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Scientific Study, 2003, 33 Pages
Author: Sandor Samu
Subject: Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Details
Institution/College: University of Bremen (Fachbereich 12 (Erziehungs- und Bildungswissenschaften))
Tags: PISA-, PISA-E-Studie, Inhalte, Reaktionen, Konsequenzen, Prüfung, Staatsexamen
Year: 2003
Pages: 33
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22625-7
ISBN (Book): 978-3-638-78832-8
File size: 296 KB
Wissenschaftliche Studie als Vorbereitung zur mündlichen Prüfung fürs 1. Staatsexamen. Das Thema nahm eine halbe Stunde ein. Die Gesamtnote war 1,0. Die Prüfung fand an 07.10.03 statt.
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Abstract
Die Ergebnisse der internationalen PISA- (2001) und nationalen PISA-E (2005) Studie führten erwartungsgemäß zu einer wortreichen Debatte um schulpädagogische und bildungspolitische Zielsetzungen. Während die einen schon eifrig Maßahmenkataloge entwerfen, fordern die anderen (einschließlich der Verfasser) noch eine grundlegende Analyse. Eine unvoreingenommene und sachliche Diskussion über Bildung zu führen scheint, trotz gegenteiliger Hoffnungen der Verfasser (BAUMERT ET AL. 2001, S. 12 u. 14), grundsätzlich schwierig zu sein. Eine besonders fragwürdige Rolle kommt dabei sicherlich der oft gerügten, verantwortungslosen Aufbereitung von Informationen von Presse, Funk und Fernsehen zu (HESSE & JOSCOK 2003), die die Auseinandersetzung durch Vereinfachung in "Gewinner/Verlierer" oder unnötigen "Rankings" anheizen. Wie auch immer, die Zahl der Kommentare ist schier unüberschaubar (vgl. BECKER 2003, S.241) und die Anteile der thematischen Überschneidungen und Wiederholungen so groß, dass eine umfassende Analyse der Beiträge im Rahmen dieser Arbeit nicht geleistet werden konnte. Ziel der vorliegenden Arbeit ist vielmehr die Zielsetzung und Aussagekraft der PISA-Studien mit Fokussierung auf den zugrunde liegenden Bildungsbegriff zu hinterfragen. Hierfür müssen zunächst die Herangehensweise und Ergebnisse der PISA und PISA-E-Studie dargestellt werden (Kapitel 2-3). Das vierte Kapitel dient einem Exkurs zur exemplarischen Vorstellung des finnischen und englischen Schulsystems. Im Anschluß (Kapitel 5) folgt eine Zusammenstellung der Kritik verschiedener Autoren, eine Klassifizierung häufig genannter Ursachen für die "Bildungsmisere" (Kapitel 6) und eine Aufstellung der daraus abzuleitenden Schlußfolgerungen bzw. Maßnahmen (Kapitel 7). Zuletzt soll eine zusammenfassende Diskussion der Analyse die Arbeit abrunden (Kapitel 8).
Excerpt (computer-generated)
PISA Die PISA- und PISA-E-Studie:
Inhalte, Reaktionen, Konsequenzen.
"Was will denn eigentlich die ältere Generation
mit der jüngeren? "
F.D. Schleiermacher1
"Pisa hat erst begonnen; glaubt nicht, jetzt
alles schon zu wissen; erspart euch nicht
die Schule neu zu denken!"
Hartmut von Hentig
Sándor Samu
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Die internationale PISA-Studie 4
2.1. Zielsetzung 4
2.2. Methoden 5
2.3. Ergebnisse 6
2.3.1. Lesekompetenz 6
2.3.2. Mathematische Grundbildung 7
2.3.3. Naturwissenschaftliche Grundbildung 7
2.3.4. Geschlechterunterschiede in Basiskompetenzen 8
2.3.5. Selbstreguliertes Lernen 8
2.3.6. Kooperation und Kommunikation 8
2.3.7. Familiäre Lebensverhältnisse, Bildungsbeteiligung und Kompetenzerwerb 9
2.3.8. Lebens- und Lernbedingungen von Jugendlichen 10
2.4. Zusammenfassung 11
3. Die nationale PISA-E-Studie 12
3.1. Methoden 12
3.2. Zusammenfassung der Ergebnisse 12
3.2.1. Leistungstests 12
3.2.2. Umfeldfaktoren 13
4. Andere Schulsysteme im Vergleich 14
4.1. Finnland 14
4.2. England 16
5. Kritik an den Studien 16
5.1. Kritik an den Methoden 17
5.2. Kritik an den Grundsätzen, Zielsetzungen und der Aussagekraft 18
6. Ursachen der Bildungsmisere 20
7. Schlußfolgerungen aus PISA und Maßnahmen 22
7.1. "Pragmatische" Ansätze 22
7.2. "Idealistische" Ansätze 25
8. Was man machen kann und was man machen will - oder was ist Bildung? 27
8.1. Zum Bildungsbegriff 27
8.2. Eigene Ansichten und der Versuch einer Zusammenfassung 28
9. Literatur 32
1. Einleitung
Die Ergebnisse der internationalen PISA- (2001) und nationalen PISA-E (200?) Studie führten erwartungsgemäß zu einer wortreichen Debatte um schulpädagogische und bildungspolitische Zielsetzungen. Während die einen schon eifrig Maßahmenkataloge entwerfen, fordern die anderen (einschließlich der Verfasser) noch eine grundlegende Analyse. Eine unvoreingenommene und sachliche Diskussion über Bildung zu führen scheint, trotz gegenteiliger Hoffnungen der Verfasser (BAUMERT ET AL. 2001, S. 12 u. 14), grundsätzlich schwierig zu sein. Eine besonders fragwürdige Rolle kommt dabei sicherlich der oft gerügten, verantwortungslosen Aufbereitung von Informationen von Presse, Funk und Fernsehen zu (HESSE & JOSCOK 2003), die die Auseinandersetzung durch Vereinfachung in "Gewinner/Verlierer" oder unnötigen "Rankings" anheizen. Wie auch immer, die Zahl der Kommentare ist schier unüberschaubar (vgl. BECKER 2003, S.241) und die Anteile der thematischen Überschneidungen und Wiederholungen so groß, dass eine umfassende Analyse der Beiträge im Rahmen dieser Arbeit nicht geleistet werden konnte.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es deshalb die Zielsetzung und Aussagekraft der PISAStudien mit Fokussierung auf den zugrunde liegenden Bildungsbegriff zu hinterfragen. Hierfür müssen zunächst die Herangehensweise und Ergebnisse der PISA und PISA-E-Studie dargestellt werden (Kapitel 2-3). Das vierte Kapitel dient einem Exkurs zur exemplarischen Vorstellung des finnischen und englischen Schulsystems. Im Anschluß (Kapitel 5) folgt eine Zusammenstellung der Kritik verschiedener Autoren, eine Klassifizierung häufig genannter Ursachen für die "Bildungsmisere" (Kapitel 6) und eine Aufstellung der daraus abzuleitenden Schlußfolgerungen bzw. Maßnahmen (Kapitel 7). Zuletzt soll eine zusammenfassende Diskussion der Analyse die Arbeit abrunden (Kapitel 8).
2. Die internationale PISA-Studie
2.1. Zielsetzung
PISA steht für „Programme for International Student Assessment“ – ein Programm zur international standardisierten Leistungsmessung von 15-jährigen Schülern. PISA versteht sich als eine breit angelegte Strategie der Qualitätssicherung, die eine periodische Wiederholung der Untersuchungen (PISA 2000, 2003, 2006), komplementäre Untersuchungen (DESI2, IGLU) und neben dem internationalen auch einen bundesinternen Vergleich (PISA-E) beinhaltet (vgl. BAUMERT ET AL. 2001, S. 12). PISA hat den hohen Anspruch, dass es nicht "rasch veraltendes Wissen", sondern mit den drei Bereichen Lesekompetenz (Reading Literacy), mathematische Grundbildung (Mathematical Literacy) und naturwissenschaftliche Grundbildung (Scientific Literacy), "Schlüsselqualifikationen im wirklichen Sinne" abfragen will (EBDA. S. 13). So heißt es in der tabellarischen Auflistung der PISA-Merkmale: "Die Definition der Bereiche deckt nicht nur die Beherrschung des im Curriculum vorgesehenen Lehrstoffs ab, sondern auch wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten, die man im Erwachsenenleben benötigt. Die Untersuchung von fächerübergreifenden Kompetenzen ist integraler Bestandteil von PISA. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Beherrschung von Prozessen, dem Verständnis von Konzepten sowie auf der Fähigkeit, innerhalb eines Bereichs mit unterschiedlichen Situationen umzugehen." (EBDA. S. 17). Und weiter: "PISA beansprucht Basiskompetenzen zu erfassen, die in modernen Gesellschaften für eine befriedigende Lebensführung in persönlicher und wirtschaftlicher Hinsicht sowie für eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben notwendig sind." (EBDA. S. 29, vgl. a. S. 30)3. PISA folgt also einem funktionalistischem, d.h. letztlich einem der Gesellschaft dienenden Bildungskonzept. Darüberhinaus versucht PISA aber auch die Ursachen der schulischen Leistungen zu untersuchen. Hierzu zählen z.B. der sozioökonomische Status der Eltern, das Bildungsniveau der Eltern, die ethnische Herkunft der Familie, die Altersgruppe oder das elterliche Unterstützungs- und Erziehungsverhalten (EBDA. S. 32-33).
2.2. Methoden
[...]
1 zit. in FROMM (2001)
2 Deutsch-Englisch-Schülerleistungen-International: Untersucht, ob Deutsch als Muttersprache und Englisch als Fremdsprache beherrscht werden; Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung.
3 Die Autoren stehen dabei – sie selbst berufen sich auf W. v. Humboldt, der im königsberger und litauischen Schulplan von 1809 (FLITNER, A. & G. KIEL 1964, zit. in DEUTSCHES PISA KONSORTIUM 2001, S. 21) verschiedene wechselseitig nicht substituierbare "Modi der Welterfahrung" (linguistischer, historischer, mathematischer und gymnastisch-ästhetischer) ausgrenzte – ganz in der Tradition der klassisch-bürgerlichen Bildungstheoretiker.
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