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Termpaper, 2003, 31 Pages
Author: Beatrix Hartmann
Subject: Pedagogy - Family Education
Details
Institute: Kath. Soziales Institut Bad Honnef
Tags: Werte, Normen, Familie, Bedeutung, Erziehung, Normative, Gesellschaftslehre
Year: 2003
Pages: 31
Grade: gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23112-1
ISBN (Book): 978-3-638-69158-1
File size: 263 KB
Diese Arbeit ist als praxisorienterte Facharbeit geschrieben worden.
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Abstract
Zum gelingenden Leben gehört nicht nur eine Vermittlung von Werten, sondern außerdem eine Grundhaltung der erziehenden Menschen, eine gefühlsmäßige Sicherheit, von der Zukunft auch etwas Gutes zu erfahren. Es ist eine innere Gewissheit, dass das Leben einen Wert und die Welt Sinn hat. Dieses Grundvertrauen entsteht ganz früh und ist dann eine Sicherheit, die Kraft gibt, schlechte Erfahrungen und Schwierigkeiten zu verarbeiten. Ein Erziehungserfolg scheint im wesentlichen an die Startphase des Lebens geknüpft. In diesem Zusammenhang spielen die Einstellung und Wertorientierung des Erziehenden, der mit seiner positiven Lebenseinstellung dem Kind eine Grundsicherheit mitgibt, eine wichtige Rolle. Auf dieses tragfähige Fundament kann eine stabile, liebevolle, konsequente, fordernde und damit fördernde Beziehung zwischen Erzieher und jungem Menschen aufgebaut werden. Da es keine „richtige“ Methode gibt, ein Kind zu erziehen, müssen die Eltern individuell entscheiden, was sie ihren Kindern mitgeben wollen, um eine gute Ausgangsbasis für ein eigenverantwortliches Leben zu schaffen. Erziehende sollten wieder eine Ahnung davon bekommen, dass es eine von materiellen Voraussetzungen unabhängige Ausstattung gibt, die sie ihren Kindern für das Leben anbieten können: Werte und Normen.
Excerpt (computer-generated)
Werte und Normen in der Familie und
ihre Bedeutung für die Erziehung
von Beatrix Hartmann
Inhaltsverzeichnis
Von den Kindern 3
1. Vor – Gedanken 4
2. Familie im Wandel – was heißt heute eigentlich „Familie“? 5
3. Ist die Familie überholt ? 6
4. Am Anfang steht Beziehung 10
5. Kirche, Religion, Familie und Werte 11
6. Erziehung, der Versuch einer Begriffserklärung 12
7. Welche Folgen hat unzureichende Erziehung ? 14
8. Auf welchem Boden wächst Erziehung ? 16
9. Erziehung – muss das sein ? 19
10. Werte, Spielregeln des Lebens 21
11. Werteerziehung – eine Anleitung 24
12. Schluss – Gedanken 26
Quellenverzeichnis 28
1. Vor – Gedanken
Als allein erziehende Mutter von 3 inzwischen erwachsenen Kindern arbeitete ich mehrere Jahre in einer Wohngruppe von behinderten und verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen. Täglich konnte ich die Entwicklung dieser oft seit Jahren im Heim lebenden jungen Menschen im Vergleich zum Heranwachsen meiner eigenen Sprösslinge beobachten. Oft stellte ich mir die Frage, weshalb sich die Kinder in der Gruppe mit vielen ihrer Verhaltensweisen und Eigenschaften, allein und im Miteinander so schwer taten und oftmals schon als Vorschulkinder völlig bindungs- und ziellos waren. Besonders augenfällig war, dass die Mehrzahl der Kinder entweder schon sehr früh aus verwahrlosten Familien herausgeholt oder zu Beginn der Pubertät von völlig überforderten Müttern (es waren tatsächlich immer nur allein erziehende Mütter!), die den langsam erwachsen werdenden Kindern keine Grenzen setzen konnten oder wollten, in unsere Gruppe gebracht wurden.
Doch wie unterschieden sich diese „Heimkinder“ von meinen Dreien? Auch in unserer Familie gab es große Probleme: alkoholkranker Ehemann und Großvater, Trennung und Scheidung. Neuanfang in völlig neuem Umfeld, weit weg von der bisher vertrauten Umgebung, jahrelang war der finanzielle Spielraum stark eingeschränkt, so dass ich mich viel früher als geplant wieder beruflich engagieren musste. Dennoch – etwas muss ich doch im Gegensatz zu den Eltern der „Heimkinder“ meinen Kindern mitgegeben haben, was ihr Leben so ganz anders hat werden lassen. Diese Beobachtungen legen die Vermutung nahe, dass auch ein allein erziehender Elternteil in der Lage ist, seine „Sprösslinge“ zu lebenstüchtigen, selbstbewussten, liebevollen Menschen zu erziehen. Auch die finanzielle Situation kann, für sich allein betrachtet, nicht ursächlich für das Gelingen oder Misslingen einer Erziehung sein. Wo liegt demnach der Schlüssel dafür: an der Ausgangsbasis, den ersten Lebensjahren oder in meiner Person? Wenn ich aber etwas anders gemacht habe als die Eltern der Kinder des Kinderheimes, wie muss diese Startphase des Lebens aussehen, damit Leben und Wachsen, Erwachsenwerden gelingen kann? Was können Jahresarbeit Beatrix Hartmann 5 oder müssen Erziehende tun, einer Rolle gerecht zu werden, auf die die wenigsten vorbereitet sind, der Elternrolle, die oft durch „Versuch und Irrtum“ erlernt wird? Mit diesem Fragenkomplex werde ich mich im Folgenden beschäftigen und hoffentlich auch eine plausible Antwort finden.
2. Familie im Wandel – was heißt heute eigentlich „Familie“?
Während noch bis vor 50 Jahren fast jedes Kind zusammen mit Vater, Mutter, Geschwistern und evtl. noch Großeltern lebte und aufwuchs, nimmt die Häufigkeit dieser klassischen Familienzusammensetzung stetig ab. Wenn ich also heute in meiner Betrachtung den Begriff „Familie“ benutze, muss ich ihn zunächst einmal definieren. Nicht nur, dass im Jahr 2001 von etwa 22,5 Mio. Familien in der BRD nur noch gut die Hälfte überhaupt Kinder erzog, lebte fast ein Drittel dieser Kinder nicht (mehr) mit beiden Elternteilen zusammen. 2 Aus dieser Situation heraus entstehen zunehmend neue Familienstrukturen mit unterschiedlichsten Verwandtschafts- und Beziehungsverhältnissen. So stellt sich die Frage: Familie, was ist das heute überhaupt? Welche Familienformen treffen wir heute an?
- Die „klassische“ Familie,
- allein erziehende Mütter,
- allein erziehende Väter,
jeweils
o ledig,
o geschieden,
o verwitwet,
- mit eigenen und gemeinsamen Kindern in zusammengesetzten Familien („Patchworkfamilien“), + - in gleichgeschlechtlichen „Lebenspartnerschafts-Familien“, oder - in Wohngemeinschaften mit anderen allein Erziehenden, + + - in Pflege- oder Adoptivfamilien. Neben dem ursprünglichen Familienverband, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern sind also noch weitere familiäre Gruppierungen entstanden, in denen Kinder heute aufwachsen. Wenn ich in meinen Ausführungen von „Familie“ spreche, beziehe ich meine Erläuterungen nicht nur auf die klassische Definition der Familie, sondern auf alle in der heutigen Zeit vorkommenden Formen des Zusammenlebens mit Kindern, gleich ob in vollständigen, Teil-, Stief- oder Pflegefamilien.
3. Ist die Familie überholt?
[...]
2 Statistisches Bundesamt, 2002, Seite 64.
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