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Erklärungsansätze für die unterschiedliche Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland und den USA seit 1990

Scholary Paper (Seminar), 2003, 22 Pages
Author: Daniel Fischer
Subject: Economics / Business: Economic Policy

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 22
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V17394
ISBN (E-book): 978-3-638-21981-5
ISBN (Book): 978-3-638-64520-1
File size: 268 KB

Abstract

Die Erfolge des amerikanischen Arbeitsmarktsystems werden in Deutschland in fast allen politischen und wissenschaftlichen Debatten zur Lösung der Beschäftigungsproblematik in Deutschland herangezogen. Die Vereinigten Staaten glänzen seit den neunziger Jahren mit ihren vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenzahlen und hoher Beschäftigung, während Europa, insbesondere Deutschland seit Jahren an einen hohen Stand von Unterbeschäftigung leidet. Allgemein wird propagiert, die arbeitsmarktpolitischen Erfolge währen den flexiblen Arbeitsmärkten der USA zu verdanken. Da im Allgemeinen eigene Konzepte zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit fehlen, schaut man auf bestehende Modelle jenseits des Atlantiks. Ob das System des amerikanischen Arbeitsmarktes auf Deutschland übertragbar ist, ist fraglich und bedarf der Feststellung, auf welche spezifischen Besonderheiten der amerikanischen Ökonomie das „Jobwunder“ zurückzuführen sind und wie erfolgreich die amerikanische Wirtschaft in den letzten 10 Jahren tatsächlich im Vergleich zu Deutschland war. Hierbei soll besonders auf die statistischen Erhebungsmethoden und mögliche Sonderbelastungen der Länder eingegangen werden. Danach sollen die wirtschaftlichen und arbeitsmartspezifischen Determinanten und die Zahl der Inhaftierten der beiden Länder betrachtet werden, um Erklärungsansätze zur Begründung der Unterschiedlichen Entwicklung am Arbeitsmarkt zu finden.


Excerpt (computer-generated)

Erklärungsansätze für die unterschiedliche Entwicklung
am Arbeitsmarkt in Deutschland und den USA seit 1990

 

 


Daniel Fischer

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis  II

1 Einleitung 1

2 Grundlagen 1

2.1 Die Definition der Arbeitslosigkeit der USA  2
2.2 Die Definition der Arbeitslosigkeit Deutschlands  2

3 Erklärungsansätze der Unterbeschäftigung in Deutschland und der USA 3

3.1 Struktur der Arbeitlosen in den USA 5
3.2 Struktur der Arbeitlosen in Deutschland  5

4 Einflüsse auf die Beschäftigung  6

4.1 Bruttoinlandsprodukt und Produktivität 6
4.2 Steigendes Angebot an Arbeitskräften  9
4.3 Arbeitslosenunterstützung  10
4.4 Gewerkschaften 11
4.5 Staatsverschuldung und Sparquote  12
4.6 Investitionen  13
4.7 Steuern 13
4.8 „Welfare-to-Workfare“-Programme 14
4.9 Gefängnisse verwässern Arbeitslosenzahlen  14

5 Persönliches Resümee 14

Literaturverzeichnis  III

Anlage  IV

 

 



1 Einleitung

Die Erfolge des amerikanischen Arbeitsmarktsystems werden in Deutschland in fast allen politischen und wissenschaftlichen Debatten zur Lösung der Beschäftigungsproblematik in Deutschland herangezogen. Die Vereinigten Staaten glänzen seit den neunziger Jahren mit ihren vergleichsweise niedrigen Arbeitslosenzahlen und hoher Beschäftigung, während Europa, insbesondere Deutschland seit Jahren an einen hohen Stand von Unterbeschäftigung leidet. Allgemein wird propagiert, die arbeitsmarktpolitischen Erfolge währen den flexiblen Arbeitsmärkten der USA zu verdanken. Da im Allgemeinen eigene Konzepte zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit fehlen, schaut man auf bestehende Modelle jenseits des Atlantiks. Ob das System des amerikanischen Arbeitsmarktes auf Deutschland übertragbar ist, ist fraglich und bedarf der Feststellung, auf welche spezifischen Besonderheiten der amerikanischen Ökonomie das „Jobwunder“ zurückzuführen sind und wie erfolgreich die amerikanische Wirtschaft in den letzten 10 Jahren tatsächlich im Vergleich zu Deutschland war. Hierbei soll besonders auf die statistischen Erhebungsmethoden und mögliche Sonderbelastungen der Länder eingegangen werden. Danach sollen die wirtschaftlichen und arbeitsmartspezifischen Determinanten und die Zahl der Inhaftierten der beiden Länder betrachtet werden, um Erklärungsansätze zur Begründung der Unterschiedlichen Entwicklung am Arbeitsmarkt zu finden.

2 Grundlagen

Um einen Einblick in die Arbeitslosenstatistiken zu bekommen, kommt man nicht umhin die Zahlen der Arbeitslosen und die dazugehörigen Quoten zu studieren. Es fällt auf, das sich für einen identischen Zeitraum, für das gleiche Land, unterschiedliche Arbeitslosenquoten (im Folgendem AL-Quoten) ergeben. So liegt die Arbeitslosenquote für Deutschland im Jahr 2000 bei 9,6%, 10,7%, 7,5% und 7,9%.1 Fraglich ist, welche dieser AL-Quoten nun für den internationalen Vergleich geeignet ist.

2.1 Die Definition der Arbeitslosigkeit der USA

In den Vereinigten Staaten werden folgende Personen als arbeitslos eingestuft: -16 Jahre und älter -Ohne Beschäftigung -Aktive Suche einer Arbeitsstelle in den vergangenen vier Wochen oder warten auf Wiedereinstellung nach vorübergehender Entlassung -Darauf warten, sich bei einer neuen Stelle innerhalb von 4 Wochen vorstellen zu können2

Die Zahl der Erwerbspersonen wird durch Untersuchungen und Befragungen ermittelt. In die Zahl der Erwerbspersonen fließen nur die beschäftigten Personen und die Personen, die sich als arbeitslos bezeichnen.3 Personen im arbeitsfähigen Alter, die nicht zu den Erwerbspersonen gehören, können im Ruhestand sein, zu Hause Arbeitende Ehefrauen, Studenten oder Personen sein, die gerne arbeiten möchten, aber nicht mehr nach Arbeit suchen.4

Tabelle 1:

Amerikanische Erwerbspersonen und Arbeitslosigkeit 1991
Bevölkerung im Arbeitsalter 191,3 Mio.
Erwerbspersonen 126,9 Mio.
beschäftigt 118,4 Mio.
arbeitslos 8,4 Mio.
Nicht in den Erwerbspersonen 64,5 Mio.
Quelle: Economic Indicators, Juni 1992.5

2.2 Die Definition der Arbeitslosigkeit Deutschlands

[...]


1 Vgl 9,6%:Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg, 10,7%: Statistisches Bundesamt Jahrbuch 2002, 7,5%: OECD Employment Outlook 2002, 7,9%: Eurostat, OECD Quarerly Labor Force Statistics, No.1, (2002), Paris, S. 303.
2 Vgl. Dornbusch/Fischer, Makroökonomik, 6. Auflage, München 1995, S. 613.
3 Ebenda, S. 613.
4 Ebenda, S. 613.
5 Ebenda, S. 615.


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