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Hausarbeit, 2003, 29 Seiten
Autor: Patrick Kiesch
Fach: Politik - Pol. Systeme - Historisches
Details
Tags: Ursachen, Zusammenbruch
Jahr: 2003
Seiten: 29
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-22290-7
ISBN (Buch): 978-3-638-84218-1
Dateigröße: 8169 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Das Ziel in dieser Arbeit besteht darin zu klären, welche Faktoren für den Umsturz in der DDR ausschlaggebend waren. Im besonderen Maße wird vor dem Hintergrund der Reformanstöße aus der Sowjetunion und die daraus folgende SED-Politik die Rolle der Oppositionsbewegung und des Volkes in der DDR analysiert. Die Oppositionsbewegungen werden in diesem Zusammenhang auf der gleichen Ebene wie die Bürgerbewegungen oder Bürgerinitiativen gestellt, also eine organisierte Gruppenstruktur. Daneben steht der zerstreute, spontane Widerstand aus dem Volke heraus, der sich zahlenmäßig immer stärker zu den einzelnen Demonstrationen zusammenfand und seinen Unmut äußerte. Beide Elemente führten zu der Entmachtung der Parteielite, jedoch soll an dieser Stelle ihre unterschiedliche Bedeutung herausgearbeitet werden. Der Hauptteil dieser Arbeit konzentriert sich auf den Auslöser für die Unzufriedenheit der Bevölkerung und der Oppositionsgruppen. Dass die DDR-Führung letztlich gestürzt wurde, liegt m. E. nicht in den Reformprozessen selbst, die von der Sowjetunion ausgingen, sondern vielmehr in den Reaktionen der SED-Führung auf die politischen Veränderungen und den daraus entstandenen Revolutionsbewegungen innerhalb des Volkes. Aus diesem Grunde soll an verschiedenen Ereignissen aufgezeigt werden, wie die SED selber den Unmut der DDR-Bevölkerung auf sich zog und ihren eigenen Zusammenbruch herbeiführte. In einem abschließenden Fazit werden die verschiedenen Ergebnisse zusammengetragen und in einem Zusammenhang gebracht, der unter anderem verdeutlicht mit welchen Problemen eine Gesellschaft behaftet ist, die sich ein fremdes System anschließt.
Textauszug (computergeneriert)
Ursachen für den Zusammenbruch der DDR
von Patrick Kiesch
1. EINLEITUNG 1
2. BILDUNG VON OPPOSITIONEN 3
2.1 ERSTE BÜRGERBEWEGUNGEN IN DER DDR 3
2.2 OPPOSITIONSGRUPPEN VOR UND NACH 1989 6
3. DIE ISOLIERUNG DER SED DURCH DEN REFORMPROZESS 8
3.1 DIE GEFÄLSCHTEN KOMMUNALWAHLEN 11
3.2 REAKTION DER SED AUF DIE EREIGNISSE IN CHINA 13
3.3 DER 40. JAHRESTAG DER DDR 15
4. WIDERSTAND AUS DEM VOLK HERAUS 17
4.1 FLUCHTWELLEN AUS DER DDR 18
4.2 ÖFFENTLICHER PROTEST IN DER DDR 21
5. FAZIT 23
LITERATURVERZEICHNIS 26
1. Einleitung
Alles in der DDR geschehe "mit dem Volk, durch das Volk und für das Volk". "Arbeite mit, plane mit, regiere mit". Dieser angeblich wichtigster Artikel in der DDR-Verfassung sollte die Richtlinie für die theoretische und praktische Arbeit der SED sein. Doch in fast allen gesellschaftlichen Bereichen sah sich die DDR-Bevölkerung an einen erheblichen Mangel an Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ausgesetzt. Die oberste Maxime für die Machtelite in der DDR war nicht die demokratische Selbst- und Mitbestimmung für alle Bürger sondern die eigene Herrschaftssicherung und der Erhalt der politischen Stabilität. Um dieses Machtverhältnis durchzusetzen übte die SED eine bürokratische Herrschaft aus, in der ihr Führungsanspruch nicht in Frage gestellt werden durfte. Zwar waren die Menschen sozial abgesichert und ihnen wurde auch ein Mindestmaß an Wohlstand garantiert, doch wurde ihnen damit verbunden die politische Meinungsfreiheit und das funktionsgerechte Mitwirken genommen. Bis Mitte der 80er- Jahre konnte die Führung der DDR die wirtschaftlichen und politischen Defizite ausgleichen, doch die Unzufriedenheit mit einer Politik, die vor allem das Prinzip der Gleichheit betonte, wuchs. Mit der Ernennung Gorbatschows als Staatssekretär und Oberhaupt der Sowjetunion trat 1986 ein politischer Richtungswechsel ein. Den Staaten des Warschauer Pakts wurde weitgehende Autonomie in der Gestaltung ihrer inneren Ordnung gewährt. Ihnen wurde zugebilligt ihre politischen Systeme zu demokratisieren, insbesondere des Partei- und Staatsapparats, Wirtschaftsreformen konnten angestrebt werden und freie Wahlen zugelassen werden. Zudem galt es mehr Menschenrechte und individuelle Freiheiten einzuführen, um ein freies künstlerisches Schaffen und eine kritische Diskussion der eigenen Geschichte zu ermöglichen. Doch die DDR-Führung weigerte sich, diesen neu gewonnen Spielraum für politische Reformen zu nutzen, indem sie die Diskussionen über die neuen Ideen in der Partei und der Öffentlichkeit unterdrückten.
Mit dieser Politik distanzierte sich die SED-Führung immer weiter von ihrer Bevölkerung. Das Konfliktpotential und der Reformdruck im eigenen Land stieg sukzessiv an. Es kam erstmalig 1989 zu der Bildung von Oppositionsgruppen, in denen sich verschiedene Gesinnungen vereinten und die versuchten Veranstaltungen zu organisieren, in denen es möglich wurde, sich kritisch zu äußern. Parallel zu diesen Bürgerinitiativen formulierten immer mehr DDR-Bürger öffentlich ihren Protest. Die Zahl der Demonstrationen und ihrer Teilnehmer, die sich gegen die SED-Herrschaft richteten, nahm weiter zu. Eine Verkettung verschiedener Ereignisse führte dann im November 1989 zu der erzwungenen Grenzöffnung und dem späteren Niedergang des SED-Regimes.
Das Ziel in dieser Arbeit besteht darin zu klären, welche Faktoren für den Umsturz in der DDR ausschlaggebend waren. Im besonderen Maße wird vor dem Hintergrund der Reformanstöße aus der Sowjetunion und die daraus folgende SED-Politik die Rolle der Oppositionsbewegung und des Volkes in der DDR analysiert. Die Oppositionsbewegungen werden in diesem Zusammenhang auf der gleichen Ebene wie die Bürgerbewegungen oder Bürgerinitiativen gestellt, also eine organisierte Gruppenstruktur. Daneben steht der zerstreute, spontane Widerstand aus dem Volke heraus, der sich zahlenmäßig immer stärker zu den einzelnen Demonstrationen zusammenfand und seinen Unmut äußerte. Beide Elemente führten zu der Entmachtung der Parteielite, jedoch soll an dieser Stelle ihre unterschiedliche Bedeutung herausgearbeitet werden. Der Hauptteil dieser Arbeit konzentriert sich auf den Auslöser für die Unzufriedenheit der Bevölkerung und der Oppositionsgruppen. Dass die DDR-Führung letztlich gestürzt wurde, liegt m. E. nicht in den Reformprozessen selbst, die von der Sowjetunion ausgingen, sondern vielmehr in den Reaktionen der SED-Führung auf die politischen Veränderungen und den daraus entstandenen Revolutionsbewegungen innerhalb des Volkes. Aus diesem Grunde soll an verschiedenen Ereignissen aufgezeigt werden, wie die SED selber den Unmut der DDR-Bevölkerung auf sich zog und ihren eigenen Zusammenbruch herbeiführte.
In einem abschließenden Fazit werden die verschiedenen Ergebnisse zusammengetragen und in einem Zusammenhang gebracht, der unter anderem verdeutlicht mit welchen Problemen eine Gesellschaft behaftet ist, die sich ein fremdes System anschließt.
2. Bildung von Oppositionen
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