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Subtitle: Globale Medien und deren Grenzen im Lokalen
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 43 Pages
Author: Christian Rell
Subject: Communications: Intercultural Communication
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Tags: Bedeutung, Lokalen, Zeitalter, Globalisierung, Hauptseminar, Probleme, Globalisierung
Year: 2003
Pages: 43
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22510-6
ISBN (Book): 978-3-638-70006-1
File size: 229 KB
Wenn ich direkt oder via E-mail mit einem Freund in Kalifornien sprechen kann, während ich in München sitze, wenn ich politische und kulturelle Ereignisse, die überall auf der Welt geschehen, miterleben kann, ohne mein Haus zu verlassen: Wo bin ich dann? Wer bin ich dann?? (Kurzb. von Perspektiven der Weltgesellschaft, Ulrich Beck (Hrsg).). Diese Arbeit setzt sich insbesondere mit Mediensystemen im Lichte von Globalisierung und Lokalisierung auseinander (Glokalisierung). Dichter Text - kleine Schrift.
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Abstract
''Wenn ich direkt oder via E-mail mit einem Freund in Kalifornien sprechen kann, während ich in München sitze, wenn ich politische und kulturelle Ereignisse, die überall auf der Welt geschehen, miterleben kann, ohne mein Haus zu verlassen: Wo bin ich dann? Wer bin ich dann?'' (Ulrich Beck) Medien gehören zum unverzichtbaren Bestandteil der Gesellschaft und dürfen in der Globalisierungsdiskussion nicht unterschätzt oder gar vergessen werden. Um die Weltgesellschaft zu beweisen muss man sich auch auf die Ebene der massenmedialen Weltkommunikation begeben. In dieser Arbeit soll daher lediglich eine Facette der Globalisierung isoliert beleuchtet werden, denn die Globalisierung setzt nicht am Ganzen gleichzeitig an, sondern an einzelnen Funktionssystemen, zu welchen auch die Medien gehören. Nur von „der Globalisierung“ zu sprechen wäre ungenau, auch wenn alle ihre Ausprägungen miteinander in Beziehung stehen. Der Prozess umfasst sowohl wirtschaftliche, als auch nicht-wirtschaftliche Aspekte, wird jedoch häufig auf erstere reduziert. Warum sind die Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien so wichtig im Globalisierungsprozess? Diese Arbeit zeigt, welche zentrale Rolle die Massenmedien und die modernen Informations- und Kommunikationssysteme im Globalisierungsprozess gespielt haben und immer noch spielen. Insbesondere die Bedeutung und Bedrohung einzelner Mediensysteme werden aufgezeigt. Kritisch werden auch die Grenzen aufgezeigt, die sich den Medien und damit dem ganzen Globalisierungsprozess vor Ort auftun.
Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin
Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Seminar „Probleme der postmodernen Globalisierung“
SS 2003
Bedeutung des Lokalen im Zeitalter der Globalisierung
Globale Medien und deren Grenzen im Lokalen
Christian Rell
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungen 3
Abbildungen 4
1 Einleitung 5
2 Globale Medien 6
2.1 Die Rolle der Medien im Globalisierungsprozess 6
2.1.1 Enlargement of peripheral relationships 6
2.1.2 Wie die Medien den Begriff „Globalisierung“ geprägt haben 7
2.1.3 Identifikation und Kulturtransport durch Medien 8
2.2 Mediensysteme im Lichte von Globalisierung und Lokalisierung 10
2.2.1 Symbole 10
2.2.2 Sprache und Schrift 12
2.2.3 Massenmedien (Zeitung, TV) 14
2.2.4 Informations- und Kommunikationstechnologie - Netzwerkmedien 17
2.2.5 globalisierende öffentliche Meinung 18
3 Globalisierende Medien treffen auf das Lokale 19
3.1 Definitionsversuch des (G)lokalen 19
3.1.1 Glokalisierung 19
3.1.2 Die lokale Idylle 21
3.2 Medien im Spannungsfeld von Globalisierung und Lokalisierung 23
3.2.1 Reflektionsfunktion 23
3.2.2 Globales Referenzsystem 25
3.3 Die Grenzen globaler Medien 27
3.3.1 Fehlende Technologien 27
3.3.2 Analphabetismus und Globalisierung von Verstehen und Handeln 29
3.3.3 Selbstkultur in der Multioptionsgesellschaft 30
4 Schlussbetrachtung 33
Literaturverzeichnis 34
Stichwort- und Autorenregister 42
Anhang 43
Abkürzungen
Abb. Abbildung
APC Association for Progressive Communication
bspw. beispielsweise
bzw. beziehungsweise
f. folgende
ff. fortfolgende
Hrsg. Herausgeber/Herausgeberin
i.d.S. in diesem Sinne
ITU International Telecommunication Union
o. ohne
S. Seite
s. siehe
TV Television (Fernsehen)
u. a. unter anderem
Verf. Verfasser/Verfasserin
vgl. vergleiche
Abbildungen
Abb. 1: Wer hat Zugang zum Internet? Anhang S. 43
Abb. 2: Telefondichte im Vergleich Anhang S. 43
1 Einleitung
“Wenn ich direkt oder via E-mail mit einem Freund in Kalifornien sprechen kann, während ich in München sitze, wenn ich politische und kulturelle Ereignisse, die überall auf der Welt geschehen, miterleben kann, ohne mein Haus zu verlassen: Wo bin ich dann? Wer bin ich dann?“1
Medien gehören zum unverzichtbaren Bestandteil der Gesellschaft und dürfen in der Globalisierungsdiskussion nicht unterschätzt oder gar vergessen werden. KLAUS MERTEN und JOACHIM WESTERNBARKEY liefern für diese Bedeutsamkeit eine plausible Erklärung: „Das Kommunikationssystem von Gesellschaften wird immer schneller wachsen als alle anderen gesellschaftlichen Teilsysteme. Genau aus diesem Grunde ist es berechtigt, die postindustrielle Gesellschaft als Mediengesellschaft zu bezeichnen.“2 Um die Weltgesellschaft zu beweisen muss man sich auch auf die Ebene der massenmedialen Weltkommunikation begeben.3 In dieser Arbeit soll daher lediglich eine Facette der Globalisierung isoliert beleuchtet werden, denn die Globalisierung setzt nicht am Ganzen gleichzeitig an, sondern an einzelnen Funktionssystemen, zu welchen auch die Medien gehören. Nur von „der Globalisierung“ zu sprechen wäre ungenau, auch wenn alle ihre Ausprägungen miteinander in Beziehung stehen. Der Prozess umfasst sowohl wirtschaftliche, als auch nicht-wirtschaftliche Aspekte, wird jedoch häufig auf erstere reduziert. Information muss auch im Globalisierungszeitalter Prozesse in Gang setzen, denn sie ist noch immer schneller als Handlung. Hier soll speziell auf die Globalisierung der Medien eingegangen werden, denn Medien waren seit je her in der Lage, wie BENEDICT ANDERSON bemerkt, sich mit einer "imaginären Gemeinschaft" zu identifizieren, die größer war als ihr Viertel, ihr Ort oder ihre Region.4
Warum sind die Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien so wichtig im Globalisierungsprozess? In dieser Arbeit soll gezeigt werden, welche zentrale Rolle die Massenmedien und die modernen Informations- und Kommunikationssysteme im Globalisierungsprozess gespielt haben und immer noch spielen. Es soll insbesondere die Bedeutung und Bedrohung einzelner Mediensysteme aufgezeigt werden. Kritisch sollen auch die Grenzen aufgezeigt werden, die sich den Medien und damit dem ganzen Globalisierungsprozess vor Ort auftun und welche Auswirkungen des Lokalen auf den Globalisierungsprozess ausgemacht werden können. Hierbei soll die wissenschaftliche Diskussion „Globalisierung versus Lokalisierung“ dargestellt werden. Beide Tendenzen sind im gegenseitigen Licht zu betrachten, denn „Globalisierung und Lokalisierung stellten keine einander ausschließenden Entwicklungen dar, sondern bedingten sich gegenseitig.“5 Es soll überprüft werden, ob auch die Regel: „je größer die globalen Interdependenzen, desto größer die regionalen Differenzen" eine Bestätigung findet.6
2 Globale Medien
2.1 Die Rolle der Medien im Globalisierungsprozess
2.1.1 Enlargement of peripheral relationships
Das Familienleben und das Arbeitsleben, aber auch alle anderen Beziehungen in zwischenmenschlichen Lebensbereichen haben sich gewandelt. Die räumliche Deckung von Wohnort und Arbeitsplatz, wie sie früher bestand, wurde aufgehoben. Ausbildung und Studium fordern häufig das Fortgehen von „zu Hause“, und die räumliche Flexibilität die von Arbeitnehmern gefordert wird hat eine hohe Umzugshäufigkeit zur Folge. Kinder arbeiten in fernen Städten, um die Familie in ihrem Dorf zu versorgen und manch ein „Gastarbeiter“ verdient in Deutschland sechs Monate das Geld, welches er während der zweiten Hälfte des Jahres benötigt, um in seinem Heimatland ein Haus zu bauen und seine Angehörigen zu unterhalten. Und an jedem Ort bilden sich wieder neue Beziehungen („evolution of nomadic social participation“7). Die Folge ist eine große räumliche Distanz zu den Menschen mit denen man in Beziehung steht, was auch als „Enlargement of peripheral relationships“ bezeichnet wird.
Durch die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie können Menschen jedoch bestehende Beziehungen in neuen Formen weiterführen. Die Konsequenzen einer räumlichen Trennung werden dadurch heute gemildert.8 Medien können die Trennungskonsequenzen dadurch mildern, dass man sich, egal wo man sich befindet, per Handy oder Internet, über das Befinden von Angehörigen erkunden kann, aber auch über die Massenmedien das wichtigste von zu Hause erfährt (s. 2.2.4 Informations- und Kommunikationstechnologie - Netzwerkmedien).
[....]
1 Kurzbeschreibung von „Perspektiven der Weltgesellschaft“, Ulrich Beck (Hrsg).
2 Merten, Klaus und Westerbarkey, Joachim, Public Opinion und Public Relations, in: Merten, Klaus, Schmidt, Siegfried J. und Weischenberg, Siegfried (Hrsg.), Die Wirklichkeit der Medien, Opladen, 1994, S. 191.
3 s. Bolz, Norbert, Die Zeit der Weltkommunikation, in: Bolz/Kittler/Zons (Hrsg), Weltbürgertum und Globalisierung, Wilhelm Fink Verlag, München, 2000, S. 85.
4 s. Anderson, Benedict, zitiert in: Burke, Peter, Globale Identitäten aus Sicht eines Historikers. Drei Szenarios für die Zukunft, ins Deutsche übersetzt von Schittly, Dagmar, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Aus Politik und Zeitgeschehen (B12/2002), Globalisierung und kulturelle Differenz, o. Verlag, Bonn.
5 s. Belwe, Katharina, Editorial, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Aus Politik und Zeitgeschehen (B12/2002), Globalisierung und kulturelle Differenz, o. Verlag, Bonn.
6 Bolz, Norbert, Die Zeit der Weltkommunikation (2000), S. 86.
7 Zerdick, Axel, Mobile Telephone and Mobile Internet in Europe: Issues and Considerations, Unterlagen zum Vortrag vor dem 10th German - Japanese Symposium, 2 - 3 April 2003 in Tokyo, Japan.
8 s. Zerdick, Axel, Mobile Telephone and Mobile Internet in Europe (2003).
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