Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Rezension: Günter Lange: Bild und Wort: die katechetischen Funktionen des Bildes... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Rezension: Günter Lange: Bild und Wort: die katechetischen Funktionen des Bildes in der griechischen Theologie des sechsten bis neunten Jahrhunderts. Würzburg 1969

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 17 Pages
Author: Christoph Osterholt
Subject: Theology - Miscellaneous

Details

Event: Hauptseminar: Text und Bild. Das Problem der Illustration.
Institution/College: University of Münster (Institut für Lehrerausbildung)
Tags: Rezension, Günter, Lange, Bild, Wort, Funktionen, Bildes, Theologie, Jahrhunderts, Würzburg, Hauptseminar, Text, Bild, Problem, Illustration
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 17
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V17417
ISBN (E-book): 978-3-638-22002-6

File size: 186 KB


Excerpt (computer-generated)

Günter Lange: Bild und Wort:
die katechetischen Funktionen des Bildes in der
griechischen Theologie des sechsten bis neunten Jahrhunderts. Würzburg 1969.





Christoph Osterholt


Einleitung

Grundfrage seiner Dissertationsarbeit ist die Frage nach dem Verhältnis des gegenständlichen Bildes zum Wort des Evangeliums - wie und inwieweit das Bild der Verkündigung dienen kann. Die katechetische Funktionen von Bildern soll dabei vor allem in ihren meditativen Aspekten untersucht werden, da die frühe griechische Theologie hier ein weitaus tiefergehendes Verständnis der katechetischen Funktionen von Bildern entwickelt hatte als der Westen. Katechese versteht Lange dabei nicht nur als Erstunterweisung, sondern als alle dem Glauben förderlichen Effekte, die durch Bilder hervorgerufen werden können - er benennt insbesondere die Funktionen der Heilsbelehrung, Vergegenwärtigung und der gläubigen Reaktion. Zeitlich und sachlich soll sich die Arbeit auf die theologischen Reflexionen griechischer Theologen des sechsten bis neunten Jahrhunderts über die ihnen bekannten Bildwerke beschränken, da nur in diesem Zeitraum originäre Ideen und Entwicklungen vermutet werden, die den Bildergebrauch der Kirche nachträglich zu rechtfertigen versuchen.

I. Die Kappadokier und die Vorgeschichte des Vergleichs von Bild und Wort.

Beginnend mit Basileios wird die Vorgeschichte des Vergleichs von Bild und Wort untersucht. Als erster Zeuge wurde Basileios ausgewählt, weil in seiner Homilie auf den Martyrer Barlaam zum ersten Mal eine positive Äußerung über Bilder zu verzeichnen ist. Der Vergleich der Tätigkeit der Arbeit des Malers mit der des Predigers ist hierbei ein rhetorischer Kunstgriff, die Malerei stellt in Basileios Augen eine Fortsetzung und Steigerung der Predigt mit den Mitteln des Malers dar und dient ebenso wie die Predigt der Verherrlichung der Taten des Martyrers. An anderer Stelle parallelisiert er Malerei und Geschichtsschreibung in der Weise, daß die Malerei das Gleiche, das die Geschichtsschreibung zu Gehör bringt, vor Augen führe und damit Vorbilder erzeuge. Diese Parallelisierung läßt sich jedoch nur vor dem Hintergrund der antiken griechischen Geistesgeschichte verstehen. Der Autor führt dazu Plutarch, Thukydides und Dion Chrysostomos als Beispiele an. Der Zusammenhang zwischen Wort und Bild wird dabei so beschrieben, daß die Wirkung des Bildes idealerweise genauso mit Hilfe der Geschichtsschreibung erreicht werden soll, der Zuhörer soll zum Augenzeugen gemacht werden. Dem gemalten Bild wurde also eine höhere Bedeutung zugemessen als dem Wort, da seine Wirkung dem Ideal der e0na/rgeia (Deutlichkeit/Klarheit) näher kommt. Auch bedürfe es weitaus größerer Anstrengung, ein Bildnis oder eine Statue zu erschaffen, die den Vorstellungen der Menschen von ihren Göttern entspricht, als den Vorstellungen mit Hilfe der Dichtung nahezukommen. Für das klassische Griechenland wird daher ein Primat des Sehens vor dem Hören konstatiert, während gleichzeitig die Poesie höher als die bildende Kunst eingeschätzt wurde. Erst im Hellenismus schließt die Kunst in ihrer Bedeutung zur Poesie auf und macht die Äußerung des Basileios erst möglich. Nachdem er für diese Entwicklung weitere Zeugen angeführt hat, schließt Lange also für die kappadokischen Väter, daß der Vergleich zwischen Wortkunst und Bildkunst für den Gebildeten der damaligen Zeit nahelag. Von diesen war Gregor von Nazianz der Unbefangenste im Umgang mit Bildern. In seinen Augen bestand der Wert der Kunst im wesentlichen in ihrer Funktion, darin, daß auch sie lehren kann. Auch er gesteht dem gemalten Bild die größere Überzeugungskraft zu. Für Gregor von Nyssa wird festgestellt, daß er die besondere Überzeugungskraft von Bildern in der Predigt verwandt hat, um die Suggestionskraft einer biblischen Erzählung noch zu steigern. Er beschrieb auch das Verhältnis Gott-Mensch mit Hilfe von Bildnismetaphern. Als Ergebnis des Kapitels hält Lange fest, daß die positiven Aussagen über Bilder im Zusammenhang der rhetorisch-literarischen Tradition der damaligen Zeit zu sehen sind und sich deshalb daraus keine prinzipielle Billigung von gemalten Bildern ergibt, da ihnen gegenüber noch Bedenken dahingehend bestanden, daß sie dem aktiven Glaubensvollzug eher hinderlich sein könnten.

[...]


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/17417/rezension-guenter-lange-bild-und-wort-die-katechetischen-funktionen
please wait Please wait