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Thesis (M.A.), 2003, 106 Pages
Author: M.A. David Vomberg
Subject: Sport - Sport Medicine, Therapy, Prevention, Nutrition
Details
Tags: Bewegungstherapie, Patienten, Borderline-Persönlichkeitsstörung
Year: 2003
Pages: 106
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22883-1
ISBN (Book): 978-3-638-70013-9
File size: 491 KB
Bewegungstherapie bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Erhebung der aktuellen Situation der stationären Versorgung und Vorstellung eines bewegungstherapeutischen Konzepts
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Abstract
Personen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) bilden nach denen mit Suchtproblemen und Depressionen die drittgrößte Gruppe innerhalb der psychischen Erkrankungen (GNEIST, 1999, S. 11). Ausgehend von mehr als 14.000 Patienten in der Bundesrepublik ist es überraschend, dass die meisten Publikationen, die sich mit dem Thema BPS beschäftigen, aus den letzten Jahren sind. Insbesondere zum Themenbereich der Bewegungs- oder Sporttherapie lassen sich keine Publikationen finden. Als einzige Schrift zu diesem Thema kann eine Diplomarbeit der DSHS Köln aus dem Jahre 2000 angeführt werden, welche jedoch von rein theoretischer Art ist und auf keiner empirischen Untersuchung basiert. Aufgrund dieser Ausgangssituation kann die Vermutung aufgestellt werden, dass bewegungs- oder sporttherapeutische Konzepte für BPS-Patienten weitgehend unbekannt und daher im klinischen Alltag nicht üblich sind. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich primär mit zwei Hauptbereichen: der Erhebung der aktuellen Situation der stationären Versorgung und der Vorstellung eines bewegungstherapeutischen Konzepts. Das Konzept soll als Anregung verstanden werden und wird den Kliniken, die sich während der Befragung interessiert geäußert hatten, zur Verfügung gestellt werden. Da das Konzept vom Autor selber nicht in der Praxis durchgeführt wurde, wird die praktische Umsetzung durch die Therapeuten der entsprechenden Kliniken erfolgen. Interessant wäre eine erneute Befragung der Therapeuten nach etwa einem halben Jahr, wenn Erfahrungen mit dem Konzept gesammelt wurden, um so herauszufinden, welche Teile eventuell modifiziert werden müssten.
Excerpt (computer-generated)
Bewegungstherapie bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Erhebung der aktuellen Situation der stationären Versorgung und
Vorstellung eines bewegungstherapeutischen Konzepts
Magisterarbeit
zur
Erlangung des Grades eines
Magister Artium M.A.
vorgelegt
der philosophischen Fakultät
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
zu Bonn
von
David Schäfer
04.08.2003
Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis ... 2
2 Einleitung ... 5
3 Die Borderline-Persönlicheitsstörung ... 6
3.1 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung im DSM IV ... 7
3.1.1 Die Systematik des DSM ... 7
3.1.2 Die Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung im DSM IV ... 8
3.2 Die emotional-instabile Persönlichkeit im ICD-10 ... 9
3.2.1 Die Systematik des ICD ... 9
3.2.2 Die Kriterien der emotional-instabilen Persönlichkeit im ICD-10 ... 10
3.3 Verlauf, Differentialdiagnostik und Epidemiologie ... 11
3.3.1 Verlauf ... 11
3.3.2 Differentialdiagnostik ... 12
3.3.3 Epidemiologie ... 14
4 Erklärungsansätze der Borderline-Persönlichkeitsstörung ... 15
4.1 Tiefenpsychologischer Ansatz ... 15
4.1.1 Symbiotische Phase ... 17
4.1.2 Phasen der Loslösung und Individuation ... 17
4.1.3 Borderline-typische Abwehrmechanismen ... 19
4.2 Dialektisch-behavioraler Ansatz ... 23
4.3 Humanistischer Ansatz ... 26
4.4 Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell ... 28
5 Die dialektisch-behaviorale Therapie ... 30
5.1 Überblick über das Behandlungskonzept der DBT ... 30
5.2 Die Therapiestruktur der DBT ... 32
5.3 Behandlungsstrategien ... 36
5.3.1 Basisstrategien ... 36
5.3.2 Spezifische Strategien ... 37
6 Die Sporttherapie ... 38
6.1 Begriffsbestimmung der Sporttherapie ... 39
6.2 Ziele der Sporttherapie ... 41
6.3 Methoden der Sporttherapie ... 42
7 Erhebung zur Sporttherapie für Borderline-Patienten ... 43
7.1 Vorstellung des Fragebogens ... 44
7.1.1 Fragebogen ... 44
7.1.2 Erläuterung der Fragen ... 44
7.2 Darstellung der Untersuchungsgruppe ... 46
7.3 Darstellung und Auswertung der Ergebnisse ... 48
7.4 Fazit: ... 65
8 Formulierung der Therapieziele ... 68
8.1 Bewegungs- und sporttherapeutische Ziele ... 69
8.2 Differentielle Ziele und Themen in den Therapiephasen ... 70
9 Vermittlung der Therapieziele ... 73
9.1 Methoden und Techniken ... 73
9.2 Inhalte und Methoden ... 74
9.2.1 Funktionelle Gymnastik ... 75
9.2.2 Spielformen ... 76
9.2.3 Gymnastik/Tanz ... 76
9.2.4 Tanz/Improvisation/Bewegungstheater ... 77
9.2.5 Naturerlebnis - Wandern - Orientierung ... 78
9.2.6 Achtsamkeit ... 78
9.2.7 Atemübungen ... 80
9.2.8 Entspannung ... 80
10 Vorstellung des Konzeptes ... 82
10.1 Aspekte der Therapiegestaltung ... 82
10.1.1 Gruppenzusammensetzung ... 82
10.1.2 Gruppengröße ... 82
10.1.3 Zeitliche Dauer/Häufigkeit ... 83
10.1.4 Räumlichkeit ... 84
10.1.5 Inhalte ... 84
10.1.6 Rituale ... 85
10.1.7 Struktur der Therapieeinheiten ... 85
10.1.8 Der Therapeut ... 86
10.2 Zusammenfassung ... 86
11 Literaturverzeichnis ... 88
12 Abbildungsverzeichnis ... 95
13 Tabellenverzeichnis ... 96
14 Anhang ... 97
14.1 Fragebogen ... 97
14.2 Verzeichnis der befragten Kliniken ... 103
2 Einleitung
Personen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) bilden nach denen mit Suchtproblemen und Depressionen die drittgrößte Gruppe innerhalb der psychischen Erkrankungen (GNEIST, 1999, S. 11).
Ausgehend von mehr als 14.000 Patienten1 in der Bundesrepublik ist es überraschend, dass die meisten Publikationen, die sich mit dem Thema BPS beschäftigen, aus den letzten Jahren sind. Insbesondere zum Themenbereich der Bewegungs- oder Sporttherapie lassen sich keine Publikationen finden. Als einzige Schrift zu diesem Thema kann eine Diplomarbeit der DSHS Köln aus dem Jahre 2000 angeführt werden, welche jedoch von rein theoretischer Art ist und auf keiner empirischen Untersuchung basiert. Aufgrund dieser Ausgangssituation kann die Vermutung aufgestellt werden, dass bewegungs- oder sporttherapeutische Konzepte für BPS-Patienten weitgehend unbekannt und daher im klinischen Alltag nicht üblich sind.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich primär mit zwei Hauptbereichen: der Erhebung der aktuellen Situation der stationären Versorgung und der Vorstellung eines bewegungstherapeutischen Konzepts.
Einleitend wird das Störungsbild erläutert. Dies geschieht anhand der Beschreibung der Symptome und der Differentialdiagnostik, wie diese in den klinischen Klassifikationssystemen DSM IV und ICD-10 dargestellt sind (Kapitel 3).
Vertieft wird dieser Aspekt durch die Vorstellung der Erklärungsansätze der BPS am Beispiel verschiedener Therapieschulen (Kapitel 4).
Die dialektisch-behaviorale Therapie nach M. LINEHAN stellt ein erfolgreiches, empirisch nachgewiesenes Konzept zur Behandlung von Borderline-Patienten2 dar. Auf ihren Ideen wird später in der Arbeit das bewegungs- oder sporttherapeutische Konzept basieren.
In Kapitel 5 soll das Bild der BPS möglichst klar dargestellt werden, um ein tiefergehendes Verständnis zu gewährleisten.
Nachdem Kapitel 6 eine Einführung in die Sporttherapie (Begriffsbestimmung, Ziele, Inhalte) bietet, beschäftigt sich die Arbeit in Kapitel 7 mit der Erhebung der aktuellen Situation der sporttherapeutischen stationären Versorgung in deutschen Kliniken für BPS-Patienten. Hier soll zum einen der aktuelle Stand erhoben werden und zum anderen die Erfahrungen, die Sporttherapeuten im Umgang mit BPS-Patienten gemacht haben. Diese Erfahrungen werden in die spätere Ausarbeitung eines bewegungs-/sporttherapeutischen Konzeptes mit eingehen.
Im letzten Teil der Arbeit werden die spezifischen Therapieziele (Kapitel 8), sowie Inhalte und Methoden (Kapitel 9) eines bewegungs-/sporttherapeutischen Konzeptes für BPS-Patienten erklärt. Abschließend wird in Kapitel 10 ein mögliches Konzept mit seinen verschiedenen Aspekten vorgestellt.
Das Konzept soll als Anregung verstanden werden und wird den Kliniken, die sich während der Befragung interessiert geäußert hatten, zur Verfügung gestellt werden. Da das Konzept vom Autor selber nicht in der Praxis durchgeführt wurde, wird die praktische Umsetzung durch die Therapeuten der entsprechenden Kliniken erfolgen. Interessant wäre eine erneute Befragung der Therapeuten nach etwa einem halben Jahr, wenn Erfahrungen mit dem Konzept gesammelt wurden, um so herauszufinden, welche Teile eventuell modifiziert werden müssten.
3 Die Borderline-Persönlicheitsstörung
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist ein schwer einzugrenzendes Krankheitsbild, welches hohe Ansprüche an ein bewegungs- oder sporttherapeutisches Konzept stellt. Zum Verständnis der BPS muss zunächst das Störungsbild erläutert werden. International existieren diverse Systeme zur Klassifikation psychischer Störungen im klinischen Bereich. Mit dem ICD-10 und dem DSM IV werden in diesem Fall die beiden dominierenden Systeme herausgegriffen, um einen ersten systematischen Überblick über die „emotional instabile Persönlichkeit“ (ICD-10) bzw. die „Borderline-Persönlichkeitsstörung“ (DSM IV) zu ermöglichen3.
[...]
1 Bei ca. 71.000 Psychiatriebetten (HOPFSMÜLLER, 2003, S. 15) und der Annahme, dass 20% der stationären Patienten das Borderline-Störungsbild aufweisen (SASS, 1996, S. 373).
2 Der Übersichtlichkeit halber wird in der Arbeit die männliche Form benutzt. Es sind aber grundsätzlich beide Geschlechter gemeint.
3 Die Unterschiede in den verwendeten diagnostischen Beurteilungsmethoden liegen in den wissenschaftlichen Arbeiten der konkurrierenden psychologischen Schulen begründet. Die Diskussion der BPS wird bis heute durch Forschungshintergründe aus Psychiatrie und Psychoanalyse geprägt. „Beide Konzepte haben und hatten ihren jeweils spezifischen Einfluss auf die Diagnosesysteme DSM und ICD. Und so bleibt zu beachten, dass die psychiatrischen Forschungsarbeiten zur Borderline-Störung ihren Niederschlag v.a. im Klassifikationskonzept der schizotypischen (Persönlichkeits-) Störung (bis zur DSM III-Typologie, 1980) gefunden haben, und dass sich das psychoanalytische Borderline-Verständnis vom Grenzbereich zwischen Neurose und Psychose vorrangig in der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typus (so in der ICD-10) bzw. in der Borderline-Persönlichkeitsstörung (seit dem DSM III) wiederfindet“ (FIEDLER, 1994, S. 196 ff).
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