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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 11 Pages
Author: Iris Baumgärtel
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions
Details
Institution/College: University of Constance (Fachbereich Geschichte und Soziologie)
Tags: Georg, Simmels, Theorie, Erkenntnis, Einfluss, Diltheys, Seminar, Soziologie, Theorie, Erkenntnis
Year: 2002
Pages: 11
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22287-7
ISBN (Book): 978-3-638-78821-2
File size: 182 KB
Simmel möchte die eigentlich naturwissenschaftliche Methode des Erklärens auch in der Soziologie als anwendbar zeigen und außerdem das Kollektive im Gegensatz zu Diltheys individualistischem Realismus hervorheben. Simmel widmet sich in seinem 1892 erstmals erschienenen Buch "Probleme der Geschichtswissenschaft" unter anderem auch der Theorie des historischen Erkennens.
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Abstract
Georg Simmel (1858-1918) zählt, obwohl er von Hause aus Philosoph war, zu den bedeutendsten Klassikern der modernen Soziologie und sein Schaffen erlangte internationale Aufmerksamkeit. Als Privatdozent an der Berliner Universität zog er die Hörerschaft durch Bezüge zu alltagsrelevanten Zusammenhängen und seine Analysen zeitgeschichtlicher Sachverhalte an. In seinem Werk, das mehr als 20 Bücher und über 300 Aufsätze umfasst, erscheint Simmel als hervorragender Kantphilologe und Dante-Kenner und generell werden seine breit gefächerten Interessensgebiete ersichtlich und seine Einflüsse sind in den unterschiedlichsten Fachbereichen zu finden. Durch seine Detailgenauigkeit und Abhandlungen über alltägliche, scheinbar banale Dinge, wie z.B. den Brief oder auch nur den Henkel einer Vase gilt er als der Begründer der Alltagssoziologie. Simmels Bestreben war es, die Berechtigung der Soziologie als eigenständige Wissenschaft zu verteidigen, wobei er sich hier hauptsächlich auf Einwände des Philosophen Wilhelm Dilthey stützt, welcher in seiner Einleitung in die Geisteswissenschaften (1883) die Soziologie als „gigantische Traumidee“ abtut. Simmel geht auf das Problem methodologisch zu und möchte die eigentlich naturwissenschaftliche Methode des Erklärens auch in der Soziologie als anwendbar zeigen und außerdem das Kollektive im Gegensatz zu Diltheys individualistischem Realismus hervorheben. Aus erkenntnistheoretischer Sicht wurde es nun seit der Einleitung in die Geisteswissenschaft notwendig, aufbauend auf Kants Kategorien für die (naturwissenschaftliche) Erkenntnis, die Bedingungen der Möglichkeit des historischen Erkennens zu erfassen. Dieser Frage widmet sich Simmel in seinem 1892 erstmals erschienenen Buch Probleme der Geschichtswissenschaft, in dem er unter anderem auch die „Theorie des historischen Erkennens“ beschreibt, die im Folgenden näher erläutert werden soll. Dabei soll jedoch die Auseinandersetzung mit Dilthey nicht außer Acht gelassen werden.
Excerpt (computer-generated)
Georg Simmels Theorie der historischen
Erkenntnis unter dem Einfluss Diltheys
IRIS BAUMGÄRTEL
Inhalt
Einführung 3
Die Theorie des historischen Erkennens
- Erleben und Erkennen – 4
Simmel, Dilthey und der Historismus 6
Literatur 10
Einführung
Georg Simmel (1858-1918) zählt, obwohl er von Hause aus Philosoph war, zu den bedeutendsten Klassikern der modernen Soziologie und sein Schaffen erlangte internationale Aufmerksamkeit. Als Privatdozent an der Berliner Universität zog er die Hörerschaft durch Bezüge zu alltagsrelevanten Zusammenhängen und seine Analysen zeitgeschichtlicher Sachverhalte an. In seinem Werk, das mehr als 20 Bücher und über 300 Aufsätze umfasst, erscheint Simmel als hervorragender Kantphilologe und Dante-Kenner und generell werden seine breit gefächerten Interessensgebiete ersichtlich und seine Einflüsse sind in den unterschiedlichsten Fachbereichen zu finden. Durch seine Detailgenauigkeit und Abhandlungen über alltägliche, scheinbar banale Dinge, wie z.B. den Brief oder auch nur den Henkel einer Vase gilt er als der Begründer der Alltagssoziologie. Simmels Bestreben war es, die Berechtigung der Soziologie als eigenständige Wissenschaft zu verteidigen, wobei er sich hier hauptsächlich auf Einwände des Philosophen Wilhelm Dilthey stützt, welcher in seiner Einleitung in die Geisteswissenschaften (1883) die Soziologie als „gigantische Traumidee“1 abtut. Simmel geht auf das Problem methodologisch zu und möchte die eigentlich naturwissenschaftliche Methode des Erklärens auch in der Soziologie als anwendbar zeigen und außerdem das Kollektive im Gegensatz zu Diltheys individualistischem Realismus hervorheben.
Aus erkenntnistheoretischer Sicht wurde es nun seit der Einleitung in die Geisteswissenschaft notwendig, aufbauend auf Kants Kategorien für die (naturwissenschaftliche) Erkenntnis, die Bedingungen der Möglichkeit des historischen Erkennens zu erfassen. Dieser Frage widmet sich Simmel in seinem 1892 erstmals erschienenen Buch Probleme der Geschichtswissenschaft, in dem er unter anderem auch die „Theorie des historischen Erkennens“ beschreibt, die im Folgenden näher erläutert werden soll. Dabei soll jedoch die Auseinandersetzung mit Dilthey nicht außer Acht gelassen werden.
Die Theorie des historischen Erkennens
- Erleben und Erkennen -
[...]
1 Nach: Dahme 1987, S.33
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