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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2000, 43 Pages
Authors: Wolfgang Haserer, Andreas Krosta
Subject: Communications: Print Media, Press
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Kommunikationswissenschaft (Zeitungswissenschaft))
Tags: Tageszeitung, Offline, Online, Vergleich, Hauptseminar, Tageszeitung, Internet
Year: 2000
Pages: 43
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-23191-6
File size: 393 KB
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Excerpt (computer-generated)
Wer liest Tageszeitung ?
Offline - Online im Vergleich
Wolfgang Haserer Andreas Krosta
INHALTSVERZEICHNIS 3
1. VORWORT 4
2. DIE ZEITUNG 5
2.1 DIE TAGESZEITUNG 6
2.1.1 Begriff 6
2.1.2 Konzentration 7
2.1.3 Aktuelle Situation 9
2.2 WIE LESER TAGESZEITUNGEN NUTZEN 10
2.3 DIE ZUKUNFT DER TAGESZEITUNG 13
3. DAS INTERNET 15
3.1 GESCHICHTE UND BEGRIFF 15
3.2 DIE INTERNET-NUTZER 17
3.3 DAS INTERNET ALS NEUE PLATTFORM FÜR ZEITUNGS-AUFTRITTE 20
4. TAGESZEITUNGEN IM INTERNET 22
4.1 GESCHICHTE UND SITUATION 23
4.2 TYPOLOGISIERUNG DER ONLINE-ZEITUNGEN 24
4.3 DER INTERNET-TAGESZEITUNGSNUTZER 25
4.4 AUSBLICK UND TRENDS 28
5. WER LIEST WAS – GEDRUCKT UND ONLINE? 29
5.1 SÜDDEUTSCHE ZEITUNG UND SZONNET 29
5.2 BILD UND BILD-ONLINE 32
5.3 RHEIN ZEITUNG UND RZ-ONLINE 35
6. FAZIT 38
BIBLIOGRAPHIE 41
1. Vorwort
Wie es wohl aussieht, das Frühstück der Zukunft? Sicher werden Tassen und Teller , Kaffee und Tee auch in 20 Jahren noch morgens auf dem Tisch stehen. Wie aber befriedigen die Menschen ihr Informationsbedürfnis? Informiert ein kleiner Bildschirm zwischen Wärmekanne und Zuckerdose über Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport? Vielleicht blättern sie noch – der alten Zeiten zuliebe – in einzelnen rasch ausgedruckten Seiten der Online-Ausgabe ihrer Tageszeitung? Oder sie laden sich die aktuellen Nachrichten auf unverwüstliches E-Paper. Wohin die Entwicklung auch geht, die Zukunft der gedruckten Tageszeitung scheint ernsthaft in Gefahr: Das Internet als neues Informationsmedium konkurriert mit dem Printprodukt um Leser und Geschäft. Längst verfolgt der interessierte Nutzer stündlich die Berichterstattung über ein aktuelles Ereignis online. Gleichzeitig verlassen immer mehr Angebote zur Jobsuche oder zum Autokauf den Kleinanzeigenteil der Tageszeitung und wandern auf kostenlose Homepages der Internetdienste. Den Großteil der Verlage traf diese Entwicklung der letzten Jahre völlig unvorbereitet. Ohne besondere Rücksicht auf die Internet-Kundschaft stellten sie eiligst ihre Tageszeitungen als Online-Angebot ins Netz. Inhaltliche Aspekte sowie Finanzierungskonzepte blieben zunächst auf der Strecke. Mit dem aufkommenden Werbemarkt im Internet hat nun aber auch in Chefetagen der Verlagshäuser ein Denkprozeß eingesetzt, der sich immer mehr in den überarbeiteten Auftritten der Online-Tageszeitungen widerspiegelt. Es kommt Bewegung in den Konkurrenzkampf um Visits und Page-Impressions. Die Struktur der Online-Leserschaft mit ihren Interessen und Bedürfnissen rückt dabei immer mehr in den Vordergrund. Die vorliegende Arbeit will einen Blick auf die bisherigen Erkenntnisse über die Nutzer von Online-Tageszeitungen werfen und zugleich die Leser der klassischen Tageszeitung im Auge behalten. Unterschiedliche Erhebungsmethoden oder verschiedenartige Auswahlkriterien in den einzelnen Studien machen es schwierig, aussagekräftige Vergleiche oder Prognosen anzustellen. Außerdem verlangt gerade die Betrachtung der Online-Nutzer einen hohen Grad an Aktualität, den die vorhandene Literatur zu diesem Thema nur begrenzt liefern kann. Zunächst betrachten wir im folgenden die aktuelle Situation der gedruckten Tageszeitung und gehen dabei auch auf ihre Leser ein. Anschließend werden die Geschichte des Internet sowie soziodemographische Aspekte der Nutzer skizziert. Nach der allgemeineren Einführung über Historie und Typologisierung der Tageszeitungen im Netz, stellen wir unter 4.3 die Ergebnisse einer Studie der Katholischen Universität Eichstätt vor, die sich mit den Online-Tageszeitungslesern im speziellen beschäftigt hat. Abschließend wird anhand von drei konkreten Leser-Nutzer- Vergleichen vor allem die Frage erläutert, ob die Tageszeitungen mit ihren Online- Angeboten potentielle Käufer vom Kiosk an den Bildschirm locken.
2. Die Zeitung
Die Geschichte der Zeitung lässt sich bis zu ihren Anfängen zurückverfolgen. „Im deutschen Sprachraum setzt die Geschichte der gedruckten Medien im allgemeinen mit Johannes Gensfleisch zur Laden (genannt Gutenberg) ein, der um 1445 das Drucken mit beweglichen Lettern erfand.“1 In dieser Zeit wurden Druckwerke in loser Reihenfolge gefertigt. Im Jahr 1609 kam die erste periodische Zeitung heraus.2 Der „Aviso“ erschien in Wolfenbüttel und in Straßburg die „Relation“.3 Beide kamen wöchentlich heraus. Ende des 17. Jahrhundert gab es 60 bis 79 deutschsprachige Zeitungen mit einer durchschnittlichen Auflage von 300 bis 400 Exemplaren je Ausgabe und einer geschätzten Leserschaft von 200 000 bis 250 000 Menschen.4 Dieses relativ rasche Wachstum lässt sich durch folgende Gründe erklären. Der Buchdruck wurde schnell als Gewinnquelle erkannt, die geistig-weltanschauliche Konstellation der Neuzeit verlangte nach Informationen, viele Personen wollten ihr Wissen weitergeben; dies wurde möglich, weil immer mehr Boten Nachrichten von einem Ort zum anderen trugen; es gab viele Nachrichtenzentren – Deutschland hatte aufgrund seiner zentralen Lage viele Standortvorteile inne; die politische Situation gab viele Konflikt- und Nachrichtenstoffe her.5
Die Verbreitung der Zeitung setzte sich fort. „So gab es 1914 ca. 4 200 Tages- und Wochenzeitungen mit einer geschätzten Auflage von 18 Millionen Exemplaren. Während des ersten Weltkriegs stieg die Auflage vorübergehend sogar auf 25 Millionen an.“6 Im Jahr 1997 gaben 371 Verlage mit einer verkauften Auflage von 24,6 Millionen Exemplaren 1 582 Ausgaben von Tageszeitungen heraus.7 Hinzu kommen knapp 2 000 Zeitschriftentitel (Stand 1998), wie die Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) ermittelte.8 Die Zahl der Titel und Ausgaben von Zeitungen hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg gesteigert. Bis auf wenige Neugründungen haben neue Tageszeitungen aber kaum Chancen auf dem deutschen Markt. Bei Zeitschriften sieht dies allerdings anders aus. In jedem Jahr kommen derzeit neue Titel auf den Markt (zum Beispiel „Money“ in diesem Jahr, Tomorrow im vergangenen), was auch bei Fachzeitschriften und Special-Interest-Zeitungen so ist. Gleichzeitig verschwinden allerdings auch Titel in der Versenkung.
2.1 Die Tageszeitung
Unter den Begriff Zeitung fallen Blätter jeglicher Art. Sie gliedern sich grob in Jahres-, Monats-, Wochen-, Mitarbeiter-, Kirchen-, Anzeigen-, Partei-, Vereins- und Kundenzeitungen. Die Tageszeitung unterscheidet sich per definitionem von der Zeitung. Sie kann auch als eigene Zeitungsform beschrieben werden, obwohl Unterschiede in der Art der Definition bestehen.
2.1.1 Begriff
[...]
1 Heinz Pürer, Johannes Raabe; Medien in Deutschland; Band I; Presse; 2. korrigierte Auflage; UVK Medien; Konstanz; 1996; S. 15
2 Vgl.: Pürer, Raabe; S. 15
3 Vgl.: Pürer, Raabe; loc. sit.
4 Vgl.: Pürer, Raabe; S. 18
5 Vgl.: Pürer, Raabe; loc. sit.
6 Pürer, Raabe; S. 22
7 Vgl.: Schütz, Walter J.; Entwicklung der Tagespresse; in: Wilke, Jürgen (Hrsg.); Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland; Bundeszentrale für politische Bildung; Bonn; 1999; S. 130
8 Bohrmann, Hans; Entwicklung der Zeitschriftenpresse; in: Wilke, Jürgen (Hrsg.); Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland; Bundeszentrale für politische Bildung; Bonn; 1999; S. 138
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