Individuum und Gesellschaft in den Konzepten von Georg Herbert Mead

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Details

Titel: Individuum und Gesellschaft in den Konzepten von Georg Herbert Mead
Autor: Ines Lenz
Fach: Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Veranstaltung: Individuum und Gesellschaft
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (FB Soziologie)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 32
Note: keine
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 140 KB
Archivnummer: V18920
ISBN (E-Book): 978-3-638-23168-8

Textauszug (computergeneriert)

Individuum und Gesellschaft in den
Konzepten von Georg Herbert Mead

Ines Lenz

 

Inhaltsverzeichnis:

I Einleitung  - 3 -

II Biographisches zu Georg Herbert Mead  - 6 -

III Theoretische Grundlagen  - 7 -

IV Mead und der Behaviorismus  - 8 -
IV.1 Grundannahmen  - 9 -
IV.2 Interaktion  - 10 -

V Grundbegriffe  - 11 -
V.1 Interaktionsformen  - 11 -
V.2 Role taking / Role making  - 14 -
V.3 Identität  - 16 -

VI Meads Theorie des Interaktionismus  - 19 -
VI.1 „Selbst/Identität“  - 19 -
VI.2 Das „Ich“  - 20 -
VI.3 Das „Mich“   - 21 -

VII Qualitäten der Interaktionistische Theorie nach Habermas  - 23 -
VII.1 Das Meadsche Sozialisationsmodell  - 24 -
VII.2 Die Gesellschaft  - 26 -
VII.3 „Die Soziale Kontrolle“  - 27 -
VII.3.1 Beispiel: Meads Idealgesellschaft  - 28 -
VII.4 Die gesellschaftlichen Konflikte  - 29 -

VIII Fazit  - 30 -

IX Literaturverzeichnis  - 31 -

X Abbildungsverzeichnis  - 32 -

 

I Einleitung

Zum Verständnis der Konzepte von George Herbert Mead, ist die Erörterung von mehreren soziologischen Lehren erforderlich. Die Chicagoer Schule vertrat eine Empirie, die sich im Besonderen quantitativ orientierte. Ihre strukturelle-funktionale Theorie ist die Zusammenfassung des Wertvollsten der europäischen Klassiker der Soziologie und bildet somit das Fundament einer „professionell abgesicherten und kumulativen Erkenntnisgewinnung“.1 Die neu gewonnene Identität des Faches verdrängte jedoch die Tradition des deutschen Idealismus und Marxismus, die nicht in das Bild eingefügt werden konnten. Darüber hinaus wurden auch die Leistungen der pragmatischen Sozialphilosophie nur unzureichend gewürdigt. Konzeptionen der Ich-Identität und der Rollenübernahme, das „Thomas-Theorem“ und die Grundidee der biographischen Methode gehören jedoch zum Standartwissen in der Soziologie. Von allgemeinem Interesse in den sechziger Jahren war Blumers Fassung des „interpretativen Ansatzes“. Auch heute noch spielt das Erbe der Chicagoer Schule eine wichtige Rolle in aktuellen Theoriediskussionen. Der symbolische Interaktionismus war jedoch nicht ausgereift genug, um gleichwertig neben der kritischen Theorie, oder dem Marxismus zu stehen. Daher setzte sich diese Tradition jahrzehntelang eher durch exemplarische Forschung und mündliche Übermittlung, als durch theoretische Systematik und Selbstbegründung durch.

Der symbolische Interaktionismus, der seinen Namen von Herbert Blumer bekam, kennzeichnet sich durch Prozesse der Interaktion. Der Begriff Interaktion meint hier den Symbolvermittelnden Charakter sozialen Handelns. Somit bedeuten soziale Beziehungen nicht die Umsetzung fester Vorschriften in die Tat, sondern gemeinsame und wechselseitige Beziehungsdefinitionen. Damit sind soziale Beziehungen nicht stabil und zum Teil vorhersehbar, sondern offen und an gemeinsame Anerkennung gebunden.

Der symbolische Interaktionismus gründet auf den Pragmatismus, eine Philosophie der Handlung. Die Leitvorstellungen im Denken von Descartes des einsam zweifelnden Ich werden von der Idee einer kooperativen Wahrheitssuche zur Bewältigung realer Handlungsprobleme abgelöst. John Dewey und George Herbert Mead waren diejenigen, über die die entscheidende Wirkung des Pragmatismus in die Soziologie übertrat.

Diesen Übergang erkannte man zunächst an einer funktionalistischen Psychologie. John Deweys Aufsatz ,,The Reflex Arc Concept in Psychology“ zeigt diese neue Gestalt der Soziologie am deutlichsten. Er kritisierte dort die Psychologie, die behauptete, dass unsere Handlungen summativ aus äußeren Reizen und innerer Reizverarbeitung zusammengesetzt sind. Er entwickelt ein Reflexbogenmodell. Demnach konstituieren Handlungen erst, welche Reize in ihrem Zusammenhang relevant sind.

Handeln wurde aber als Realisation Vorgefasster Zwecke gesehen. Das kindliche Spiel jedoch sollte zeigen, dass es keine Vorgefasste Zwecksetzung gibt, sondern nur eine Reflexion auf Widerstände gegenüber vielfältig orientierten Verhalten. Deweys und Meads Studien zum kindlichen Spiel dienten als Modell des Handelns unter geringem Druck zur Eindeutigkeit der Zwecke. Auftretende Handlungsprobleme werden mit ,,schöpferischer Intelligenz“ überwunden, indem neue Handlungsalternativen entworfen werden.

[....]


1 Hans Joas 1988: symbolischer Interaktionismus. Von der Philosophie des Pragmatismus zu einer soziologischen Forschungstratition, S.40

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