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Zur Subjektivität bei der Rezeption und Interpretation von Werken

Scholary Paper (Seminar), 1998, 18 Pages
Author: Katharina Schnell
Subject: German Studies - Comparative Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1998
Pages: 18
Grade: 2.0
Language: German
Archive No.: V18844
ISBN (E-book): 978-3-638-23103-9

File size: 208 KB


Excerpt (computer-generated)

Zur Subjektivität bei der Rezeption und Interpretation
von Werken am Beispiel der Autorin Sibylle Knauss



Katharina Schnell

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S.2

2. Sibylle Knauss: Biographische Daten und Werke S.2-4

3. Sibylle Knauss’ Werke in Kritiken S.4-6

4. Auszug aus der Rezeptionstheorie S.6-7

5. Gespräch mit Sibylle Knauss S.7-12

6. Eigene Leseerfahrung mit Sibylle Knauss’ Werk Die Missionarin S.12-13

7. Schlußbemerkung S.13-14

Literaturliste S.15-16

 

 

 



1. Einleitung

Befaßt man sich mit verschiedenen Interpretationsansätzen und Kritiken, kommt oft die Frage nach der Subjektivität bzw. der Objektivität des Verfassers auf. Die Werke von Sibylle Knauss und deren Bearbeitungen eignen sich besonders zu einer Untersuchung nach Subjektivität und Beeinflussung. In der folgenden Arbeit werde ich deswegen ihre Werke in der oftmals konträren Diskussion der Literaturkritik zeigen und einen kurzen Exkurs in die Rezeptionstheorie darlegen. Außerdem liefert gerade auch das mit Sibylle Knauss geführte Gespräch interessante Aspekte zu diesem Thema. Das Gespräch bezieht sich vorwiegend auf den jüngsten Roman von Knauss, Die Missionarin, und ihre Empfehlungen zur Verfassung einer spannenden Geschichte, Die Schule des Erzählens. Das Gespräch mit ihr zu ihrem Roman Die Missionarin gab auch den Anlaß zur Darlegung der eigenen Leseerfahrung. Natürlich ist es zunächst notwendig, Knauss’ Werke in einen gewissen literarischen Zusammenhang zu stellen.

2. Sibylle Knauss: Biographische Daten und ihre Werke

Sibylle Knauss wurde am 5.Mai 1944 in Unna/Westfalen geboren. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Theologie in München und Heidelberg. Ab 1970 war sie im gymnasialen Schuldienst tätig. Seit 1981 arbeitet sie als freie Autorin. Außerdem unterrichtet sie als Dozentin an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Sie lebte über zwanzig Jahre lang im Saarland. Seit 1993 wohnt sie in Landau in Rheinland-Pfalz. Bereits ihr erstes Werk Ach Elise oder Lieben ist ein einsames Geschäft1 wurde 1982 mit dem Preis der Neuen Literarischen Gesellschaft in Hamburg ausgezeichnet. Neben diesem Preis erhielt sie auch eine Writer-in-Residence an der Universität Warwick, Coventry (England) 1991. Außerdem veröffentlichte sie seit 1984 in mehreren Anthologien, u.a. ihren Brief an Virginia Woolf in Es geht mir verflucht durch Kopf und Herz. Vergessene Briefe an unvergessene Frauen, Hamburg 1990.

Im Mittelpunkt ihres Erstlingswerks steht Elise Lensing, die Geliebte des Dramatikers Friedrich Hebbel. Der Roman schildert, wie sich Elise Lensing an ihren Geliebten verschwendet, und zeichnet so die Tragödie ihres Lebens nach. Ihr zweiter Roman Das Herrenzimmer handelt im Gegensatz zu ihrem Erstlingswerk nicht von einer Frauengeschichte. Im Handlungsgeschehen stehen drei Generationen von Männern von der Jahrhundertwende an bis heute. Knauss schildert hierin eine „Männergesellschaft“, in welcher Männer „kämpfen, erwerben, besitzen, verteidigen, dominieren müssen, ohne Rücksicht auf Ängste und Überforderungen“2. In ihrem dritten Roman Erlkönigs Töchter3 stehen wiederum drei Generationen im Handlungsmittelpunkt. Dieses Mal jedoch handelt es sich um drei Generationen von Frauen und ihre jeweiligen Abhängigkeiten zu Männern. In ihrem vierten Roman beschäftigt sich Sibylle Knauss wie in ihrem ersten Werk mit einer historischen Frauengestalt. So erzählt der Roman, der den Namen der Protagonistin trägt, die Geschichte um diejenige junge Frau, die den französischen Jakobinerführer Jean Paul Marat während der Französischen Revolution tötete: Charlotte Corday4. In ihrem darauffolgenden Roman behandelt Knauss ein zu dem Erscheinungsdatum äußerst aktuelles Thema. Gerade zu der Zeit der Abtreibungsdebatte erschien ihr Roman Ungebetene Gäste5, in dem es um eine Frau geht, die sich mit dem Zwiespalt zwischen einer ungewollten Schwangerschaft und ihrer Karriere auseinandersetzen muß. In dem sechsten Roman Die Nacht mit Paul6 versucht eine 39jährige Frau, ihren angeblich im Krieg gefallenen Vater zu finden. Ihre Mutter hatte sie immer mit dieser Aussage vertröstet. Doch als sie gewisse Daten entdeckt, wird ihr klar, daß ihre Mutter nicht die Wahrheit gesprochen hat. Knauss jüngster Roman Die Missionarin7 handelt von einer jungen aus dem Sauerland stammenden Frau, die als Missionarin auf die Südseeinsel Ponape - zu dem Zeitpunkt ihrer Ankunft deutsches Kolonialgebiet - gelangt.

[...]


1Erstveröffentlichung Hoffmann und Campe, Hamburg 1981; (Taschenbuchausgabe bei dtv, München 1984, Übersetzung ins Niederländische 1986)
2Sibylle Knauss: Das Herrenzimmer, erste Auflage, Hoffmann und Campe, Hamburg 1983, Klappentext
3Erstveröffentlichung Hoffmann und Campe, Hamburg 1985; (Taschenbuchausgabe bei Fischer, Frankfurt am Main 1987)
4Erstveröffentlichung Hoffmann und Campe, Hamburg 1989; (dtv Taschenbuchausgabe München 1995)
5Erstveröffentlichung Hoffmann und Campe, Hamburg 1991; (Taschenbuchausgabe bei Knaur, 1993)
6Erstveröffentlichung Hoffmann und Campe, Hamburg 1994; (Taschenbuchausgabe München 1996)
7Erstveröffentlichung Hoffmann und Campe, Hamburg 1997


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