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Scholary Paper (Seminar), 2002, 19 Pages
Author: Oliver Schirmer
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Details
Institution/College: University of the Federal Armed Forces München (Staats- und Sozialwissenschaften)
Tags: Ernst, Fraenkel, Pluralismus, Neopluralismus, Verhandlung, Entscheidung, Parlamentarismustheorie, Denken
Year: 2002
Pages: 19
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22321-8
File size: 82 KB
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Excerpt (computer-generated)
Fakultät für Sozialwissenschaften
Lehrstuhl für Politische Theorie
„Parlamentarismustheorie und antiparlamentarisches Denken“
Frühjahrstrimester 2002
Pluralismus und Neopluralismus
Oliver Schirmer
Gliederung
A. Einleitung 1-2
B. Pluralismus und Neopluralismus
I. Kurzbiographie Fraenkels 2-3
II. Was ist Pluralismus ? 4-6
III. Die politische Entwicklung Fraenkels 6-8
IV. Fraenkels Neopluralismus 8-13
V. Kritik am Pluralismus/Neopluralismus 13-15
C. Schluß/Fazit 15-16
D. Literaturverzeichnis 17
A. Einleitung
Mit dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland sind nicht alle totalitären Politik - und Gesellschaftsentwürfe untergegangen . Betrachten wir kurz die letzten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg so werden wir feststellen, daß sich die Demokratie und der Pluralismus nicht überall so entwickelt haben, wie in den „westlichen Demokratien“. Der Pluralismus hatte in der ehemaligen DDR und den kommunistischen Satellitenstaaten der damaligen Sowjetunion keine Chance. Im gleichen Atemzug ist hier aber auch das „westliche“ Land Spanien zu nennen, in dem in der „Franco – Ära“ der Pluralismus auch ein Fremdwort war. Aber auch nach dem Ende des „Kalten Krieges“ zeichneten/zeichnen sich Tendenzen ab, die dem möglich gewordenen/vorhandenen Pluralismus entgegenlaufen. So ist zum Beispiel in der Republik Kroatien eher von einem totalitären System anstatt einer pluralistischen Demokratie zu sprechen. Negative Tendenzen finden wir aber auch in Italien.
In dieser Ausarbeitung möchte ich mich mit dem Thema Pluralismus und Neopluralismus auseinandersetzen. Natürlich ist es dabei unumgänglich sich mit einem Klassiker der Demokratie – und Pluralismustheorie – Ernst Fraenkel – zu beschäftigen, der als Vater des Neopluralismus bezeichnet werden kann. Im Kern dieser Arbeit soll beantwortet werden, was eigentlich Pluralismus und Neopluralismus, unter Berücksichtigung Fraenkels, ist. Die Arbeit ist in die Teile A, B, C, und D gegliedert. Der Teil A soll als Einleitung dienen. Er soll den Leser zum Thema hinführen, die Vorgehensweise erläutern, die Zielsetzung verdeutlichen und die Schwerpunktliteratur für diese Arbeit aufzeigen. Der Teil B ist der Hauptteil dieser Arbeit und in die Abschnitte I. - V. unterteilt. Zuerst wird mit eine Kurzbiographie Fraenkels begonnen. Diese ist von großer Bedeutung, da Fraenkels biographischer Werdegang für seine Neopluralismustheorie eine wesentliche Rolle spielt und der Leser diese Ereignisse kennen soll. Danach folgt der Versuch einer Definition des Begriffes Pluralismus, die nicht als allumfassend bezeichnet werden kann. Im Teil „Die politische Entwicklung Fraenkels“ soll jene dargestellt werden und dabei gleichzeitig gezeigt werden, daß Fraenkels Emigration eine wichtige Station in seinem Leben war. Anschließend wird Fraenkels Neopluralismus aufgezeigt und eine Abgrenzung zum Pluralismus vollzogen. Wie alle Dinge auf dieser Welt hat auch der Neopluralismus/Pluralismus mit negativen Aspekten und Kritik zu kämpfen. Einige allgemeine Punkte und Kritiken aus verschiedenen „Lagern“ werden im Teil V. des Hauptteils angeführt. Der Teil C, die Zusammenfassung/Fazit, soll dem Leser die wichtigsten Dinge der Ausarbeitung nahebringen. Zum Schluß folgt das Literaturverzeichnis. Zur Quellen – und Literaturbasis dieser Ausarbeitung ist zu sagen, daß hier kein umfassendes Einzelwerk genutzt wurde, da Fraenkel seine Theorien nie in einem Werk veröffentlicht hatte. Seine Theorien entstammen aus seinen Vorträgen, die er in seinem Leben gehalten hatte, welche dann wiederum in Aufsätzen veröffentlicht wurden. Persönlich muß ich sagen, daß mir die Interpretationen und Bemerkungen, anderer Theoretiker, zu Fraenkels Texten, für diese Arbeit mehr gebracht haben, da jene für mich verständlicher waren als Fraenkels Texte selbst. Als Schwerpuntliteratur habe ich deshalb die Aufsatzsammlung von Heinrich Oberreuter genutzt, in der unter anderem Aufsätze von Steffani, Kremendahl und Hättich zu finden waren. Weiterhin wurden die Werke von Joachim Detjen (Neopluralismus und Naturrecht) und Heinrich Erdmann (Neopluralismus und institutionelle Gewaltenteilung) als Hauptquellen genutzt.
B. Pluralismus und Neopluralismus
I. Kurzbiographie Fraenkels
Ernst Fraenkel wurde am 26. Dezember 1898 als Sohn wohlhabender jüdischer Eltern in Köln geboren. Nach dem Tod seiner Eltern wuchs er seit seinem 16. Lebensjahr bei seinem Onkel in Frankfurt am Main auf. Die weltoffen – gebildete, progressiv – liberale Atmosphäre jener Jahre prägte ihn tief.1 Von 1916 – 1918 nahm Fraenkel als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Danach studierte er Rechtswissenschaft und Geschichte in Frankfurt am Main. 1923 promovierte Fraenkel bei Hugo Sinzheimer, dessen Referendar und Assistent er zwischen 1922 und 1924 war. Sinzheimer war für Fraenkel der wichtigste akademische Lehrer.2
[....]
1 Vgl. Fraenkel, Ernst: Deutschland und die westlichen Demokratien, erweiterte Ausgabe, Frankfurt am Main 1990, S. 360. (Hrsg.: v. Brünneck, Alexander)
2 Vgl. ebd.: S. 360.
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