Autor: Heidi Fischer
Fach: Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Details
Institution/Hochschule: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Soziologie)
Jahr: 2003
Seiten: 13
Note: 1,2
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 152 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-22387-4
Zusammenfassung / Abstract
In dieser Arbeit wird die Berufstätigkeit in ihrer Historie und ihren Auswirkungen auf gesellschaftliche Strukturen thematisiert. Zunächst wird die Frau und in ihre Rolle in den verschiedenen Familienformen (die bäuerliche Familie, die bürgerliche Familie, die Arbeiterfamilie) dargestellt. In besonderem Maße werden als Wendepunkt der gesellschaftlichen Bedeutung der Frau die Entwicklungen ab 1945 aufgezeigt und die Freisetzung der Frau aus traditionalen Rollenzuweisungen erläutert. In diesem Zusammenhang wird weiterhin Augenmerk auf die heutige berufliche Situation der Frau gelegt. Dies bezieht sich zum einen auf den Vormarsch von Frauen in so genannten Männerberufen, zum anderen auf die Auswirkungen der gewonnenen Emanzipation auf Ehe bzw. Partnerschaft, auf die Entwicklung der Kinder und auf die Frau in ihrem Selbstbild. Abschließend gilt es, die Einstellungen zur Unabängigkeit der modernen Frau darzustellen und möglichen Vorurteilen zu begegnen.
Textauszug (computergeneriert)
Die Berufstätigkeit der Frau
von Heidi Fischer
Gliederung
1) Die Frau in verschiedenen Familienformen
a) die bäuerliche Familie
b) die bürgerliche Familie
c) die Arbeiterfamilie
2) Entwicklungen ab 1945
3) Freisetzung der Frau aus den traditionellen Rollenzuweisungen
4) Zurückbindende Bedingungen an die traditionelle Frauenrolle
5) Heutige berufliche Situation der Frau
6) Frauen in "Männerberufen"
7) Auswirkungen der Berufstätigkeit der Frau
a) auf die Ehe/ Partnerschaft
b) auf die Entwicklung der Kinder
c) auf die Frau selbst
8) Einstellungen zur Rollenverteilung
9) Anhang: Modernisierungskonsequenzen
10) Quellen
1) Die Frau in verschiedenen Familienformen
a) Die bäuerliche Familie
Die Bauernfamilie war eine Lebens - und Arbeitsgemeinschaft. Der Arbeitsbereich umfasste Haus und Hof. Besonders arbeits - und zeitintensiv war das Bereiten der Mahlzeiten aus Rohprodukten wie die Brotherstellung, die Butterproduktion, das Bereiten der Feuerstelle oder die Herstellung der Kleidung. Die Frau konnte sich zwar eine innerhäusliche Machtstellung erarbeiten, aber ihre Arbeit blieb unöffentlich. Das bedeutet, dass der Mann den Hof und die Familie repräsentierte und die Autorität über die Familie besaß. Mutter und Bäuerin zu sein, war damals eine lebensfüllende Aufgabe.
b) Die bürgerliche Familie
Die bürgerliche Familie trennte den Lebens - und Arbeitsbereich voneinander. Mit dieser Überwindung des bäuerlichen Familienmodells wurde die Frau weitgehend aus dem Erwerbsleben ausgegrenzt und auf den häuslichen Sektor beschränkt. Das führte auch zu einer Zuschreibung fester Charaktereigenschaften der Geschlechter. Der Mann war zuständig für den Gelderwerb und das öffentliche Leben und erhielt seinen Autoritätsanspruch durch seine berufliche Qualifikation. Typisch männliche Eigenschaften waren Rationalität, Aktivität und Durchsetzungsfähigkeit. Die Frau war demgegenüber der passive und emotionale Part in der Ehe. Sie hatte sich dem Mann anzupassen, unterzuordnen und ihm zu gehorchen. Gerade die starke Anbindung der bürgerlichen Frau an das Haus bedeutete eine gewaltige Abhängigkeit vom Mann. Die Mädchen lernten neben Lesen und Schreiben vor allem Klavierspielen, Tanz, Religion und Handarbeit. Jungen hingegen besuchten öffentliche Schulen und Internate, um eine berufsbezogene Ausbildung zu erhalten.
c) Die Arbeiterfamilie
Durch die technischen und ökonomischen Entwicklungen der Industriegesellschaft wurde die Arbeiterfamilie zum häufigsten Familientyp. Frauen mussten durch den Niedriglohn der Männer zum Familieneinkommen beitragen, zum Beispiel als Näherin, Stickerin oder Wäscherin. Dies erforderte eine enorme Koordination von Erwerbstätigkeit, Haushaltsführung und Kindererziehung. Meist waren die älteren Kinder sich selbst überlassen, während Kleinkinder zu so genannten Pflegefrauen gegeben wurden. Nur ca. 10% - 20% der Arbeiterfrauen konnten sich ganz der Haushaltsführung und den Kindern widmen. Frauen verdienten bei gleicher Arbeit 30% - 50% weniger als die Männer. Das heißt, selbst bei voller Berufstätigkeit war die Frau nicht finanziell unabhängig. Diese Ungleichbehandlung der Frau hatte durchaus normativen Charakter. Mädchen sollten frühstmöglich zum Familienbudget beitragen, während Jungen qualifizierte Berufe erlernen sollten, um ihrer zukünftigen Rolle als Familienoberhäupter gerecht zu werden.
2) Entwicklungen ab 1945
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