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Hass, Moral und Hardcore-Realismus. Journalistisches und literarisches Schreiben bei Maxim Biller

Hauptseminararbeit, 2003, 24 Seiten
Autor: Astrid Lukas
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 24
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V18550
ISBN (E-Book): 978-3-638-22876-3

Dateigröße: 257 KB


Textauszug (computergeneriert)

HASS , MORAL UND HARDCORE -REALISMUS
JOURNALISTISCHES UND LITERARISCHES
SCHREIBEN BEI MAXIM BILLER

 

 


Astrid Lukas

0 . I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

1. Einleitung  2

2. Biographie und Werk  4

3. Der Journalist (Kolumnen)  5

4. Der Literat (Erzählungen, Romane)  8

5. Der Kritiker (poetologische Konzepte)  13

6. Fazit  17

7. Quellen- / Literaturverzeichnis  20

 


 

 

1 . E I N L E I TU N G

Seit den 80er Jahren ist in Deutschland eine Renaissance journalistischen Schreibens zu beobachten, welches in seiner neuartigen Akzentuierung die klassischen Formen des Feuilletons und der Reportage abzulösen scheint. Gravierende Veränderungen in Medientechnologie und –ökomonie während der letzten zwei Jahrzehnte – vor allem die zunehmende Konkurrenz elektronischer Medien im Kampf um die Aufmerksamkeit des Lesers respektive Zuschauers – führten zu einer experimentellen Öffnung der Genres und damit zu ihrer Vermischung und Kreuzung, die „von Bild-Text-Experimenten über Fiktionalisierung, Narrativierung oder Dramatisierung von Reportagen, Kombination von Berichterstattung und Essayistik hin zum Mix aus Tagebuch, Kalendergeschichte und Aphoristik in der Kolumne“ reicht.1 Eine einheitliche Stilrichtung innerhalb dieser „Bastardliteratur“2 ist bei so unterschiedlichen Autoren wie Christoph Dieckmann, Alexander Osang, Matthias Matussek auf der einen, Sibylle Berg, Max Goldt, Diedrich Diederichsen, Wiglaf Droste und Maxim Biller auf der anderen Seite nicht auszumachen, wohl aber eine allgemeinere Tendenz feuilletonistischen Schreibens: die Veränderung hin zu kürzeren Formen und zur Kolumnisierung der Texte. Die Kolumne an sich erlebte vor allem mit dem Aufkommen sogenannter Lifestyle- oder Zeitgeist-Magazine wie Spex, Tempo oder Max einen regelrechten Boom und ist „mittlerweile in seriösen Tageszeitungen ebenso anzutreffen wie in angesehenen Wochenzeitungen“3, wobei die Texte in ihrem Gestus zwischen Kritik und Dialog, Chanson und Parodie, Skizze und Anekdote, Essay und Polemik changieren.4 Maxim Biller als Prototyp eines solchen neuen, stark subjektivistisch geprägten literarischen Journalismus ist vielleicht nicht die „gewichtigste, wohl aber die schrillste Stimme aus der Kohorte der um 1960 geborenen Kolumnisten“.5 Während man deren Artikel inzwischen meist auch als „Best of“- Kollektionen in Buchform nachlesen kann und die literarischjournalistischen Produktionen damit ständig die medialen Grenzen zwischen Zeitung, Zeitschrift und Buch überschreiten, wenden auch die Autoren selbst sich vermehrt dem literarischen Schreiben zu. Ein (neuer) Trend also vom Publizisten zum Romancier? Biller jedenfalls versteht sich ausdrücklich als Journalist und Autor: „Ich bin beides, Publizist und Schriftsteller. Und wenn ich nur Publizist wäre [...], dann würde ich sofort anfangen, eine eigene Zeitung aufzubauen. Nur, [...] dann würde ich nie mehr eine Erzählung schreiben. [...] Und ich will einfach lieber Erzählungen schreiben.“

Die Kollision dieser beiden Identitäten, also Billers Doppelrolle im Spannungsverhältnis zwischen Journalismus und Literatur, ist Ausgangspunkt und Kern dieser Auseinandersetzung mit dem Phänomen feuilletonistischen Schreibens zwischen den Genres. Ausgehend von einigen biographischen Notizen zum Autor (Kapitel 2), die neben der Einführung in diese Arbeit vor allem in Hinblick auf Billers Postulat der Authentizität (siehe Kapitel 5) eine Rolle spielen, sollen zunächst dessen journalistische Arbeiten vorgestellt werden (Kapitel 3). Dabei handelt es sich hauptsächlich um eine Zusammenfassung und Ergänzung der Ergebnisse meines Co-Referenten Klaus Schirmer, dessen Arbeit sich dezidiert mit Billers Kolumnen auseinandersetzt. Konzentrieren möchte ich mich auf das literarische Schaffen von Maxim Biller (Kapitel 4) sowie auf seine literaturkritischen bzw. literaturtheoretischen Forderungen, welche er in diversen Kolumnen, programmatischen Artikeln sowie Diskussionen zur deutschen Gegenwartsliteratur immer wieder deutlich macht (Kapitel 5). Inwieweit Biller diese poetologischen Konzepte in seinen Erzählungen und Romanen selbst umzusetzen vermag, wird ebenso zu untersuchen sein wie die Frage, ob und auf welche Weise sich journalistisches und literarisches Schreiben bei ihm gegenseitig beeinflussen, einander vielleicht gar bedingen und welche Gemeinsamkeiten, Parallelen und Unterschiede sich in thematischer, methodischer sowie stilistischer Hinsicht ausmachen lassen.

2 . BI O G R A P H I E U N D WE R K

[...]


1 Schütz: Fliegen des Geistes, S.56
2 Meyer: Bastardliteratur? Über Reporter, Chronisten und Kolumnisten (Feature)
3 Cord Schnibben: Reklamerepublik. Warum Werbung wie Journalismus wird und Journalismus wie Werbung, zitiert nach Schütz: Fliegen des Geistes, S.54
4 vgl. Schütz: Tucholskys Erben, S.102
5 Schütz: Fliegen des Geistes, S.67


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