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Grundbegriffe und Grundzüge der Wortbildung

Scholary Paper (Seminar), 2000, 33 Pages
Author: Martina Ochs
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Event: Seminar Ib (noch Grundstudium): Grammatik des deutschen Wortes
Institution/College: University of Hamburg (Institut für Germanistik, Deutsche Sprache)
Tags: Komposition, Derivation, Konversion, Transposition
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 33
Grade: 1
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V1845
ISBN (E-book): 978-3-638-11134-8

File size: 284 KB


Excerpt (computer-generated)

Hausarbeit zum Seminar Ib: ,,Grammatik des deutschen Wortes"
Institut für Germanistik I
Deutsche Sprache
Sommersemester 2000

Grundbegriffe und Grundzüge 
der Wortbildung

Verfasserin: 

Martina Ochs

 

 

Inhalt

Einleitung S. 3

I. Abbreviation S. 4


II. Komposition S. 6

II.1 Rein substantivische Komposita S. 7
II.1.1 Determinativkomposita oder endozentrische Komposita S. 8
II.1.1.1 - Determinativkomposita aus zwei Komponenten S. 9
II.1.1.2 - Determinativkomposita aus drei oder mehr Komponenten S.11
II.1.2 Possessivkomposita S.13
II.1.3 Kopulativkomposita S.13
II.1.4 Elliptische Komposita S.15
II.1.5 Zusammensetzungen mit Kürzungen S.15

II.2 Substantivische Komposita mit adjektivische, verbalen und anderen Kompon. S.16
II.2.1 Gemischte endozentrische Komposita S.17
II.2.2 Gemischte Possessivkomposita S.18
II.2.3 Gemischte elliptische Komposita S.19

II.3 Adjektivische Komposita S.19
II.3.1 Komposita aus substantivischem Erst- und adjektivischem Zweitglied S.19
II.3.2 Rein adjektivische Komposita S.19
II.3.3 Komposita aus verbalem Erst- und adjektivischem Zweitglied S.20

II.4 Verbale Komposita S.20
II.4.1 Komposita aus substantivischem Erst- und verbalem Zweitglied S.21
II.4.2 Komposita aus adjektivischem Erst- und verbalem Zweitglied S.21
II.4.3 Rein verbale Komposita S.22

III. Derivation S.22

III.1 Einfache Affigierung S.23
III.1.1 Einfache Präfigierung bei Verben S.24
III.1.2 Einfache Affigierung bei Adjektiven S.24
III.1.3 Einfache Affigierung bei Substantiven S.25

III.2 Konversion S.26
III.2.1 Verbalisierung mittels Konversion S.26
III.2.2 Adjektivierung mittels Konversion S.27
III.2.3 Substantivierung mittels Konversion S.28

III.3 Transposition S.29
III.3.1 Verbalisierung mittels Transposition S.29
III.3.2 Adjektivierung mittels Transposition S.29
III.3.3 Substantivierung mittels Transposition S.30

Schluss S.31

Literaturangaben S.32

 

 

Einleitung

Das Phänomen der Bildung neuer Wörter auf der Basis vorhandener sprachlicher Mittel ist zum einen das Resultat des menschlichen Bedürfnisses, jede neue Sichtweise auf ein bereits existierendes Objekt, jede neue materielle Erfindung und jede neue abstrakte Erkenntnis sprachlich zum Ausdruck zu bringen. Zum anderen erklärt es sich durch die Tendenz der Vereinfachung komplexerer syntaktischer Strukturen zu einem Wort, dessen Informationsdichte entsprechend hoch ist. Wenn nun durch zunehmende Univerbierung oft sehr lange Wörter entstehen, werden diese zum Zweck der Ökonomisierung auf verschiedene Weise wieder verkürzt, wobei die so entstandene Form manchmal anstelle der ursprünglichen Form in den Wortschatz eingeht und statt ihrer an Wortbildungsprozessen teilnimmt. Nicht selten werden auch Abkürzungen von ganzen Wortfolgen ebenso lexikalisiert, so dass eine einstige syntaktische Fügung in der verkürzten Form grammatisch wie ein einfaches Wort behandelt werden kann.

Zu allen im folgenden behandelten Wortbildungstypen werden lexikalisierte, usuelle, okkasionelle und/oder potentielle Beispiele angeführt, die die theoretisch beschriebene Struktur veranschaulichen. Das heißt, es werden sowohl Beispiele berücksichtigt, die bereits als Lexeme im Lexikon vermerkt sind, als auch solche, die zwar üblich sind, aber trotzdem noch nicht im Wörterbuch stehen, solche, die aus einem momentanen Bedarf heraus produziert werden und solche, die bisher vermutlich noch niemand gebildet hat, die aber den produktiven Wortbildungsregeln gerecht werden.

Ob Wortbildung produktiv, aktiv oder unproduktiv zu nennen ist, richtet sich danach, wie stark ein Verfahren oder ein Bestandteil eines komplexeren Wortes zum aktuellen Zeitpunkt zu Neubildungen anregt. Produktiv sind solche Elemente oder Prozesse, die gegenwärtig häufig zur Bildung neuer Wörter verwendet werden, aktiv sind jene, die noch in größeren Mengen im aktuellen Sprachgebrauch auftauchen, ohne jedoch zu Neubildungen anzureizen, und unproduktiv jene, deren Anzahl in der heutigen Sprache schon sehr reduziert ist.

Da gerade in der heutigen Welt der Bits und Bytes, der CD und der PCs der Umgang mit Abkürzungen, deren Ausgangswörter häufig unbekannt bleiben, eine Selbstverständlichkeit darstellt, sollen in dieser Arbeit zuerst die zahlreichen und sehr produktiven Abbreviationsverfahren vorgestellt werden. Daran schließt sich die Beschäftigung mit der Komposition und einigen ihrer Unterkategorien an. Die hier in drei Hauptverfahren aufgegliederte Derivation bildet den Abschluss dieser Arbeit.

I. Abbreviation

In Form von verschiedenen Methoden trägt die Reduktion längerer Vollformen zur Einsparung sprachlichen Aufwands bei.

Da sowohl Kürzel wie §, % oder & als auch grafische Abkürzungen wie dt., Bd. oder bzw. in der gesprochenen Sprache unverändert ihre vollständige Form behalten, spielen sie für die Wortbildung keine Rolle. Anders verhält es sich mit den übrigen Abbreviationen. Sie haben als Produkte verschiedener Kürzungsvorgänge Wortcharakter und gehören in ihrer Benennungsfunktion überwiegend der Wortklasse der Substantive an.

A) Ausbuchstabierte Initialwörter mit Endbetonung:

- EDV (elektronische Datenverarbeitung)
- WM (Weltmeisterschaft)
- DAK (Deutsche Angestelltenkrankenkasse)
- USA (United States of America)

Es lässt sich beobachten, dass in diesen Buchstabenwörtern neben den Initialen von Substantiven auch die von Adjektiven wie elektronisch oder deutsche in der Schrift einen Großbuchstaben erhalten und gleichwertig mitgesprochen werden. Außerdem können auch der erste Buchstabe des zweiten Bestandteils eines zusammengesetzten Wortes und die Anfangsbuchstaben fremdsprachiger Wörter in das Initialwort aufgenommen werden, wobei die Aussprache der letzteren an das deutsche Phoneminventar angepasst wird. Anders als bei der Vollform muss man also nicht innerhalb eines deutschen Satzes auf die englischen Ausspracheregeln achtgeben. Bei den ersten drei Beispielen richtet sich das Genus der Abkürzung nach dem ganz rechts stehenden Wort. Das die vor USA orientiert sich allerdings nicht an America, das nur eine durch die Präposition of hinzugefügte nähere Bestimmung des Ortes ist, an dem sich die vereinigten Staaten befinden, sondern an dem Plural von States.

[...]


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