Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Seminararbeit, 2003, 25 Seiten
Autor: Katja Fleck
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Details
Institution/Hochschule: Universität der Künste Berlin (Institut Gestaltung)
Tags: Anwendung, Wirkung, Filmmusik, Musik, Kontext
Jahr: 2003
Seiten: 25
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-22129-0
Dateigröße: 275 KB
Die Arbeit entstand während eines Seminars im 4. Fachsemester im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin. Das Thema der Arbeit betrifft die Schnittstelle zwischen Musik und Bild/Film und ist sowohl der Musikwissenschaft als auch der Filmwissenschaft zuzuordnen.
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Textauszug (computergeneriert)
UdK Berlin
Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation
Wintersemester 2002/03
Musik im kommunikativen Kontext
„Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar …” (A. de Saint-Exupéry)
… aber wir können es hören.
Anwendung und Wirkung von Filmmusik
Katja Fleck
Inhaltsverzeichnis
1 Filmmusik als Untersuchungsobjekt
2 Musik im Kino – die Anfänge
3 Akustik im Film
3.1 Die Vielfalt von Ton im Film
3.2 Filmmusik und ihr Verhältnis zu anderen akustischen Ereignissen
4 Funktionen, Techniken und Wirkungen von Filmmusik
4.1 Die Beziehung zwischen Bild und Musik
4.2 Funktionen von Filmmusik
4.3 Techniken – Wie wird Filmmusik eingesetzt?
4.4 Wirkungen von Filmmusik
4.4.1 Einflussgrößen
4.4.2 Wirkungsebenen
5 Filmmusikanalyse – zwei kurze Beispiele
5.1 Basic Instinct
5.2 Der letzte Mohikaner
6 Fazit
Anhang
Literaturverzeichnis
Bildquellen
1 Filmmusik als Untersuchungsobjekt
Es gibt Momente im Kino oder einsam auf der Couch vorm Fernseher, in denen es schwer fällt, dem laufenden Film zu folgen. Das große Gähnen wartet schon auf den geeigneten Zeitpunkt zur Entfaltung und das Hirn befindet sich auch bereits auf Rückzug. Und warum? Ein bedeutender Grund neben etwaigem Desinteresse oder genereller Abneigung gegenüber geistiger Anstrengung ist das Fehlen oder der mangelnde Einsatz von Filmmusik. Die Musik, die die Handlung eines Films begleitet oder gar in ihm eine inhaltliche Rolle spielt, ist der Teil des Films, der uns meist unbewusst, aber am schnellsten und tiefsten berührt. Das Ohr beziehungsweise unser auditives System ist unser wichtigstes Kommunikationssystem (vgl. Bullerjahn, S. 103). Gleich nach dem Gleichgewichtssinn entwickelt sich der Hörsinn im menschlichen Fötus, so dass ein Baby bereits die äußere Welt über ihre Geräusche kennenlernt, bevor es überhaupt in der Lage ist, die Färbung des Bauchs seiner Mutter wahrzunehmen. Mit unserer Fähigkeit zu hören ist es uns möglich, Töne zu differenzieren sowie die Entfernung und Richtung ihrer Entstehungsorte abzuschätzen (vgl. Zimbardo, S. 183ff.). Zwei wichtige Helfer für unsere Orientierung im Raum sind neben unseren Augen also auch unsere Ohren, die wie zwei daueraktive Radarschüsseln unsere Umgebung abtasten. Durch die Differenzierung von Tonhöhen, Lautstärken und Klangfarben kombiniert mit unserem Erfahrungswissen sind wir außerdem in der Lage, die feinsten Bedeutungsunterschiede der gesprochenen Wörter unserer Mitmenschen zu erkennen.
Das Auge ist das Sinnesorgan, über das der Mensch primär seine Umwelt wahrnimmt. Jedoch darf die Bedeutung des Hörsinns, unseres „ältesten” Sinns, nicht unterschätzt werden. Kein Film erzeugt seine maximale Wirkung, ohne dass die Musik ihren Beitrag dazu leistet. Denn Musik spricht direkt unsere Emotionen an, sagt uns sofort, ob eine Situation angenehm oder unangehm oder eine Person sympathisch ist. Sie lässt uns mitfiebern oder dahinträumen, weckt Sehnsüchte, Bilder von fernen Welten oder lässt uns Weinen – weil es zu schön ist oder zu traurig. In der Neuropsychologie wird angenommen, dass auditive Reize im Gegensatz zu visuellen direkt Emotionen auslösen können, da die Gehörnerven enger mit dem Limbischen System, dem ursprünglichsten, für alle Emotionen verantwortlichen Teil unseres Gehirns, verbunden sind. Hörinformationen sind daher besser vor der Zensur des Großhirns geschützt und erreichen oft ungebremst und unbewusst unser Emotionszentrum (vgl. Kreuzer, S. 124). Diese Kraft können Bilder allein nicht entfalten. Die Bilder auf der Leinwand sind zweidimensional, überlebensgroß, rechtwinklig beschnitten und unseren realen Seherfahrungen eigentlich äußerst fremd – auch wenn wir es mit der Zeit gelernt haben, nicht gleich bei jeder vorbeifahrenden Eisenbahn vor Schreck aufzuspringen. Erst durch unsere Interpretation, durch die wir das tatsächlich Gesehene relativieren und als Filmrealität konstruieren, erhalten die Bilder ihre Bedeutung. Die Filmmusik hingegen erreicht uns auf direktem Wege. Bei jedem erneuten Abspielen einer Filmrolle hören wir die Musik wieder in ihrer originären Form, ohne dass sie ihrer vielfältigen Dimensionalität und Komplexität beraubt wird. Filmmusik ist zwar in Hinblick auf die im Film dargestellte Welt „von den filmischen Ausdrucksmöglichkeiten die am wenigsten naturalistische” (Kreuzer, S. 118) – man will sich kaum ein Leben vorstellen, in dem jede Handlung und jeder Gedanke von illustrativen Streicherarrangements begleitet wird – dennoch ist eben diese Musik für den Zuschauer im Kino jedes Mal der realste Reiz und entwickelt dadurch eine Wirkungskraft, die den Bildern vorenthalten bleibt. Aus diesem Grunde steht die Anwendung und Wirkungsweise von Filmmusik im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit, die sich mit den Funktionen bzw. Zielen, Einsatztechniken, und Wirkungsbereichen von Filmmusik beschäftigt, wobei ich mich auf das Genre des kommerziellen Kinofilms à la Hollywood fokussiere und andere Filmformate, wie Dokumentationen, TV-Serien, Musicalfilme, Kunstfilme et cetera, in dene Filmmusik völlig andersartigen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, nicht in der Untersuchung berücksichtige. Auf die historische Entwicklung, die gerade für das Thema Filmmusik unumgänglich ist, wird der folgende Abschnitt nur kurz eingehen, da der Schwerpunkt dieser Arbeit auf den rein technischen bzw. praktischen Aspekten von Filmmusik liegen soll. Der Theorie folgt schließlich die Praxis, hier in Form der Analyse kurzer Sequenzen aus zwei Filmbeispielen am Ende dieser Arbeit.
2 Musik im Kino – die Anfänge
Noch bevor die Menschheit überhaupt ahnte, dass sich zweidimensionale Bilder bewegen könnten, gab es bereits einen Spezialisten für Filmmusik: Richard Wagner. Im 19. Jahrhundert bereits begründete er die ersten Grundregeln zum Einsatz von Musik als Handlungsbegleitung, ihre Wirkung auf die wahrgenommene Zeit, die Bedeutung der Leitmotivik für die handelnden Personen und für die gesamte Dramaturgie einer Geschichte. Er machte die Oper zu einem audiovisuellen Gesamterlebnis. Kein Wunder also, dass besonders seine Melodien, wie z.B. der Walkürenritt, als unerschöpfliches Verheizungsmaterial für die Musikarrangeure in der Zeit des Stummfilms (1896-1927) dienten.
In der Oper war Musik bereits ein fester Bestandteil der dargestellten Handlung. Im Kino wurde diese Tradition nur fortgeführt. Zunächst vertonte ein Pianist, eine kleine Kapelle oder ein Kinoorchester live vor Ort die gezeigten Stummfilme – oft improvisiert und genauso oft nur abgekupfert von den großen Komponisten des 19. Jahrhunderts. Die Dialoge wurden nachempfunden und Geräusche imitiert. Schnell kristallisierten sich bestimmte Standardmusiken heraus, die nach ihrer Thematik, ihrer emotionalen Stimmung und ihren Spannungs-, Bewegungs- und Helligkeitsgraden sortiert wurden, so dass es einem Filmorchester möglich war, mit einem festen Repertoire jeden erdenklichen Film zu begleiten. Es entwickelte sich eine Art Filmmusiksystematik, die heute noch großen Einfluss auf die Gestaltung von Filmmusik hat (vgl. Kreuzer, S. 32f., 59). Seit diesen Anfängen der Filmmusik haben sich grundlegende Filmmusikkonventionen etabliert, die unser heutiges Erleben im Kino steuern. Dazu gehören die Einstimmungsmusik am Anfang des Films, die unterschiedliche Bedeutungszuweisung zu den einzelnen Charakteren über die spezifische Motivik und vieles mehr.
[....]
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Funktionen von Filmmusik
Autor: Christoph TautzMusikwissenschaft, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 2,99 EUR
Komposition im Horrorfilm
Autor: Florian JungMedien / Kommunikation - Mediengeschichte, 2007 Als PDF-Datei downloaden für 29,90 EUR
P.S.Y.C.H.O angstessenseeleauf - Filmmusik
Autoren: Beatrice Bartsch, Beate ThomserMusikwissenschaft, 2001 Als PDF-Datei downloaden für 11,99 EUR
Bernard Herrmanns Filmmusik zu Alfred Hitchcocks 'Vertigo'
Autor: Christian DüringerMedien / Kommunikation - Film und Fernsehen, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 3,99 EUR
Der Praxeologiebegriff Dietrich Benners und die Lebensweltorientierung
Autor: Jan VersteegenPädagogik - Allgemein, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 3,49 EUR
Gewalt im Großen Terror
Autor: Hans-Joachim FrölichGeschichte - Ausland, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Zusammengesetzte Nomen (Komposita)
Autor: Tanja VorderstemannDeutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss., 2005 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Die Unzuverlässigkeit der Erzählung in Alfred Hitchcocks "Stage Fright"
Autor: Michael HimplerFilmwissenschaft, 2002 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: