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Sachsen und Slawen im 9. Jahrhundert

Scholary Paper (Seminar), 1999, 16 Pages
Author: Magister Joachim Pahl
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Proseminar: Sachsen im Ostfrankenreich
Institution/College: University of Münster (Philosophische Fakultät)
Tags: Sachsen, Slawen, Jahrhundert, Proseminar, Sachsen, Ostfrankenreich
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1999
Pages: 16
Grade: befriedigend
Language: German
Archive No.: V18516
ISBN (E-book): 978-3-638-22849-7
ISBN (Book): 978-3-638-77158-0
File size: 175 KB

Abstract

Nachdem um die Mitte des 6. Jahrhunderts die Völkerwanderung zu Ende gegangen war, mußten sich neue Formen des Zusammenlebens zwischen den wieder seßhaft werdenden Stämmen und Völkern herausbilden. Das Fehlen jeder zwischenstaatlichen Diplomatie sowie die mangelnde innere Geschlossenheit der Gemeinschaften, und zwar auch der größeren, "Reiche" genannten, brachte es mit sich, daß ihre nach außen gerichtete Verhaltensweise oft willkürlich und kurzsichtig erscheint. So wechseln kriegerische Einfälle, bei denen nicht erkennbar ist , ob sie dem Landgewinn oder dem Beutemachen dienten, oder vielleicht aus schlichter Abenteuerlust geboren waren, mit feierlichen Friedens- und Freundschaftsbekundungen ab. Diese wurden, obgleich mit Treuegelöbnissen und Eiden besiegelt, immer dann wieder mißachtet, wenn man glaubte, für eine solche Mißachtung stark genug zu sein. Das Ende der großen Wanderungsbewegungen war damit keineswegs gleichbedeutend mit einem Ende der Instabilität in Europa. Dennoch hatte sich ein größerer Staat herausbilden können, der sich dann - als das aus dem Merowingerreich hervorgegangene Reich der Karolinger - zu einem Imperium vergrößerte, das an Fläche jeden heutigen mitteleuropäischen Staat übertroffen hätte. Die innere Ordnung dieses Staates jedoch und die Regeln, nach denen die Herrschaftsnachfolge gehandhabt wurde, wurzelten in archaischen Stammesverhältnissen, deren Voraussetzungen nicht mehr vorlagen. Hatte der Übergang zum Nachfolger im überschaubaren Stammesrahmen noch reibungslos nach den überkommenen Sitten vonstatten gehen können, so konnte das zur Großmacht angewachsene karolingische Reich diese Bewährungsprobe nicht bestehen. Es zerbrach bei militärischer Begleitmusik gleich in drei Teile, die in der Folge noch unzählige Waffengänge miteinander austrugen.


Excerpt (computer-generated)

Sachsen und Slawen im 9. Jahrhundert




Joachim Pahl

Inhaltsverzeichnis

Einleitung 2

Awaren 3
Westslawen 4
Obodriten 5
Böhmen 7
Heveller 8
Mission nach 800 im Osten 10
Sachsen 10
Schlußbetrachtung 11
Abkürzungen 13

Quellen u.Literatur 14









Einleitung

Nachdem um die Mitte des 6. Jahrhunderts die Völkerwanderung zu Ende gegangen war, mußten sich neue Formen des Zusammenlebens zwischen den wieder seßhaft werdenden Stämmen und Völkern herausbilden. Das Fehlen jeder zwischenstaatlichen Diplomatie sowie die mangelnde innere Geschlossenheit der Gemeinschaften, und zwar auch der größeren, "Reiche" genannten, brachte es mit sich, daß ihre nach außen gerichtete Verhaltensweise oft willkürlich und kurzsichtig erscheint. So wechseln kriegerische Einfälle, bei denen nicht erkennbar ist , ob sie dem Landgewinn oder dem Beutemachen dienten, oder vielleicht aus schlichter Abenteuerlust geboren waren, mit feierlichen Friedens- und Freundschaftsbekundungen ab. Diese wurden, obgleich mit Treuegelöbnissen und Eiden besiegelt, immer dann wieder mißachtet, wenn man glaubte, für eine solche Mißachtung stark genug zu sein. Das Ende der großen Wanderungsbewegungen war damit keineswegs gleichbedeutend mit einem Ende der Instabilität in Europa. Dennoch hatte sich ein größerer Staat herausbilden können, der sich dann - als das aus dem Merowingerreich hervorgegangene Reich der Karolinger - zu einem Imperium vergrößerte, das an Fläche jeden heutigen mitteleuropäischen Staat übertroffen hätte. Die innere Ordnung dieses Staates jedoch und die Regeln, nach denen die Herrschaftsnachfolge gehandhabt wurde, wurzelten in archaischen Stammesverhältnissen, deren Voraussetzungen nicht mehr vorlagen. Hatte der Übergang zum Nachfolger im überschaubaren Stammesrahmen noch reibungslos nach den überkommenen Sitten vonstatten gehen können, so konnte das zur Großmacht angewachsene karolingische Reich diese Bewährungsprobe nicht bestehen. Es zerbrach bei militärischer Begleitmusik gleich in drei Teile, die in der Folge noch unzählige Waffengänge miteinander austrugen. Der östliche und der westliche Teil blieben in ihrer geographischen Ausformung weitgehend bis heute erhalten, während das Mittelreich bis auf seine südlichen Gebiete, die eigene Wege gingen, unter die beiden anderen aufgeteilt wurde. Der übrige Teil Mittel- und Osteuropas war von Stämmen besiedelt, die meist den Slawen zuzurechnen waren und zu indoeuropäischen Völkerfamilie zählten. Hinzu kamen die Awaren, ein aus mittelasiatischen Steppen eingewandertes Reitervolk, sowie sehr viel später im 9. Jahrhundert die Ungarn, denen sich die Restbestände zerschlagener Stämme zugesellt hatten und die ebenfalls ihre Urheimat im mittleren Asien hatten. Im Brennpunkt des Spannungsfeldes von Slawen und Franken lag der Stamm der Sachsen. Welche Wechselbeziehungen sich zwischen diesen drei Hauptbeteiligten, aber auch den östlichen Steppenvölkern, ergaben, wird in der Folge gezeigt werden. Da sich sowohl Sachsen als auch Slawen noch im schriftlosen Stadium der Frühgeschichte befanden, gibt es lediglich karolingische Quellen. Diese unterschieden meist nicht einmal nach einzelnen Stämmen und berichteten, dem christlichen Egozentrismus folgend, recht einseitig. Da ähnliche Ereignisse sich auf wechselnden Schauplätzen zutrugen, soll die thematische Vorgehensweise der chronologischen vorgezogen werden.

Awaren

[...]


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