Inwieweit sind die institutionellen Rahmenbedingungen der leitungsgebundenen Elektrizitätsmärkte wettbewerbsfördernd?

Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.
Install Flash Player
Details
Autoren: Daniel Pochhammer, Philipp Wahl, Anh Linh Tran, Jan Schaefer
Fach: Wirtschaft - Unternehmensführung, Management, Organisation
Veranstaltung: Internationales Management
Institution/Hochschule: Technische Universität Berlin (Institut für Technologie und Management)
Jahr: 2002
Seiten: 36
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 41 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1082 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-11128-7
Aktuelle Darstellung der Rahmenbedingungen des liberalisierten Strommarktes in Europa und insbesondere in Deutschland. Schwerpunkte sind die Bewertung der Rahmenbedingungen inkl. der Verbändevereinbarung II plus (1.1.2002), die Auswirkungen der Liberalisierung und wettbewerbstheoretische Grundlagen.
Textauszug (computergeneriert)
Fakultät VIII
Wirtschaft und Management
Fachgebiet
Internationales Management
Inwieweit sind die institutionellen Rahmenbedingungen
der leitungsgebundenen Elektrizitätsmärkte wettbewerbsfördernd ?
| Bearbeitet von: | Kapitel: | Seiten | |
| Philipp Wahl | (Wi.Ing-Bau) | 2. | 2-6 |
| Anh Linh Tran | (Wi.Ing-ET) | 3. | 7-11 |
| Daniel Pochhammer | (Wi.Ing-MW) | 3.3 | 12-17 |
| Jan Schaefer | (BWL) | 4. | 18-23 |
INHALT
Abkürzungsverzeichnis i
1 Einleitung 1
2 Wettbewerb 2
2.1 Wettbewerbstheorie und Marktstruktur 2
2.2 Gründe der Regulierung 4
2.3 Optionen der Deregulierung 5
2.3.1 Vertikale Desintegration 5
2.3.2 Netzzugangsregulierung bei vertikaler Integration 5
3 Institutionelle Rahmenbedingungen 7
3.1 Binnenmarktrichtlinie 7
3.1.1 Situation der Elektrizitätsmärkte vor der Liberalisierung 7
3.1.2 Ziele der Binnenmarktrichtlinien 8
3.1.3 Wahlmöglichkeiten bei Umsetzung in staatliches Recht 8
3.2 Umsetzung in einzelnen Europäischen Ländern, insbes. Deutschland 9
3.2.1 Marktöffnung 9
3.2.2 Netzzugangsmodelle 10
3.2.3 Ziele des EnWG 11
3.3 Maßnahmen zur Förderung energiepolitischer Ziele in Deutschland 12
3.3.1 Wettbewerb 12
3.3.2 Klimaschutz 15
3.3.3 Versorgungssicherheit 16
4 Indikatoren für die Entwicklung des Wettbewerbs 18
4.1 Marktstruktur 18
4.2 Preisentwicklung 20
4.3 Stromhandel 21
4.4 Kundenorientierung 22
5 Fazit 24
6 Anhang I
7 Literatur VII
Abkürzungsverzeichnis
| AG | Aktiengesellschaft |
| ARE | Arbeitsgemeinschaft regionaler Energieversorgungsunternehmen e.V. |
| BDI | Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. |
| Bewag | Bewag AG |
| BTOElt | Bundestarifordnung Elektrizität |
| CENTREL | Zusammenschluss der Verbundunternehmen der Länder: Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn |
| EEG | Erneuerbare-Energien-Gesetz |
| EnWG | Energiewirtschaftsgesetz |
| EU | Europäische Union |
| Eurostat | Statistisches Amt der Europäischen Union |
| EVU | Elektrizitätsversorgungsunternehmen |
| EWI | Energiewirtschaftliches Institut an der Uni Köln |
| F & E | Forschung und Entwicklung |
| GWB | Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen |
| GWh | Giga Watt Stunden |
| HEW | Hamburgische Elektrizitäts-Werke AG |
| KWK | Kraft-Wärme-Kopplung |
| KWKG | Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz |
| LAUBAG | Lausitzer Braunkohle AG |
| NORDEL | Zusammenschluss der Verbundunternehmen aller vier Skandinavischen Länder und Islands |
| NTPA | Negotiated Third Party Access |
| OTC | Over the Counter |
| RTPA | Regulated Third Party Access |
| RWE | RWE AG |
| UCTE | L´Union pour la Coordination de la Production et du Transport de l´ Electricité ( Union für die Koordinierung der Produktion und des Transports von Elektrizität ) |
| VDEW | Verband der Elektrizitätswirtschaft e.V. |
| VDN | Verband der Netzbetreiber e.V. |
| VEAG | Vereinigte Energiewerke AG |
| VIK | Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. |
| VKU | Verband kommunaler Unternehmen e.V. |
| VV | Verbändevereinbarung |
1 Einleitung
Großbritannien begann Ende der 80er Jahre erfolgreich mit der Deregulierung der bis dahin monopolistisch organisierten Energiewirtschaft. Es folgte damit dem internationalen Trend der Liberalisierung der Versorgungsmärkte. Die EU griff diese Vorgehensweise zunächst aus integrationspolitischen Gründen auf und setzte sie 1997 mit der Binnenmarktrichtlinie Energie in die Tat um. Damit forderte sie die einzelnen Mitgliedstaaten zur Liberalisierung ihrer Energiemärkte auf, um aus den teilweise sehr unterschiedlich strukturierten Energiemärkten einen einheitlichen Binnenmarkt zu schaffen. Der Grundstein zum freien Wettbewerb auf diesen Märkten wurde somit gelegt.
Die Richtlinie betrifft sowohl den Gas- als auch den Elektrizitätsmarkt. Die Arbeit befasst sich jedoch ausschließlich mit dem Wettbewerb auf dem leitungsgebundenen Elektrizitätsmarkt. Die Untersuchung der gesamten europäischen Strombranche auf wettbewerbsfördernde Faktoren ist jedoch aufgrund des großes Umfangs im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Daher steht der deutsche Elektrizitätsmarkt im Mittelpunkt unseres Interesses.
Das Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung der Frage, ob und inwieweit die institutionellen Rahmenbedingungen aus jetziger Sicht dazu beitragen, den Wettbewerb auf den betrachteten Märkten zu fördern.
Im ersten Teil der Arbeit werden wettbewerbstheoretische Grundlagen erläutert und auf den Strommarkt angewendet. Im nächsten Schritt wird ein kurzer historischer Abriss der Liberalisierung in Europa dargestellt, was u.a. auch die Umsetzung der Richtlinie in nationales, insbesondere deutsches Recht beinhaltet. Als weitere Rahmenbedingungen werden die Maßnahmen betrachtet, die zur Erreichung der energiepolitischen Ziele ergriffen wurden. Abschließend werden die ökonomischen Folgen der Liberalisierung auf den deutschen Markt behandelt.
2 Wettbewerb
2.1 Wettbewerbstheorie und Marktstruktur
Bei der Suche nach einer geeigneten Definition von Wettbewerb wird dem Interessierten schnell klar: eine präzise Formulierung oder gar Quantifizierung der wettbewerbspolitischen Ziele ist nicht möglich. Es besteht vielmehr eine Uneinigkeit über den verwendeten Begriff bei verschiedenen theoretischen Ansätzen. So sieht z.B. die klassische Theorie freie Konkurrenz als Idealform des Wettbewerbs (keine staatlichen Eingriffe), wohingegen die neoklassische Theorie sich auf die mathematischen Bedingungen vollkommener Konkurrenz als Wettbewerbsideal festlegt1.
Der Grad des Wettbewerbs ist in erster Linie von der Marktstruktur abhängig, die in der zeitlichen Entwicklung des Marktprozesses durch die Entscheidungen der Unternehmen beeinflusst wird. Inwieweit die Unternehmen auf die Umwelt einwirken, hängt von den entsprechenden Gewinnanreizen ab.
Das aus den Gewinnanreizen resultierende Verhalten der Unternehmen steht im Vordergrund der Industrial Organization Theorie2, der Schnittstelle zwischen Wettbewerbstheorie und Betriebswirtschaftslehre. Einerseits werden strategische Verhaltensweisen analysiert (konkurrenzbezogene Verhaltensweisen), andererseits stehen auch Strategien im Blickpunkt, die durch die Schaffung von Markteintrittsbarrieren auf die Konkurrenz ausgerichtet sind, wodurch die etablierten Anbieter den Vorteil genießen, einen Preis über Wettbewerbsniveau zu realisieren. Die Anfechtbarkeit der Stellung vorhandener Anbieter bestimmt dabei den Grad der Bestreitbarkeit eines Marktes3. Ein Markt ist bestreitbar, wenn bei Eintritt und Austritt keine Kosten generiert werden. Aufgrund der Leitungsgebundenheit ist der Strommarkt ein nicht bestreitbarer Markt, da ein neuer Anbieter mit zu hohen Kosten rechnen müsste, um in den Markt eintreten zu können. Zudem würde sich ein weiterer Ausbau des Netzes als volkswirtschaftlich ineffizient darstellen.
Das Problem des Unternehmensverhaltens ergibt sich durch den Versuch, in einer Welt von Knappheit, die eigene Versorgungssituation auf Kosten anderer zu verbessern. Das gelingt umso eher, je größer die eigene Planungskompetenz ist und je geringer die Handlungsspielräume und Wahlmöglichkeiten anderer sind.
Wettbewerb muss also gefördert werden, da er zur Reduzierung von Knappheit beiträgt. Dabei spielen die Wettbewerbsfunktionen eine große Rolle, die neben der Freiheitsfunktion, deren Ziel es ist, allen Marktteilnehmern eine relative Freiheit zu garantieren, die Grundlage für funktionsfähigen Wettbewerb bilden.
Herdzina unterscheidet folgende Funktionen des Wettbewerbs4:
[...]
1 Volkswirtschaftliche Betrachtungsweise in Graumann 1994, S. 143 f.
2 Der Industrieökonomische Ansatz verfolgt das Ziel, auf empirischer Basis den Einfluss der Struktur von Märkten und Industriezweigen auf das Marktverhalten von Industrieunternehmen und auf die daraus resultierenden Marktergebnisse zu analysieren.
3 Das Konzept des bestreitbaren Marktes in Liberalisierung des Strommarktes..
4 Siehe die 3 Funktionen des Wettbewerbs in Herdzina 1993, S. 7 ff.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: