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Thesis (M.A.), 2003, 142 Pages
Author: Sabine Corteel
Subject: Theater Studies
Details
Institution/College: Université Francois Rabelais TOURS (Institut d'Études germaniques)
Tags: Kinder-, Jugendtheater, Städtischen, Bühnen, Münster, Soutenance, Vorstellung, Magisterarbeit), Anfang, Oktober
Year: 2003
Pages: 142
Grade: 15/20 (= gut 1,7)
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21982-2
File size: 468 KB
Sonstige Interessenbereiche: Theaterwissenschaft und Kommunalpolitik
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Excerpt (computer-generated)
Université François Rabelais - Tours - Frankreich
Institut d′études germaniques
Das Kinder- und Jugendtheater
der Städtischen Bühnen Münster
- eine Fallstudie -
Magisterarbeit
von
Sabine Corteel
September 2002
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 5
Erster Teil: Geschichte und aktuelle Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland ... 8
Kapitel 1: Das deutsche Kindertheater ... 8
A- Was ist "Kindertheater"? ... 8
B- Das Theater für Kinder in Deutschland: Ursprung und Entwicklung bis zum Zweiten Weltkrieg ... 12
C- Das Theater für Kinder in Deutschland ab 1945: die wichtigen Impulse in der DDR und der Bundesrepublik und aktuelle Tendenzen ... 19
Kapitel 2: Das deutsche Jugendtheater ... 34
A- Die Wechselbeziehung Jugend ó Theater ... 34
B- Das Theater für Jugendliche in Deutschland: Anfänge, Entwicklung und aktuelle Tendenzen ... 35
C- Bemerkungen zum Ausdruck "Kinder- und Jugendtheater" ... 43
Zweiter Teil: Der Fall Münster: Umfeld und Rahmenbedingungen ... 46
Kapitel 1: Die Bedeutung des münsterischen Kinder- und Jugendtheaters auf der bundesdeutschen Szene und in Münsters Kommunalpolitik ... 46
A- Eingliederung des münsterischen Kinder- und Jugendtheaters in die deutsche Kinder- und Jugendtheaterlandschaft ... 46
B- Die Stellung des Kinder- und Jugendtheaters in der münsterischen Kommunalpolitik ... 54
Kapitel 2: Die Besonderheit des Status Stadttheater und die Arbeitsbedingungen der Kinder- und Jugendtheatermacher an den Städtischen Bühnen Münster ... 63
Dritter Teil: Der Fall Münster: Spielplan, künstlerische und pädagogische Leistung ... 80
Kapitel 1: Die Entwicklung des Kindertheaters an den Städtischen Bühnen Münster seit 1989 ... 81
A- Das Kindertheater unter der Leitung Rainer Wahls ... 81
B- Die Entwicklung des Kindertheaters durch Andreas Robertz ... 96
Kapitel 2: Die Entwicklung des Jugendtheaters an den Städtischen Bühnen Münster seit 1989 ... 106
A- Das Jugendtheater unter der Leitung Rainer Wahls ... 106
B- Die Entwicklung des Jugendtheaters durch Andreas Robertz ... 114
Schluss ... 125
Literaturverzeichnis ... 128
I. Diverse Quellen ... 128
a. Allgemeines ... 128
b. Kinder- und Jugendtheater in Deutschland ... 128
i. Nachschlagewerke ... 128
ii. Interviews und Diskussionen ... 128
iii. Festivalberichte und -programme ... 129
iv. Jahrbücher ... 130
c. Stadt Münster und andere Städte Nordrhein-Westfalens ... 130
i. Statistische und Geschäftsberichte ... 130
ii. Diverse Informationen zur Stadt Münster und ihrer Kulturlandschaft ... 130
d. Städtische Bühnen Münster ... 131
i. Diverse Informationen ... 131
ii. Jahreshefte ... 132
iii. Programmbücher ... 132
II. Theaterstücke ... 133
III. Sekundärliteratur ... 135
Namensregister ... 139
Anhang: Spielpläne des Kinder- und Jugendtheaters der Städtischen Bühnen Münster zwischen 1989/90 und 2002/03.. 140
Einleitung
Das Theater ist eine lebende Kunstform, weil sie auf einem einmaligen Erlebnis basiert: auf dem direkten Vorführen einer Geschichte vor dem anwesenden Publikum. In gewisser Hinsicht ist es aber auch heute in unseren industrialisierten Ländern eine sterbende Kunstform, weil sie seit einigen Jahrzehnten immer weniger Zuschauer anlockt. Durch die Konkurrenz anderer Kunst- und Unterhaltungsformen wie Kino, Fernsehen, Musicals und anderen Musik-Events ist das Sprechtheater gegen Ende des 20. Jahrhunderts zu einer veraltenden Kunstform geworden und bleibt mehr denn je einer intellektuellen Elite vorbehalten. Ende der 1960er Jahre gedachte der Deutsche Bühnenverein dem von einer Wirtschaftskrise verursachten Rückgang der Besucherzahlen zu steuern, indem er seinen Mitgliedern empfahl, schon Kinder mit speziellen Aufführungen für die Bühnenkunst zu gewinnen. Der Deutsche Bühnenverein erreichte damit keine wirkliche "Auferstehung" des "Erwachsenentheaters", aber er gab einen wichtigen Impuls für die Entstehung des modernen "Kinder- und Jugendtheaters" in Deutschland. Seitdem richten sich nämlich immer mehr deutsche professionelle Bühnen an Kinder und Jugendliche - mit speziellen Stücken und Aufführungen, aber auch mit verschiedenen Veranstaltungen, die ihnen die Bühnenkunst näher bringen sollen. Das Kinder- und Jugendtheater ist heute eine anerkannte Sparte unter den darstellenden Künsten, die aber eine merkliche Besonderheit aufweist: Das Kinder- und Jugendtheater ist sowohl eine künstlerische als auch eine pädagogische Institution, denn sobald die Künstler sich gezielt an Kinder und Jugendliche wenden, treten sie in den pädagogischen Bereich ein. Außerdem ist es als eine relativ junge und innovative Kultursparte in ständiger Entwicklung. Die Theaterproduktion für Kinder und Jugendliche ist daher sehr vielfältig. Die deutschen Theatermacher schließen heute keine Form und kein Mittel aus, und auch die verschiedensten Themen werden behandelt.
Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich durch eine ausgewählte Beispielsbühne einen Blick auf diese Kultursparte werfen. Das hier ausgewählte Kinder- und Jugendtheater - eine Abteilung der Städtischen Bühnen Münster - existiert als solches seit der Spielzeit 1989/90. Die vorliegende Arbeit soll durch eine Analyse der Spielpläne dieser relativ jungen Bühne vor allem die Entwicklung der Kinder- und Jugendtheaterdramaturgie seit Anfang der 1990er Jahre erläutern. Die künstlerische Produktion des münsterischen Kinder- und Jugendtheaters soll zum einen in Bezug auf die Entwicklung der Gattung auf nationaler Ebene, zum anderen in Bezug auf den für den Fall Münster spezifischen Kontext analysiert werden.
Im ersten Teil dieser Arbeit sollen die heutige Situation, sowie die historische Entwicklung des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland bis in die 1990er Jahre behandelt werden. Im zweiten Teil soll der soziale, kulturelle und politische Kontext untersucht werden, in dem die münsterischen Kinder- und Jugendtheatermacher arbeiten. Es wird festzustellen sein, inwiefern diese Bedingungen die Spielpläne und die künstlerische Produktion bestimmen. Im dritten Teil kommen wir zur eigentlichen Analyse der künstlerischen Leistung des münsterischen Theaters. Dabei wird deutlich erscheinen, wie sehr die münsterische Produktion der 1990er Jahre im Zusammenhang mit der Entwicklung der Gattung auf bundesdeutscher Ebene zu sehen ist. Wir werden außerdem gezielter auf die Produktion der letzten drei Jahre eingehen, um die neuesten Tendenzen aufzuspüren, die für die jetzige Entwicklung der deutschen Kinder- und Jugendtheaterdramaturgie charakteristisch sind.
Diese Studie will vor allem die gegenwärtige Situation und die konkrete Leistung des münsterischen Kinder- und Jugendtheaters veranschaulichen. Dazu schien es mir notwendig, die verschiedenen Akteure zu befragen, die heute eine entscheidende Rolle in der künstlerischen und pädagogischen Leistung des Theaters spielen. So habe ich den aktuellen leitenden Regisseur des Kinder- und Jugendtheaters Andreas Robertz, sowie seine Mitarbeiter Gisela Haak, Renate Schroeder und Thomas Richhardt (alle drei als Theaterpädagoge und Dramaturgen tätig) befragt. Renate Schroeder und Gisela Haak, die bereits Anfang der 1990er Jahre mit ihm gearbeitet hatten, konnten mich außerdem über die Absichten des ehemaligen Leiters Rainer Wahl aufklären. Ich habe außerdem neben den festen Mitarbeitern des Kinder- und Jugendtheaters den Regisseur Lukas Scheja befragt, der das Stück Pompinien in der Spielzeit 2000/01 inszenierte. Um die Stellung des Kinder- und Jugendtheaters in der Gesamtpolitik der Stadt Münster sowie der Städtischen Bühnen besser zu erfassen, habe ich noch den Generalintendanten der Städtischen Bühnen Thomas Bockelmann befragt, sowie Gerd Bertling, den persönlichen Referenten der Dezernentin für Schule, Kultur und Sport der Stadt Münster. Ein Gespräch mit Frau Ilanke Forwick, vormals Deutsch-Lehrerin am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium (Münster) und Mitarbeiterin des "Arbeitskreises Kinder- und Jugendtheater" seit 1989, gab mir außerdem Aufschluss über die Zusammenarbeit von Lehrern und Theatermachern in Münster, sowie über das Rezeptionsverhalten des münsterischen Publikums.
Erster Teil
Geschichte und aktuelle Lage des Kinder- und des Jugendtheaters in Deutschland
Als das Kinder- und Jugendtheater der Städtischen Bühnen Münster 1989 gegründet wurde, begann die Gattung „Kinder- und Jugendtheater“ mit zahlreichen Festivals, Diskussionen und Rezensionen als anspruchsvolle Theaterform in Deutschland anerkannt zu werden. Doch wie und wann entwickelte sich diese Theaterform zu einer anerkannten Sparte? Wir wollen im vorliegenden Teil die historische Entwicklung der Gattung in Deutschland behandeln, mit der die Leistung des münsterischen Kinder- und Jugendtheaters in Zusammenhang steht. Dabei definieren wir das Kinder- und das Jugendtheater als zwei verschiedene Gattungen, da sie sich auch in ihrer historischen Entwicklung unterscheiden.
Kapitel 1: Das deutsche Kindertheater
A- Was ist „Kindertheater“?
„Kindertheater meint jene szenischen Darbietungen mit Kindern und/oder für Kinder, die sich der Mittel des Genres Theater mit Sprache und Gestik, Kostümen und Masken, Kulissen und Requisiten bedienen.“1
Diese Definition von Wolfgang Schneider fasst alle Bedeutungen des Wortes Kindertheater zusammen. Sie weist auf die verschiedenen Formen von Kindertheater – von den im Unterrichten geübten Kurzszenen einiger Schüler bis zur öffentlichen Theatervorstellung eines professionellen Ensembles – hin, die hier erwähnt werden sollen. Kindertheater ist Theater mit Kindern, wenn Kinder selbst Theater spielen – zum Beispiel in der Schule (im Unterricht oder in Arbeitsgemeinschaften), am Theater (in Theaterwerkstätten oder sogenannten „Theaterkinderclubs“) oder auch in einem „Theaterpädagogischen Zentrum“. Kindertheater ist auch Theater für Kinder, wenn Erwachsenenensembles für Kinder Theater spielen und vor Kindern ein Schauspiel aufführen. Und Kindertheater kann zugleich Theater für und mit Kindern sein, wenn diese Ensembles die Kinder ins Spiel miteinbeziehen, d.h. sie bei der Aufführung mitspielen lassen; Es handelt sich dann um das sogenannte Mitmach- oder Mitspieltheater. Für die vorliegende Studie ist es wichtig zu unterscheiden, ob diese szenischen Darstellungen unter der Leitung eines Lehrers oder anderen Pädagogen von Kindern geübt oder aufgeführt, oder von einem Theaterensemble für ein Kinderpublikum einstudiert werden.
Das Theater mit Kindern dient vor allem pädagogischen Zwecken und hat nicht unbedingt künstlerische Ansprüche. Es soll Kindern ermöglichen, durch dramatische Spiele, theatralische Aktionsformen gewisse Fähigkeiten zu erlernen. In der Schule – d.h. hier im Unterricht – kann das Theater ein pädagogisches Hilfsmittel sein. Das Einüben von Kurzszenen im Fremdsprachenunterricht zum Beispiel ermöglicht unter anderem das Lernen von Idiomen, Aussprache und Betonung und soll die Schüler motivieren. Horst Heidtmann weist darauf hin, dass die Anfänge des Schultheaters „bis in die vorchristliche Antike zurück[reichen], als durch mimische Elemente der Schulunterricht veranschaulicht, interessanter gestaltet werden sollte. Für das spätmittelalterliche wie für das frühbarocke Schulwesen gehört Schultheater zu den gängigen pädagogischen Hilfsmitteln.“2 Im 16. und im 17. Jahrhundert zum Beispiel wurden in den Kollegien des Jesuitenordens Theateraufführungen veranstaltet, die der „Unterweisung der beteiligten Schüler in lateinischer Grammatik, Rhetorik und Deklamation wie der theologischen Belehrung von Spielern und Publikum [dienten].“3
[...]
1 Wolfgang Schneider, „Zur Geschichte des Kindertheaters in Deutschland.“ In: Reclams Kindertheaterführer. 100 Stück e für eine junge Bühne. Herausgegeben vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland, Stuttgart, Reclam, 1994, S.9.
2 Horst Heidtmann, „Kindertheater. Vom Lehrstück zum Zeitvertreib.“ In: Horst Heidtmann, Kindermedien, Stuttgart, Metzler, 1992, S.27.
3 DTV-Theaterlexikon. Band 2: Epochen, Ensembles, Figuren, Spielformen, Begriffe, Theorien. Herausgegeben von C. Bernd Sucher, München, Deutscher Taschenbuchverlag, 1996, S. 225.
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19.01.2006 16:51:21
Guten Tag liebe Leser und Nutzer! Ich habe diese Arbeit 2003 an den Grin-Verlag zum Verkauf gesandt, weil diese mich viel Mühe gekostet hat - ich hoffe, dass sie interessante Informationen enthält. Ich würde von den Käufern und sonstigen Nutzern sehr gerne Kommentare lesen. Freundliche Grüsse, Sabine Corteel