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Ethische Beurteilung von Homosexualität

Termpaper, 2003, 19 Pages
Author: Cordula de Leeuw
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Spezielle Themen der Ethik
Institution/College: University of Lüneburg (Katholische Theologie)
Tags: Ethische, Beurteilung, Homosexualität, Spezielle, Themen, Ethik
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 19
Grade: bestanden
Language: German
Archive No.: V17953
ISBN (E-book): 978-3-638-22390-4
ISBN (Book): 978-3-638-77155-9
File size: 217 KB
Notes :
Schwerpunkt ist die Darstellung der ethischen Beurteilung von Homosexualität heute, und zwar durch die Gesellschaft, sowie eine Zusammenfassung der ethischen Beurteilung von Homosexualität von Seiten der Kirchen. Die Hausarbeit wurde im Rahmen der Vordiplom-Prüfung im Fach Ethik, Studiengang Diplom-Sozialpädagogik, angefertigt.


Abstract

Warum geschehen in einer aufgeklärten Zeit, in einem freien Land noch heute Ungleichbehandlungen als Verletzung der in Art.1 Grundgesetz (GG) geschützten Menschenwürde oder als Beschränkung des in Art.2 GG geschützten allgemeinen Persönlichkeitsrechts? Im unlängst veröffentlichten Überblick von Amnesty international über "Menschenrechtsverletzungen aufgrund sexueller Orientierung" werden eine Reihe von Misshandlungen, Vergewaltigungen, Inhaftierungen, Folterungen und Morde von Menschen, die sich als lesbisch, schwul oder bisexuell bezeichnen, aufgelistet.(vgl. Das Schweigen brechen, 2001) Einer der entscheidenden Faktoren, die einen Menschen einem anderen gegenüber so und nicht anders handeln lassen, ist seine Moral. Es geht dabei um eine "Gesamtheit von Formen, Vorstellungen und Prinzipien". (Stimmer 2000, S.437) Da die Ethik auf methodisch-systematischem Wege allgemein gültige Aussagen über gutes und gerechtes Handeln anstrebt, begebe ich mich bei der Untersuchung der heutigen Sicht auf Homosexualität und des Umganges mit Homosexuellen auf die Ebene der Ethik. Hierzu werde ich im ersten Hauptteil die Grundbegriffe Ethik und Moral klären, sowie das Menschenbild der theologischen Ethik mit jenen drei beispielhaften Grundprinzipien Personalität, Solidarität und Subsidiarität, sowie die Rolle der Ethik in der Sozialpädagogik erläutern. Im zweiten Hauptteil werde ich die ethische Beurteilung von Homosexualität aus Sicht der Kirche und aus gesellschaftlicher Sicht in zusammengefasster Form darstellen. Im dritten Hauptteil beschäftige ich mich mit daraus entstehenden Konsequenzen für das Leben von Homosexuellen, insbesondere aus sozialpädagogischer Perspektive. Im Schlussteil verleihe ich meiner persönlichen Auffassung Ausdruck. Jeder einzelne der o. g. Punkte wäre ohne Frage eine wesentlich umfangreichere Reflexion wert. Ich stelle die unterschiedlichen Sichtweisen stark verkürzt, selektiert und zusammengefasst dar, und zwar in bestem Bemühen, jene von Emotionen geprägte Diskussion über das brennende Thema "Homosexualität" so sachlich wie möglich und mit größtmöglichem Einfühlungsvermögen für die unterschiedlichsten Standpunkte widerzuspiegeln.


Excerpt (computer-generated)

Ethische Beurteilung von Homosexualität

 

 

 

 

von Cordula de Leeuw

Inhalt

Einleitung 4

Hauptteil 1: Wozu brauchen wir eine Ethik? 5

a) Begriffsklärung Moral und Ethik 5
b) Das Menschenbild der theologischen Ethik 6
c) Die Rolle der Ethik in der Sozialpädagogik 7

Hauptteil 2: Ethische Bewertung der Homosexualität 7

a) Die theologische Sichtweise 7
a) Die gesellschaftliche Sichtweise 9

Hauptteil 3: Homosexualität und Sozialpädagogik 11

b) Der sozialpädagogische Klient 11
c) Die Stigmatisierung Homosexueller 13
d) Die Relevanz der ethischen Beurteilung von Homosexualität für die Sozialpädagogik/Soziale Arbeit 14

Schlussteil mit persönlichem Fazit 16

Literaturliste 18

 

 

 

 

Einleitung

Eine diplomierte Sozialpädagogin, die in der Frühförderung einer Vielzahl von Kindern durch ihren Einsatz und ihre Kompetenz neue Chancen für ein besseres Leben bot, unterhält sich mit mir über ihre Pflegekinder. Die fünf Kinder im Alter von einigen Monaten bis 11 Jahren toben sichtlich zufrieden im Garten. Meine Frage, warum sie die Kinder denn nicht adoptiert habe, wird mit einem unsicheren "Das dürfen wir doch nicht. Das geht doch nur in Mann-Frau-Beziehungen" beantwortet. Das lässt uns an all die heterosexuellen Paare, die Kinder adoptiert haben, nachdem sie von den zuständigen Behörden als dafür geeignet befunden wurden, denken. Uns fallen dabei nicht wenige Situationen ein, in denen es vermeintlich geeigneten Adoptiveltern an mehr als an erzieherischem Einfühlungsvermögen und Zuwendung im Umgang mit ihren Adoptivkindern mangelte. In diesem Kontext taucht unweigerlich die Frage auf, warum der Aspekt der geschlechtlichen Orientierung noch heute einer der wesentlichen, wenn nicht gar der ausschlaggebende Gesichtspunkt in der Beurteilung ist, wenn es um Fragen der Adoption oder auch des Sorgerechtes geht.

Warum geschehen in einer aufgeklärten Zeit, in einem freien Land noch heute Ungleichbehandlungen als Verletzung der in Art.1 Grundgesetz (GG) geschützten Menschenwürde oder als Beschränkung des in Art.2 GG geschützten allgemeinen Persönlichkeitsrechts? Im unlängst veröffentlichten Überblick von Amnesty international über "Menschenrechtsverletzungen aufgrund sexueller Orientierung" werden eine Reihe von Misshandlungen, Vergewaltigungen, Inhaftierungen, Folterungen und Morde von Menschen, die sich als lesbisch, schwul oder bisexuell bezeichnen, aufgelistet.(vgl. Das Schweigen brechen, 2001) Einer der entscheidenden Faktoren, die einen Menschen einem anderen gegenüber so und nicht anders handeln lassen, ist seine Moral. Es geht dabei um eine "Gesamtheit von Formen, Vorstellungen und Prinzipien". (Stimmer 2000, S.437) Da die Ethik auf methodisch-systematischem Wege allgemein gültige Aussagen über gutes und gerechtes Handeln anstrebt, begebe ich mich bei der Untersuchung der heutigen Sicht auf Homosexualität und des Umganges mit Homosexuellen auf die Ebene der Ethik.

Hierzu werde ich im ersten Hauptteil die Grundbegriffe Ethik und Moral klären, sowie das Menschenbild der theologischen Ethik mit jenen drei beispielhaften Grundprinzipien Personalität, Solidarität und Subsidiarität, sowie die Rolle der Ethik in der Sozialpädagogik erläutern. Im zweiten Hauptteil werde ich die ethische Beurteilung von Homosexualität aus Sicht der Kirche und aus gesellschaftlicher Sicht in zusammengefasster Form darstellen. Im dritten Hauptteil beschäftige ich mich mit daraus entstehenden Konsequenzen für das Leben von Homosexuellen, insbesondere aus sozialpädagogischer Perspektive. Im Schlussteil verleihe ich meiner persönlichen Auffassung Ausdruck. Jeder einzelne der o. g. Punkte wäre ohne Frage eine wesentlich umfangreichere Reflexion wert. Ich stelle die unterschiedlichen Sichtweisen stark verkürzt, selektiert und zusammengefasst dar, und zwar in bestem Bemühen, jene von Emotionen geprägte Diskussion über das brennende Thema "Homosexualität" so sachlich wie möglich und mit größtmöglichem Einfühlungsvermögen für die unterschiedlichsten Standpunkte widerzuspiegeln.

Hauptteil 1: Wozu brauchen wir eine Ethik?

a) Begriffsklärung Moral und Ethik

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