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Termpaper, 2003, 29 Pages
Author: Florian Hoffarth
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Tags: Chat-Kommunikation
Year: 2003
Pages: 29
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22088-0
ISBN (Book): 978-3-638-64526-3
File size: 1004 KB
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Abstract
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem 'Chat' als Kommunikationsform zwischen den Polen der Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Nach Vorstellung der technischen Grundlagen eines Chats und Funktionen von Nicknames soll untersucht werden, welche Merkmale der gesprochenen Sprache in der Chat-Kommunikation auftreten und auf welche Weise sie in diesem schriftlichen Medium realisiert werden.
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Darmstadt
Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft
Sommersemester 2003
Proseminar: Sprache der neuen Medien
Aspekte konzeptioneller Mündlichkeit in der Chat-Kommunikation
Ein Überblick
Florian Hoffarth
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Die Grundlagen eines Chats 2
2.1 Technische Voraussetzungen 2
2.2 Nicknames 6
3 Chat-Kommunikation – zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit 10
3.1 Syntax 14
3.1.1 Syntaktische Strukturen 14
3.1.2 Verbstämme 15
3.1.3 Zuschreibungsturns 16
3.2 Morphologie 16
3.2.1 Akronyme 16
3.3 Lexik 18
3.3.1 Lexikalische Merkmale der Umgangssprache 18
3.3.2 Jugendsprache und Anglizismen 18
3.4 Phonetik 19
3.4.1 Phonetische Merkmale der Umgangssprache 19
3.5 Semiotik 20
3.5.1 Smileys 21
3.5.2 Graphostilistische Mittel 22
4 Schlussbetrachtung 23
Literaturverzeichnis 24
1 Einleitung
Die rasante Entwicklung, die in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Computertechnologie stattgefunden hat, beeinflusst unser alltägliches Leben auf nachhaltige Weise. Mit der Entstehung des Internet und der weltweiten Vernetzung von Computern ist es möglich geworden, mit Menschen rund um den Globus in Kontakt zu treten. Populäre Dienste des ‚neuen’ Mediums sind E-Mail, Newsgroups und Chat; sie stellen zugleich neue Formen der Kommunikation dar, die unter dem Terminus ‚computervermittelte Kommunikation’ (CVK) subsumiert werden.
Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Chat, der als „innovativste dieser neuen Kommunikationsformen“ (Beißwenger 2000a) gilt. Durch ihn können sich Internet-Nutzer wahlweise zu zweit (‚Eins-zu-Eins’) oder mit mehreren Personen (‚Viele-zu-Viele’) anhand getippter Beiträge in Echtzeit ‚unterhalten’. Damit unterscheidet sich der Chat grundlegend von E-Mails oder Newsgroups, die nur eine zeitversetzte (asynchrone) Eins-zu-Eins- oder Eins-zu-Viele-Kommunikation zulassen. Auch Storrer (2002) verortet Chat im Hinblick auf „die Geschichte der Kommunikationsmedien“ als herausragendes Novum: „Zum ersten Mal wird schriftliche Sprache genuin und im großen Stil für die situationsgebundene, direkte und simultane Kommunikation genutzt“ (Storrer 2002: 4).
Seit Mitte der Neunziger Jahre beschäftigt sich die Sprachwissenschaft mit dem Auftreten sprachlicher Phänomene und Besonderheiten, die den beschriebenen Formen der Online- Kommunikation inhärent sind. Im Bereich des Chats konzentrierten sich die bislang publizierten Studien insbesondere auf die Frage nach der kommunikationstheoretischen Einordnung von ‚getippten Gesprächen’ zwischen den Polen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Neben der Erörterung dieser Frage soll – nach Vorstellung der technischen Grundlagen und Funktion von Nicknames – im weiteren Verlauf der Arbeit untersucht werden, welche Merkmale der gesprochenen Sprache in der Chat-Kommunikation aufzufinden sind und auf welche Weise sie im schriftlichen Medium realisiert werden können.1 Es schien mir in diesem Zusammenhang sinnvoll, ein eigenes Korpus von Chatmitschnitten in meine Untersuchungen mit einzubeziehen, um die gewonnenen Erkenntnisse besser veranschaulichen zu können.2
2 Die Grundlagen eines Chats
2.1 Technische Voraussetzungen
Chatten (engl. to chat) bedeutet soviel wie ‚plaudern’ oder ‚schwatzen’. Die Online- Kommunikation im Chat erfolgt synchron und kann mit dem Telefon oder CB-Funk verglichen werden. Der wesentliche Unterschied des Chats besteht jedoch darin, dass die Mitteilungen nicht mündlich, sondern in schriftlicher Form übermittelt werden. Die Interaktionspartner geben ihre Nachrichten über die Tastatur in ein Eingabefeld ein, die nach dem Betätigen der ‚Enter’-Taste (nahezu) zeitgleich auf dem Bildschirm der beteiligten Kommunikanten erscheinen. „Wie beim Telefonieren und beim CB-Funk erfolgt die Interaktion also direkt, synchron und wechselseitig, aber eben nicht sprechsprachlich, sondern schriftsprachlich.“ (Runkehl et al. 1998: 73)
Der Zugang zu den Chaträumen kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen: Der wohl bekannteste und meistgenutzte Chat ist der Internet Relay Chat (kurz: IRC). Der öffentlich zugängliche IRC – auch als die ‚Grande Dame’ des Netzchats bezeichnet – stellt ebenso wie das World Wide Web einen Teilbereich des Internet dar. Das im Jahre 1988 von dem Finnen Jarkko Oikarinen entwickelte Chat-System fand in einem Zeitraum von 10 Jahren beachtliche Verbreitung „und ist nunmehr ein weltumspannendes Kommunikationssystem mit Tausenden von Teilnehmern.“ (Ebd.: 73) Hohen Bekanntheitsgrad erreichte der Internet Relay Chat laut einer Weblegende „durch den Golfkrieg in Persien […], als Statusberichte in einem bestimmten Kanal durchgegeben wurden, in dem sich angeblich bald rund um die Uhr Tausende Leser aus der ganzen Welt tummelten, um Nachrichten über den Krieg zu hören.“ (Heine 2001: 92)
Die Kommunikation im IRC basiert auf dem Client-Server-Prinzip: Mit Hilfe eines speziellen Programms3 wird der Datenaustausch zwischen dem Computer des Nutzers und eines Chat- Servers ermöglicht. Nachdem die Verbindung zum Internet hergestellt ist, wird das entsprechende Chatprogramm aktiviert und die Verbindung zu einem IRC-Server aufgebaut. Aus Gründen der Einfachheit und Übersichtlichkeit ist der IRC in eine große Anzahl von frei wählbaren ‚Themenräumen’ (so genannten ‚Channels’) gegliedert, in denen man mit Gleichgesinnten über ein Thema plaudern kann (z.B. #windows, #haustiere etc.).4 Per IRCBefehl (/join #channel 5 ) erfolgt die Auswahl des entsprechenden Kanals; zuvor ist eine Anmeldung mit einem ‚Nickname’ (oder Pseudonym) erforderlich.
[....]
1 Ein direkter Vergleich zwischen der Kommunikationssituation im Chat und einem Gespräch im Face-to-Face-Setting kann aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit nicht geleistet werden. Ausgewählte Aspekte einer vergleichenden Untersuchung werden jedoch an einigen Stellen kurz erörtert. Es sei daher auf die Untersuchungen von Hinrichs (1998) und Bader (2002) hingewiesen, die sich intensiv mit der ‚Dialogform’ Chat auseinandersetzen.
2 Die Protokollierung der Chats erfolgte zwischen dem 20.08.2003 und 25.08.2003 in den Kanälen ‚Teenspirit’, ‚Teen-Date’, ‚Chat City’, ‚Schüler’ und ‚uni-online’ von www.chatcity.de An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei Martin Schneider und Markus Kämpf bedanken, die mir in technischen Fragen des Chats wertvolle Anregungen und Impulse geliefert haben.
3 Die für das Windows-Betriebssystem am weitesten verbreitete IRC-Software ist „mIRC“ (programmiert von Khaled Mardam-Bey).
4 Vgl. http://www.chatzentrale.de/cz_irc.shtml
5 Eine Liste der gängigen IRC-Befehle bietet die Seite http://www.ircfibel.de
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