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Thomas Gainsborough - Analyse des Doppelporträts "Mr and Mrs Andrews"

Scholary Paper (Seminar), 2003, 26 Pages
Author: Britta Heidel
Subject: Art - Painting

Details

Event: Graphik und Malerei im 18. Jahrhundert
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Kunstgeschichte)
Tags: Thomas, Gainsborough, Analyse, Doppelporträts, Andrews, Graphik, Malerei, Jahrhundert
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 26
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V18699
ISBN (E-book): 978-3-638-22984-5
ISBN (Book): 978-3-638-64586-7
File size: 960 KB
Notes :
Bild-, Literaturnachweise und Liste der Internetseiten sind beigefügt


Abstract

Während des 18. Jahrhunderts gehörte Thomas Gainsborough mit zu den gefragtesten Malern Englands. Angehörige des Adels, des englischen Ho-fes und namhafte Politiker sahen es als ein Muß an, sich von ihm porträ-tieren zu lassen und rühmten sein malerisches Können. Sogar König George der Dritte und seine Frau Königin Charlotte ließen bei ihm Porträts anfertigen. Obwohl Gainsborough vorwiegend durch den Zweig der Porträtmalerei bekannt wurde, galt seine eigentliche Leidenschaft der Landschaftsmalerei und des Musizierens. Allerdings muß festgehalten werden, daß das Porträtieren für einen Maler seiner Zeit der erträglichste Wirtschaftszweig war. So sah er sich in sei-nem Berufsfeld sowohl als Geschäftsmann und als auch als Künstler in einem. Das Gemälde „Mr. and Mrs. Andrews“ aus dem Jahre 1748/49 stellt einerseits ein Experiment dar, reale Landschaftsmalerei und Porträts in einem Bildnis zu verknüpfen. Bevor allerdings näher auf dieses Bildnis eingegangen werden kann, wird zu Beginn in einem kurzen Exkurs auf Englands politische Vormachtstellung und gesellschaftliche Umwälzungen hingewiesen. Die Topographie ließ die englischen Landschaftsmaler nicht los. Unter den Landschaftsmalern des 18. Jahrhunderts nimmt Thomas Gainsborough eine herausragende Position ein. Seine Gemälde stellen eines der ein-druckvollsten und lebendigsten Bildzeugnisse des Georgorian England dar. Sein Hauptakzent liegt allerdings nicht nur in der Landschaftsmalerei, sondern im gleichen Maß auch in der Portraitmalerei. Welche Rollen die Porträt- und Landschaftsmalerei in England gespielt haben und wie groß der Einfluß gesellschaftlicher und politischer Veränderungen in Gainsboroughs Werdegang als Künstler war, soll hier erläutert werden.


Excerpt (computer-generated)

Thomas Gainsborough
Analyse des Analyse des Doppelporträts „ Mr and Mrs Andrews“
unter dem Aspekt gesellschaftlicher und politischer Veränderungen in England“

 

 


Eingereicht von: Britta Heidel

Gliederung

1. Einleitung 2

2. Einfluß gesellschaftlicher und politischer Veränderungen in Gainsboroughs Werdegang 3

2.1. Englands politische Vormachtstellung und gesellschaftliche Umwälzungen 3

3. Thomas Gainsborough – Porträtist und Landschaftsmaler 6

3.1. Das Doppelporträt „Mr an Mrs Andrews“  6
3.2. Aufbau und Ikonologie 7
3.3. Farbe und Licht 13
3.4. Verknüpfung von Porträt und Landschaft 14

4. Gesellschaftliche Restriktionen in der Malerei des 18. Jahrhunderts 17

I. Literaturverzeichnis 18
II. Internetseiten 18
III. Bildmaterial 19

 

 

 


1. Einleitung

Während des 18. Jahrhunderts gehörte Thomas Gainsborough mit zu den gefragtesten Malern Englands. Angehörige des Adels, des englischen Hofes und namhafte Politiker sahen es als ein Muß an, sich von ihm portätieren zu lassen und rühmten sein malerisches Können. Sogar König George der Dritte und seine Frau Königin Charlotte ließen bei ihm Portäts anfertigen. Obwohl Gainsborough vorwiegend durch den Zweig der Porträtmalerei bekannt wurde, galt seine eigentliche Leidenschaft der Landschaftsmalerei und des Musizierens. Allerdings muß festgehalten werden, daß das Porträtieren für einen Maler seiner Zeit der erträglichste Wirtschaftszweig war. So sah er sich in seinem Berufsfeld sowohl als Geschäftsmann und als auch als Künstler in einem. Das Gemälde „Mr and Mrs Andrews“ aus dem Jahre 1748/49 stellt seiner Seits ein Experiment dar, reale Landschaftsmalerei und Porträtismus in einem Bildnis zu verknüpfen. Bevor allerdings näher auf dieses Bildnis eingegangen werden kann, wird zu Beginn in einem kurzen Exkurs auf Englands politische Vormachtstellung und gesellschaftliche Umwälzungen hingewiesen.

Die Topographie ließ die englischen Landschaftsmaler nicht los. Unter den Landschaftsmalern des 18. Jahrhunderts nimmt Thomas Gainsborough eine herausragende Position ein. Seine Gemälde stellen eines der eindruckvollsten und lebendigsten Bildzeugnisse des Georgorian England dar. Sein Hauptakzent liegt allerdings nicht nur in der Landschaftsmalerei, sondern im gleichen Maß auch in der Portraitmalerei. Welche Rollen die Porträt- und Landschaftsmalerei in England gespielt haben und wie groß der Einfluß gesellschaftlicher und politischer Veränderungen in Gainsboroughs Werdegang als Künstler war, soll in den folgenden Kapiteln erläutert werden.

2. Einfluß gesellschaftlicher und politischer Veränderungen in Gainsboroughs Werdegang

Nach der „Glorious Revolution“ von 1688 weitete sich Endglands Macht dank der eingeführten konstitutionellen Monarchie aus. Durch den nun ermöglichten Import und Export wurde London zum Umschlagsplatz exotischer und einheimischer Güter und löste Amsterdam als führenden Handelsplatz in Europa ab. Der wirtschaftliche Aufschwung ermöglichte es nicht nur den aristokratischen Großgrundbesitzern ihren Reichtum zu vergrößern, sondern auch die bis dahin kaum beachteten Gesellschaftsschichten der Kaufleute und Arbeiter profitierten davon. Der Tuchfabrikant und Händler John Gaisborough, der Vater von Thomas Gaisnborough, zog ebenfalls aus dieser wirtschaftlichen Konjunktur seinen Nutzen. Obwohl er in jener Zeit nicht zu der Gesellschaftsschicht der Aristokratie und des niederen Adels gehörte, identifizierte er als solcher. Seine Kleidung glich der eines Edelmannes. Er nahm Fechtunterricht und befaßte sich während seiner Geschäftsreisen durch Frankreich und den Niederlanden mit den dortigen „neuen künstlerischen Bestrebungen“1. Ein solches selbstbewußtes und zum Teil auch unbefangenes Auftreten zeigte sich ebenfalls bei Thomas Gainsborough. So wurde er von Zeitgenossen als gesellig, leichtlebig und sorglos in Geldangelegenheiten beschrieben2.

2.1. Englands politische Vormachtstellung und gesellschaftliche Umwälzungen

[...]


1 Jonathan Norton Leonard: Gainsborough und seine Zeit – 1727 – 1788, 2. Auflage, 1972 Amsterdam, S. 8 – 9
2 Ebd. S. 8


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