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Scholary Paper (Seminar), 2003, 14 Pages
Author: Peter Faulstich
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present
Details
Institution/College: LMU Munich (Philosophie)
Tags: Herrschaft, Begriffs, Nichtidentische, Adorno, Seminar
Year: 2003
Pages: 14
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22191-7
File size: 150 KB
Titel des Seminars: Dialektik der Aufklärung (Horkheimer/Adorno)
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Excerpt (computer-generated)
LMU - SS/2003
Seminar: Dialektik der Aufklärung (Horkheimer/Adorno)
Philosophie
Herrschaft des Begriffs und das Nichtidentische
Peter Faulstich
I. Einleitung
II. Der Versuch das Einzelne zu retten
III. Das Nichtidentische
IV. Schlussteil
„Erkenntnis, die den Inhalt will, will die Utopie“ (Adorno, ND 65)
In Anbetracht der Aufgabenstellung verzichte ich auf einen biografischen Vorspann der Autoren sowie auf eine historische Einordnung deren Werkes „Dialektik der Aufklärung“. Dennoch möchte ich als Hinführung zum eigentlichen Thema dieser Hausarbeit auf einen kurzen inhaltlichen Abriss nicht verzichten.
Um mein Thema zu konkretisieren, beziehe ich mich nicht nur auf die Dialektik der Aufklärung, insbesondere das erste Kapitel über den Begriff der Aufklärung, selbst, sondern auch auf Adornos „Negative Dialektik“, des weiteren auf zwei Aufsätze, die im Rahmen der Adorno-Konferenz von 1983 vorgetragen wurden: 1. Michael Theunissen/ Negativität bei Adorno; 2. Herbert Schnädelbach/ Dialektik als Vernunfkritik. Zur Rekonstruktion des Rationalen bei Adorno;
Auch wenn beide Autoren für jedes Wort der bekannten Schrift einstehen, liegt der Focus der Rezeptionen bei Adorno. Es ist vielleicht einfach so, dass Adorno im Anschluss an die „Dialektik der Aufklärung“, die 1947 erschienen ist, mehr Veröffentlichungen als Horkheimer herausgebracht hat, und der Zugang zumindest quantitativ über ihn leichter erscheint.
I. Einleitung
Ein Hauptanliegen der Autoren Horkheimer und Adorno in der „Dialektik der Aufklärung“ war nicht weniger als die Tatsache zu erklären, „warum die Menschheit, anstatt in einen menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt“ 1. Das heißt nicht, dass Aufklärung wegen dieses Unheils von den Autoren verdammt wird. Nein, darin hegen sie eine Dichotomie, die zum einen daraus besteht, dass „die Freiheit in der Gesellschaft vom aufklärenden Denken unabtrennbar ist“ , allerdings „der Keim zu jenem Rückschritt“ 2 bereits enthalten ist. Diesem Enthaltensein des Rückschritts gilt es durch gedankliche Reflexion entgegenzuwirken, wobei die Methode der Reflexion ihrerseits eine typische Methode der Aufklärung ist. Bleibt die Frage, ob hier nicht der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird? Die Autoren jedenfalls lassen in ihrer Vorrede erkennen, über dieses im Bilde zu sein. Die Herrschaft der Vernunft im Allgemeinen wird als Aufklärung bezeichnet, deren Instrument der Begriff ist. Die beiden bekannten Thesen lauten3:
1. schon der Mythos ist Aufklärung
2. Aufklärung schlägt in Mythologie zurück
Bereits der Mythos gebraucht das Werkzeug des Begriffes, davor verhielt sich der Mensch magisch zur Natur, durch die Mimesis. Die Natur wird durch das Regiment der Vernunft verdoppelt in Schein und Sein, Innen und Außen, Subjekt und Objekt, darauf ausgerichtet, sie zu beherrschen.
Diese Versachlichung geht mit einer Entfremdung einher, die das Verhältnis der Menschen zueinander durchdringt und schließlich das Subjekt selbst. Aufklärung schlägt deshalb in Mythologie zurück, weil am Ende das Subjekt widerstandslos dieser Herrschaft ausgesetzt ist. „Die Menschen bezahlen die Vermehrung ihrer Macht mit der Entfremdung von dem, worüber sie Macht ausüben. Die Aufklärung verhält sich zu den Dingen wie der Diktator zu den Menschen.“ 1 Der Mythos soll das Ziel verfolgen, das gefährliche Außen zu bannen und Ängste zu nehmen. Ähnlich verfährt die Aufklärung mit den Dingen. Das denkende Subjekt wird zum Zentrum einer berechenbaren Welt. „Es ist der Mensch“ lautet die Antwort des Ödipus auf das Rätsel der Sphinx2, die auch gut zur Parole der Aufklärung taugen würde.
Während das Symbol im Mythos noch auf das Besondere abzielte, es wollte es repräsentieren, wenn es auch nicht versuchte sich ihm anzugleichen, wie in der Aufklärung der Begriff dem Gegenstand, treten Bild und Begriff dort auseinander, was eine Trennung von Kunst und Wissenschaft zur Folge hat. Mit der fortschreitenden Distanzierung des Menschen von der Natur wurde erst die Mimesis und dann der Mythos verdrängt und durch Sprache und Begriff ersetzt, bis hin zu dem Wunschgedanken die Welt als ein „gigantisches analytisches Urteil“3 zu erfassen. Erst durch die Herrschaft über die Natur mit Hilfe des identifizierenden Denkens können sowohl diese selbst als auch das Subjekt identifiziert werden. „Diese Identität konstituiert die Einheit der Natur“4.
II. Der Versuch das Einzelne zu retten
[....]
1 Horkheimer/Adorno: Dialektik der Aufklärung, Fischer Verlag, 1988, S.1
2 a.a.O. S.3
3 a.a.O. S.6
1 a.a.O. S.15
2 Vgl. Horkheimer/Adorno, Dialektik der Aufklärung, Fischer Verlag, 1988, S.13
3 a.a.O. S.33
4 a.a.O. S.15
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