Märchen als Kinderliteratur

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Details

Titel: Märchen als Kinderliteratur
Autor: Carina Hirschl
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.
Institution/Hochschule: Universität Wien (Romanistik)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 20
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 212 KB
Archivnummer: V18872
ISBN (E-Book): 978-3-638-23129-9

Textauszug (computergeneriert)

Märchen als Kinderliteratur



Hirschl Carina

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort 3

2. Der Märchenbegriff 3

3. Die Entwicklung des Märchens 5

3.1. Märchen als Erwachsenen- oder Kinderliteratur? 7

4. Das Märchen in der Pädagogik 11

4.1. Gibt es ein Märchenalter? 13
4.2. Wirkung der Märchen auf Kinder 14

5. Bibliographie 18




 


1. Vorwort

Angesichts der Tatsache, dass das Volksmärchen heute, abgesehen von der einschlägigen Forschung, fast ausnahmslos im Zusammenhang mit dem Kind als seinem hauptsächlichen Rezipienten gesehen wird, muss gefragt werden, worauf diese Zuordnung beruhen mag und unter welchen Bedingungen sie stattfindet. Aus der Beantwortung dieser und damit zusammenhängenden Fragen dürfte schließlich ein Beitrag zum didaktischen Aspekt des Märchens in der Grundschule zu gewinnen sein.

2. Der Märchenbegriff

Der Begriff "Märchen" ist eine Verkleinerungsbildung des Substantivs maere. Maere bedeutet ursprünglich Nachricht, Kunde, Erzählung; die Verkleinerungsform Märle, die das oberdeutsche Märlein verdrängt hat, war bis ins 19. Jh. im Sinne von Nachricht, Gerücht, kleine (unglaubhafte) Erzählung gebräuchlich. Heute wird das Märchen definiert als phantastische Erzählung, in der die Grenzen zur Wirklichkeit und zu Wunderbarem aufgehoben sind; als Erzählung ohne Bindung an individuelle Personen oder an bestimmte Orte. Hier wird das Unglaubwürdige und Unwahrscheinliche im Gegensatz zu maere angesprochen. Literaturwissenschaftlich wird zwischen Märchen, Mythen, Science Fiction, Comics und Abenteuererzählungen unterschieden, ohne allerdings eine exakte Grenze zwischen den einzelnen Bereichen zu ziehen. Eine mögliche wissenschaftliche Definition des Märchens lautet wie folgt: "Unter einem Märchen verstehen wir eine mit dichterischer Phantasie entworfene Erzählung besonders aus der Zauberwelt, eine nicht an die Bedingungen des wirklichen Lebens geknüpfte, wunderbare Geschichte′. - Das Märchen ′folgt nicht den Gesetzen der Wirklichkeit′; es bietet ′phantastisch wunderbare Begebenheiten, die sich in Wahrheit nicht ereignet haben und nie ereignen konnten, weil sie Naturgesetzen widerstreiten′. - ′Der Begriff Märchen′ bezeichnet ′eine bunte Geschichte, die in einer phantastischen Welt spielt, in welcher der gewohnte Kausal- und Naturzusammenhang aufgehoben ist′. - ′Im Wesen des Märchens liegt geradezu der Gegensatz zur Realität′. Das Märchen ist ′erfabelte Dichtung′, die nur der Phantasie angehört; es verlangt ′keinen Glauben′" (RÖHRICH, S. 1). Den Anspruch auf "Glaubwürdigkeit" spricht auch Ranke den Märchen ab (CRAMES, S. 5). Entgegen dieser Definition sind in Märchen allerdings häufig Auseinandersetzungen mit den gegebenen Realitäten zu finden. Lediglich die Form des Märchens und die Transformation der tatsächlichen Umstände ins Fiktive, erweckt den Anschein, dass Märchen vollkommen bezugslos im Raum stehen (MALLET, S.64). Treffend drückt das Crames aus: "Das Märchen [...] berichtet von einer ′Notlage′. Aus dieser heraus entspinnt sich dann ein Geschehen, das [...] in jene sonderbare Welt hineinführt. Wenn es [...] dort zu einem befriedigenden Ende gelangt ist, führt es [...] wieder an die nüchterne Realität heran" ( CRAMES S. 6). Ebenfalls läßt sich bei Schäfer ein Hinweis auf die Darstellung von Problemsituationen im Märchen finden, zugleich setzt sie dies in Bezug zu dem einheitlichen formalen Aufbau der Märchen:

Sie [Märchen] beginnen typischerweise mit einer mehr oder weniger krisenhaft erlebten Ablöse-Phase, in der der Held oder die Heldin entweder freiwillig zum Abenteuer aufbricht [...] oder gar ausgesetzt, vertrieben wird, [...]. Immer also steht eine gravierende Veränderung der bisherigen Lebenssituation am Anfang: Held oder Heldin sind nun auf sich allein gestellt. Es müssen bestimmte Aufgaben gelöst werden - das vorläufige Scheitern in der einen oder anderen Form ist unvermeidlich, bevor es zu einem Neuansatz oder zu einer ′letzten Aktion′ kommt[...], die dann zum Happy-End führt. (SCHÄFER, S.142) Dieser inhaltliche Aufbau führt zu der Annahme, dass den Märchen eine formale Struktur zugrunde liegt. Crames behauptet, dass der Ablauf sich "zwei- oder dreigliedrig steigert", so dass "der strenge Bau und eine Gliederung in Episoden [...] das eigentliche Märchen als kunstvolle Erzählung" ausweist (CRAMES, S. 6). Was, um das noch einmal zu betonen, in der Überlieferung der Volksmärchen eine automatische Entwicklung hin zu der heutigen Form war und keine Erfindung eines Dichters.

3. Die Entwicklung des Märchens

[...]

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