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Sozialpsychologie: Sozialisation und Soziales Lernen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 23 Pages
Author: Thomas Hanifle
Subject: Psychology - Social Psychology

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 23
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V17700
ISBN (E-book): 978-3-638-22199-3

File size: 226 KB


Excerpt (computer-generated)

Sozialpsychologie: Sozialisation und Soziales Lernen

 


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG 3

2 URSPRÜNGE UND DEFINITION DER SOZIALPSYCHOLOGIE 4

3 SOZIALISATION 6

3.1 SOZIALES LERNEN 8

3.1.1 DIE VERHALTENSPSYCHOLOGISCH-BEHAVIORISTISCHE PERSPEKTIVE 8

3.1.1.1 SKINNERS LERNTHEORIE 8

3.1.2 DIE KOGNITIVE PERSPEKTIVE 11

3.1.2.1 LERNEN AM MODELL (BANDURA) 12

3.1.3 ROLLENLERNEN 15
3.1.4 DIE THEORIE DER SOZIALEN IDENTITÄT 16

4 AUSBLICK 20

5 LITERATURVERZEICHNIS 23

 

 


1 Einleitung

„Einer der bedeutendsten und bemerkenswertesten Vorgänge im menschlichen Leben ist die Wandlung vom hilflosen Kleinkind zum reifen Erwachsenen. Kein anderes Lebewesen erfährt einen so anhaltenden und intensiven Entwicklungsprozeß, und nirgendwo in der Tierwelt ist der Unterschied zwischen Neugeborenem und Erwachsenem so groß. Im Laufe seiner Entwicklung lernt das Kind eine oder mehrere Sprachen, eine Fülle von Erfahrungstatsachen (...) und eine Unmenge an Wissenstoff. Parallel dazu übernimmt es Einstellungen und Werte, von denen einige sich auf moralische Standards beziehen und einige bestimmte Arten der Beziehung zur Umwelt ausdrücken, etwa Liebe und Haß, Hilfsbereitschaft oder Kränkung gegenüber anderen.“ 1 Die Sozialpsychologie beschäftigt sich hauptsächlich mit den sozialen Gesichtspunkten dieser Entwicklung und bezeichnet die Prozesse, die aus der Beziehung des einzelnen zu anderen Personen resultieren, als Sozialisation.

In diesem Teil der Seminararbeit möchte ich mich dieser Sozialisation bzw. Soziales Lernen aus sozialpsychologischer Sicht nähern. Es geht mir vor allem darum, die Meinung bzw. Annäherungsweise der Sozialspsychologie an dieses Forschungsthema darzustellen. Dabei erhebe ich jedoch nicht den Anspruch, jeglichen Aspekt dieses Themas abzudecken, sondern werde nur einen Einblick in diesen Gegenstand gewähren. Zu Beginn dieser Arbeit möchte ich mich kurz mit den Ursprüngen der Sozialpsychologie auseinandersetzen und eine Defintion dieser Disziplin festlegen. Der Hauptteil konzentriert sich auf die Sozialisation im allgemeinen und im speziellen auf das Soziale Lernen. Hier werde ich mit Hilfe der Darstellung von anerkannten Lerntheorien versuchen, die verschiedenen Perspektiven der Sozialpsychologie zu erörtern. Außerdem wird der Prozess des Rollenlernens und die Theorie der sozialen Identität von Tajfel Platz finden.

2 Ursprünge und Definition der Sozialpsychologie

Ihre Wurzeln hat die Sozialpsychologie in der kulturvergleichenden Psychologie (Völkerpsychologie), der pragmatistischen Gesellschaftsanalyse und der experimentellen Psychologie, die sich um die Jahrhundertwende zu einer neuen Sozialwissenschaft verdichteten. Sie wird als ein Grenzgebiet zwischen Soziologie und Psychologie angesehen, in dem psychische Sachverhalte (Vorstellungen, Emotionen, Handlungsbereitschaften) als Wirkungen sozialer Bedingungen und Beziehungen und zwischenmenschliche Beziehungen als Grundlage für umfassendere soziale Strukturen und Prozesse analysiert werden. Beide Betrachtungsweisen treten in ihrer Extremform als Soziologismus (sozialer Determinismus) bzw. psychologischer Reduktionismus auf. Sozialpsychologie ist in ihrem Selbstverständnis keine soziale Psychologie, die sich vorrangig mit gesellschaftlichen Problemfeldern befaßt, sondern eine empirische Disziplin, die im Bereich sozialer Mikrophänomene, wie Einstellungswandel, Interaktionsprozesse oder Gruppenstrukturen, Grundlagenforschung betreibt und dabei Erklärungen anstrebt, die weder auf individuelle Eigenschaften reduziert noch unmittelbar von historisch-gesellschaftlichen Strukturzusammenhängen abgeleitet werden. Obwohl ihre mögliche Anwendung in alle gesellschaftlichen Bereiche hineinreicht, kann gegenwärtig erst ansatzweise von einer angewandten Sozialpsychologie in Verbindung mit Sozialisationsforschung, Meinungs-, Marktforschung und der Analyse von Arbeitsprozessen gesprochen werden. Die ersten Arbeiten zur Sozialpsychologie standen im Banne der biologisch-evolutionären Theorie, im Sinne eines auf soziale Zusammenhänge übertragenen Darwinismus, der soziale Erscheinungsformen von Kooperation und Konflikt, Konformität und Abweichung auf gutartige und bösartige menschliche Instinkte, Bedürfnisse und Fähigkeiten zurückführte.

[...]


1 Secord/Backman, 1997, S. 575


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