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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 37 Pages
Author: Elisabetta D'Amato
Subject: Speech Science / Linguistics
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft in Germersheim)
Tags: Ausgangstextanalyse, Februar, Süddeutschen, Zeitung, Artikels, Rubrik, Streiflicht
Year: 2003
Pages: 37
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-22983-8
File size: 286 KB
Es handelt sich hierbei um eine kommentierte Übersetzung der am 8. Februar 2003 in der "Süddeutschen Zeitung" unter der Rubrik "Das Streiflicht" erschienenen Glosse. Die Übersetzung ist aus dem Deutschen ins Italienische. Eine Ausgangstextanalyse nach den W-Fragen von Christiane Nord wird in der Arbeit auch vorzufinden sein.
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Excerpt (computer-generated)
Ausgangstextanalyse und kommentierte Übersetzung
des am 8. Februar 2003 in der "Süddeutschen Zeitung"
erschienenen Artikels unter der Rubrik "Streiflicht"
Vorgelegt von: Elisabetta D′Amato
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 2
2. Ausgangstext S. 3
3. Ausgangstextanalyse S. 4
3.1. Textexterne Faktoren S. 4
3.1.1. Senderpragmatik S. 4
3.1.2. Intention des Senders S. 6
3.1.3. Empfängerpragmatik S. 8
3.1.4. Medium S. 9
3.1.5. Ortspragmatik S. 9
3.1.6. Zeitpragmatik S. 10
3.1.7. Kommunikationsanlass S. 10
3.1.8. Textfunktion S. 10
3.2. Textexterne Faktoren S. 11
3.2.1. Textthematik S. 11
3.2.2. Textinhalt S. 12
3.2.3. Präsuppositionen S. 14
3.2.4. Aufbau und Gliederung des Textes S. 15
3.2.5. Nonverbale Elemente S. 16
3.2.6. Lexik S. 16
3.2.7. Syntax S. 17
3.2.8. Suprasegmentale Elemente S. 18
3.3. Wirkung S. 19
4. Potentieller Übersetzungsauftrag S. 19
5. Übersetzung S. 21
6. Kommentare zur Übersetzung S. 23
7. Schlusswort S. 32
8. Literaturverzeichnis S. 33
1. Einleitung
Das zu Grunde liegende Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit ist eine kommentierte Übersetzung. Behandelt wird der Artikel, der am 8. Februar 2003 in der deutschen Tageszeitung "Süddeutsche Zeitung" unter der Rubrik Streiflicht erschienen ist. Da der Text einen komplexen Sachverhalt behandelt und zudem über kulturspezifische Merkmale verfügt, die an die Zielkultur angepasst werden müssen, geht meiner Übersetzung eine Analyse des Ausgangstextes voraus, die sich hauptsächlich auf das Analysemodell von Christiane Nord stützt. Dieses schien mir aufgrund der praktischen und didaktischen Zielsetzung besonders geeignet.
Der erste Teil meiner Arbeit setzt sich somit aus einer detaillierten Analyse des Faktorenschemas nach Christiane Nord zusammen. Hierbei wird bei der Analyse in textexterne und textinterne Faktoren unterteilt. Die Analyse der Wirkung des Textes bildet den Abschluss dieses theoretischen Teils. Daran anschließend wird im praktischen Teil meiner Arbeit erörtert, wie ein potentieller Übersetzungsauftrag für den in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikel für ein italienisches Zielpublikum lauten könnte. Es folgt die Übersetzung ausgewählter Textpassagen, die den Übersetzer sowohl bei der Textanalyse des Ausgangstextes als auch bei der Anpassung an die Zielsprache vor eine große Herausforderung stellen. Die einzelnen Beispiele der ausgewählten Textpassagen werden im letzten Teil meiner Arbeit im Kommentar zur Übersetzung, in chronologischer Reihenfolge erläutert. Im Schlusswort werden die wesentlichen Analyseergebnisse noch einmal kurz zusammengefasst.
2. Ausgangstext
Das Streiflicht
1 (SZ) Wenn man Menschen besser verstehen will, ist es immer gut zu wissen, wann sie geboren wurden. Der 9. Juli zum Beispiel ist, zumindest auf der nörd- 5 lichen Halbkugel, für gewöhnlich ein schöner Sommertag, an dem die Wärme einen freundlich stimmt, die Schwalben unter dem Firmament ihre fröhlichen Kapriolen treiben und der Duft reifenden 10 Getreides als die Sinne anregendes Parfüm der Schöpfung über die Fluren weht. Der 9. Juli also ist ein friedlicher, angenehmer Tag. Er ist so idyllisch, dass offen- bar viele Menschen, die an diesem Tag 15 aus der Mutter in die Welt purzeln, von Anfang an die Schnauze voll haben von der Idylle. Je weiter ihr Leben fortschreitet, desto mehr entwickeln sie sich zu griesgrämigen, mindestens aber zyni- 20 schen Krakeelern, die den Sommer und die Freundlichkeit hassen. Wenn sie Getreide sehen, denken sie ans Niedertrampeln, Schwalben mögen sie am liebsten in Weißweinsauce, und der blaue Him- 25 mel erweckt bei ihnen die Assoziation an Jagdbomber. Am 9. Juli wurden zum Bei- spiel geboren: Gustav Noske ("Einer muss den Bluthund machen"), Courtney Love ("The bitch is back"), O. J. Simpson 30 ("Ich habe meine Frau nicht umge bracht") und Donald Rumsfeld. Ach ja, Rumsfeld. Gibt es denn irgend- einen Amerikaner, der amerikanischer wäre als The Secretary of Defense Do- 35 nald Henry Rumsfeld? In wunderbarer Weise bestätigt er alle Vorurteile über Amerika, die zwischen Yokohama und Freiburg existieren. Er war Navy-Pilot, hat seit Richard Nixon irgendwie allen 40 rechtgläubigen, also republikanischen Präsidenten gedient, ist wohlhabend aus eigener Leistung und verspottet (9. Juli!) alle Weicheier dieser Welt. Mit den Deutschen, geführt von dem ungedienten So- 45 zialisten Schröder, hat es der ausgerechnet deutschstämmige Donald zurzeit be- sonders. Der Herr des Pentagons sieht das Land seiner Vorfahren gemeinsam mit Kuba und Libyen in einer Achse der 50 Widerständigen. Immerhin genießen wir ein gewisses Privileg unter diesen Achsenmächten. Anstatt eine Invasion zu probieren (Kuba, 1962) oder die Hauptstadt zu bombardieren (Tripolis, 1986), 55 hält es Rumsfeld noch für angebracht, dieses Deutschland aus Anlass der Münchner Sicherheitskonferenz selbst zu besuchen. In zu großer Sicherheit sollte dies den 60 Bundeskanzler indessen nicht wiegen, denn als Sonderbotschafter von Ronald Reagan hat Rumsfeld 1983 auch schon Saddam Hussein in Bagdad die Hand ge- schüttelt. Damals allerdings galt für Sad- 65 dam noch jene Charakterisierung, die Präsident Roosevelt in rumsfeldischer Diktion einmal über einen mittelamerikanischen Diktator abgegeben hat: "Er ist ein Bastard, aber er ist unser Bastard." 70 Für Schröder trifft Letzteres in den Au- gen der pentagonesischen Donaldisten schon nicht mehr zu.
3. Ausgangstextanalyse
Auf die Frage, welchen Zweck eine Ausgangstextanalyse erfüllt, kann man sagen, dass sie zur Erleichterung des Textverständnisses und der darauf folgenden Übersetzung dient. Sie ermöglicht dem Leser (bzw. dem Übersetzer) eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Text, der in einzelne Bestandteile zerlegt wird. Bei der Textanalyse spielt die kommunikative Funktion, die durch Faktoren der kommunikativen Situation erfüllt wird, eine entscheidende Rolle (vgl. Nord 1995: S. 40). Christiane Nord unterscheidet zwischen textexternen und textinternen Faktoren, wobei erstere sich auf die oben erwähnten Faktoren der kommunikativen Situation, also auf die kommunikative Funktion, beziehen, während die textinternen Faktoren Bezug nehmen auf das Kommunikationsinstrument Text (vgl. Nord 1995: S. 40). Die kommunikative Situation, in die ein Text eingebettet ist, ist nach Christiane Nord für den Rezipienten von entscheidender Bedeutung und geht über die rein semantisch-syntaktischen Merkmale eines Textes hinaus. Um das Zusammenspiel textexterner und textinterner Faktoren als Überblick in komprimierter Form vorliegen zu haben, bietet sich das Abfrage-Schema, bzw. die sogenannten "W-Fragen" von Christiane Nord bei der Analyse des Ausgangstextes an (vgl. Nord 1995: S. 40 f.).
3.1. Textexterne Faktoren
3.1.1. Senderpragmatik
[...]
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