Digitalradio in Deutschland - Momentaufnahme und Perspektiven (DAB) close Bitte warten


Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 41
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 66  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 282 KB
Archivnummer: V17605
ISBN (E-Book): 978-3-638-22142-9
ISBN (Buch): 978-3-638-64528-7
Anmerkungen :
Die Arbeit beleuchtet die Geschichte des Digitalradiosystems DAB (Digital Audio Broadcasting) und Entwicklung seit Anfang der 80er Jahre. Sie gibt einen ausführlichen Überblick über die aktuelle Lage von DAB und die Argumente der verschiedenen Beteiligten.

Zusammenfassung / Abstract

Rauschen und Knistern gehört zum Radio einfach dazu. Denn die populären Radioprogramme werden in Deutschland über UKW, also analog, ausgestrahlt. Da gibt es Funklöcher und Störungen, vor allem wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Mit dem Rauschen und Knistern im Radio soll jetzt Schluss sein – so wie in allen anderen Bereichen der Unterhaltungselektronik. Der CD-Klang hat vor etwa 15 Jahren überall die knisternde Schallplatte abgelöst, heute ist Musik aus dem PC auf dem Vormarsch. Filme schaut man zu Hause digital und ohne Bandsalat auf DVD, und auch das Fernsehen macht große Schritte in Richtung Digitalisierung. Der Schnee auf dem Bildschirm ist Schnee von gestern. In der digitalisierten Welt ist das Radio heute schon fast die einzige analoge Insel. Dabei ist die maßgeblich in Deutschland entwickelte Technik des Digitalradios schon seit etwa zehn Jahren ausgereift. Sie ist in ganz Europa und vielen Ländern anderer Kontinente standardisiert: Digital Audio Broadcasting, kurz DAB. DAB ermöglicht überall Radioempfang in CD-Qualität über die Antenne, und es kann weit mehr als nur Radioprogramme ausstrahlen. Auch Datendienste und Bilder sind mit dem Radio der Zukunft zu empfangen. Allerdings kauft kaum jemand die Digitalradio-Empfänger. Diese Hausarbeit soll die DAB-Technologie mit ihren Möglichkeiten, Vorteilen und Nachteilen vorstellen. Dabei ist der Blick auf die verschiedenen Beteiligten, also Sender, Hörer, Politik und Unterhaltungselektronik-Industrie gerichtet. Außerdem werde ich einen Überblick über die mittlerweile über zwanzig Jahre alte Geschichte dieser Technik geben. Aufbauend auf diese differenzierte Betrachtung möchte ich die aus meiner Sicht verbliebenen Chancen für eine erfolgreiche Markteinführung des digitalen Radiostandards DAB in Deutschland erörtern.

Textauszug (computergeneriert)

Digitalradio in Deutschland -
Momentaufnahme und Persperktiven (DAB)

Fabian Raphael

 

1 Einleitung  1

2 Grundlagen  2
2.1 Die Digitalradiotechnik DAB (Digital Audio Broadcasting)  2
2.1.1 Funktionsweise  3
2.2 Anwendungsmöglichkeiten  5
2.2.1 Hörfunkbezogene Möglichkeiten  5
2.2.2 Programmunabhängige Dienste (N-PAD)  7
2.2.3 Conditional Access  7
2.3 Konkurrenten des Digital Audio Broadcasting  8
2.4 Geschichte des Digitalradios (DAB) in Deutschland  9
2.4.1 Entwicklung und Planung  9
2.4.2 Pilotprojekte  11

3 Regelbetrieb und Momentaufnahme  14
3.1 Empfangssituation  14
3.2 Situation auf Senderseite  15
3.2.1 Öffentlich-rechtliche Sender  15
3.2.2 Private Sender  17
3.3 Situation auf Hörerseite  19
3.4 Situation auf Seite der Gerätehersteller  20
3.5 Digital Radio aus Sicht der Politik  21

4 Probleme des Digital Audio Broadcasting in Deutschland  23
4.1 Das Henne-Ei-Problem – ein Teufelskreis  24
4.2 Probleme auf Senderseite  25
4.2.1 Öffentlich-rechtliche Sender  25
4.3 Private Sender  26
4.4 Probleme auf Hörerseite  27
4.5 Probleme auf Seite der Gerätehersteller  27
4.6 Technische Probleme  28

5 Fazit – Hat Digital Audio Broadcasting eine Zukunft in Deutschland?  29

6 Zusammenfassung  32

7 Literaturverzeichnis:  34

 

1 Einleitung

Rauschen und Knistern gehört zum Radio einfach dazu. Denn die populären Radioprogramme werden in Deutschland über UKW, also analog, ausgestrahlt. Da gibt es Funklöcher und Störungen, vor allem wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Mit dem Rauschen und Knistern im Radio soll jetzt Schluss sein – so wie in allen anderen Bereichen der Unterhaltungselektronik. Der CD-Klang hat vor etwa 15 Jahren überall die knisternde Schallplatte abgelöst, heute ist Musik aus dem PC auf dem Vormarsch. Filme schaut man zu Hause digital und ohne Bandsalat auf Fabian Raphael Digitalradio in Deutschland

DVD, und auch das Fernsehen macht große Schritte in Richtung Digitalisierung. Der Schnee auf dem Bildschirm ist Schnee von gestern. In der digitalisierten Welt ist das Radio heute schon fast die einzige analoge Insel. Dabei ist die maßgeblich in Deutschland entwickelte Technik des Digitalradios schon seit etwa zehn Jahren ausgereift. Sie ist in ganz Europa und vielen Ländern anderer Kontinente standardisiert: Digital Audio Broadcasting, kurz DAB. DAB ermöglicht überall Radioempfang in CDQualität über die Antenne, und es kann weit mehr als nur Radioprogramme ausstrahlen. Auch Datendienste und Bilder sind mit dem Radio der Zukunft zu empfangen. Allerdings kauft kaum jemand die Digitalradio-Empfänger. Diese Hausarbeit soll die DAB-Technologie mit ihren Möglichkeiten, Vorteilen und Nachteilen vorstellen. Dabei ist der Blick auf die verschiedenen Beteiligten, also Sender, Hörer, Politik und Unterhaltungselektronik-Industrie gerichtet. Außerdem werde ich einen Überblick über die mittlerweile über zwanzig Jahre alte Geschichte dieser Technik geben. Aufbauend auf diese differenzierte Betrachtung möchte ich die aus meiner Sicht verbliebenen Chancen für eine erfolgreiche Markteinführung des digitalen Radiostandards DAB in Deutschland erörtern.

2 Grundlagen

Um die Vorzüge und Probleme der Digitalradiotechnologie und die Argumente der beteiligten Interessengruppen nachvollziehen zu können, ist es zunächst wichtig, einen kurzen Einblick in die Technik, die Entwicklungsgeschichte des Digitalradios und die Rahmenbedingungen zu gewinnen. Dazu soll dieses Kapitel dienen.

2.1 Die Digitalradiotechnik DAB (Digital Audio Broadcasting)

Bevor die Entwickler Anfang der 80er Jahre begannen, DAB technisch umzusetzen, stellten sie Anforderungen an das neue Radiosystem auf. Es sollte sich von der analogen UKW-Technik insbesondere durch eine bessere digitale Klangqualität unterscheiden. Der Klang sollte ähnlich rein und Fabian Raphael Digitalradio in Deutschland

störungsfrei sein wie der einer CD.1 Anders als bei der ursprünglichen Planung des UKW-Standards Ende der 40er Jahre, spielte für DAB der gute, mobile Empfang bei Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h (schnell fahrendes Auto oder Zug) bei gleichbleibender Qualität eine große Rolle.2 Durch Komprimierung der Audiodaten sollte es in Zukunft nicht mehr zu Frequenzknappheiten kommen. Diese sind nämlich heute ein großes Problem für die Versorgung per UKW.3 Es sollte durch DAB möglich sein, mehr Sender in Deutschland zuzulassen und somit eine größere Vielfalt zu erreichen. Außerdem musste DAB, ähnlich wie das alte Radiosystem, eine flächendeckende Rundfunk-Grundversorgung in Deutschland gewährleisten können. Weiterhin sollte es Zusatzinformationen zu den Radioprogrammen (Datendienste) übertragen.

Ziel war schließlich auch, dass die Empfangsgeräte auf Hörerseite finanzierbar sein müssen, auf Senderseite sollten die Ausstrahlungskosten gesenkt werden.4 Mit diesen Ansprüchen gingen die Entwickler daran, DAB aus der Taufe zu heben und entwickelten die notwendigen Technologien. Die zentralen technischen Merkmale sollen im Folgenden kurz umrissen werden.

2.1.1 Funktionsweise

Durch ineinandergreifende Technologien macht DAB es möglich, mehr Programme in besserer Qualität auf weniger Frequenzen auszustrahlen (Frequenzökonomie). So können sechs bis acht Sender auf nur einer Frequenz verbreitet werden.5 Außerdem kann im gesamten Sendegebiet, im Gegensatz zu UKW, die selbe Frequenz verwendet werden (Gleichwellenbetrieb).6

[....]


1 vgl. Kuhn, Christian M.: Digital Audio Broadcasting (DAB) – Das Rundfunksystem der Zukunft. Prognose der Nutzungspotentiale einer innovativen Hörfunktechnologie. Empirische Untersuchung zur Beschreibung und Bewertung der Entwicklungsmöglichkeiten von DAB. München. 1993. S. 9

2 vgl. Bischoff, Jürgen: Die Perspektiven digitaler Hörfunkübertragung. Status Quo von Digital Audio Broadcasting (DAB) und möglicher alternativer Übertragungsverfahren. Eine Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Berlin. 2001. S. 18

3 vgl. Götz, Alexandra: Digital Radio breitet sich aus. In: Funkschau Handel. Heft 07/2002. S. 18

4 vgl. Kuhn. 1993. S. 9f.

5 vgl. Freyer, Ulrich: Digitaler Rundfunk. URL: http://www.alm.de/digi.htm (Stand: 15. August 2003, 19:25 Uhr)

6 vgl. Faehndrich, Henner: DAB-Pilotprojekt Baden-Württemberg. Stuttgart. 1998. S. 16

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