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Thesis (M.A.), 2003, 84 Pages
Author: Marc Seifert
Subject: African Studies
Details
Tags: Anlage, Schulwörterbuches, Rumanyo, Namibias)
Year: 2003
Pages: 84
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22256-3
File size: 505 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität zu Köln
Institut für Afrikanistik
Zur Anlage eines modernen Schulwörterbuches im Rumanyo
(Bantusprache Namibias)
Magisterarbeit
eingereicht von
Marc Seifert
Köln, im Juli 2003
Inhalt
1. Einleitung ... 1
1.1. Das Projekt ... 2
1.2. Aufbau der Arbeit ... 2
2. Sprache und Kultur ... 5
2.1. Zur Geschichte und Kultur der Sprecher des Rumanyo ... 5
2.2. Ausgewählte Elemente des Rumanyo ... 9
2.2.1. Zuordnung und Klassifikation des Rumanyo ... 9
2.2.2. Dialektale Abweichungen ... 10
2.2.3. Phonologie, Prosodologie, Morphologie ... 10
2.3. Die Zielgruppe ... 11
2.3.1. Zur Bestimmung der Zielgruppe ... 12
2.3.2. Das Rumanyo-Wörterbuch und seine Zielgruppe ... 16
Einleitung zum Hauptteil ... 19
3. Die Datenerhebung ... 21
3.1. Zur Erhebung lexikografischer Daten ... 21
3.1.1. Informantenbefragung im Feld ... 26
3.1.2. Lexikostatistische Wortlisten ... 27
3.2. Die Erhebung der vorliegenden Daten ... 27
3.2.1. Nyangana 1965 ... 28
3.2.2. 35 dunkle Jahre ... 29
3.3. Eine Bestandsaufnahme des vorliegenden Materials ... 31
4. Die Datenaufbereitung ... 33
4.1. Theorie der Datenaufbereitung ... 33
4.1.1. Schnittpunkt Datenerhebung – Datenaufbereitung – Datenanalyse ... 33
4.1.2. Eingrenzung des Arbeitsschritts der Datenaufbereitung ... 33
4.2. Probleme der Übersetzung ... 34
4.3. Computergestützte Datenaufbereitung ... 35
4.3.1. Anforderungen an eine lexikalische Datenbank ... 36
4.3.2. Computergestützte Textanalyse und Korpusauswertung ... 37
4.4. Zur Aufbereitung der Daten des Rumanyo-Wörterbuches ... 38
5. Die Datenanalyse ... 40
5.1. Geschichte und Theorie der Lexikografie der Bantusprachen ... 40
5.2. Die lexikalische Makrostruktur ... 44
5.2.1. Nomen ... 44
5.2.2. Nasalklasse ... 46
5.2.3. Verben und Adjektive ... 46
5.2.4. Erweiterte Verbformen und Verbalderivate ... 47
5.2.5. Ideophone, Interjektionen und Lehnwörter ... 48
5.3. Die lexikalische Mikrostruktur ... 49
5.3.1. Aufbau des Artikels und Reihenfolge der Elemente ... 50
5.3.2. Bestandteile des Artikels I: Wortartbezeichnungen und grammatische Formen ... 52
5.3.3. Bestandteile des Artikels II: Sachgebiete und Stilebenen ... 54
5.3.4. Bestandteile des Artikels III: Übersetzung, Kontextualisierung und Beispiele ... 55
6. Die Darstellungsform ... 60
6.1. Sortierung der Wörterbucheinträge ... 60
6.2. Zur Darstellungsform von Printwörterbüchern ... 61
6.3. Alternative Darstellungsformen ... 63
6.4. Typologie des Rumanyo-Wörterbuches ... 67
7. Kritische Zusammenfassung und Ausblick ... 69
8. Bibliografie ... 72
8.1. Literaturverzeichnis ... 72
8.2. Verzeichnis der Tabellen, Bilder und Karten ... 78
8.3. Abbreviaturenverzeichnis ... 79
Anhang A
Anhang B
Kapitel 1
1. Einleitung
Wörterbücher. Was veranlasst Menschen sie zu verwenden? Welchen Stellenwert nehmen sie in der Gesellschaft ein? Wer vermag dies wohl endgültig zu beantworten?
Unstrittig ist, dass sie bei jedwedem ernsthaften Umgang mit einer Sprache, sei es im Alltag, in den Wissenschaften und nicht zuletzt im Schul- und Fremdsprachenunterricht zum Einsatz kommen. Seit Erfindung der Schrift schaffen und verwenden Menschen Wörterbücher um Sprachen zu dokumentieren, zu standardisieren, zu lernen – zu verstehen.
Viele Sprachen sind mehr oder weniger mit Wörterbüchern versorgt, andere hingegen überhaupt nicht. Wörterbücher helfen, Sprachen miteinander zu vergleichen, die Beziehungen der Sprachen untereinander zu erkennen. Alle Sprachen verdienen Wörterbücher und jeder Mensch verdient die Möglichkeit, sie zu verwenden. Jedoch ist die Anlage eines Wörterbuches kein leichtes Unterfangen und der Umgang damit will gelernt sein. Dies geschieht vor allem in der Schule und dort insbesondere durch den Fremdsprachenunterricht.
Auch bei der Identifikation mit der eigenen Kultur – und dazu stellt die Sprache ein hervorragend geeignetes Hilfsmittel bereit – leisten Wörterbücher unschätzbare Dienste. Gerade auf diesem Gebiet ist Afrika jedoch weitgehend unterentwickelt geblieben. Afrikanische Sprachen genießen kaum großes Ansehen, bleiben als Vernakulär- und Nationalsprachen und auch als kulturelles Status- und Identifikationssymbol zumeist hinter den europäischen Sprachen zurück.
Mit Sicherheit können derartige soziokulturelle Probleme nicht allein durch die Erforschung jener Sprachen oder gar die Bereitstellung geeigneter Grammatiken und Wörterbücher gelöst bzw. eliminiert werden Hier besteht aber die Möglichkeit den Grundstein für ein Fundament zu legen. Die Erforschung afrikanischer Sprachen und die daraus resultierende Publikation von Nachschlagewerken, einhergehend mit der Standardisierung und Anerkennung durch Autoritäten wie z.B. einer Schulbehörde, eines Bildungsministeriums etc., sowie der Einsatz im Schulunterricht und in der Erwachsenenbildung können ein bedeutender Impetus dafür sein.
Daher bleibt die Erstellung eines Wörterbuches, zumal eines Schulwörterbuches in einer bisher kaum beschriebenen Sprache wie dem Rumanyo, ausgerichtet an aktuellen Erkenntnissen der Lexikografie und der Erforschung von Bantusprachen, aller Hürden zum Trotz ein gewaltiges Unterfangen mit hehrem Ziel, an dessen Verwirklichung Teil haben zu dürfen, sich jeder Wissenschaftler glücklich schätzen kann.
1.1. Das Projekt
Das Schulwörterbuch des Rumanyo soll als gemeinschaftliche Arbeit aus einem Teilprojekt des ‚Sonderforschungsbereich 389 – ACACIA – Kultur- und Landschaftswandel im ariden Afrika’ an der Universität zu Köln hervorgehen. Innerhalb dieses Projekts arbeiten mehrere Afrikanisten und Studenten der Afrikanistik, angeleitet von Professor Dr. Wilhelm J.G. Möhlig seit über einem Jahrzehnt an der Erstellung eines solchen Wörterbuches. Das Schulwörterbuch stellt dabei lediglich einen ersten Schritt auf dem Weg zur Herausgabe eines umfassenden und standardisierten wissenschaftlichen Wörterbuches dar. Die Anfänge der Arbeiten am Rumanyo liegen jedoch viel weiter in der Vergangenheit und datieren bereits in den 1960er-Jahren, als Wilhelm Möhlig sich mit dem Ziel der Anfertigung einer Grammatik zu wissenschaftlichen Vergleichszwecken im Einzugsgebiet der Manyo aufhielt. Die Idee einer Trilogie aus monografischer Grammatik, Kompendium historischer Texte und Wörterbuch überdauerte nicht nur die grausame Zeit der südafrikanischen Apartheidspolitik, die sich auch über das Staatsgebiet des, im südwestlichen Afrika liegenden, heute unabhängigen Nationalstaates Namibia hinaus auswirkte, sondern hat bis in das Jahr 2003 hinein Bestand. Ein zweiter Feldforschungsaufenthalt im Jahre 1996 diente einer Erweiterung und Kontrolle des bereits erhobenen Datenbestandes. Politische Wirren im Zusammenhang mit den für die namibische Bildungs- und Sprachpolitik verantwortlichen Counterparts sowie personelle Veränderungen verlangsamten das fortschreitende Gedeihen ebenfalls. Um so mehr erfüllt es den Verfasser mit einem gewissen Stolz, nun als Beteiligter mit dieser Arbeit einen nicht unbedeutenden Beitrag zur Vollendung eines derart gewaltigen und komplexen Langzeitvorhabens leisten und einer baldigen Veröffentlichung entgegensehen zu dürfen.
1.2. Aufbau der Arbeit
Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, die theoretisch-methodologische Grundlage zur Erstellung bzw. Anlage eines modernen Schulwörterbuches (in der Folge kurz rMWB genannt) des Rumanyo, einer im nordöstlichen Namibia angesiedelten Bantusprache, zu liefern.
Da mit der Lexikografie, wie spätestens im Verlauf der Arbeit deutlich werden wird, ein sehr heterogenes Fachgebiet vorliegt und die Erstellung des angestrebten Wörterbuches wie jedes derartige Projekt kaum mit anderen gesellschaftlichen oder linguistischen Projekten vergleichbar ist, erscheint die herkömmliche Aufteilung einer Magisterarbeit in je einen theoretischen, methodischen und praktischen Teil nicht sonderlich erfolgversprechend. Wie die moderne Lexikografie, so verlangt auch diese sehr spezielle Aufgabe nach neuen Lösungen, die zur Aufgabe althergebrachter Wege zwingen. Auf der Suche nach Neuem wurde über den Tellerrand einer bewährten Praxis hinausgesehen – wo immer dies angebracht erschien, um diese als Fundament für modifizierte Methoden fungieren zu lassen. Ein solches Verfahren verlangt nach Hinweisen zum Aufbau der Arbeit.
Es wird keine Ausführungen zu einer allgemeinen Theorie der Lexikografie geben. Vielmehr sollen innerhalb eines jeden Abschnitts Theorie, Methode und Praxis entsprechend den spezifischen Bedürfnissen erarbeitet werden. Aufgrund des stark begrenzten Raumes können neben der Erörterung allgemeiner Theorien in den einzelnen Abschnitten lediglich diejenigen Methoden vorgestellt und diskutiert werden, die letztlich in der Praxis auch zur Anwendung kommen. Alternativen werden mit Verweisen auf weiterführende Literatur zwar angegeben, können jedoch nur selten und wo es sinnvoll erscheint ausführlicher behandelt werden. So erklären auch Bergenholtz et. al. (1990: S. 1611), dass die mit der jeweils angewandten Methode verbundenen Probleme nicht „losgelöst von den jeweiligen lexikographischen Zielen diskutiert werden“ können.
Insgesamt wurde versucht, den gesamten Aufbau der Arbeit chronologisch auszurichten und zwar derart, wie man tatsächlich beim Aufbau eines Wörterbuches vorgehen sollte. Einer Vorbereitungsphase, in der neben einer Einarbeitung in die spezifischen Begebenheiten der Sprache und Kultur auch die zukünftige Zielgruppe zu bestimmen ist, folgen die Erhebung, Aufbereitung und Analyse der Daten. Schließlich muss ein Gestaltungsentwurf festgelegt werden. Eine kritische Zusammenfassung verhilft dazu, das Wörterbuch in einen Gesamtrahmen quantitativ und qualitativ einzuordnen, sowie Anregungen und Perspektiven zur Fortsetzung der Arbeiten bis hin zu einem standardisierten, wissenschaftlichen Wörterbuch bereitzustellen.
Dem Hauptteil der Arbeit, der mit den Abschnitten drei bis fünf den Fokus auf die zentralen Aufgaben dieses Projekts, der Erhebung, Aufbereitung und Analyse des sprachlichen Materials richtet, wurde eine separate Einleitung vorangestellt, in der detaillierter auf die einzelnen Kapitel eingegangen wird.
Während der gesamten Arbeit wurde versucht, beide Teile Rumanyo-Englisch und Englisch-Rumanyo gleichermaßen zu berücksichtigen, jedoch kann dies nicht immer gelingen. Das primäre Ziel liegt jedoch in der Lösung auftretender Probleme, die während der Anlage des Rumanyo-Lexikons entstehen, da über das Englische detaillierte Informationen z.B. auch aus bereits bestehenden, monolingualen Wörterbüchern entnommen werden können. Prinzipiell würde zu rein wissenschaftlichen Zwecken sogar ein Englisch-Rumanyo-Index genügen, der auf die zu empirischen Wörterbuch- oder Sprachvergleichen benötigten Informationen im Rumanyo hinweist.
Die Verwendung von konkreten sprachlichen Beispielen erfolgt, der Anschaulichkeit wegen, zumeist mit Beispielen aus europäischen bzw. anderen Bantusprachen. Dazu wurden einige bereits etablierte Lexika und wegweisende Standardwerke der Wörterbuchforschung sowie der Bantuistik und Bantulexikografie herangezogen. Sprachbeispiele dieser Art bieten nach Ansicht des Verfassers eine bessere Vergleichbarkeit als neu gebildete Beispiele aus einer Sprache, für die bisher noch nicht einmal ein Wörterbuch existiert. Beispiele aus dem Rumanyo kommen primär dort zum Einsatz, wo sie zur Darstellung tatsächlicher oder späterer Einträge des Rumanyo-Wörterbuches dienen, also z.B. während der Datenanalyse oder dem Abschnitt zur Darstellungsform.
Abschließend soll kurz auf das, im Titel auftretende Qualitativum ‚modern’ eingegangen werden. Was, abgesehen von der Tatsache, dass es das erste Wörterbuch dieser Sprache sein wird, ist daran nun modern? Als modernes Wörterbuch kann das rMWB gesehen werden, weil es zum Einen an den aktuellen Ergebnissen und Strömungen der lexikografischen Forschung sowie der Bantuistik ausgerichtet ist, wie z.B. der Orientierung an einer zuvor empirisch bestimmten Zielgruppe, dem Einsatz moderner Methoden der elektronischen Datenverarbeitung und computerbasierter Verfahren zur Erstellung von Wörterbüchern (wie z.B. speziell generierte Datenbanken) und zum Anderen, da aktuelle politische und soziologische Strömungen, nämlich die sprachpolitische Verbindung der Dialekte Rushambyu und Rugciriku zu einer Schulsprache Rumanyo berücksichtigt werden.
2. Sprache und Kultur
Da eine Sprache nach Ansicht des Verfassers in jedem Falle sehr eng mit der Kultur ihrer Sprecher verbunden ist, kommt eine sprachwissenschaftliche Abhandlung nicht ohne ein grundlegendes Verständnis derselben aus. Darüber hinaus erscheint es wenig sinnvoll, ein Wörterbuch zu erstellen, ohne zuvor eine Zielgruppe zu bestimmen, auf die es zugeschnitten sein soll.
[...]
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