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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 24 Pages
Author: M.A. Annett Rischbieter
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Kulturwissenschaften)
Tags: Regulierung, Internet, Technik, Weltpolitik
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22497-0
File size: 408 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die Regulierung des Internet
Annett Rischbieter
Inhalt
1. Einleitung 3
2. ICANN- Die Verwaltung des Domainnamensystems am Rande politischer Einflussnahme 6
2.1. Die Anfänge des DNS – Das Netz im Notizblock 6
2.2. Kommerzialisierung und Konflikte 7
2.3 Die ICANN 9
2.3.1. Die Entstehung der ICANN aus der DNS-Diskussion 9
2.3.2. Die ICANN heute 11
3. Regionale Ansätze zur Regulierung von Internet-Inhalten 15
3.1. Deutschland 16
3.2. USA 17
3.3. Singapur 18
4. Exkurs: Die Netiquette als ethische Form der Regulierung im Internet 19
5. Zusammenfassung und Einschätzung 20
Literatur- und Quellenangaben 22
1. Einleitung
Die Zahl der weltweiten Nutzer des Internet ist in den vergangen zehn Jahren exponentiell angestiegen. Für das Jahr 2003 liegt sie bei über 630 Millionen Menschen (Abb. 1), die regelmäßig Zugang zum Internet haben. Die Anzahl der Hosts, also der ständig ans Internet angeschlossenen Computer, lag im Januar 2003 bei 171,638,2971, im Juli 1993 waren es erst 1,313,000, das ist ein Anstieg um das über 130-fache. Die Anzahl der weltweiten Webseiten wird inzwischen auf über 6 Milliarden2 geschätzt.
Abb.1 http://193.202.26.196/bmwi/Faktenbericht_6/Abbildungen/Folie139.JPG [Abbildung in Downloaddatei vorhanden]
Seit den 90er Jahren hat sich also das Artefakt Internet zu einem riesigen weltumspannenden Netzwerk entwickelt. Dabei bezeichnet der Begriff des Internet die technische Infrastruktur, die bestimmte Anwendungen und Dienste zulässt. Die bekanntesten sind das World Wide Web (WWW) und e-mail. Daneben gibt das mittlerweile zum großen Teil in das Internet integrierte Usenet, das den Austausch von Mitteilungen und Meinungen über Newsgroups ermöglicht. Über das Telnet lässt sich ein entfernter Computer über eine Internetverbindung von einem anderen Computer aus steuern. All dieses Anwendungsformen des Internet werden im Folgenden synonym als Internet bezeichnet. Die USA betreiben für den Austausch millitärischer und geheimer Daten außerdem noch das MILNET, dass mittlerweile durch den Nachfolger NSFNET abgelöst wird. Betrachtet man also den enormen Bedeutungszuwachs des Internet in den vergangenen zehn Jahren, so ist danach zu fragen, wer die Verantwortung, die Oberaufsicht über ein derart großes Netzwerk trägt.
Da ist zunächst anzumerken, dass das Internet niemandem einzigen gehört, also keiner Regierung, Organisation, Unternehmen oder Privatperson. Vielmehr setzt es sich aus einer nicht hierarchischen, dezentralen Organisationsstruktur zusammen. Weltweit gibt es Tausende von Servern, die ganz unterschiedlichen Körperschaften gehören und jeweils einen Bruchteil der Daten des Internet speichern und abrufbar machen. Dabei ist das Internet demnach keineswegs anarchisch, vielmehr lässt sich sagen „dass der Erfolg des Internets nicht den Sieg der Anarchie gegenüber der gesteuerten Technikentwicklung markiert, sondern den Sieg einer spezifischen gegenüber einer anderen Form der Techniksteuerung: den Sieg einer Techniksteuerung , die verbindliche Rahmendaten setzt, damit einen Entwicklungskorridor etabliert und dessen Ausgestaltung dezentralen Akteuren überlässt, gegenüber einem zentralistischen Modell, in dem Techniksteuerung von oben bis ins Detail betrieben wird“3.
Die dezentrale Struktur des Internet beruht dabei auf seinem historischen Zustande kommen. Der wichtigste Vorläufer des Internet ist das ARPAnet. Die ARPA wurde 1958, im selben Jahr wie die NASA, von den USA gegründet als Reaktion auf den erfolgreichen Start des ersten Satelliten Sputnik durch die UdSSR. Beide Einrichtungen bildeten den Ausgangspunkt für die gesamte amerikanische Weltraum- und Raketenforschung. Dabei kamen der ARPA vor allem Aufgaben im Bereich der Forschung zu Informatik, Hightech und Informationstechnologie zu. Die Erfindung des ARPAnet war die Möglichkeit Computerressourcen mit hoher Geschwindigkeit über größere Entfernungen gemeinsam zu nutzen. Weil nun also die Entstehung dieses Vorläufers des heutigen Internet im militärischen Sektor lag, war es also unabdinglich, dass das Netz auch im Falle eines Nuklearkriegs überlebensfähig bleibt. Einer dezentralen Topographie musste demnach gegenüber einer zentralistischen der Vorrang gegeben werden.
[...]
1 Nach ISC (Internet Software Consortium (http://www.isc.org/ds/WWW-200301/index.html)
2 nach http://www.ub.uni-bielefeld.de/biblio/search/help/statistik.htm
3 zitiert nach Economist 1995 bei Meyer-Stamer 1996, S. 139
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