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Erwartungseffekte in der Lehrer-Schüler-Interaktion

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 20 Pages
Author: Katarina Michaele Raker
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology

Details

Event: Hauptseminar: Grundlagen der Lehrer- Schüler- Interaktion
Institution/College: University of Vechta (Psychologie)
Tags: Erwartungseffekte, Lehrer-Schüler-Interaktion, Hauptseminar, Grundlagen, Lehrer-, Schüler-, Interaktion
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 20
Grade: sehr gut (1,3)
Language: German
Archive No.: V18196
ISBN (E-book): 978-3-638-22589-2

File size: 184 KB


Excerpt (computer-generated)

Hochschule Vechta
Fach Psychologie
Hauptseminar: Grundlagen der Lehrer- Schüler- Interaktion
Wintersemester 2002 / 03

Erwartungseffekte in der Lehrer-Schüler-Interaktion

Katarina Raker

 

Inhalt

1. Einleitung 3

2. Lehrererwartungen 5
2.1. Allgemeine Überlegungen 5
2.2. Wie bilden sich Lehrererwartungen? 6

3. Exkurs: Wahrnehmungs- und Eindrucksbildungsprozesse in der Lehrer-Schüler-Interaktion 7
3.1. Wahrnehmungsprozesse 7
3.2. Der Prozess der Eindrucksbildung 8
3.3. Von den Wahrnehmungsprozessen zur Lehrererwartung 9
3.4. Von den Erwartungen zu Erwartungseffekten 10

4. Erwartungseffekte im Klassenzimmer als Forschungsgegenstand 12
4.1. Erste Forschungsansätze: Das Oak-School-Experiment von Rosenthal  13
4.2. Berücksichtigung der Prozesse der Lehrer-Schüler-Interaktion: Das Sechs-Phasen-Modell nach Brophy und Good 15
4.3. Forschungen zu Auswirkungen von Erwartungseffekte unter natürlichen Bedingungen: Die Feldstudie von Seaver 16

5. Pädagogische Konsequenzen 17

6. Abschließende Überlegungen 19

7. Literatur 20

 

1 Einleitung

Lehrererwartungen in der Lehrer-Schüler-Interaktion – wie entstehen sie, was sind mögliche Auswirkungen (Erwartungseffekte) und wie kann man als Lehrperson möglichen negativen Auswirkungen auf Lernfortschritte der Schüler aktiv entgegenwirken: Das sind die zentralen Fragestellungen, mit denen ich mich im Rahmen dieser Arbeit auseinandersetzen werde. Unter besonderer Berücksichtigung steht dabei der erste Eindruck, der insbesondere bei der Einschulung von Bedeutung ist, aber auch dann, wenn ein Lehrer eine Klasse neu übernimmt oder ein Schüler bzw. eine Schülerin neu in eine Klasse hineinkommt.

Nicht nur für Psychologen, sondern gerade auch für angehende Lehrer ist es von besonderer Bedeutung, sich der verschiedenen Formen und vor allem der möglichen Auswirkungen von Erwartungseffekten bewusst zu sein, um möglichen negativen Folgen für die Lernerfolge der Schüler, die aus den Erwartungseffekten resultieren können, bewusst entgegenwirken zu können. Der Schwerpunkt dieser Arbeit bezieht sich deshalb vorwiegend auf den ersten Eindruck, weil diese Begegnung psychologisch betrachtet die wichtigste und möglicherweise folgenträchtigste ist, die sich zwischen einem Lehrer und seinen Schülern abspielen wird.

Im Rahmen dieser Arbeit wird anhand verschiedener einschlägiger psychologischer Untersuchungen gezeigt werden, welche Rolle Erwartungseffekte für den Lernerfolg bzw. -misserfolg eines jeden Schülers spielen können, welche Gefahren die sogenannte Sich-Selbst-Erfüllende- Prophezeiung, speziell der Pygmalioneffekt mit sich bringen kann und welche Faktoren für die Eindrucks- bzw. Erwartungsbildung eines Lehrers über den einzelnen Schüler ausschlaggebend sind. Außerdem soll dargestellt werden, welche Möglichkeiten es für den Lehrer gibt, bewusster mit derartigen Situationen umzugehen und negative Auswirkungen bestimmter Erwartungseffekte zu vermeiden.

Hauptsächlich wird also der Lehrer als zentrale Person dieser Ausführungen fungieren, was jedoch nicht bedeutet, dass von einem unidirektionalen, also einseitigen Modell mit dem Lehrer als Initiator der Lehrer-Schüler-Interaktion ausgegangen wird, wie es noch vor einigen Jahrzehnten in der psychologischen Forschung üblich war. Dass auch der Schüler eine aktive Rolle bei der Bildung des ersten Eindrucks seitens des Lehrers spielt, wird dann deutlich, wenn man sich klarmacht, dass sich Schüler bei dieser ersten Begegnung anders verhalten, als sie es sonst tun – insbesondere zunächst meist so, wie sie denken, dass der Lehrer es von ihnen erwartet. Dieses Verhalten wird sich in vielen Fällen auch über die nächsten Wochen oder sogar bis ans Ende der Schulzeit fortsetzen. Die institutionsbedingte Macht- Asymmetrie zwischen Lehrern und Schülern führt dazu, dass Schüler ihr Verhalten in hohem Maß auf Erwartungen des Lehrers abstimmen – das wiederum hat zur Folge, dass für den Lehrer weitgehend Notwendigkeit und Möglichkeit entfallen, eigene Erwartungen zu korrigieren. Lehrer wie Schüler interpretieren also auf der Basis ihrer subjektiven Theorien die Situation und den Interaktionspartner und richten ihr Handeln an diesen Ergebnissen aus. An dieser Stelle zeigt sich deutlich, dass durchaus beiderseitige Interaktion stattfindet, die sich jedoch für den Lernerfolg des einzelnen Schüler negativ auswirken könnte, wenn seitens des Lehrers zu wenig Bewusstsein über die Prozesse in der Lehrer-Schüler- Interaktion vorhanden ist und damit auch ein bewusster Umgang mit dieser Situation nicht ermöglicht wird.

2 Lehrererwartungen

2.1 Allgemeine Überlegungen

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