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Thesis (M.A.), 2003, 66 Pages
Author: Ellen Rennen
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Tags: Implikaturen, Beitrag, Erklärung, Informationsstruktur
Year: 2003
Pages: 66
Grade: 2,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22601-1
File size: 212 KB
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Excerpt (computer-generated)
Magisterarbeit
vorgelegt von
Ellen Quirin
Implikaturen und ihr Beitrag zur
Erklärung der Informationsstruktur von Äußerungen
Germanistisches Institut der RWTH Aachen Ellen Quirin
Lehrstuhl für Deutsche Philologie
Aachen, Juni 2003
Inhalt
I. Einleitung ... 3
II. Das Kommunikationsmodell von Grice ... 5
1. Begriffsdefinition ... 5
2. Das Kooperationsprinzip ... 6
3. Die Maximen ... 8
a) Die Quantitätsmaxime ... 9
b) Die Qualitätsmaxime ... 10
c) Die Relevanzmaxime ... 11
d) Die Modalitätsmaxime ... 12
e) Verletzungen der Maximen ... 16
4. Implikaturen ... 21
a) Konversationale Implikaturen ... 25
b) Partikularisierte konversationale Implikaturen ... 28
c) Generalisierte konversationale Implikaturen ... 29
d) Konventionale Implikaturen ... 30
e) Skalare Implikaturen ... 31
5. Grenzen und Kritik von Grices Modell ... 33
a) Das Kooperationsprinzip und die Maximen ... 33
b) Implikaturen ... 40
III. Skalen-Modelle ... 42
1. Die Hierarchie des Bekanntheitsgrades ... 42
a) Die einzelnen Status ... 43
b) Grenzen und Kritik ... 46
2. Vertrautheitsskala ... 47
3. Topik-Kontinuität ... 51
4. Identifizierbarkeit und Zugänglichkeit ... 54
5. Zusammenfassung der Skalen-Modelle ... 55
IV. Zusammenspiel der Skalen-Modelle mit Grices Theorie ... 56
1. Die Quantitätsmaxime und die Hierarchie des Bekanntheitsgrades ... 56
2. Vergleich von Implikaturen und Ableitungen ... 58
V. Zusammenfassung ... 60
VII. Literaturverzeichnis ... 63
I. Einleitung
In unserer Gesellschaft werden wir rund um die Uhr mit einer Flut von Informationen konfrontiert. Diese müssen nach ihrer Wichtigkeit eingeordnet und nach Bedarf im Gehirn gespeichert werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, wie diese Informationen präsentiert werden sollten, damit sie dauerhaft im Gedächtnis bleiben können. Ob etwas gespeichert wird, hängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. der Informationsstruktur ab.
Wie diese Struktur durch verschiedene Faktoren beeinflußt werden kann, soll in dieser Arbeit gezeigt werden. Den Schwerpunkt werden folglich Implikaturen bilden, die eine Sonderform der Äußerungsbedeutung darstellen. Sie repräsentieren die zusätzliche und vom Sprecher nur gemeinte statt geäußerte Bedeutung. Dieser indirekte Charakter hat, wie am Ende dieser Arbeit zu sehen ist, einen bedeutenden Einfluß auf die Informationsstruktur von Äußerungen.
In dieser Arbeit werde ich mich im wesentlichen auf die mündliche Kommunikation konzentrieren. Sie ermöglicht die direkte Kontrolle über das Verständnis zwischen Sprecher und Hörer und kann so Aufschluß geben, ob die Informationen adressatengerecht aufgebaut sind. Dies ist bei schriftlicher Kommunikation nicht sofort möglich. Hier können unabhängig von Zeit und Raum Informationen ausgetauscht werden, eine direkte Verständnissicherung ist somit nicht vorhanden. Die in dieser Arbeit gewonnenen Ergebnisse zur Informationsstruktur können jedoch teilweise auch auf nonverbale Kommunikation übertragen werden.
Das Ziel dieser Arbeit ist zu zeigen, wie Implikaturen die Struktur von Informationen beeinflussen und welche Erkenntnisse sie bringen können. Viele Wissenschaftler beschäftigten sich schon mit diesem Thema und haben eine Vielfalt von Theorien entwickelt. Aus diesem Grund werde ich mich auf wenige ausgesuchte Modelle konzentrieren, um den Rahmen dieser Untersuchung einzuhalten.
Grice legt in seinem Kommunikationsmodell verschiedene Kriterien fest, die innerhalb eines Gespräches beachtet werden sollten. Ist dies nicht der Fall, entstehen Implikaturen. Sie gestalten die Kommunikation auf einer gesonderten Ebene, die es vom Adressaten zu verstehen gilt. Bei diesem Prozeß sind die Kommunikationsmaximen eine wichtige Hilfe. Anschließend werden die Verbesserungen dieser Theorie durch andere Wissenschaftler kurz erläutert. Dieser kritische Blick erlaubt eine Überprüfung des Modells hinsichtlich seiner Anwendbarkeit auf die alltägliche Kommunikation.
Präziser wird die Struktur von Informationen durch die Skalen-Modelle untersucht. Hier wird der Schwerpunkt auf die verschiedenen kognitiven Status gelegt, die Sprecher und Hörer während eines Gespräches innehaben können. Der Status gibt Auskunft über die Bedeutung des aktuellen Themas. In der Sprachwissenschaft wird jedoch über die Anzahl der jeweiligen Status diskutiert. Die Hierarchie des Bekanntheitsgrades als auch die Vertrautheits-Skala formulieren zwar die gleiche Anzahl an Status, jedoch bestehen zwischen ihnen kleine Unterschiede.
Nachdem die Modelle vorgestellt wurden, werde ich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausstellen. Auf diese Weise können neue Erkenntnisse gewonnen werden, wie Informationen gestaltet sein müssen, damit die Kommunikation erfolgreich verläuft. Dabei ist es sehr hilfreich, daß in dieser Arbeit sowohl ein allgemeineres Modell als auch spezifische Untersuchungen betrachtet werden. Auf diese Weise können unterschiedliche Aspekte der Informationsstruktur berücksichtigt und kritisch betrachtet werden. Den Mittelpunkt bilden hier die Implikaturen.
Zum Schluß der Arbeit werde ich definieren, was genau unter dem Begriff Informationsstruktur zu verstehen ist. Anhand der so bestimmten Merkmale können die vorgestellten Modelle gute Ansätze liefern, um die Forschung auf diesem Gebiet in eine bestimmte Richtung zu lenken.
Die Begriffe Bezug, Thema, Entität und Referent werden in dieser Arbeit gleichbedeutend verwendet. Sie bezeichnen den aktuellen Gesprächsgegenstand. Bei meiner Untersuchung der verschiedenen Modelle schließe ich mich den jeweils dort verwendeten Begriffe an.
II. Das Kommunikationsmodell von Grice
1. Begriffsdefinition
Die folgenden Modelle untersuchen, welchen Kriterien Kommunikation unterliegt. Darum ist es notwendig, diesen Begriff vorab zu erläutern. Nur so kann der Nutzen der einzelnen Modelle für die Informationsstruktur bewertet werden.
Kommunikation kann in verschiedenen Situationen mit unterschiedlichen Absichten zustande kommen. Diese Vielfältigkeit erleichtert nicht gerade die wissenschaftliche Diskussion. Jedoch verfolgt Kommunikation immer ein bestimmtes Ziel. Der Sprecher möchte mit seiner Aussage die Meinung oder das Handeln des Hörers beeinflussen. Damit dies passieren kann, beurteilt der Hörer die Signale des Sprechers anhand seines gesamten Wissens sowie dem Situations- und Weltwissen. Wenn der Adressat die Intention des Sprechers erkennt und befolgt, ist die Kommunikation erfolgreich verlaufen.1 Im anderen Fall wird die Wirkungsabsicht des Sprechers vom Hörer nicht erkannt und das Ziel der Kommunikation nicht erreicht.
[...]
1 Rolf: Sagen und Meinen, 1994, S. 18 f.; Keller: Rationalität, Relevanz und Kooperation, in: Liedtke (Hrsg.), Implikaturen, S. 8; Levinson: Pragmatik, 1990, S. 16.
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