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Konflikt im Kosovo - Hintergründe, mögliche Ursachen und ein dargestellter Lösungsansatz am Beispiel von Global Perspective Development Center (GPDC) und Moral Leadership

Scholary Paper (Seminar), 2003, 34 Pages
Author: Dominik Schreiner
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 34
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V18100
ISBN (E-book): 978-3-638-22513-7

File size: 189 KB


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Dresden
Fakultät Erziehungswissenschaften
Hausarbeit

Konflikt im Kosovo – Hintergründe, mögliche Ursachen und ein
dargestellter Lösungsansatz am Beispiel von Global Perspective
Development Center (GPDC) und Moral Leadership

Im Seminar: „Was kann und will die Friedenspädagogik?“
WS 2002/2003

Dominik Schreiner

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

Geschichtlicher Überblick 4
Die Neunziger Jahre unter Milo(?)evic und der Krieg im Kosovo 9

Religiöse Differenzen 11
Mythen und Wahrheiten, Vorurteile und Feindbilder 14

Lösungsansätze 20
Global Perspective Development Center (GPDC) 22

Zusammenfassung und Ausblick 28

Literaturverzeichnis/Anhang 29

 

Einleitung

In den letzten Jahren assoziierte man den Begriff „Kosovo“ vorwiegend mit Krieg, Massaker, Unterdrückung und ethnischer Säuberung. Angesichts des einige Jahre zuvor beendeten Krieges in Kroatien und Bosnien-Herzegowina, erschien die ethnische Säuberung wie eine Fortsetzung des ersten Balkan-Krieges zuvor. Doch der Konflikt im Kosovo besteht schon jahrhundertelang separat. Auch allgemein kann man sagen, dass das ganze ehemalige Jugoslawien Konfliktherde birgt, die es zu lösen gilt.

Das Kosovo ist eine geographische und politische Region im Herzen des ehemaligen Jugoslawien. Es umfasst in etwa 11.000 km² und grenzt im Norden an Serbien, im Nordwesten an die Republik Montenegro, im Südwesten an die Republik Albanien und im Süden an Makedonien. Die mehr als 2 Millionen Einwohner des Kosovo bestehen zu 90 % aus Albanern und der Rest aus Serben, Muslime, Montenegriner, Türken und Roma (vgl. Maliqi 1999, S. 120).

Die Bezeichnung Kosovo bedeutet „Amselfeld“ und „wann und wieso der Name Amselfeld auf die ganze Region bezogen wurde, ist nicht ganz klar“ (Maliqi, 1999, S. 120), da der Name im Mittelalter für die Hochebene benutzt und zwar in Berichten über die Schlacht im Kosovo 1389 zwischen Serben und Türken. Die Region des Kosovo hatte verschiedene Namen, unter anderem bezeichnete man die Region des Westkosovo in Serbien als Metohija, während in Albanien die Region als Dukagjin-Hochebene bekannt war. Später, im sozialistischen Jugoslawien hiess die Region Kosovo-Metohija (kurz: Kosmet) und erst seit 1968 ist die Bezeichnung Kosovo gängig für die gesamte Region (vgl. Maliqi 1999, S. 120).

Um dem tief verwurzelten Konflikt im Kosovo auf die Spur zu kommen, muss man ihn von mehreren Seiten beleuchten. Historische und politische Gründe sind wichtig, da der Konflikt weit in die Geschichte zurückreicht und das Kosovo von jeher Gegenstand politischer Diskussionen war und ist. Die politischen und geschichtlichen Geschehnisse im Jugoslawien der neunziger Jahre sind separat aufgeführt, obwohl sie natürlich auch geschichtlich betrachtet werden. Der Grund dafür ist die unmittelbare Relevanz der Ereignisse im Rest Jugoslawiens fuer das Kosovo. Auch die dortigen Ereignisse sind so komplex, dass sie separat dargestellt werden können. Der religiöse Hintergrund ist ein eher kleiner Teil der Arbeit, da ich im Verlauf meiner Recherchen entdeckte das die religiösen Differenzen zwischen Albanern und Serben zweitrangig sind und sich der Konflikt in erster Linie um die Ethnien dreht. Der darauffolgende Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Mythen und Wahrheiten, den Vorurteilen und Feindbildern, die im Kosovo um die beiden ethnischen Gruppen entstanden sind. Er zeigt auf, wie diese psychologisch entstehen können und wie diese weitergegebenen Vorurteile zur eskalierenden Gewaltspirale beigetragen haben.

Schließlich werden Lösungsansätze vorwiegend im Licht der Kosovo-Expertin Julie Mertus betrachtet und eigentlich wäre der Teil von Global Perspective Development Center (GPDC) ein Teil dieser Lösungsansätze. Jedoch wurde der Teil zu GPDC und Moral Leadership wegen seines Umfangs separat präsentiert.

Ich hoffe, dem Leser einen kleinen Einblick in die komplizierten Verhältnisse des Kosovo- Konfliktes geben und ihm den Eindruck vermitteln zu können, dass Konflikte immer vielschichtig sind und Lösungen beim Einzelnen beginnen müssen, damit sie sich entwickeln können.

Geschichtlicher Überblick

Die Albaner stellen die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung im Kosovo und es haben in dieser Region schon lange Albaner gelebt. Der Name „Albaner“ taucht in den mittelalterlichen Quellen im 11. Jahrhundert auf. Jedoch ist man heute überwiegend der Ansicht, dass die Albaner Nachkommen illyrischer Stämme auf dem Balkan sind die sich im Lauf der Geschichte mit römischen und slawischen Ethnien vermischt haben. Da dies aber erst im 11. Jahrhundert geschah, nimmt man an, dass die albanische Bevölkerung ihre Sprache weitgehend in den unzugänglichen Gebirgsregionen Albaniens bewahren konnten, worauf auch das Fehlen der Albaner in den Völkerwanderungen des Frühmittelalters hindeutet (vgl. Maliqi 1999, S. 120).

Die Serben hingegen sind im achten Jahrhundert aus dem Gebiet zwischen Weichsel und Dnjepr in den Balkan emigriert. Mit den vielen anderen slawischen Stämmen, die vor den Angriffen der Hunnen und Awaren Richtung Westen und Südwesten zogen, überquerten die damaligen „Weißserben“ die Karpaten und die pannonische Tiefebene. Die slawischen Stämme konnten damals eigentlich noch nicht alle als Serben bezeichnet werden. Erst nach und nach bildeten sich die verschiedenen Stämme auf dem Balkan heraus, wie die Serben, Kroaten oder Makedonier (vgl. Perovic 1999, S. 94).

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