 Abschreibungen - Amortisation and Depreciation ... 44
4.2.2 Sonstige betriebliche Aufwendungen - Other expenses ... 46
4.3 Einfluß auf Kennzahlenwerte ... 48

5. Zusammenfassung ... 50

6. Fazit ... 53

Anhang ... 55

Literaturverzeichnis ... 67

 

1. Einleitung
1.1 Thematische Einordnung
"Als Rechnungswesen bezeichnet man sämtliche Methoden und Tätigkeiten, die die im Unternehmen auftretenden Geld- und Leistungsströme und die zugehörigen Bestände erfassen. Das Rechnungswesen liefert .. stichtagsbezogene und zeitraumbezogene Informationen und dient der Disposition, der Kontrolle und der Dokumentation"1.
Die Rechnungslegung ist mithin ein Instrument, um die wirtschaftlichen Aktivitäten eines Unternehmens zu messen. Je nach Adressat wird zwischen betrieblichem und externem Rechnungswesen unterschieden. Während das betriebliche Rechnungswesen vor allem auf die Unternehmensführung hinsichtlich der Steuerung und Kontrolle des betrieblichen Geschehens ausgerichtet ist, dient das externe Rechnungswesen insbesondere der Information unternehmensfremder Adressaten.
In dieser Arbeit wird ausschließlich das externe Rechnungswesen betrachtet. Wichtigste Informationsquelle ist hier der von Kapitalgesellschaften zu fertigende Jahresabschluß der Unternehmung. Er liefert Informationen zum Geschäftsverlauf sowie insbesondere zur Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft.
Damit nimmt das Rechnungswesen einen wichtigen Bereich in der Betriebswirtschaftslehre und eine zentrale Rolle im Unternehmen ein.

1.2 Problemdarstellung und Ziel dieser Arbeit
Das externe Rechnungswesen liefert wichtige Informationen. Diese Daten mit den Daten anderer Unternehmen vergleichen zu können, ist eines der wichtigsten Ziele auf dem internationalen Kapitalmarkt2. Durch die jeweiligen nationalen Rechnungslegungsvorschriften ist das Ziel der Vergleichbarkeit kaum erreichbar. Deutsche Kapitalgesellschaften haben Jahresabschlüsse auf Grundlage des Handelsgesetzbuches vorzulegen. Die Vorschriften des Handelsgesetzbuches verkörpern vor allem Begriffe, wie Vorsichtsprinzip und Gläubigerschutz, was sich aus den Bewertungs- und Ansatzvorschriften ergibt3. Dies bedingt, daß die Ergebnisausweise, je nach Rechnungslegungsmethode, mehr oder weniger stark voneinander abweichen4.
Daraus resultierend sind Versuche deutscher Unternehmen gescheitert Zugang zur New York Stock Exchange (N.Y.S.E.), einem "der wichtigsten internationalen Börsenplätze", zu bekommen, während die US-amerikanische Rechnungslegung an deutschen Börsen anerkannt worden ist5.
Aus diesem Grund gehen immer mehr deutsche Unternehmen dazu über, ihre Jahresabschlüsse auch nach US-amerikanischer oder internationaler Rechnungslegung vorzulegen6.
Unternehmen, die sich im Handelssegment der Deutschen Börse AG "Neuer Markt" - ein Handelssegment für kapitalbedürftige Wachstumsunternehmen und risikobereite Investoren - listen lassen, sind mittlerweile sogar verpflichtet, neben dem Abschluß nach HGB, einen Abschluß auf Grundlage der US-amerikanischen "Generally Accepted Accounting Principles" (US-GAAP) oder den "International Accounting Standards" (IAS) vorzulegen, wobei eine Überleitungsrechnung akzeptiert wird7.

Ziel dieser Arbeit ist es, die wesentlichen Unterschiede in der Rechnungslegung nach HGB und IAS und deren Auswirkungen herauszuarbeiten um letztlich die Frage zu klären, welche Rechnungslegungsmethode die realistischeren Ergebnisse liefert. Darüber hinaus sollen die Auswirkungen der Rechnungslegungsunterschiede auf einige betriebswirtschaftliche Kennzahlen untersucht werden.

1.3 Vorgehensweise
Nach Darstellung der Grundlagen der deutschen und internationalen Rechnungslegung in Kapitel 2, wird das Objekt der Untersuchung - der Jahresabschluß 1999 der MobilCom AG - nach HGB und IAS vorgestellt. Die daraus ersichtlichen wesentlichen Unterschiede bilden schließlich die Basis der zu vergleichenden Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisvorschriften nach HGB und IAS in Kapitel 4.
Eine umfassende theoretische Untersuchung würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen. Deshalb sollen hier nur die wesentlichen Unterschiede der Rechnungslegungsgrundsätze am Beispiel des Jahresabschlusses 1999 der MobilCom AG herausgearbeitet werden.
Die Auswirkungen der unterschiedlichen Rechnungslegungsgrundsätze auf einige ausgewählte betriebswirtschaftliche Kennzahlen werden am Beispiel der MobilCom AG in Kapitel 4.3 untersucht. Die Arbeit schließt nach einer Zusammenfassung der Erkenntnisse mit einem Fazit.

2. Grundlagen der Rechnungslegung
Das Rechnungswesen wurde in den verschiedensten Ländern weiterentwickelt. Krog unterscheidet "rechtsgeschichtlich" zwischen dem angelsächsischen und dem kontinentaleuropäischen Rechtssystem8. Bei letzterem handelt es sich vor allem um gesetzlich verankerte Regelungen (sog. code law), während die Rechnungslegung im angelsächsischen Raum vom common law (dem Gewohnheitsrecht) und dem sog. case law (hier wird das Recht fallweise entschieden) geprägt ist 9.

[...]


1 Scheffler, E., Lexikon der Rechnungslegung, 1. Auflage 1999, S. 296

2 vgl. dazu Krog, M., Rechnungslegungspolitik im internationalen Vergleich, 1998, S. 1

3 vgl. dazu z.B. § 252 Abs. 1 Nr. 4, wonach „vorsichtig“ zu bewerten ist und Gewinne nur zu berücksichtigen sind, wenn sie am Abschlußstichtag realisiert wurden

4 so belief sich der Jahresüberschuß der Deutschen Telekom AG in 1997 nach HGB auf 3,3 Mrd. DM, während nach US-amerikanischen Grundsätzen ein Ergebnis von lediglich 2,4 Mrd. DM ausgewiesen wurde; vgl. Deutsche Telekom AG, Geschäftsbericht 1997, S. 70 und 108 1999 betrug der Konzernüberschuß nach HGB 1,2 Mrd. Euro, nach US-Rechnungslegung dagegen 1,5 Mrd. Euro; vgl. Deutsche Telekom AG, Geschäftsbericht 1999, S. 88 und 126

5 vgl. dazu Krog, M., a.a.O., S. 3 f.

6 nach internationaler Rechnungslegung publizieren z.B. die Adidas-Salomon AG, Bayer AG, Henkel KGaA, MAN AG, Preussag AG sowie Schering AG; vgl. dazu die jeweiligen Geschäftsberichte 1999; die US-amerikanischen Rechnungslegungsgrundsätze wenden z.B. die EPCOS AG oder die SAP AG ergänzend an, vgl. dazu die jeweiligen Geschäftsberichte 1999

7 vgl. Deutschen Börse AG, Regelwerk Neuer Markt, Nr. 4.1.9., http://www.exchange.de (Stand 01.07.00)

8 vgl. Krog, a.a.O., S. 11

9 vgl. Krog, a.a.O.


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