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Emotionstheorie von James - Präzisierte Fassung und Cannons Kritik

Termpaper, 2003, 11 Pages
Author: Steffen Kuegler
Subject: Psychology - General

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 11
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V18306
ISBN (E-book): 978-3-638-22679-0
ISBN (Book): 978-3-638-75840-6
File size: 87 KB

Abstract

1884 publizierte der bekannte amerikanische Psychologe William James eine Emotionstheorie, welche der Alltagsauffassung provokant widerspricht, dass die bei Emotionen auftretenden körperlichen Veränderungen die kausale Folge dieser Emotionen seien. Nach der Theorie von James löst ein Reizereignis eine Erregung im autonomen Nervensystem und andere körperliche Reaktionen aus, die dann zur Wahrnehmung einer spezifischen Emotion führen. Kurzum: James zufolge läuft man nicht davon, weil man Angst hat, sondern man hat Angst, weil man davonläuft. In dieser vorliegenden Arbeit werden zunächst wichtige Aspekte der präzisierten Fassung der ursprünglichen Theorie von James, welche aufgrund zunehmender Kritik formuliert wurde, erläutert. Dabei wird auf drei hauptsächliche Einwände gegen James’ Annahmen eingegangen und dessen Korrekturen werden beschrieben. Im Anschluss daran folgt die Vorstellung der wohl bekanntesten Kritik an der Emotionstheorie von James, der Kritik von Walter Cannon, einem ehemaligen Studenten von James. Dieser versuchte durch die Aufstellung von 5 Hypothesen, dessen Kernannahme zu widerlegen, dass Emotionen die Folge der Wahrnehmung körperlicher Veränderung seien.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Schiller-Universität Jena
SoSe 2003
Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Institut für Psychologie
Proseminar: Emotion und Motivation

Emotionstheorie von James
Präzisierte Fassung und Cannons Kritik

Steffen Kügler

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Präzisierte Fassung der Emotionstheorie  4
2.1. Prozess der Emotionsentstehung  4
2.2. Emotionen und willkürliche Handlungen  5
2.3. Welche körperlichen Veränderungen sind eigentliche emotional?   5

3. Cannons Kritik an der Emotionstheorie von James  6
3.1. Die Trennung der Viszera vom Zentralnervensystem führt zu keiner Veränderung im emotionalen Verhalten  6
3.2. Gleiche viszerale Änderungen treten bei verschiedenen emotionalen und nichtemotionalen Zuständen auf  7
3.3. Die Viszera sind relativ unempfindlich  8
3.4. Viszerale Änderungen sind zu langsam, um als Ursache für das Erleben von Emotionen zu fungieren  8
3.5. Die künstliche Herbeiführung typischer viszeraler Änderungen führt nicht zum Auftreten entsprechender Emotionen  9

4. Zusammenfassung  10

5. Quelle  11

 

1. Einleitung

1884 publizierte der bekannte amerikanische Psychologe William James eine Emotionstheorie, welche der Alltagsauffassung provokant widerspricht, dass die bei Emotionen auftretenden körperlichen Veränderungen die kausale Folge dieser Emotionen seien. Nach der Theorie von James löst ein Reizereignis eine Erregung im autonomen Nervensystem und andere körperliche Reaktionen aus, die dann zur Wahrnehmung einer spezifischen Emotion führen. Kurzum: James zufolge läuft man nicht davon, weil man Angst hat, sondern man hat Angst, weil man davonläuft.

In dieser vorliegenden Arbeit werden zunächst wichtige Aspekte der präzisierten Fassung der ursprünglichen Theorie von James, welche aufgrund zunehmender Kritik formuliert wurde, erläutert. Dabei wird auf drei hauptsächliche Einwände gegen James’ Annahmen eingegangen und dessen Korrekturen werden beschrieben.

Im Anschluss daran folgt die Vorstellung der wohl bekanntesten Kritik an der Emotionstheorie von James, der Kritik von Walter Cannon, einem ehemaligen Studenten von James. Dieser versuchte durch die Aufstellung von 5 Hypothesen, dessen Kernannahme zu widerlegen, dass Emotionen die Folge der Wahrnehmung körperlicher Veränderung seien.

2. Präzisierte Fassung der Emotionstheorie

Nur wenige Jahre nach der Publikation seiner Emotionstheorie sah sich James aufgrund einer Vielzahl kritischer Stellungnahmen anerkannter Psychologen veranlasst, diese zu präzisieren. James betrachtete vor allem drei Einwände als teilweise gerechtfertigt, welche den Prozess der Emotionsentstehung, die Bedeutung willkürlicher Handlungen für das emotionale Erleben und die Frage, was an körperlichen Veränderungen eigentlich spezifisch emotional sei, betrafen. Diese versuchte er daraufhin zu entkräften.

2.1. Prozess der Emotionsentstehung

James Theorie besagt, dass körperliche Veränderungen, die dem emotionalen Erleben zu Grunde liegen, reflexartig durch die bloße Wahrnehmung eines Objekts ausgelöst werden. Die Kritiker wandten dagegen ein, dass nicht alle emotionale Reaktionen so verursacht sein könnten. Der Anblick eines Bären führt schließlich nicht notwendigerweise zu den für Furcht charakteristischen Reaktionen wie Davonlaufen oder erhöhter Herzschlag. Ein Jäger empfindet vielleicht angenehme Gefühle beim Anblick des Bären im Wald, und ein Bär im Käfig löst eventuell Reaktionen der Neugier beim Betrachter aus. Nach Meinung der Kritiker ist für das Entstehen von Furcht also noch ein weiterer Prozess nötig, nämlich die Bewertung des Bären für unser Wohlergehen. Nur wenn man zum Schluss kommt, dass der Bär gefährlich werden kann, entstehen typische Reaktionen für Furcht.

James begegnete diesem Einwand wie folgt: Er räumte ein, dass ein und dasselbe Objekt durchaus unterschiedliche Emotionen hervorrufen könne. Die Wahrnehmung dieser Objekte sei dabei weiterhin der Auslöser für diese Reaktionen. Mit zunehmendem Wissen um diese Objekte wird die emotionale Reaktion jedoch von dem Element der Gesamtsituation ausgelöst, dass als das lebenswichtigste auffällt. Der Bär sticht in manchen Gesamtsituationen stärker aus der Umgebung heraus, als in anderen.

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