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Der Skandal um Arthur Schnitzlers Dialogzyklus Reigen close

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Der Skandal um Arthur Schnitzlers Dialogzyklus Reigen

Termpaper, 2002, 19 Pages
Author: Michael Kaiser
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 19
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V18132
ISBN (E-book): 978-3-638-22539-7

File size: 196 KB


Excerpt (computer-generated)

Der Skandal um Arthur Schnitzlers
Dialogzyklus Reigen

 

 


von Michael Kaiser

Inhalt

1. Einleitung 3

2. Arthur Schnitzlers Dialogzyklus Reigen 4

2.1. Motive und Themen im Reigen 5

3. Rezeptionsgeschichte 8

3.1. Erste Veröffentlichungen 8
3.2. Die ersten Bühnenaufführungen 9
3.3. Nach der Wiener Premiere des Reigen 10
3.4. Das Wiener Theaterpogrom

4. Politische und historische Hintergründe 11

4.1. Antisemitismus im Österreich der Jahrhundertwende 12
4.2. Erster Weltkrieg und Nachkriegszeit 13
4.3. Moral und Zensur 15

5. Schluss 16

6. Literatur 18

 

 


1. Einleitung

Als Arthur Schnitzler den Dialogzyklus Reigen 1897/98 verfasste, war er sich durchaus der Brisanz seines Dramas bewusst, welches tatsächlich vom ersten Erscheinen an für Aufsehen sorgte: „Etwas Unaufführbareres hat es noch nie gegeben“1 schrieb er 1897. Und bis zu den ersten offiziellen Aufführungen in Berlin und Wien vergingen in der Tat achtzehn Jahre. Diese Inszenierungen waren stets begleitet von Tumulten, Aufführungsverboten und Prozessen – der Reigen schrieb Zensurgeschichte. Am Ende verbot Schnitzler selbst weitere Aufführungen, und sein Sohn Heinrich Schnitzler hielt bis 1982 an diesem Verbot fest.

Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte eines Dramas, in dem zehnfach intime Zusammenkünfte untersucht werden, ohne dass der Geschlechtsakt selbst im Text dargestellt werden würde: Er wird nicht gezeigt, die Dialoge führen nahe heran, die Gedankenstriche – ebenso das black oder ein Zwischenvorhang auf der Bühne – verhüllen jedoch stets die eigentlich anstößige Handlung. Um die dennoch existierende Brisanz des Reigen sichtbar machen zu können, ist es neben der Aufarbeitung der Prozessgeschichte auch notwendig, die politischen, gesellschaftlichen und moralischen Hintergründe zur Zeit seines Erscheinens zu analysieren, da ein Skandal wie jener um den Reigen monokausal nicht zu erklären ist. Im folgenden wird die vorliegende Arbeit Schnitzlers Drama vorstellen und die darin enthaltene skandalösen Elemente erläutern. Zudem ist es unabdingbar, die Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende zu betrachten, um die Rezeptions- und Prozessgeschichte des Reigen darstellen und auslegen zu können.

2. Arthur Schnitzlers Dialogzyklus Reigen

Das Wort Reigen beschreibt ursprünglich einen höfischen Rundtanz. Nach dem 18. Jahrhundert verwendete man das Wort vorwiegend für einen Kindertanz im Kreise. In den zehn Szenen von Schnitzlers Drama Reigen treffen jeweils Frau und Mann aufeinander. Diese Begegnungen werden in Form von Dialogen vor und nach dem Geschlechtsverkehr dargestellt. In der jeweils folgenden trifft eine Person aus der vorherigen Szene auf eine/n neue/n Partner/in. In der zehnten Szene wird die Begegnung des Grafen aus der neunten mit der Dirne aus der ersten Szene beschrieben, so dass sich der Kreis der Begegnungen schließt. Damit bildet sich auch symbolisch die äußere Form eines Rundtanzes: Der Soldat und die Dirne beginnen den Reigen, die Dirne und der Graf stellen die letzte Zusammenkunft dar.

Skizze: Die zehn Personenkonstellationen des Reigen

[...]


1 zitiert nach: Pfoser, Alfred, Pfoser-Schewig, Kristina, Renner, Gerhard. Schnitzlers >Reigen<. Band 1: Der Skandal. 1993, Frankfurt a. M.: Fischer, S. 49


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