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Form und Funktion fremder Suffixe im Gegenwartsdeutschen

Thesis (M.A.), 2002, 68 Pages
Author: Wolfram Baier
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Thesis (M.A.)
Year: 2002
Pages: 68
Grade: 1,8
Language: German
Archive No.: V17615
ISBN (E-book): 978-3-638-22146-7
ISBN (Book): 978-3-638-73763-0
File size: 678 KB

Abstract

Diese Arbeit behandelt die Wortbildung mit fremden Suffixen im Gegenwartsdeutschen. In der Forschungsliteratur wird die Bildung neuer Wörter mittels Suffixen unter die Oberbegriffe Ableitung, Derivation oder Suffigierung gefasst. Andere Wortbildungsarten wie Komposition, Präfigierung oder Konversion gehören nicht zum Gegenstand dieses Beitrages. Die fremden Suffixe werden synchronisch auf ihre Form und Funktion im System des heutigen Deutsch hin vornehmlich unter analytischer, nicht synthetischer Betrachtung untersucht. Im Vordergrund stehen somit die Wortgebildetheit bereits existierender Wörter und die Analyse ihrer Struktur, nicht allein die produktiven Modelle und Regeln für potentielle Wortbildungen. Nach Klärung der Fragen: Was bedeutet der Ausdruck ‚fremd‘ in der Wortbildung des Deutschen? und Was ist das Schwierige an der Wortbildung mit fremden Suffixen? bertrachte ich aus verschiedenen Blickwinkeln die jüngere Fremdwortbildungsforschung. Am Beispiel der Untersuchungen zum Suffix -(at)ion weise ich dann empirisch auf der Basis einer eigens erstellten Wörterliste nach, dass die bisherigen Forschungsergebnisse unzureichend und intransparent sind. In diesem Hauptteil entwickle ich eine eigene Konzeption zur Analyse und Segmentierung fremdsprachlicher Ableitungen. Die methodischen Grundlagen fußen vor allem auf die Arbeiten von Fuhrhop (1998) und Plank (1981). Dann üperprüfe ich auf der Basis der Wörterliste, ob das alternative Konzept tatsächlich die Fremdwortsuffigierung plausibler beschreiben kann. Das Ziel der Arbeit ist es, die ausdrucksseitig sehr komplexen fremdsprachlichen Suffigierungen durch die Bildung von Stammparadigmen transparenter darzustellen und die Anzahl der Suffixvarianten zu vermindern. Die formal-morphologische Untersuchung fremdsprachlicher Wörter und Suffixee nimmt dabei einen größeren Raum ein als die funktional-semantische Klassifizierung. Denn gerade hinsichtlich des morphologischen Status von fremden Elementen und der formalen Ableitungsbeziehungen divergieren die Auffassungen in der Forschung. Die Arbeit folgt aber nicht einer bestimmten Grammatik- oder Wortbildungstheorie.


Excerpt (computer-generated)

 

Form und Funktion fremder Suffixe
im Gegenwartsdeutschen

Magisterarbeit
in der Philosophischen Fakultät II
(Sprach- und Literaturwissenschaften)
der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

vorgelegt von

Wolfram Baier

Dezember 2002

Inhalt

A Einführung ... 2
A.1 Was bedeutet ‚fremd′ in der Wortbildung des Deutschen? ... 2
A.2 Schwierigkeiten bei der Wortbildung mit fremden Suffixen ... 6
A.3 Vorgehensweise der Arbeit ... 7

B Forschungsüberblick: Deutsche Fremdwortbildung ... 9
B.1 Kategorisierung fremdsprachlicher Elemente ... 10
B.1.1 Konfixe 11 B.1.2 Fremde Suffixe ... 13
B.2 Analyse von Fremdwortbildungen ... 16
B.2.1 Stammorientierte versus wortorientierte Analyse ... 17
B.2.2 Lexembasierte versus zeichenbasierte Analyse ... 19
B.3 Bildung von Stammparadigmen ... 21

C Entwicklung einer eigenen Methode ... 26
C.1 Die Formvarianz des Suffixes -(at)ion ... 26
C.1.1 Die Analysen von Wellmann und Dittmer ... 27
C.1.2 Überprüfung der Ergebnisse von Wellmann und Dittmer ... 29
C.2 Methodische Grundlagen für eine alternative Analyse ... 32
C.3 Stammparadigmen-Diskussion ... 36
C.3.1 Widersprüche in Fuhrhops Konzeption ... 38
C.3.2 Modifiziertes Stammparadiga ... 40

D Ergebnisse der Untersuchung ... 44
D.1 Funktion des modifizierten Stammparadigmas ... 44
D.2 Nominale und verbale Derivationsstammformenbildung ... 46
D.3 Form und Funktion fremder Suffixe ... 49

E Zusammenfassung ... 50

Abbildungsverzeichnis ... 51

Literaturverzeichnis ... 52

Anhang ... I-VI

 

A Einführung
Diese Arbeit behandelt die Wortbildung mit fremden Suffixen im Gegenwartsdeutschen. In der Forschungsliteratur wird die Bildung neuer Wörter mittels Suffixen unter die Oberbegriffe Ableitung, Derivation oder Suffigierung gefasst. Andere Wortbildungsarten wie Komposition, Präfigierung oder Konversion gehören nicht zum Gegenstand dieses Beitrages. Die fremden Suffixe werden synchronisch auf ihre Form und Funktion im System des heutigen Deutsch hin vornehmlich unter analytischer, nicht synthetischer Betrachtung untersucht. Im Vordergrund stehen somit die Wortgebildetheit bereits existierender Wörter und die Analyse ihrer Struktur, nicht allein die produktiven Modelle und Regeln für potentielle Wortbildungen.1 Zwei Aspekte müssen im Vorfeld geklärt werden. Erstens: Was bedeutet der Ausdruck ‚fremd‘ in der Wortbildung des Deutschen? Zweitens: Was ist das Schwierige an der Wortbildung mit fremden Suffixen?

A.1 Was bedeutet ‚fremd‘ in der Wortbildung des Deutschen?
Das Attribut ‚fremd‘ in der Sprachwissenschaft bezog sich lange Zeit nur auf die Charakterisierung von Entlehnungen auf der Wortebene und fand seine Anwendung in einer gesonderten lexikographischen Behandlung und sprachreinigenden Bekämpfung.2 Die fremde Herkunft aus dem diachronisch-etymologischen Blickwinkel war das entscheidende Kriterium für die Abgrenzung der Fremdwörter von Lehn- und Erbwörtern. 3 Der Wortbildung mit fremdem Sprachmaterial wurde kaum Aufmerksamkeit gewidmet.4

Erst die synchronisch-strukturelle Sprachbetrachtung eröffnete mit den Begriffen Zentrum und Peripherie einen neuen systematischen Zugriff auf entlehntes bzw. fremdsprachliches Sprachmaterial im Deutschen. Auf den unterschiedlichsten Sprachebenen beschäftigen sich nun alle Disziplinen der Linguistik mit dem Fremdwort, dem fremden Element oder Merkmal. Phonologische, morphologische, graphematische, lexikalische und soziologisch-pragmatische Merkmalsraster werden entwickelt, um den Grad der Integration ins deutsche Sprachsystem festzustellen.5 Die Zuschreibungen Fremdwort, Lehnwort, deutsch und fremd werden diachronisch und synchronisch in Frage gestellt, uminterpretiert und wieder verworfen.6 In jüngster Zeit erhielt die Diskussion durch die Rechtschreibreform, die Sprachkontakt- und Internationalismenforschung und durch die Überarbeitung des Deutschen Fremdwörterbuchs (DFWB) einen neuen Schub. Die reiche Forschungsliteratur dazu kann nicht in der ganzen Fülle vorgestellt werden.7

Die Fremdwort-Diskussion hat sich zwar weithin vom sprachpuristischen Erbe gelöst, ist aber bei weitem noch nicht abgeschlossen. Die unterschiedlichen Standpunkte wirken sich natürlich auch direkt auf die Wortbildung aus, zumal sie als Schnittpunkt der Sprachebenen und die sie beschreibenden Disziplinen gelten kann.8 Festzuhalten bleibt, dass der Fremdwort-Begriff zu jeder Zeit ein extrem konsensgebundener, zeitabhängiger und relativer Begriff ist, der nur durch den Begriff des Eigenen bestimmt werden kann.9

In den neueren synchron-strukturellen Grammatiken hat sich überwiegend eine Abgrenzung von fremd/egogen und heimisch/indigen nach grammatischen Eigenschaften und nicht nach der Herkunft durchgesetzt.10 Eisenberg formuliert diese Auffassung folgendermaßen: „Die traditionellen Begriffe Fremdwort, Lehnwort und Erbwort sind für eine Wortgrammatik des gegenwärtigen Deutsch ungeeignet, weil sie auf die Herkunft abheben. [...] Die nichtfremden sind genau die, welche in Hinsicht auf ihre phonologischen und morphologischen Eigenschaften nicht auffallen und in diesem Sinne zum Kern des Wortschatzes gehören.“11

In dieser Arbeit wird das Attribut ‚fremd‘ im Sinne von ausdrucksseitig ‚fremdsprachlich sein‘ verwendet. Ein fremdsprachliches Wort/Element enthält ein oder mehrere für eine Fremdsprache charakteristische, für das Deutsche uncharakteristische Merkmale.12 Ich übernehme infolgedessen Munskes These von der zweifachen Struktur des Deutschen, wobei „Fremdwortschatz und indigener Wortschatz aufgrund je spezifischer Reproduktionsmöglichkeiten und je spezifischer ausdrucksseitiger Teilstrukturen partiell eigene Ausdruckssysteme des deutschen Gesamtsystems [bilden].“13 Das heißt, dass mit den Entlehnungen aus anderen Sprachen nicht nur Lexeme und neue Bedeutungen ins Deutsche aufgenommen wurden und werden, sondern zugleich neue Laute, Grapheme, Morpheme, Akzentregeln und Wortbildungsmittel.14 Die zweifache Struktur drückt sich demnach auch in der Wortbildung aus. „Denn durch die Isolierung und produktive Verwendung von Fremdaffixen in Fremdwörtern wie auch durch die Einbeziehung entlehnter Basen in die indigene Wortbildung (tolerierbar, Toleranzgebot) hat der Fremdwortschatz seinen Status als Ansammlung entlehnter Fremdelemente verloren und ist zu einem gleichrangigen, wenn auch nach wie vor spezifischen Teil des deutschen Gesamtsystems geworden.“15

Für die Wortbildung sind natürlich nicht alle Wortentlehnungen interessant, sondern nur die, die entweder schon als morphologische komplexe Wörter entlehnt werden oder durch Reanalyse im Deutschen als morphologisch komplex segmentiert werden können.16 Beides begegnet dem Wortbildungsforscher größtenteils bei griechischen, lateinischen und französischen Entlehnungen, die auch den größten Anteil im Fremdwortschatz besitzen. Mit den Wortentlehnungen werden auch Wortbildungsmuster und Wortbildungsmittel ins Deutsche transferiert, nach deren Vorbild und mit denen komplexe Fremdwörter innerhalb des Deutschen gebildet werden.17 Die fremdsprachlichen, im Deutschen produktiven Wortbildungselemente sind häufig durch Morphematisierung griechisch-lateinischer lexikalischer Entlehnungen entstanden.18 In der Forschung wird diese Bildung von „deutschen“ Fremdwörtern auf der morphologischen Basis entlehnter Elemente und Wortbildungsmittel als Lehnwortbildung oder auch als neoklassische Wortbildung bezeichnet.19

Obwohl schon Polenz in den 1960er Jahren auf dieses Phänomen aufmerksam machte, ist die Lehnwortbildung erst zwanzig Jahre später durch das aus der Neubearbeitung des DFWB entstandene Projekt „Lexikon zur deutschen Lehnwortbildung (LWB)“ am Institut für deutsche Sprache (IdS) umfassend erforscht worden.20 Ein Blick ins Herkunftsregister des DFWB zeigt, dass eindrittel der Belege lehngebildete „deutsche“ Fremdwörter sind, 32 Prozent sind griechisch-lateinischer und zwanzig Prozent französischer Herkunft, aus dem Italienischen und Englischen gelangten jeweils vier Prozent in den Fremdwortschatz.21

Die Unterscheidung zwischen Wortentlehnung und Lehnwortbildung kann aber nur unter diachroner Perspektive erfolgen.22 Deswegen bevorzugt Müller bei einer synchronen Analyse von fremdem Sprachmaterial in der Wortbildung den Terminus Fremdwortbildung anstatt Lehnwortbildung.23 „Für die diachrone Fremdwortbildungsforschung ist die Frage relevant, ob es sich bei einem Fremdwort um Lexementlehnung handelt (also beispielsweise um ein Lehnwort aus dem Lateinischen oder Griechischen) bzw. um die Entlehnung einer nichtdeutschen Fremdwortbildung (z.B. des Französischen, Italienischen, Spanischen, Englischen etc.) oder ob eine deutsche Fremdwortbildung vorliegt.“24 Bei synchroner Betrachtung hingegen ist nicht die Differenzierung ‚entlehnt‘ oder ‚nicht entlehnt‘ relevant, sondern die ausdrucksseitige Unterscheidung in ‚fremd‘ oder ‚nicht fremd‘. „Zum Gegenstandbereich ‚Deutsche Wortbildung‘ gehören somit zwei Teilbereiche: Der Bereich der indigenenen Wortbildung und der Bereich der exogenen Wortbildung (Fremdwortbildung), die im ganzen eigenständige Wortbildungssysteme darstellen, aber in Gestalt von Hybridbildungen (Kombination exogener und indigener Morpheme) miteinander verbunden sind.“25

Da diese Arbeit sich synchron und gegenwartsbezogen mit fremden Suffixen in der deutschen Wortbildung beschäftigt, werden im Sinne Müllers der diachrone Aspekt, der Entlehnungsvorgang, die Herkunft und die Entwicklung der produktiven entlehnten Morpheme keine Rolle spielen. Ich gehe also davon aus, dass sich ein fremdsprachliches Suffix von einem deutschen Suffix in seiner phonologischen, prosodischen, graphematischen und morphologischen, das heißt in seiner ausdrucksseitigen Distribution, unterscheidet. Im nächsten Abschnitt erläutere ich Schwierigkeiten, die bei der Analyse von Derivationen mit fremden Suffixen begegnen.

[...]


Die bibliographischen Angaben werden mit dem Nachnamen des Autors und Erscheinungsjahr der verwendeten Auflage angegeben. Die vollständigen Angaben sind dem Literaturverzeichnis zu entnehmen.

1 Zu den Begriffen Wortbildung – Wortgebildetheit, Analyse – Synthese, Produktivität – Aktivität vgl. Erben (2000) S. 49f.; Gauger (1992); Olsen (1986) S. 2ff. und 17f. Siehe auch bei Fleischer/Barz (1995) S.53ff. die Unterscheidung in analytische Wortbildungstypen und synthetische Wortbildungsmodelle.

2 Vgl. zur Geschichte der Fremdwortlexikographie und zum Sprachpurismus Polenz (1967/1979); Kirkness (1975); Olt (1987); Gardt (2001).

3 Vgl. die Kritik an dieser „volkstümlichen“ Abgrenzung von Mackensen (1972) S. 6ff.

4 Vgl. aber Habermanns Aufsatz (2000) zu fremden Wortbildungselementen in deutschen Gra mmatiken des 17. bis 19 Jahrhunderts.

5 Vgl. die nach unterschiedlichen grammatischen Kriterien entwickelten Merkmalsraster zur Unterscheidung von Lehnwort, Fremdwort und heimischen Wort von Iluk (1974); Heller (1980). Polenz (1967/1979) macht in seinem wegweisenden Aufsatz den Vorschlag, den ganzen Wortschatz synchron nach sprachsoziologischen und stilistischen Kriterien zu gruppieren und nicht mehr nach formal-grammatischen Prinzipien in assimiliertes Lehn- und nicht integriertes Fremdwort zu unterscheiden.

6 Vgl. zu den Begriffsdiskussionen und zum Verhältnis von Diachronie zur Synchronie hinsichtlich der Behandlung von lexikalischen Entlehnungen unter anderem W. Müller (1976); Kirkness (1976); Duckworth (1977); Link (1983); Eisenberg/Baurmann (1984).

7 Siehe unter vielen anderen Veröffentlichungen besonders die Sammelbände von Braun (1979) zur Fremdwort-Diskussion, von Hoppe/Kirkness/Link et al. (1987) zur Lehnwortbildung, von Zabel (1987) zur Fremdwortorthographie, von Braun/Schaeder/Volmert (1990) und Munske/Kirkness (1996) zur Internationalismenforschung und von Stickel (2001) zur aktuellen Fremdwortlexikographie.

8 Vgl. Kastovsky (1982) S. 15f.; Lipka/Günther (1981) S. 13f.

9 Vgl. Gardt (2000) S. 34. Gardt betont, dass Sprachwissenschaftler jeder Generation nicht nur Eigenschaften des Sprachsystems beschreiben, sondern durch die Art und Weise der Beschreibung das System beeinflussen und Sprachwirklichkeit schaffen. Hier S. 32: „In ihren Grammatiken, Rhetoriken, Stilistiken, Wörterbüchern und sprachtheoretischen Essays ‚ist‘ dasjenige ein Fremdwort, was die Autoren dazu erklären, und diese Erklärungen wandeln sich je nach sprachtheoretischer, gesellschaftlicher, politischer oder ästhetischer Überzeugung.“

10 Fremde Wörter weichen nach dieser Auffassung mehr oder weniger ausdrucksseitig stark vom Kernsystem des Deutschen ab. Die Grenzen sind aber fließend und der Integrationsvorgang wird als Kontinuum aufgefasst bzw. als wechselseitige Beeinflussung beider Systeme. Vgl. zur Integration Eisenberg (2001); Gardt (2001); Munske (2001); speziell zur Transferenz und Integration französischer Entlehnungen Volland (1986).

11 Eisenberg (1998) S. 37; Vgl. Munske (2001) S. 27: „Bald wird die Unterscheidung von Erbwort, Lehnwort und Fremdwort nur noch eine lexikographis che Reminiszenz sein.“

12 Vgl. zu dieser Begriffsprägung und ihrer Begründung W. Müller (1976) S. 217.

13 Munske (1988) S. 50. Munske weist dem Deutschen den Status einer Mischsprache zu (S. 68f.) Die Inhaltsseite wird ausgeklammert, weil sie nicht ausdrucksseitig erkennbar vom indigenen System abweicht. Hier S. 51: „Das Inhaltssystem einer Sprache wie auch die syntagmatischen Strukturen der Syntax und Wortbildung kennen nichts Fremdes, allenfalls Geläufiges oder weniger Geläufiges, und dies unterliegt vielfältigen pragmatischen Bedingungen.“ Vgl. auch Munske (2001) S. 7ff. Siehe auch schon Fleischer (1977), hier S. 110: „Die Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, daß sich neben dem System der heimischen [...]Bildungsmittel und Bildungsweisen ein Teilsystem herausgebildet hat, das mit Elementen fremdsprachlicher Herkunft auf der Basis der Wortbildungsstrukturen des Deutschen operiert.“

14 Vgl. Munske (1988) S. 49. Siehe auch Schmitt (1995); Bergmann (1998).

15 Munske (1988) S. 62.

16 Vgl. Eisenberg/Baurmann (1984) S. 17. Zur Reanalyse vgl. Plank (1981) S. 67ff.; Eisenberg (1998) S. 233f; Fuhrhop (1998) S. 37ff. und 104f.

17 Vgl. Munske (1988 und 2001); Volmert (1996). Siehe speziell zu französischen Suffixen im Deutschen Volland (1986).

18 Zur Morphematisierung vgl. Erben (2000) S. 141ff.

19 Vgl. Polenz (1967/1979); Munske (1988); Bergmann (1998) spricht auch von europäischer Wortbildung, da die aus dem Lateinischen und Griechischen entlehnten Morpheme, Lexeme und Wortbildungsmuster in vielen eurpäischen Sprachen vergleichbare produktive Wortbildungsreihen aufweisen.

20 Vgl. den Forschungsbericht Hoppe/Link/Kirkness (1987). Siehe auch schon Link (1983) mit einer ersten Hauptlemmaliste der produktiven Lehnelemente. Vgl. schon den Terminus Lehnbildung bei Betz (1944 und 1959) und dessen Vorschlag eines Lehnbildungswörterbuchs. Auch Eisenberg/Baurmann (1984) S. 18 benutzen Lehnbildung für Wortbildungen im Deutschen mit produktiven entlehnten morphologischen Bestandteilen..

21 Vgl. Herkunftsregister in Band 7 des DFWB (1988).

22 Zu den Abgrenzungsschwierigkeiten vgl. Munske (1988) S. 65. Zur diachronen Behandlung von Fremdwörtern und Fremdelementen vgl. Kirkness (1976 und 1987); W. Müller (1976); Link (1983 und 1988); Schmidt (1987a).

23 Fleischer/Barz (1995) S. 61 und Habermann (2000) S. 79 halten den Begriff Lehnwortbildung für missverständlich und favorisieren ebenfalls den Terminus Fremdwortbildung.

24 Müller (2000) S. 118.


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