Autor: Magister Artium Christian E. Schulz
Fach: Ägyptologie
Details
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut f. Ägyptologie u. Koptologie)
Jahr: 2003
Seiten: 17
Note: 2+
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 209 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-22042-2
ISBN (Buch): 978-3-638-75868-0
Zusammenfassung / Abstract
Beziehungen Ägyptens zu seinen Nachbarn sind bereits für die älteste bekannte Kultur des keramischen Neolithikums in Ägypten in vielfältiger Form belegt. So gelangten Rohstoffe wie z. B. Holz, Kupfer, Silber, Schmucksteine, Öle, Harze und Wein nach Ägypten. Dazu tritt Keramik ausländischer Herkunft, wie die aus Syrien-Palästina stammenden Wellenhenkelgefäße oder die sogenannte Abydosware. Ebenso läßt sich eine kulturelle Einflußnahme aus Mesopotamien ausmachen, die sich in der Verwendung von Rollsiegeln, Motiven wie Schlangenhalspanthern (z. B. Narmerpalette) und Architekturelementen wie z. B. der Nischengliederung von Wänden äußert. Daß jedoch nicht Ägypten allein Empfänger von Gütern und Ideen war, zeigt sich unter anderem daran, daß an manchen Orten Vorderasiens, wie z. B. En Besor bis zu 90 % der vorliegenden Keramik aus ägyptischer Produktion stammen. Wenn ansonsten häufig keine bzw. nur wenige ägyptische Produkte in den Befunden vorliegen, ist die Annahme berechtigt, daß von dort verderbliche Güter, wie z. B. Getreide, geliefert wurde.5 Bis in die 2. Dynastie sind somit weitreichende Kontakte Ägyptens zu seinen Nachbarn belegt. Für die Zeit der 3. Dynastie jedoch läßt sich, wie wir noch sehen werden, anhand der Belege ein Rückgang in den Außenkontakten verzeichnen.
Textauszug (computergeneriert)
Außenbeziehungen Ägyptens während der 3. Dynastie
von Christian E. Schulz
I. Einleitung 2
II. Nubien 3
III. Sinai 6
IV. Kanaan und Negev (Palästina) 9
V. Byblos 12
VI. Fazit 13
VII. Literatur 15
I. Einleitung
Beziehungen Ägyptens zu seinen Nachbarn sind bereits für die älteste bekannte Kultur des keramischen Neolithikums in Ägypten in vielfältiger Form belegt.1 So gelangten Rohstoffe wie z. B. Holz, Kupfer, Silber, Schmucksteine, Öle, Harze und Wein nach Ägypten. Dazu tritt Keramik ausländischer Herkunft, wie die aus Syrien-Palästina stammenden Wellenhenkelgefäße oder die sogenannte Abydosware.2 Ebenso läßt sich eine kulturelle Einflußnahme aus Mesopotamien ausmachen, die sich in der Verwendung von Rollsiegeln, Motiven wie Schlangenhalspanthern (z. B. Narmerpalette) und Architekturelementen wie z. B. der Nischengliederung von Wänden äußert.3 Daß jedoch nicht Ägypten allein Empfänger von Gütern und Ideen war, zeigt sich unter anderem daran, daß an manchen Orten Vorderasiens, wie z. B. En Besor bis zu 90 % der vorliegenden Keramik aus ägyptischer Produktion stammen.4 Wenn ansonsten häufig keine bzw. nur wenige ägyptische Produkte in den Befunden vorliegen, ist die Annahme berechtigt, daß von dort verderbliche Güter, wie z. B. Getreide, geliefert wurde.5 Bis in die 2. Dynastie sind somit weitreichende Kontakte Ägyptens zu seinen Nachbarn belegt. Für die Zeit der 3. Dynastie jedoch läßt sich, wie wir noch sehen werden, anhand der Belege ein Rückgang in den Außenkontakten verzeichnen. Wir wollen nun im Folgenden die Hinweise für Beziehungen Ägyptens mit seinen Nachbarn, die uns vorliegen, untersuchen und versuchen, die Frage zu beantworten, welcher Art der Kontakt war. Prinzipiell gibt es in dieser Hinsicht vier Formen von Kontakten, nämlich diplomatische Beziehungen zu anderen Staaten, Expeditionen bzw. Razzien, bei denen bestimmte Materialien (sowohl Rohstoffe wie Edelmetalle und Holz, aber auch Menschen) erbeutet wurden, kriegerische Auseinandersetzungen und zuletzt Handel mit anderen Ethnien. Beim Handel ist noch die Frage zu klären, ob ein direkter Handelsweg bestand oder die Güter über Zwischenstationen weitergeben wurden. Ebenfalls soll dem Phänomen des Rückgangs der Belege für Außenbeziehungen und der Frage, warum dies so ist, nachgegangen werden. Da die Belege für die 3. Dynastie vielfach sehr dürftig bis gar nicht vorhanden sind, müssen wir auch die Zeiträume davor bzw. danach in unsere Betrachtung der ägyptischen Außenbeziehungen einbeziehen. Strukturell werden wir in diesem Rahmen grundsätzlich der geographisch orientierten Gliederung Michel Bauds6 folgen, der die Außenbeziehungen Ägyptens nach Nubien, dem Sinai, Vorderasien, sowie dem Seeweg nach Byblos unterteilt hat.
II. Nubien
[...]
1 Andrassy, Beziehungen, S. 103f; Perez Lagarcha, GM 145, S. 83f; Redford, Egypt, S. 33-37.
2 Andrassy, Beziehungen, S. 109; Ben-Tor, AJA 85, S. 449; Hein, Kulturkontakt, S. 19-28, 32-36 u. 66f. Als äußerst fraglich muß der Import von „Äxten“ (richtiger: Beilen) des Typs C nach Kühnert-Eggebrecht angesehen werden, zumal für die Frühzeit kein Stück belegt ist und der einzige Hinweis auf einem Gefäßfragment aus dem Kunsthandel zu finden ist.
3 Andrassy, Beziehungen, S. 112-115; Hein, Kulturkontakt, S. 29f, 66f. Gegen einen Import der Nischenarchitektur aus Mesopotamien spricht sich Helck, ÄA 5, S. 6f aus.
4 Ben-Tor, AJA 85, S. 449f.
5 Baud, Djéser, S. 269f.
6 Baud, M., Djéser et la IIIe Dynastie. Imhotep, Saqqara, Memphis et les pyramides à degrés, Paris 2002, S. 251- 278.
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