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Other, 2003, 75 Pages
Author: Dipl. Päd., Andragogin Cornelia Leistner
Subject: Pedagogy - Job Education, Occupational Training, Further Education
Details
Tags: Wandel, Rollenverteilung, Familie, Aufgaben, Familienbildung
Year: 2003
Pages: 75
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22308-9
ISBN (Book): 978-3-638-69993-8
File size: 726 KB
Eine Abschlussarbeit im Zusatzstudium Andragogik
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Abstract
Die Familie als primäre Sozialisationsinstanz des Kindes hat aufgrund der vielfältigen sozialen Funktionen in den Erziehungs-, Bildungs- und Ausbildungsprozessen eine herausragende Bedeutung. Muss (1999) bezeichnet die Familie sogar als die Lebensform, die „die effektivste körperliche, emotionale, soziale und intellektuelle Entwicklung von Kindern gewährleistet“ (ebd, 116). So liegt die Vermutung nahe, dass eine gestörte Entwicklung des Kindes im Zusammenhang mit den familiären Bedingungen steht. Die Leistungen, die Familien selbst vollbringen sind nicht zu unterschätzen. Familienbildung als Medium der Prävention von dysfunktionalen Familien erscheint in diesem Zusammenhang von großem Interesse für das professionelle pädagogische (und andragogische) Handeln. Doch es stellt sich die Frage, wie kann die institutionelle Familienbildung den Anforderungen der heutigen pluralistischen Gesellschaft (Ferchoff, 1999) , in der „der Zerfall der Familie“ (Rauchfleisch, 1997) alltäglich von der Boulevardpresse thematisiert wird, entsprechen? Inwiefern findet die Veränderung der Familienrealität ihren Ausdruck in den Angeboten der institutionellen Familienbildung. Auch stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob Familienbildung überhaupt nötig ist. Diese und ähnliche Fragestellungen werden in der vorliegenden Arbeit anhand der Darstellung der Situation der Familienbildung beantwortet. Aus der Thematik der vorliegenden Arbeit und dem zugrunde liegenden Ansatz ergibt sich folgende Grobgliederung: Im ersten Teil sollen Familie als Institution und ihre Entwicklung zu pluralistischen Familienformen, ihrem Funktionswandel sowie heutige soziale Bedingungen als Gegenstand der Familienbildung vorgestellt werden. Im zweiten Teil werden Grundlagen und Entwicklung der Familienbildung dargestellt. Im Mittelpunkt steht hier die Darstellung der heutigen Situation der Familienbildung angesichts des Wandels von Familie: Durch eine Auseinandersetzung mit Problemen, Grenzen und Kritik an der Familienbildung wird eine Annährung an die Thematik versucht. Eine thesenartige Gegenüberstellung der Familienwirklichkeit und der Familienbildungswirklichkeit und Möglichkeiten einer zukünftigen Familienbildung versucht die Frage nach den neuen Aufgaben der Familienbildung zu beantworten.
Excerpt (computer-generated)
Der Wandel der normativen Rollenverteilung in der Familie -
neue Aufgaben in der Familienbildung?
Hausarbeit
im Zusatzstudium Andragogik
an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
eingereicht von
CORNELIA GESKE
Januar 2003
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 3
2 Entwicklung der Familie ... 6
2.1 Einführung in die Thematik ... 6
2.2 Exkurs: Familienkonzept der Kernfamilie - Rückblick auf die Entwicklung in den letzten zwanzig Jahren ... 7
2.2.1 Formen von Familien ... 11
2.2.1.1 Kernfamilie ... 12
2.2.1.2 Ein- Elternfamilie ... 14
2.2.1.3 Wohngemeinschaft ... 16
2.2.1.4 Homosexuelle-Elternfamilie ... 17
2.2.1.5 Nichteheliche Gemeinschaften ... 17
2.2.2 Die erwerbstätige Frau als Ausdruck des Wandels der normativen Rollenverteilung ... 18
2.2.3 Scheidung und ihre Auswirkungen ... 21
2.3 Ausblick ... 23
3 Familienbildung ... 24
3.1 Definitorische Abgrenzung des Begriffes der Familienbildung ... 25
3.2 Abgrenzung des Begriffs der Familienbildung von Familienberatung und Familientherapie ... 28
3.3 Ausgangspunkt und Aufgabenverständnis der Familienbildung ... 29
3.3.1 Ausgangspunkt der Familienbildung ... 29
3.3.2 Aufgabenverständnis der Familienbildung ... 30
3.4 Familienbildung und das Gesetz der Familienfürsorge ... 32
3.5 Anbieter und Formen der Familienbildung ... 33
3.6 Historischer Exkurs: Entwicklung der Familienbildung ... 35
3.7 Ziele, Inhalte, Methoden und Motive der institutionellen Familienbildung ... 37
3.7.1 Ziele ... 37
3.7.2 Inhalte ... 39
3.7.3 Zielgruppe ... 41
3.7.4 Methoden ... 43
3.7.5 Motive ... 43
3.8 Familienbildung und Familienwirklichkeit ... 44
3.9 Grenzen, Probleme und Kritik der Familienbildung ... 47
3.9.1 Probleme der Familienbildung ... 47
3.9.2 Grenzen der Familienbildung ... 51
3.9.3 Kritische Auseinandersetzung ... 52
4 Familienbildung angesichts des Wandels von Familien ... 55
4.1 Vergleich der Familienwirklichkeit mit der Familienbildungswirklichkeit ... 55
4.2 Ausblick: Möglichkeiten einer bedarfsgerechten Familienbildung ... 59
5 Resümée ... 66
6 Literaturliste ... I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 (Datenreport 2002, 31) ... 8
Abbildung 2 (Datenreport 2002, 15) ... 12
Abbildung 3 (Datenreport 2002, 25) ... 16
Abbildung 4 (Statistisches Bundesamt, 11/1996, 4) ... 13
Abbildung 5 (Zeitlupe, Familie, 14) ... 19
Abbildung 6 (vgl. Datenreport 2002, 44). ... 22
Abbildung 7 (Schiersmann 2001, S 191) ... 24
Abbildung 8 (vgl. Walter u.a., 2000, 18) ... 32
Abbildung 9 (ebd., 96). ... 39
Abbildung 10 (ebd., 74) ... 41
Abbildung 11 (Schiersmann, 1998, 79) ... 42
Abbildung 12 (ebd., 51) ... 44
Abbildung 13 (Schleicher, 1984, 9) ... 45
Abbildung 14 (Schleicher, 1984, 11) ... 46
Abbildung 15 (Schiersmann, 1998, 110) ... 50
1 EINLEITUNG
Die Familie als primäre Sozialisationsinstanz des Kindes hat aufgrund der vielfältigen sozialen Funktionen in den Erziehungs-, Bildungs- und Ausbildungsprozessen eine herausragende Bedeutung:
"Unter den Verhältnissen, welche die seelische Prägung des größten Teils aller Individuen sowohl durch bewußte als durch unbewußte Mechanismen entscheidend beeinflussen, hat die Familie eine ausgezeichnete Bedeutung. Die Vorgänge in ihr formen das Kind von seinem zartesten Alter an und spielen bei der Entfaltung seiner Fähigkeiten eine ausschlaggebende Rolle. So wie im Medium dieses Kreises die Wirklichkeit sich spiegelt, erfährt das Kind, das in ihm aufwächst, ihren Einfluß. Die Familie besorgt, als eine der wichtigsten erzieherischen Mächte, die Reproduktion der menschlichen Charaktere, wie sie das gesellschaftliche Leben erfordert" (Horkheimer, 1936; zit. n.: Bohrhardt, 1999, 14).
Muss (1999) bezeichnet die Familie sogar als die Lebensform, die "die effektivste körperliche, emotionale, soziale und intellektuelle Entwicklung von Kindern gewährleistet" (ebd., 116). So liegt die Vermutung nahe, dass eine gestörte Entwicklung des Kindes im Zusammenhang mit den familiären Bedingungen steht. Die Leistungen, die Familien selbst vollbringen sind nicht zu unterschätzen:
"Familien vollbringen groß(artig)e Leistungen: Kinder werden aufgezogen und auf ein eigenständiges Leben vorbereitet, Familienmitglieder werden lebenslang emotional unterstützt, man hilft im Haushalt und bei der Enkelbetreuung, pflegt bei Krankheit und im Alter, und man steht mit beträchtlichen finanziellen Transfers füreinander ein" (Szydlik, 2002, 1).
Familienbildung als Medium der Prävention von dysfunktionalen Familien erscheint in diesem Zusammenhang von großem Interesse für das professionelle pädagogische (und andragogische) Handeln. Doch es stellt sich die Frage, wie kann die institutionelle Familienbildung den Anforderungen der heutigen pluralistischen Gesellschaft (Ferchoff, 1999)1 , in der "der Zerfall der Familie" (Rauchfleisch, 1997) alltäglich von der Boulevardpresse thematisiert wird, entsprechen? Inwiefern finden die Veränderung der Familienrealität ihren Ausdruck in den Angeboten der institutionellen Familienbildung:
"Familienbildung muß von der Grundannahme ausgehen, daß Familie leben heute keine vorgegebene Form mehr ist, an die sich Erwachsene und Kinder einfach nur anzupassen brauchen, sondern eine Form des menschlichen Zusammenlebens, die allem Anschein nach gelernt sein will und ein ständiges Um- und Dazulernen erforderlich macht. Familie leben und Kinder erziehen können dabei nicht mehr als Interpretationen oder als Imitationslernen von aus der Tradition überlieferten Ritualen und Mustern verstanden werden oder von einer vorlaufenden pädagogischen Theorie, da diese nur retrospektiv gewonnen werden kann und daher nur für die Zukunft allenfalls bedingt aussagekräftig ist, sondern müssen als Entscheidungen in der Gegenwart begriffen werden. Familie leben und Erziehung sind an die Zeit gebunden und vollziehen sich in der Zeit. Familie leben und Erziehung legitimieren sich für alle Beteiligten weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft, sondern in der Gegenwart. Dennoch haben alle Beteiligten eine Geschichte und sind auf Zukunft gerichtet" (Scheile, 1980, 99).
Auch stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob Familienbildung überhaupt nötig ist.
Diese und ähnliche Fragestellungen werden in der vorliegenden Arbeit anhand der Darstellung der Situation der Familienbildung beantwortet. Aus der Thematik der vorliegenden Arbeit und dem zugrunde liegenden Ansatz ergibt sich folgende Grobgliederung:
Im ersten Teil sollen Familie als Institution und ihre Entwicklung zu pluralistischen Familienformen, ihrem Funktionswandel sowie heutige soziale Bedingungen als Gegenstand der Familienbildung vorgestellt werden.
Im zweiten Teil werden Grundlagen und Entwicklung der Familienbildung dargestellt. Im Mittelpunkt steht hier die Darstellung der heutigen Situation der Familienbildung angesichts des Wandels von Familie: Durch eine Auseinandersetzung mit Problemen, Grenzen und Kritik an der Familienbildung wird eine Annährung an die Thematik versucht. Eine thesenartige Gegenüberstellung der Familienwirklichkeit und der Familienbildungswirklichkeit und Möglichkeiten einer zukünftigen Familienbildung versucht die Frage nach den neuen Aufgaben der Familienbildung zu beantworten.
Der vorliegenden Arbeit liegen die seit dem 1. August 1998 gültigen Regeln der neuen deutschen Rechtschreibung zugrunde, mit Ausnahme der wörtlich übernommenen Zitate. Weiterhin verwende ich aus stilistischen Gründen bei Personenangaben, die sich inhaltlich auf beide Geschlechter beziehen, die männliche Form.
2 ENTWICKLUNG DER FAMILIE
Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde die Frage nach "Wandel und Kontinuität der Familie" immer wieder gestellt (vgl. Nave-Herz, 1988, 5). Nach Rauchfleisch (1997) wird "in den Massenmedien wie auch in der Fachliteratur (...) seit vielen Jahren das Lamento über "den Zerfall der Familie" angestimmt" (ebd.,7).
Nachfolgend soll die Familie und deren Entwicklung bzw. Veränderung als Gegenstand der Familienbildung untersucht werden. Aus Gründen der Umfangsbeschränkung werden zentrale Themen exemplarisch herausgegriffen.
2.1 Einführung in die Thematik
Bei dem Versuch einer begrifflichen Bestimmung von `Familie´ zeigen sich erste Unklarheiten zwischen der theoretischen Bestimmungen der Familienbildungsforschung und der Familienforschung im allgemeinem: Zum einem herrscht in der Literatur keineswegs Einigung über den Begriff der Familie. Der Begriff der `Familie´ (lat. familia - Hausgenossenschaft, Dienerschaft) ist in seiner Definition abhängig von den verschiedenen historischen Epochen und deren Rechtsgrundlage. Diese Wandlung der Familie bewirkte starke Unterschiede in der Definition der Familie als kategoriale Einheit. So definiert sich Familie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes als: "Ehepaare ohne und mit Kind (ern) sowie alleinerziehende ledige, verheiratet getrenntlebende, geschiedene und verwitwete Väter und Mütter, die mit ihren ledigen Kindern im gleichen Haushalt zusammenleben" (1998, F1, R3, 11). Bohrhardt (1999) variiert die definitorische Bestimmung der Familie: "Familie (...) als Wirtschaft-, Wohn- und Lebensgemeinschaft mindestens eines Elternteils mit seiner biologischen und / adoptierten [sic] und von ihm sozial und ökonomisch abhängigen Nachkommenschaft" (Bohrhardt, 1999, 21).
Zum anderen verwenden Familienbildungsinstitutionen in Abhängigkeit ihres Trägers unterschiedliche Definitionen von Familie bzw. setzen unterschiedliche Schwerpunkte und haben somit unterschiedliche Zielgruppen innerhalb dessen, was sie als kategoriale Einheit der Familie definieren.
[...]
1 vgl. hierzu: W. Ferchoff: Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. Lebensformen und Lebensstile. 1999
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12.07.2005 10:53:25
zumindest haben sie mein buch nicht selbst gelesen. die auslassung, die sie mit [sic] hervorheben, steht so nicht in der printversion, ist also wohl eher ein tippfehler in einer sekundär- oder gar tertiärquelle - übrigens nicht der einzige. für die qualität einer arbeit spricht das nicht, wenn die angegebenen quellen offensichtlich nichtmals selbst gelesen sind.