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Thesis (M.A.), 2003, 84 Pages
Author: MA Anja Denise Biedermann
Subject: American Studies - Culture and Applied Geography
Details
Tags: Massenmedien, Manipulation, Demokratie, Vereinigten, Staaten, Irak, Krieg
Year: 2003
Pages: 84
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22470-3
ISBN (Book): 978-3-638-72825-6
File size: 461 KB
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Abstract
Diese Arbeit ist ein Versuch, mögliche Manipulationsprozesse von Seiten der Regierung und Medien in einer demokratischen Gesellschaft wie den Vereinigten Staaten zu untersuchen. Eine Übersicht über die Entwicklungen der Massenmedien in den letzten Jahren in den USA dient als Einstieg. Eine Analyse unterschiedlicher Werke von Autoren wie Noam Chomsky soll die Zusammenhänge zwischen Massenmedien, Manipulation und Demokratie in der Theorie erschließen. Eine Analyse zur Berichterstattung der Medien zum 11. September und dem Irak-Krieg verdeutlicht schließlich die Zusammenhänge an konkreten Beispielen. Welche Folgen diese Zusammenhänge schließlich auf die Zielländer der US-Angriffe haben, wird zum Ende der Arbeit diskutiert.
Excerpt (computer-generated)
Magisterarbeit zur Erlangung des Grades eines Magister Artium
der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Stuttgart Institut für Literaturwissenschaft Cultural Studies
Massenmedien, Manipulation und Demokratie in den Vereinigten Staaten: 9/11 und der Irak Krieg
von Anja Denise Biedermann
Oktober 2003
Inhaltsverzeichnis
VORWORT ... 4
1. DIE ENTWICKLUNG DER MASSENMEDIEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN IM 21. JAHRHUNDERT ... 5
1.1 WETTBEWERB ODER GLOBALES KARTELL? DIE KOMMERZIALISIERUNG UND GLOBALISIERUNG DER MEDIEN ... 5
1.2 KONSUMENT ODER REZIPIENT? DIE POPULARISIERUNG DER MEDIEN ... 6
1.3 EIN WEG AUS DER KRISE? JOURNALISMUS UND NEUE MEDIEN ... 8
2. DEMOKRATIE UND MEDIEN: DER PROZESS DER POLITISCHEN MEINUNGSBILDUNG ... 9
2.1 FREEDOM OF PRESS = SPEECH OF FREEDOM? VORAUSSETZUNGEN FÜR EINE FUNKTIONIERENDE ÖFFENTLICHE MEINUNGSBILDUNG ... 9
2.2 MODELLE DER MEDIENORGANISATION NACH CHOMSKY ... 10
2.3 PROPAGANDAMODELL CHOMSKYS ... 11
3. “MANUFACTORING CONSENT“: MANIPULATIONSPROZESSE IN EINER DEMOKRATISCHEN GESELLSCHAFT ... 13
3.1 MEDIATISIERTE POLITIK ... 13
3.1.1 DER ÖFFENTLICHE EINFLUSSBEREICH ... 13
3.1.2 DER POLITISCHE EINFLUSSBEREICH ... 13
3.2 INFORMATIONSVIELFALT VS. EINSEITIGKEIT ... 15
3.3 REGULIERUNGEN DER REGIERUNG: DIE FEDERAL COMMUNICATION COMMISSION (FCC) ... 16
4. “POLITISCHE WELLEN” UND DIE ROLLE DER MEDIEN ... 18
4.1 MASSENMEDIEN UND TERRORISTISCHE GEWALTTATEN ... 19
4.1.1 DIE STEUERUNG VON ENTSCHEIDUNGEN AUF POLITISCHER EBENE ... 19
4.1.2 MEDIEN ALS VERMITTLER TERRORISTISCHER WELTANSCHAUUNGEN ... 20
4.2 MEDIEN UND KRIEGSPROPAGANDA ... 20
5. DIE BERICHTERSTATTUNG DER US-MEDIEN ZUM 11. SEPTEMBER ... 22
5.1 MANIPULATIONSPROZESSE VON SEITEN DER MEDIEN ... 23
5.1.1 PRÄSENTATIONSFORMEN ... 23
5.1.2 PERSONIFIZIERUNG DER OPFER ... 25
5.1.3 „REALITY-TV“ ... 26
5.1.4 SEMANTIK ... 26
5.2 DIE MEDIEN ALS VERMITTLER REGIERUNGSPOLITISCHER ZIELE ... 27
5.3 „PROJECT FOR EXCELLENCE IN JOURNALISM” ... 28
6. DIE BERICHTERSTATTUNG DER US-MEDIEN ZUM IRAK-KRIEG ... 32
6.1 „MANUFACTORING CONSENT“: DIE KRIEGS-PROPAGANDA DER AMERIKANISCHEN REGIERUNG ... 32
6.2 PRESSEFREIHEIT ODER ZENSUR? DER „EMBEDDED JOURNALISM“ ... 35
6.3 TECHNIK ALS MITTEL DER MANIPULATION ... 38
6.4 „NECCESSARY ILLUSIONS“: OFFIZIELLE QUELLEN UND EXPERTEN ... 39
7. „ENDURING FREEDOM“ UND „IRAQI FREEDOM“: US-AUßENPOLITIK UND DIE SEHNSUCHT NACH DEMOKRATIE ... 40
7.1 DIE ROLLE DER MEDIEN IM PROZESS DER DEMOKRATISIERUNG UND BEFREIUNG AFGHANISTANS ... 42
7.1.1 „OPERATION INFINITE JUSTICE“: DIE KOALITION GEGEN DEN TERROR ... 44
7.1 DIE ROLLE DER MEDIEN IM PROZESS DER DEMOKRATISIERUNG UND BEFREIUNG AFGHANISTANS ... 45
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSSICHT ... 47
9. LITERATUR ... 50
10. ANHANG ... 55
Truth is the most valuable thing we have. Let us economize it.
Mark Twain: Following the Equator, Pudd`nhead Wilson`s New Calendar
Vorwort
Die Idee dieser Arbeit entstand während meines Jobaufenthaltes in den Vereinigten Staaten kurz nach den Ereignissen von 9/11.
Da ich mich nach sechs Monaten in den USA an den „American Way of Life“ gewöhnt hatte und diesem auch sehr viele positive Aspekte abgewinnen konnte, führten die Reaktionen der Medien und der Regierung auf die Ereignisse von 9/11 schließlich dazu, dass meine sonst so positiven Eindrücke stark verzerrt wurden.
Die Berichterstattung der Medien entsprach ganz und gar nicht dem, was ich als nebenberufliche freie Journalistin von einer umfangreichen und objektiven Berichterstattung erwartete. Natürlich stehen zu allererst die Opfer und ihre Geschichten im Mittelpunkt der Berichterstattung und das sollen sie auch, dem stimme ich voll und ganz zu. Jedoch wurde in den Medien noch Wochen nach dem Anschlag über nichts anderes berichtet, als über die Opfer, ihre Angehörigen und potentielle Reaktionen der Regierung/des Landes auf den Anschlag. Die Hintergründe und möglichen Motive für diesen Angriff wurden jedoch in den Massenmedien mit keinem Wort erwähnt.
Bushs regelmäßige Fernsehansprachen boten gleichfalls kaum Aufschluss über Hintergründe, Motive und Täter.
Die amerikanische Regierung nutze die Medien geschickt, um bezüglich ihrer künftigen außen- und innenpolitischen Entscheidungen innerhalb der Bevölkerung größt-möglichen Konsens zu schaffen. Kurz und knapp: Je umfassender die Berichterstattung zu persönlichen Schicksalen, Opfern und Angehörigen, desto größer der „Wunsch nach Rache“ bei der Bevölkerung und desto einfacher die Rechtfertigung eines „Krieges gegen den Terror“.
Ganz ähnlich ist mein Eindruck der Medienresonanz zum Irak-Krieg: Meiner Meinung nach ist der von Medien und Politik gesteuerte Meinungsbildungsprozess in der Bevölkerung sehr ähnlich abgelaufen.
Diese Arbeit ist ein Versuch, mögliche Manipulationsprozesse von Seiten der Regierung und Medien in einer demokratischen Gesellschaft wie den Vereinigten Staaten zu untersuchen. Eine Übersicht über die Entwicklungen der Massenmedien in den letzten Jahren in den USA dient als Einstieg. Eine Analyse unterschiedlicher Werke von Autoren wie Noam Chomsky soll die Zusammenhänge zwischen Massenmedien, Manipulation und Demokratie in der Theorie erschließen. Eine Auswertung der Berichterstattung der Medien zum 11. September und dem Irak-Krieg verdeutlicht schließlich die Zusammenhänge an konkreten Beispielen. Welche Folgen diese Zusammenhänge schließlich auf die Zielländer der US-Angriffe haben, wird zum Ende der Arbeit diskutiert.
1. Die Entwicklung der Massenmedien in den Vereinigten Staaten im 21. Jahrhundert
„From Silicon Valley to Madison Avenue, it`s no longer a prediction or distant vision: The vaunted Information Age is here.”1 Die computergestützte Vernetzung der Welt und der Einzug der digitalen Medien revolutionierten die Kommunikationslandschaft in den Vereinigten Staaten auf unvergleichliche Art und Weise. Mit dieser Revolution veränderte nicht nur die traditionelle Art und Weise der Berichterstattung in Radio, Fernsehen und Printmedien, sondern gleichzeitig die Medienindustrie als Ganzes. Noch nie war der Wettbewerb innerhalb der Industrie so groß wie heute, die Konsumenten so rastlos in ihrer Wahl der bevorzugten Medien. Wo es Konsumenten gibt, gibt es auch Werber. Wo sich Medien entwickeln, entwickeln sich die Gewohnheiten der Konsumenten.
Seit jeher haben die (Massen)Medien in den Vereinigten Staaten einen enormen Einfluss auf Politik, Kultur, Arbeit und Freizeit. Bis das Fernsehen während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Position eins der bevorzugten Medien rückte, waren Zeitungen, Radio und Film die Hauptinformationsquellen für die amerikanische Gesellschaft. Bis heute bleibt das Fernsehen - gemessen an Zuschauerzahl, Werbeeinnahmen oder kulturellem Einfluss - die dominante Kraft. Printmedien, Radio und Film haben eigene Nischen in der Welt der Konsumenten gefunden.
Grund für den Siegeszug des Fernsehens ist die bildliche und leicht verständliche Darstellung von Ereignissen, die umgehend und fast zeitgleich in die amerikanischen Haushalte übertragen werden und der typisch amerikanischen Forderung nach „latest information“ genügen.
Als Reaktion auf die veränderten Gewohnheiten der Konsumenten in der neuen digitalen Medienlandschaft, unterlagen die Printmedien einem Veränderungsprozess, der ihr Gesicht grundlegend wandelte. Die ursprüngliche Funktion der Printmedien als Lieferant für Hintergrundinformationen und in-depth-analysis weicht dem Anspruch der Konsumenten an die vereinfachte Darstellung komplizierter Sachverhalte: Die „neuen Zeitungsleser“ bevorzugen kurze Informationen, einfache und verständliche Texte, aufgelockert durch Farbfotos und Grafiken, die einem besseren Verständnis dienen.
[...]
1 Eric P. Bucy, Living in the Information Age (Indiana: Wadsworth, 2002) xi.
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