Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Kinder aus Alkoholikerfamilien - Grundlagen von Prävention und Intervention close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Kinder aus Alkoholikerfamilien - Grundlagen von Prävention und Intervention

Magisterarbeit, 1998, 83 Seiten
Autor: Burkhard Tomm-Bub, M.A. (Dipl.-Soz.Arb.-FH-)
Fach: Pädagogik - Heil- und Sonderpädagogik

Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 1998
Seiten: 83
Note: 2,1
Literaturverzeichnis: ~ 40  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V1879
ISBN (E-Book): 978-3-638-11151-5
ISBN (Buch): 978-3-638-69080-5
Dateigröße: 642 KB
Anmerkungen :
Besonderheit: Autor ist staatlich anerkannter Erzieher, Diplom-Sozialarbeiter (FH), Magister der Erziehungswissenschaft (NF: Psychologie und Soziologie), sowie selbst trockener Alkoholiker (12 Jahre rückfallfrei).


Zusammenfassung / Abstract

Kindern aus Alkoholikerfamilien sind Mitbetroffene in besonderer Hinsicht. Einerseits verfügen sie nicht über die notwendige Informationen, verhalten auch sie sich in der Regel so, dass der süchtige Vater, die süchtige Mutter in der Krankheit bleibt, keine Anstalten unternimmt die Sucht zum Stillstand zu bringen und insofern sind auch sie, die Kinder, “Co-Alkoholiker”. Andererseits sind sie aber Opfer in doppeltem Sinne, denn sie sind körperlich unterlegen, rechtlich höchstens beschränkt handlungsfähig und ganz allgemein mit weniger Möglichkeiten und Kompetenzen versehen als jeder erwachsene “Co”. Kinder bewegen sich im öffentlichen Raum, sei es im Kindergarten, im Hort, der Schule, offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen, oder verschiedenen sonderpädagogischen Einrichtungen. Vielfach wäre es möglich -früher und öfter als bisher- die von Sucht massiv mitbetroffenen Kinder zu erkennen und ihnen zu helfen. Es gibt einige typische Verhaltensweisen und oft eingenommene Rollen von Kindern aus Alkoholikerfamilien, dasselbe gilt für den mitbetroffenen Partner und auch den Süchtigen selbst. In der Begegnung mit dem Kind, dem Partner, möglicherweise auch dem Betroffenen diese Rollen zu kennen, kann nicht nur hilfreich sein, oft ist es eine der Grundbedingungen für die rechtzeitige “in Gang Setzung” eines Hilfeprozesses. Hierzu sind zunächst einmal die entsprechenden Kenntnisse notwendig. Geklärt werden müssen also Begriffe und Sachverhalte wie “Alkoholismus-Phasen”, “Alkoholiker-Typen”, “Co-abhängiges Verhalten” und “typische Rollenmuster der Kinder”. Es wird demnach zunächst auf die Krankheit und auf das Verhalten des jeweils dem Süchtigen “nahestehendsten” Menschen eingegangen. Anschließend werden die Risiken und Schädigungen hinsichtlich der betroffenen Kinder näher geschildert. In der Folge wird dann einiges zum Thema “Prävention und Intervention in pädagogischen Einrichtungen” (wie Kindergärten, Horten, Schulen und in der offenen Kinder-/Jugendarbeit) gesagt, insbesondere zu den Voraussetzungen hierfür. Einige grundlegende Bedingungen für qualifizierte Hilfe werden abgeklärt und skizzenhaft- “Strategien für den pädagogischen Alltag” angeregt. Ein Plädoyer für ein interdisziplinären/konkret vernetzten Arbeiten schließt die Arbeit ab. Der Verfasser selbst war viele Jahre in der Kinder- und Jugendarbeit tätig und ist abstinenter Mehrfachabhängiger.


Textauszug (computergeneriert)

FernUniversität- Gesamthochschule Hagen

Kinder aus Alkoholikerfamilien 
aus (sonder-) pädagogischer Sicht
-Grundlagen von Prävention und Intervention-

Magisterarbeit 

von 

Burkhard Tomm-Bub

1997 / 1998

 

Gliederung/Inhalt

1. Zu dieser Arbeit

2. Alkoholikerfamilien
2.1 Die Krankheit
2.1.1 Alkoholismus (Ätiologie,Epidemiologie,Phasen,Typen)
2.1.2 Schäden durch Alkoholismus
2.2 Die Familie/Der andere Partner
2.2.1 Co-Abhängigkeit
2.3 Die Kinder: Schäden und Risiken
2.3.1 Epidemiologie
2.3.2 Physische, psychische und soziale Schäden
2.3.3 Suchtkrankheit

3 Prävention/Intervention in pädagogischen Einrichtungen
3.1 Grundlage: Wissen der Mitarbeiter (Vermittlung: Wo/Wie)
3.2 Grundlage: Erkennen gefährdeter Kinder
3.2.1 Kontakte mit Betroffenem/dem anderen Partner/sonstigen Personen
3.2.2 Kindes-Äußerungen beachten und Rollenmuster (er)kennen
3.3 Definitionen/Abgrenzungen (Prävention-Intervention)
3.4 Prävention
3.5 Interventionschancen/-Strategien
3.5.1 Der alkoholkranke Elternteil
3.5.2 Der andere Partner
3.5.3 Das Kind
3.6 Notwendigkeit interdisziplinären/konkret vernetzten Arbeitens

4. Resümee

Quellen/Literatur

Erklärung

 

1. Zu dieser Arbeit

Alkoholabhängigkeit wird seit einigen Jahrzehnten als Krankheit anerkannt, erforscht und behandelt. Sowohl professionelle Bemühungen (durch Mediziner, Soziologen, Psychologen, etc.), als auch Aktivitäten der Betroffenen selbst (insbesondere Selbsthilfegruppen und -Organisationen) sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert.

Im Laufe der Zeit kam man zu der wichtigen Erkenntnis, daß in Bezug auf "Sucht" in der Regel nicht ein einzelnes, isoliertes Individuum "zur Behandlung ansteht", sondern daß sich Abhängigkeit entwickelt, daß vielfache Ursachen hierfür maßgeblich sind und -vor allem- daß die Menschen in der sozialen Umgebung des Süchtigen mitwirken an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Suchtkrankheit. Dies fast immer unwissentlich und sehr oft besonders dann, wenn sie selbst in hohem Maße unter der Krankheit des Betroffenen leiden und alles nur menschenmögliche tun, um ihm (scheinbar) zu helfen. Mitbetroffene in diesem Sinne sind natürlich vor allem die jeweiligen (Ehe-)Partner der Abhängigen, auch Söhne und Töchter, sowie Eltern oder andere enge Verwandte können hier angesprochen sein. Im -nur etwas- weiteren Sinne werden aber auch Arbeitskollegen, Vorgesetzte und andere Personen aus dem Umfeld oft vom Alkoholsüchtigen als wichtige Faktoren in sein krankes System mit einbezogen. Der Fachbegriff für dies unbeabsichtigt suchtfördernde Verhalten lautet "Co-Abhängigkeit" oder, hier, eben "Co-Alkoholismus". Der Erkenntnisgewinn bezüglich dieser Sachverhalte brachte wichtige Impulse in Bezug auf bessere Hilfe und Unterstützung für Betroffene und Angehörige. Später sollen hierzu auch noch weitere, wichtige Erläuterungen gegeben werden.

Hauptsächlich jedoch soll im folgenden von einer Gruppe die Rede sein, die allzu lange vergessen wurde: den Kindern aus Alkoholikerfamilien. Sie sind Mitbetroffene in besonderer Hinsicht. Einerseits verfügen auch sie nicht über die notwendigen Informationen, verhalten auch sie sich in der Regel so, daß der süchtige Vater, die süchtige Mutter in der Krankheit bleibt, keine Anstalten unternimmt die Sucht zum Stillstand zu bringen und insofern sind auch sie, die Kinder, "Co-Alkoholiker". Andererseits sind sie aber Opfer in doppeltem Sinne, denn sie sind körperlich unterlegen, rechtlich höchstens beschränkt handlungsfähig und ganz allgemein mit weniger Möglichkeiten und Kompetenzen versehen als jeder erwachsene "Co".
Erst seit vergleichsweise wenigen Jahren hat sich die Forschung dieser Kinder angenommen, ganz konkrete, praktische Einrichtungen, Hilfen und "Strategien zur Hilfe" fehlen bislang noch in hohem Maße.

Hier soll versucht werden, einen Beitrag zu leisten.

Kinder bewegen sich im öffentlichen Raum, sei es im Kindergarten, im Hort, der Schule, offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen, oder verschiedenen sonderpädagogischen Einrichtungen. Vielfach wäre es möglich -früher und öfter als bisher- die von Sucht massiv mitbetroffenen Kinder zu erkennen und ihnen zu helfen. Ein sehr "schwieriges Geschäft" wird dieser Prozeß allerdings wohl in jedem Falle bleiben.
Es gibt einige typische Verhaltensweisen und oft eingenommene Rollen von Kindern aus Alkoholikerfamilien, dasselbe gilt für den mitbetroffenen Partner und auch den Süchtigen selbst. In der Begegnung mit dem Kind, dem Partner, möglicherweise auch dem Betroffenen diese Rollen zu kennen, kann nicht nur hilfreich sein, oft ist es eine der Grundbedingungen für die rechtzeitige "in Gang Setzung" eines Hilfeprozeßes.

Hierzu sind zunächst einmal die entsprechenden Kenntnisse notwendig. Geklärt werden müssen also Begriffe und Sachverhalte wie "Alkoholismus-Phasen", "Alkoholiker-Typen", "Co-abhängiges Verhalten" und "typische Rollenmuster der Kinder".
Es soll demnach im folgenden zunächst noch einmal auf die Krankheit und auf das Verhalten des jeweils dem Süchtigen "nahestehendsten" Menschen eingegangen werden. Anschließend werden die Risiken und Schädigungen hinsichtlich der betroffenen Kinder näher geschildert. Schon hier wird deutlich werden, daß das vorliegende Thema ein wichtiges ist, mit dem zu beschäftigen sich lohnt.

In der Folge soll dann einiges zum Thema "Prävention und Intervention in pädagogischen Einrichtungen" (wie Kindergärten, Horten, Schulen und in der offenen Kinder-/Jugendarbeit) gesagt werden, insbesondere zu den Voraussetzungen hierfür. Detaillierte Handlungspläne, Schilderungen entsprechender didaktischer Einheiten und Projekte, u.ä. können dagegen hier nicht gegeben werden, dies würde den Rahmen der Arbeit sprengen. Wenn aber einige grundlegende Bedingungen für qualifizierte Hilfe besser abgeklärt und -zumindest grob und skizzenhaft- "Strategien für den pädagogischen Alltag" angeregt werden können, so ist wohl schon einiges erreicht.

Gelegentlich wird es notwendig sein, wichtige Begriffe in kurze Definitionen zu fassen. Dies soll in den jeweiligen Kapiteln geschehen.

Vorweg will der Verfasser, wie immer bei solchen Gelegenheiten, daher auf etwas hinweisen:
Der Versuch, Wirklichkeit in Begriffe zu fassen, also Definitionsversuche zu machen ist allgemein sicherlich wertvoll. Überhaupt erst einmal klar zu machen, worüber man eigentlich spricht, erleichtert die Kommunikation und ermöglicht somit, im günstigen Fall, das Gewinnen neuer Erkenntnisse. Vergessen werden darf dabei aber nicht, daß "Realität" naturgemäß nicht vollständig faßbar ist -und bleibt- stets wird definitorisch an den "Rändern" von Begriffen "abgeschnitten", d.h. Teile von möglichen Bedeutungen gehen verloren, Übergänge, Mischungen, etc. sind nicht adäquat darstellbar. In der Bewußtheit dieser Einschränkungen wird an den jeweils sinnvollen Orten versucht werden, sich erklärungsbedürftigen Begriffen (wie z.B. "Sucht", "Co-abhängigkeit", etc.) zu nähern.

Zum Abschluß dieser Einleitung möchte sich der Verfasser in der Form einer knappen "Vita" kurz vorstellen. Hierdurch wird (u.a.) ein weiterer Grund deutlich, der ihn bewog, sich mit dem vorliegenden Thema auseinander zu setzen: die persönliche Betroffenheit.

Heinz-Burkhard TOMM-BUB, geb. Tomm
Geboren am 25.12.1957 in Recklinghausen (NW), dort auch aufgewachsen. Lebt seit 1989 in Ludwigshafen am Rhein. Verheiratet seit 1993, keine (eigenen) Kinder.
Mehrfachabhängig mit den Schwerpunkten Alkohol / Tranquilizer. Tiefpunkt November 1987. Durchlauf vieler ambulanter Hilfsangebote (diverse Selbsthilfegruppen, Suchtberatungen, Psychologen-Gespräche, Psychotherapie), mehrmonatige stationäre Therapie. Rückfallfrei trocken / clean seit März 1989.
Er ist staatlich anerkannter Erzieher und Diplom-Sozialarbeiter (FH) -und als solcher gegenwärtig auch bei der Stadt Ludwigshafen beschäftigt ("Kinder- Eltern- Haus e.V.", Sparte 5-25). Stadtverwaltungs-intern zusätzlich mit betrieblicher Suchtkrankenhilfe befaßt. Besuch entsprechender Fortbildungen.
Außerhalb seiner Erwerbstätigkeit ist er z.Zt. in der "Freiwilligen Suchtkrankenhilfe e.V., Ludwigshafen" als stellvertretender Vorstand engagiert.
Zeitweise war er, ebenfalls ehrenamtlich, "Justizvollzugshelfer" (Suchtgruppe) in einer Justiz- Vollzugs- Anstalt (JVA/Sozialtherapeutische Anstalt).
Er schreibt in seiner Freizeit vor allem Lyrik, gelegentlich auch Fantasy-/Sience Fiction-Stories, sowie "Kurz-Krimis" und Rezensionen. Veröffentlichungen in Anthologien, (Literatur-) Zeitschriften, im Literaturtelefon und im Internet.

2. Alkoholikerfamilien

Unter den Begriff "Alkoholikerfamilien" lassen sich theoretisch recht verschiedene Familiensysteme einordnen. So könnten, in größeren Familien, durchaus auch die Großeltern abhängig sein, denkbar wäre genauso, daß ein bereits erwachsenes Kind der Betroffene ist, oder eben, hier schwerpunktmäßig, daß ein Elternteil (oder beide) Alkoholiker ist (bzw. sind). Nicht selten sind auch alleinstehende Mütter von sich entwickelnder Alkoholsucht betroffen. Ein im Alltag aber noch immer besonders häufiger Fall ist jedoch wohl der, daß der Vater (oder Stiefvater) der Problemträger in der Familie ist. Von diesem "idealtypischen" Fall soll im folgenden ausgegangen werden, soweit nichts anderes erwähnt wird. In mehr oder weniger hohem Maße sollten aber viele der Aussagen übertragbar sein. Besondere Gefahrenschwerpunkte sind dabei möglich: ein Beispiel hierfür ist die bereits tief in der Krankheit verhaftete, alleinstehende Mutter mit einem noch jüngeren Kind. Hier stellen sich Fragen etwa nach "Vernachlässigung" und "Gefährdung des Kindeswohles" mit deutlich stärkerer Akzentuierung!

[...]


Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:

Parzival - Die Ritterlehre des Gurnemanz

Autor: B.A. Yvonne Hoock
Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR

Credit Default Swaps

Autor: Jens Schwerdtfeger
Wirtschaft - Bank, Börse, Versicherung, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 9,99 EUR

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/1879/kinder-aus-alkoholikerfamilien-grundlagen-von-praevention-und-intervention
please wait Bitte warten